Gergiev und Wagner: Reitet 'ne Walküre auf der Newa

AFPEine tolle "Walküre" im Wagner-Jahr: Die neue Einspielung des ersten "Ring"-Tages stürmt von Beginn an los. Valery Gergiev und sein Mariinsky Orchester brillieren mit Effekten. München darf sich auf diesen Mann freuen.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/r...-a-881824.html
  1. #1

    Freuen Sie sich nicht zu früh!

    Gergiev ist zweifelsohne im russischen Repertoire unschlagbar. Selten habe ich eine so überzeugende Wiedergabe der Pathétique gehört, auch gelingen ihm Schostakowitsch und Prokofieff meisterhaft. Aber den richtigen Zugang zum deutschen Fach hat er zumindest in seiner Londoner Amtszeit nie gefunden. Sein Mahler-Zyklus war eine Aneinandereihung von orchestralen Effekten, ohne Tiefgang, ohne emotionale Auseinandersetzung. Die Brahms-Sinfonien hat er im vergangenen Herbst heruntergespült, ohne zu ahnen, was hinter den Noten steckt. Mozart, Schubert und Schumann hat er links liegengelassen, Beethoven - zum Glück - fast vollständig ausgeklammert. Mag sein, dass er jetzt gezwungen wird, in München neue Pfade zu betreten, aber ein echtes Gefühl für die deutsche Musik geht ihm ab.
  2. #2

    Schaumermal...

    ... ob Gergiev der Gardiola der Münchner Philharmoniker wird. Da bin ich als langjähriger Abonnent noch etwas skeptisch. Zum einen hatten wir mit James Levine schon einen Tausendsassa, der mit seinen vielen Jobs überfordert war. Zum anderen muss Gergiev die drei großen B (Beethoven, Brahms, Bruckner) in München makellos präsentieren. Dazu kommen Schumann und Strauss. Es ist nicht so einfach, einem Thielemann und einem Maazel nachzufolgen...
  3. #3

    optional

    Gergiev ist ohne Frage ein genialer Dirigent. Allerdings habe ich bzgl. seines Engagements in München dennoch so ein paar Bedenken. Wenn ich da z.B. lese, dass er sich verpflichtete ganze 11 Wochen im Jahr in München zu sein, nebenher noch mindestens ein anderes Orchester leiten und darüberhinaus auch noch bei diversen Einzelveranstaltungen tätig sein wird.....da frage ich mich schon wieviel seiner Fähigkeiten da wirklich noch für München abfallen werden.

    Für mich klingt das wieder eher so als würde man den weniger gut bezahlten Dirigenten die gesamte Arbeit bei den Proben überlassen und der Herr Stardirigent fliegt dann gerade mal für die Generalprobe und das Konzert ein.
  4. #4

    Der erste Tag

    des Zyklus ist bei mir -- und bei Wagner immer noch "Das Rheingold", liebe Spiegel Redaktion
  5. #5

    "Das Rheingold"...

    ...ist der "Vorabend". "Die Walküre" ist der erste Tag.
  6. #6

    Ja klar

    Zitat von radiologe Beitrag anzeigen
    des Zyklus ist bei mir -- und bei Wagner immer noch "Das Rheingold", liebe Spiegel Redaktion
    Ich sag' ja immer, Ärzte muss man meiden. Mit großer Klappe Unwahrheiten verkünden.

    Die Walküre IST der erste Tag des Ring. Das Rheingold ist der Vorabend.