Pornosucht-Film "Don Jon's Addiction": Viel geschüttelt, nicht gerührt

Ascot Elite FilmverleihIst Internet-Sex der bessere Sex? Auf keinen Fall, sagt US-Schauspieler und Regie-Debütant Joseph Gordon-Levitt in seinem Berlinale-Beitrag "Don Jon's Addiction", der von einem pornosüchtigen Don Juan handelt. Eine böse Komödie über eine Welt, in der wir alle nur Objekte sind.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/be...-a-882420.html
  1. #1

    Gutes Thema..

    Ich finde es richtig, dass dieses "Problem" immer mehr thematisiert wird. Die erotische Reizüberflutung im Internet und generell in den Medien stellt ein ernstzunehmendes Dilemma dar. Viele Männer verlieren dadurch den Bezug zu Frauen und träumen von perfekt-proportionierten Frauen, deren maßlose "Versautheit" ihresgleichen sucht. Der wesentliche Blick auf andere Werte wird hierbei leider sehr getrübt. Dies schreibe ich übrigens nicht als außenstehender Gesellschaftskritiker, sondern aus der Sicht eines betroffenen "Don John". Trotz glücklicher Ehe erkenne ich bei mir sehr ähnliche Tendenzen.
  2. #2

    Ich weiß nicht, ob man das Thema nicht etwas zu hoch hängt. Masturbiert wurde immer. Was früher ein Wandgemälde war, ist heute halt das Internet. Vielleicht hat sich das Verhältnis aus Kopfkino / explizite Darstellung etwas geändert, aber ob der durchschnittliche Jugendliche / Mann heute mehr masturbiert als in den 50er Jahren (oder 50 a.D.) wage ich zu bezweifeln. Wenn dem Ganzen jedoch wie im Beispiel des Films eine "lebensbeherrschende" Stellung zukommt, ist es natürlich ganz sinnvoll etwas dagegen zu tun - aber das sollte man bei allen Dingen tun, deren Wichtigkeit über das normale Maß heraus anwächst. Sei es Masturbieren, Essen, Shoppen oder Arbeiten.
  3. #3

    hinderliche Träume

    Zitat von kai-ser210 Beitrag anzeigen
    Ich finde es richtig, dass dieses "Problem" immer mehr thematisiert wird. Die erotische Reizüberflutung im Internet und generell in den Medien stellt ein ernstzunehmendes Dilemma dar. Viele Männer verlieren dadurch den Bezug zu Frauen und träumen von perfekt-proportionierten Frauen, deren maßlose "Versautheit" ihresgleichen sucht.
    Das "Problem" hat jedoch auch noch eine weitere Seite, die in diesem Film ja offenbar auch gezeigt wird. Nämlich bei Frauen die hyper-Idealisierung von Männern zu mega-romantischen Womanizern. (Rosamunde lässt grüßen...) Das ist das traurige Pendant zur perfekt geformten Traumfrau.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ist Internet-Sex der bessere Sex? Auf keinen Fall, sagt US-Schauspieler und Regie-Debütant Joseph Gordon-Levitt in seinem Berlinale-Beitrag "Don Jon's Addiction", der von einem pornosüchtigen Don Juan handelt. Eine böse Komödie über eine Welt, in der wir alle nur Objekte sind.

    Berlinale-Film "Don Jon's Addiction": Don Juan, der Pornosüchtige - SPIEGEL ONLINE
    Reiht sich nahtlos in die Anti-Sex Welle aus den USA ein, die inzwischen auch längst zu uns rübergeschwappt ist. Pornosucht ist doch nur ein neues Modethema. Hat sich doch auch an dem lächerlichen Porno-Sucht-Outing dieses Wie-heißt-er-gleich-noch im Dschungelcamp.

    Auch wenn das in dem Film vielleicht anders gemeint ist ("Kapitalismuskritik") wirds höchstens mal wieder in zunehmender Lustfeindlichkeit und Verboten enden.
  5. #5

    Gutes Thema, einigen vl. gar nicht bewusst

    Pornos sind ein Problem, wenn Jugendliche sie sehen. Denn sie haben mit echtem Sex wenig zu tun. Jungs und Mädchen -besonders wenn sie noch keinen Sex hatten- bekommen da eine völlig falsche Vorstellung und Sex wird zum Hochleistungssport. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Pornos süchtig machen können.

