Papst-Rückzug ins Kloster: Allein mit sieben Frauen

imagoNach seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. umziehen: Erst geht es in die päpstliche Sommerresidenz nach Castel Gandolfo, dann in ein Kloster im Vatikan - sobald dort die Handwerker fertig sind.

http://www.spiegel.de/panorama/papst...-a-882674.html
  1. #1

    Klausur im Kloster

    In einem Fernsehbeitrag wurde Benedikt als kirchlich reaktionär und sehr konservativ bewertet.
    Wenn das wirklich stimmt, ist sein freiwilliger Rücktritt - der zweite Rücktritt eines Papstes nach vielen hundert Jahren - besonders unverständlich.

    Hinzu kommt, dass sein Vorgänger Johannes Paul II - fast gleich alt und gesundheitlich noch infolge Parkinson bedeutend stärker angeschlagen - nicht zurückgetreten ist.
    Dieser äußerte dazu sinngemäß, dass er das Amt aufgibt, wenn Gott es will.
    Benedikt war engster Vertrauter von Johannes und daher möchte ich davon ausgehen, dass er sicherlich dessen Vorstellungen voll teilte.

    Für mich gibt es nur einen plausiblen Grund für den plötzlichen Rücktritt und das sind Machtkämpfe im Vatikan.
    Ob der jetzige Rücktritt wirklich freiwillig war oder damit der Widersacher einer bestimmten Vatikan-Fraktion bzw. Kirchenpolitik ausgeschaltet wurde, wird vielleicht einmal die Geschichte aufdecken.

    Was den Aufenthalt des Benedikt in einem Kloster auf dem Vatikangelände betrifft, so hoffe ich, dass diese "Klausur" keine Einsperrung bedeutet. Leider ist nur zu gut bekannt, wie z.B. auch hier im Lande alte Leute in Altenheimen aufgehoben bzw. fixiert werden.

    Andererseits kann diese enge Anbindung auch bedeuten, dass hier eine Person unter Kontrolle bzw. Quarantäne gehalten werden soll, denn sicherlich wird der Ex-Papst alle brisanten Vorgänge des Vatikan genauestens kennen, und das ist bestimmt für einige Kreise nicht besonders gut.
    Ich prophezeie jedenfalls, dass die Welt den Benedikt nie wieder zu Gesicht bekommen und irgendwann nur eine Kurzmeldung über sein Ableben erscheinen wird.
  2. #2

    Warum sollte der Papst hier lügen?!

    Ich denke schon, dass er das durchaus aus dem Hauptgrund einer Überforderung tut. Niergendwo auf dieser Welt ist so ein alter Mensch noch für die Leitung eines solchen globalen Institution tätig! Insofern war es m.E. auch falsch, dass sein Vorgänger, Papst Wojtila, so lange noch im Amt dahinsiechte - so konnte er diese Institution dann bei Gott nicht mehr führen!
    Wenn hier vielleicht noch hinzukommt, dass er sich auch aufgrund der intenen Querelen etwas überfordert fühlt, so ist halt auch dies Ausdruck einer gewissen inneren Überforderung, ja auch interne Auseinandersetzungen und eben die Führung kosten Kraft. Papst sein heißt ja eben nicht nur die paar öffentlichen Audiencen und die wenigen großen Gottesdienste zu leisten.
    So einen klaren, nachvollziehbaren und guten Rücktritt, zur -gerade noch- rechten Zeit, hat man in der Tat lange nicht gesehen. Ich wünsche ihm für seinen letzten Lebensabschnitt alles Gute. Wenn die katholische Kirche sich in der heutigen Welt behaupten will, so sollte sie sich m.E. jetzt entlich mal wieder einen etwas jüngeren und kraftvolleren Mann als Nachfolger wählen (so man solche guten jüngeren Leute dort denn hat).

    Tobias Werner
  3. #3

    Plausibel ist anders

    Zitat von realpolitiker Beitrag anzeigen
    In einem Fernsehbeitrag wurde Benedikt als kirchlich reaktionär und sehr konservativ bewertet.
    Wenn das wirklich stimmt, ist sein freiwilliger Rücktritt - der zweite Rücktritt eines Papstes nach vielen hundert Jahren - besonders unverständlich.

