Bürodesign: Schreibtische hoch, Discokugel runter

Benjamin DürrVom Büro zum Club in fünf Minuten - diesen Rekord hält eine Werbeagentur aus den Niederlanden. Auf Knopfdruck können die Mitarbeiter ihre Schreibtische unter die Decke ziehen lassen. Und dann zusammen mit den Nachbarn tanzen, meditieren oder kochen.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-881435.html
  1. #1

    „Danach habe ich die Augen geöffnet und gedacht: Wow, ich bin im Büro.“

    Ein Hoch auf die neue, subtile Ausbeutung. Da wird die Kette am Knöchel doch gleich noch ein Stück unsichtbarer. :)
  2. #2

    Hmm

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Büro zum Club in fünf Minuten - diesen Rekord hält eine Werbeagentur aus den Niederlanden. Auf Knopfdruck können die Mitarbeiter ihre Schreibtische unter die Decke ziehen lassen. Und dann zusammen mit den Nachbarn tanzen, meditieren oder kochen.

    Büroarchitektur in Holland: Werbeagentur lässt sich in Club verwandeln - SPIEGEL ONLINE
    Für ich wäre das nix. Ich mag zwar meine Kollegen, aber 8-9h mit denen reichen dann auch. Das ist, in der Woche, mehr Zeit als ich mit meiner Freundin (im wachen Zustand) verbringe.
  3. #3

    Wer Gleiches in Deutschland versucht,

    bekommt vermutlich Ärger mit dem Finanzamt, da die Grenze zwischen gewerblicher und privater Nutzung verwischt wird. Am Ende "dürfen" es die Beschäftigten noch als geldwerten Vorteil versteuern, armes Deutschland!"
  4. #4

    Hm...

    ..."so ganz neu" ist das aber nicht. Vielleicht halten die den Rekord im Aus- und Umräumen, aber ein Freund von mir, Innenarchitekt hatte sowas schon vor 35 Jahren in seiner Wohnung/Büro Kombination.
    - ein Fallschirm, mit eingenähtem Bleiband kommt von der Decke (4.80 Höhe) legt sich sauber im ganzen Zimmer aus.
    - Danach wird der Tisch abgesenkt, keine Stahlseile sondern Teleskopstangen damit der Tisch nicht wackelt.
    - 3 leere Schränke nehmen die stapelbaren, aber bequemen Stühle auf, die bei Nichtgebrauch auf einer rollbaren Platte gestapelt werden.
    Über seine Büro/Wohnungskombi gab es damals sogar einen Artikel mit Bildern in einer "Wohnzeitschrift".

    Ich möchte NICHT nach Arbeitsende (10-12 Stunden täglich reichen mir !) noch dumm im Büro "abhängen". Irgendwann MUSS auch mal Schluss sein........
  5. #5

    Deutschland deine Skeptiker

    Eine tolle Idee, neue kreative Ansätze, arbeiten angenehm gemacht... Alles wird direkt schlecht gemacht. Äh ne Kollegen will ich abends nicht mehr sehen... Oh man, das gibt steuerliche Probleme... Bla bla bla!!!! Ich würde mich freuen in so einem Büro arbeiten zu dürfen! Der Feierabend ist gefixt, denn irgendwas startet im Anschluss. Man kann mitmachen oder gehen, denn es sind auch Externe die dort kommen. Was ich wirklich schade finde ist, dass es nur im kreativen Sektor (google bspw. oder Kreativagenturen) möglich scheint. Begrüßen würde ich diese Konzepte auch in anderen Bereichen. Sie sind eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht! Bitte, nachmachen!
  6. #6

    Zitat von _muskote Beitrag anzeigen
    „Danach habe ich die Augen geöffnet und gedacht: Wow, ich bin im Büro.“

    Ein Hoch auf die neue, subtile Ausbeutung. Da wird die Kette am Knöchel doch gleich noch ein Stück unsichtbarer. :)
    Genau so sieht's aus. Sieht man auch in Callcentern häufiger : Immer schön die Mitarbeiter mit "lustigen" Kleinigkeiten versuchen, bei Laune zu halten, damit die weniger zum Nachdenken über hohe Arbeitsbelastung und miese Löhne kommen.
    Was macht es schon, wenn man das dritte (unbezahlte) Praktikum in folge in einer hippen Werbeagentur absolviert, wenn man doch so tolle Sachen wie Yoga-Kurse und Discokugeln geboten bekommt ? Da arbeitet man doch wieder gerne täglich bis Nachts um 2:00 Uhr für lau. Das ist der Hauptgrund für sämtliche Aktionen, die das Miteinander der Kollegen stärken sollen. Und natürlich soll sich dann der ein oder andere noch ein wenig mehr schinden und auch mal krank zur Arbeit schleppen, damit er die neuen "Kumpels" nicht enttäuscht, man möchte ja dann nicht der Durchhänger sein.
  7. #7

    Wenn man um 18 Uhr dann auch den Chef an die Decke ziehen kann ...
  8. #8

    Und was sagt die Gema?

    Das wäre in Deutschland VÖLLIG unmöglich! Undenkbar. Gema und GEZ wären damit völlig überfordert.

    Im Ernst: Ich finde das gut. Wenn das Klima passt, ist das eine ganz wunderbare Lösung. Ich hatte in meiner Berufslaufbahn zwei Mal das Vergnügen in Teams zu arbeiten, wo so etwas möglich gewesen wäre. Geht natürlich nicht überall.
  9. #9

    18. Jahrhundert

    Typisch Werbeagentur. Alles offen. Alles Glas. Keine Türen. Keine Privatsphäre. Totale Überwachung. Gemeinsames Mittagessen. Gemeinsame Pause. Keine Selbstbestimmung über Arbeitszeit. Gemeinsamer Sport. Wie in der chinesischen Armee. Gemeinsamer Feierabend. Gemeinsame Events. Events sind ein Arbeitsfeld von Werbeagenturen. Also kein Feierabend, sondern Feier-Arbeit am Abend. Sicherlich ohne Lohnausgleich. Ein Arbeitsmodell für die akademische Arbeiterklasse ohne Familie, ohne Nachwuchs und ohne Verantwortung. Ein Leben wie das der Knechte und Mägde im 18. Jahrhundert.