    Genauso können sich Mädchen nicht als hilfsbedürftige Prinzessin sehen bzw. Jungs sich nicht als Ritter. Das ist einfach nicht die Realität und auch gar nicht wünschenswert.
  6. #6

    Das Land wo Milch und Xanax fließen...

    Eins vorneweg: Der Film hört sich gut an, die Thematik scheint relativ neu und, dem Artikel nach, ohne den sonst üblichen erhobenen moralischen Zeigefinger präsentiert. Soweit alles gut. Problematisch finde ich jedoch den, auch hier im Forum vertretenen, Gedankenaufbau von Porno-"Sucht" und deren, meist jugendlichen, weil so noch viel schlimmeren, "Opfern". Das bei diesen ein bis zu einem gewissen Grad pathologisches Verhalten vorliegt, das unter anderem auch therapeutische Hilfe rechtfertigen kann, will ich nicht bestreiten. Aber (siehe Spiegel-Titel zum neuen diagnostischen Manual, Nr. 4/2013) in den letzten Jahren hat sich die Tendenz herausgebildet, jede Art von Charakterschwäche oder mangelnder Selbstdisziplin zum Krankheitsbild zu erheben. Deshalb freut sich der soziale Betreuungs-Apparat jetzt auch über solch bemitleidenswerte Neuzugänge wie Internet-, Videospiel-, Porno-, Fress-, und sontigen "Süchtigen". Wo soll das bitte aufhören? Wenn wir den Menschen vollständig von jeder persönlichen Verantwortung befreit haben? Wenn wir alle, einschließlich der Sozialarbeiter selbst, psychisch krank und in Therapie sind? Bin ich selbst schon freizeitsüchtig, weil ich meist lieber zuhause bleiben würde, als auf die Arbeit zugehen? Weil ich, nach ein paar Tagen ohne Freizeit, sogar körperliche Entzugssymptome durchleide? Vor 10 Jahren war noch jeder Zappelphillip potenziell hochbegabt, heute ist fast die ganze Brut therapiebedürftig, weil sie Leistungsdruck/Mobbing/Alltagssexismus/Hier-beliebiges-aktuelles-Aufregewort-einsetzen durch Fast-Food-Orgien, die Sünde des Onan, etc. kompensieren muss. Sprich, jedes dieser "Fehlverhalten" ist kein Problem an sich, das man, etwa durch Maßnahmen des häuslichen Erziehungsproviders, direkt angehen könnte, sondern bloß noch Symptom einer psychischen Erkrankung, zur Not eben einer Sucht, wenn sonst gar nichts mehr passen will.
    Und so wursteln wir weiter, im Land der Bekloppten und Bescheuerten, wo bald keiner mehr für irgendwas Verantwortung trägt, weil wir über kurz oder lang alle als Kaputte eingestuft werden. Okay, irgendwo hat die Masche so betrachtet doch ihren Reiz...
  7. #7

    Zitat von kai-ser210 Beitrag anzeigen
    Ich finde es richtig, dass dieses "Problem" immer mehr thematisiert wird. Die erotische Reizüberflutung im Internet und generell in den Medien stellt ein ernstzunehmendes Dilemma dar. Viele Männer verlieren dadurch den Bezug zu Frauen und träumen von perfekt-proportionierten Frauen, deren maßlose "Versautheit" ihresgleichen sucht. Der wesentliche Blick auf andere Werte wird hierbei leider sehr getrübt. Dies schreibe ich übrigens nicht als außenstehender Gesellschaftskritiker, sondern aus der Sicht eines betroffenen "Don John". Trotz glücklicher Ehe erkenne ich bei mir sehr ähnliche Tendenzen.
    ziemlich einseitig, Ihr kommentar, wo bleibt die gegenposition aus dem film, also die, der frau? erst am freitag habe ich dieses thema mit einem mädel angeschnitten. mag ja sein, dass extrem viele männer sich in pornos flüchten, aber doch auch deswegen, weil frauen oft ein bescheuertes idealbild von beziehung haben, das eindeutig von diesen schnulzenfilmen/-magazinen/-romanen usw. inspiriert ist. die frauen gehen ja nicht einmal mehr auf einen mann ein, mit dem sie eine perfekte ebene haben, weil ihnen da irgendwelche dümmlichen "märchenprinz-gefühle" fehlen. ich will mal stark anzweifeln, dass in der näheren oder weiteren vergangeheit alle beziehungen mit einem bombastischen gefühl der liebe begann, das nie wieder abebbte. aber genau das ist es, was ich immer und immer wieder überall zu sehen und hören kriege.
  8. #8