    Hinzu kommt, dass sein Vorgänger Johannes Paul II - fast gleich alt und gesundheitlich noch infolge Parkinson bedeutend stärker angeschlagen - nicht zurückgetreten ist.
    Dieser äußerte dazu sinngemäß, dass er das Amt aufgibt, wenn Gott es will.
    Benedikt war engster Vertrauter von Johannes und daher möchte ich davon ausgehen, dass er sicherlich dessen Vorstellungen voll teilte.

    Für mich gibt es nur einen plausiblen Grund für den plötzlichen Rücktritt und das sind Machtkämpfe im Vatikan.
    Ob der jetzige Rücktritt wirklich freiwillig war oder damit der Widersacher einer bestimmten Vatikan-Fraktion bzw. Kirchenpolitik ausgeschaltet wurde, wird vielleicht einmal die Geschichte aufdecken.

    Was den Aufenthalt des Benedikt in einem Kloster auf dem Vatikangelände betrifft, so hoffe ich, dass diese "Klausur" keine Einsperrung bedeutet. Leider ist nur zu gut bekannt, wie z.B. auch hier im Lande alte Leute in Altenheimen aufgehoben bzw. fixiert werden.

    Andererseits kann diese enge Anbindung auch bedeuten, dass hier eine Person unter Kontrolle bzw. Quarantäne gehalten werden soll, denn sicherlich wird der Ex-Papst alle brisanten Vorgänge des Vatikan genauestens kennen, und das ist bestimmt für einige Kreise nicht besonders gut.
    Ich prophezeie jedenfalls, dass die Welt den Benedikt nie wieder zu Gesicht bekommen und irgendwann nur eine Kurzmeldung über sein Ableben erscheinen wird.
    Sie versuchen hier doch nur, wieder alle möglichen Verschwörungstheorien anzustoßen.

    Der Fall ist doch eigentlich klar. Er spürt, dass er langsam dement wird oder wurde von Vertrauten darauf hingewiesen, dass dies der Fall sein könnte.

    Trotzdem hat sich dieser Mensch damit erstmals meine Hochachtung verdient.

    Wirklich erstmals!
  4. #4

    Richtig

    Zitat von tobiaswerner Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass er das durchaus aus dem Hauptgrund einer Überforderung tut. Niergendwo auf dieser Welt ist so ein alter Mensch noch für die Leitung eines solchen globalen Institution tätig! Insofern war es m.E. auch falsch, dass sein Vorgänger, Papst Wojtila, so lange noch im Amt dahinsiechte - so konnte er diese Institution dann bei Gott nicht mehr führen!
    Wenn hier vielleicht noch hinzukommt, dass er sich auch aufgrund der intenen Querelen etwas überfordert fühlt, so ist halt auch dies Ausdruck einer gewissen inneren Überforderung, ja auch interne Auseinandersetzungen und eben die Führung kosten Kraft. Papst sein heißt ja eben nicht nur die paar öffentlichen Audiencen und die wenigen großen Gottesdienste zu leisten.
    So einen klaren, nachvollziehbaren und guten Rücktritt, zur -gerade noch- rechten Zeit, hat man in der Tat lange nicht gesehen. Ich wünsche ihm für seinen letzten Lebensabschnitt alles Gute. Wenn die katholische Kirche sich in der heutigen Welt behaupten will, so sollte sie sich m.E. jetzt entlich mal wieder einen etwas jüngeren und kraftvolleren Mann als Nachfolger wählen (so man solche guten jüngeren Leute dort denn hat).

    Tobias Werner
    und genau auf den Punkt getroffen. Warum sollte ein Papst nicht zurücktreten, wenn er sich dem Amt nicht mehr gewachsen fühlt? Ratzinger ist da beispielhaft. Ich hoffe, dass er damit Akzente gesetzt hat. Der Papst darf zurücktreten. Dazu hat er das recht. Was mit Johannes Paul II.in seinen letzten Lebensjahren geschehen ist, hat das Amt schwer geschädigt. Was nützt ein Papst, wenn er sich nicht mehr richtig artikulieren kann?
  5. #5

    Halleluja, kreuziget ihn.