    Ja ja die Liebe ist eine Himmelsmacht

    Daß Pornographie nichts mit Sex zu tun hat und Sex nichts mit dem edlen Ritter, der sein ganzes Habe und Können der edlen Prinzessin zu Füßen legt, hätte eigentlich schon bekannt sein können. Bei Mann werden lediglich die gleichen Hormone und Gerätschaften genutzt.

    Das Problem für Männer ist die überbordende Intensität des sexuellen Hormoncocktails in jungen Jahren, die weder junge noch ältere Frauen zu befriedigen Lust hätten. Zum Abwürgen der Lästigkeit kann man arbeiten, schreiben, sich sportlich betätigen. Aber auch das hat Grenzen. Der Trieb dient zwar dem Weibe, aber die bedient sich seiner nur. Ein hübscher Orgasmus im Weibe ist eben unvergleichlich und macht das Männchen handzahm, und ist nur ab und an vonnöten. Die Frau beherrscht den Schniedelwutz.

    Mit oder ohne Frau wird das Abreagierungsvermögen genutzt, um der inneren Unruhe und Energie Herr zu werden, und älter geworden muß es auch die Sehnsucht nach dem weiblichen Paradiese ersetzen, dessen maßlose Gier nach Sex bereits früh zu verkümmern pflegt. Gesünder als Alkohol ist es zweifelsfrei, die Bordinstrumente zu benutzen, um sich herunterzuregeln, und es erweist sich durchaus als sinnvoll, wenn man nicht im Übermaß der prüden Schamhaftigkeit gefrönt hat. Übung macht eben den Meister. Wobei man durchaus anmerken darf, daß die Phantasie sich weit ergebnisorientierter erweist als die Pornographie, die recht offensichtlich von total verklemmten prüden puritanischen Puristen (PPP) produziert wird.

    Fachleute wie Ärzte etwa empfehlen übrigens die Bisexualität. Gerade die Begierde nach männlicher Zärtlichkeit muß wohl schon in früher Jugend geübt werden, damit man die Gewohnheit nach dem Klimakterium frohgemut wieder aufnehmen kann. Wer immer von zartfühlenden Feen verwöhnt wurde kann dies schwer entbehren, und empfindet Männer als regelrecht abstoßend. Und damit hat er eine Glücksvariante weniger.

    Aber mal zurück zu den Hochleistungsmasturbatoren und ihrem segensreichen Tun. Natürlich können sie sich damit der Macht der Frauen teilweise entziehen. Wurde übrigens auch schon immer gemacht. Heute lassen sich die Jungs nicht mehr so rasant unterbügeln, allein wegen der zerstörerischen Unterhaltspflichten. Die Liebe wird zum Kampf der Frustrierten gegeneinander. Das gab es schon bei Kafka, hundert Jährchen her.
  9. #9

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Wer immer von zartfühlenden Feen verwöhnt wurde kann dies schwer entbehren, und empfindet Männer als regelrecht abstoßend. Und damit hat er eine Glücksvariante weniger.
    immer wenn man meint, es kommt nichts abstruseres, kommt es doch - bisexualität?? das soll nun die lösung für pornosucht und überdrehte romanzen-fantasien sein? wieso nicht koprophilie oder sodomie?