    Als evangelischer Christ bin ich erschüttert, wie nach seiner Rücktrittsankündigung mit dem Papst umgegangen wird und sein Lebenswerk von vielen "Christen" mit Füßen getreten wird.
    Ich kann nur zitieren "Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein".
  6. #6

    DIe Dummheit

    der presse und vieler Scherzkekse hier im Forum ist schon ernuechternd.

    Benedikt XVI sieht sich als ersten Diener Gottes und der Kirche, und weit über den Punkt hinaus gedient den er sich selbst erwünscht hätte.
    Wenn er jtzt, im Rahmen von Vernunft, entgegen allen bisherigen Dogmen, vom Amt des Papstes zurücktritt dann leistet er der katholischen Kirche damit inhaltlich einen größeren Dienst,als wenn er vom Krankenbett aus bis zuletzt durchgehalten hätte.Was ist ihm vorgeworfen worden - aber offensichtlich klammert er sich nicht besonders an die Macht des Bischofs von Rom.
  7. #7

    optional

    Papst-Rückzug ins Kloster: Allein mit sieben Frauen
    Die Höllenqualen beginnen also schon zu Lebzeiten...
  8. #8

    Ausser Gott nichts mehr

    Zitat von realpolitiker Beitrag anzeigen
    In einem Fernsehbeitrag wurde Benedikt als kirchlich reaktionär und sehr konservativ bewertet.
    Wenn das wirklich stimmt, ist sein freiwilliger Rücktritt - der zweite Rücktritt eines Papstes nach vielen hundert Jahren - besonders unverständlich.

    Hinzu kommt, dass sein Vorgänger Johannes Paul II - fast gleich alt und gesundheitlich noch infolge Parkinson bedeutend stärker angeschlagen - nicht zurückgetreten ist.
    Dieser äußerte dazu sinngemäß, dass er das Amt aufgibt, wenn Gott es will.....
    Aber das eine schliesst das andere ja nicht aus.
    "Gottes Wille" darf ja durchaus als subjektive Auffassung gelten.
    Wenn Benedikt sieht, dass er nicht mehr kann, kann damit aus seiner Sicht doch durchaus Gottes Wille erfüllt sein. Nicht ohne Grund will er sich vorher intensiv mit seinem Gewissen auseinandergesetzt haben und kann durchaus zu dem Schluß gekommen sein, Gott im Sinne der Menschen so nicht mehr dienen zu können.
    Dazu kommt, dass er sich vielleicht selbst noch nich völlig aufgegeben hat, d.h. dass er durchaus noch etwas anderes erleben möchte, auf seine Art.
    Bei Johannes Paul II durchaus denkbar, dass er ausser Gott nichts mehr hatte.
  9. #9

    Mittelschweres Zipperlein

    Zitat von tobiaswerner Beitrag anzeigen
    Ich denke schon, dass er das durchaus aus dem Hauptgrund einer Überforderung tut. Niergendwo auf dieser Welt ist so ein alter Mensch noch für die Leitung eines solchen globalen Institution tätig! Insofern war es m.E. auch falsch, dass sein Vorgänger, Papst Wojtila, so lange noch im Amt dahinsiechte - so konnte er diese Institution dann bei Gott nicht mehr führen!
    Wenn hier ....
    Ja.
    Dazu gibt es auch zu bedenken, dass wenn man es erfahrungsgemäss für üblich hält, dass ein Papst bis zum Tode dient, man auch sehen sollte, dass z.B. ein Johannes Paul II noch wenige Jahrzehnte vorher spätestens 10 Jahre vorher gestorben wäre, noch vor 100 Jahren wohl eher 20 Jahre früher.
    Das ganze Mittelalter hindurch war es wesentlich einfacher, bis zum Ende zu "arbeiten", bedeutete doch ein mittelschweres Zipperlein meist schon den schnellen Tod.