Frauen an der Uni: Die Professorin, das unbekannte Wesen

DPAHeißt es Frau Professor oder Frau Professorin? Und warum kichern manche beim Wort Doktormutter? Weil Professorinnen in der Öffentlichkeit kaum vorkommen, in Zeitungen nicht, auch nicht in Büchern und im Kino. Mehr Zeit und Mühe tut Not - mit oder ohne Quote.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-880133.html
  1. #1

    Und schon sind wir beim Kern der Sache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Denn sie etablieren sich nicht entsprechend der Promotions- und Habilitationsraten. Meist verlassen Frauen die Uni, weil befristete Arbeitsverträge in der Familiengründungsphase äußerst unattraktiv sind.
    Wieso? Genauer gesagt, wieso sollen die für Frauen unattraktiver sein als für Männer?

    Die Uni erwartet von ihren Leuten, dass sie sich in den Job reinknien. Wer das als Nebenbeschäftigung betrachtet und das Windeln wechseln nicht delegieren will, muß damit leben, von jemandem ausgestochen zu werden, der willens ist, sein Familienleben um die Uni herum zu organisieren.

    Professoren verdienen nicht schlecht, da kann der Mann doch daheimbleiben und sich um das Kind kümmern, oder?
  2. #2

    Das Sein und das Bewusstsein

    Ich stimme der Autorin darin zu, dass Professorinnen in der von ihr definierten Öffentlichkeit, also TV, Zeitungen, Filme und Bücher, kaum vorkommen und es dort kein Vorbild gibt.

    Was die Sprachregelung angeht, so ist Doktormutter vollkommen normal an einer Hochschule wenngleich genauso veraltet wie der Doktorvater. Das sagt man heute nicht mehr. Es wird eher von Professoren oder Betreuern geredet.

    Im Kern denkt die Autorin jedoch, dass das Binnen-I bei StudentInnen oder ProfessorInnen in irgendeiner Weise das Denken und Handeln der Menschen ändern. Das wird von Vertretern dieser Idee immer wieder vorgebracht. Wenn dem so wäre, würde ich dafür plädieren einen solchen Umbau in der Sprache zuzulassen. Aber in Wirklichkeit gibt es keine Belege für die Effektivität dieser Änderung.

    Einzig positiver Effekt, man redet drüber. Dieses Reden mag einen positiven Effekt haben. Allein das Ziel wird auch durch die Ablehnung des Binnen-Is bei vielen Menschen negativ konnotiert. Somit könnte in der Summe das Binnen-I sogar schädlich sein. Dazu gibt es jedoch auch keine Belege.

    Da Menschen in der Regel zu Vokabeln jene Bilder im Kopf haben, welche die Realität produziert, ist so eine Sprachumstellung nicht notwendig. Die Briten und US-Amerikaner sind uns ja bekanntlich voraus und das ohne eine flächiges Binnen-I-Äquivalent oder die dauernde Dopplung. Sie haben die Bedingungen geändert und somit die Realität geändert und das hat die Bedeutung in den Köpfen geändert.

    BTW: Professor ist einerseits Titel und andererseits die Grundform einer Berufsbezeichnung. Somit heißt es Frau Professor oder Professorin. Das wäre klarer wenn bei uns Titel nicht immer gleich männlich wären. Aber der Stuhl ist ja auch männlich. zudem ist die Verteilung der Artikel im Deutschen ja auch recht zufällig angelegt. So gibt es das Fenster, das Haus, aber eben die Tür, der Keller ist unten männlich während Stockwerke und Geschosse weiter oben wieder neutrum sind. Der Dekoschal ist zwar funktional verwandt mit der Gardine. Letztere ist aber wieder weiblich.
  3. #3

    Ist dieser Satz....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen

    ..(sinngemäß?)...ein Umstellen der Sprache wird eine Änderung des Handelns nach sich ziehen..."

    eigentlich nicht schon sehr entlarvend?

    MfG
    FT
  4. #4

    Doktorinmutter

    Wenn schon, denn schon.
  5. #5

    Zitat von johnbatz Beitrag anzeigen
    Wenn schon, denn schon.
    DoktorMUTTER impliziert die Weiblichkeit genauso FRAU Professor. Jetzt noch eine Weiblichkeitsform reinzubringen, führt das Konstrukt nah an den Pleonasmus.

    Was das Binnen-I angeht: Es existieren in der deutschen Sprache keine Großbuchstaben im Wortinnern. Damit ist die Diskussion doch eigentlich erledigt. Wem das als Contra-Argument nicht reicht, sollte sich klar machen, dass durch das große I keine "Sprachgerechtigkeit" (was ist das eigentlich?) erreicht wird, das Gegenteil ist der Fall. Das Binnen-I wird als weibliche Form wahrgenommen.
  6. #6

    Hilfe!!! Sexismus!!!

    Zitat von Mastermason Beitrag anzeigen
    [...] "Sprachgerechtigkeit" [...]
    Das Wort ist ja weiblich! Also jetzt fühle ich mich als Mann total vernachlässigt und brauch erstmal ein halbes Jahr Therapie und 2 Gesetzesänderungen (sorry -änderungInnen).

    Und es heißt die SprachgerechtigkeitEr. Mit großem E.
  7. #7

    Zitat von Mastermason Beitrag anzeigen
    DoktorMUTTER impliziert die Weiblichkeit genauso FRAU Professor. Jetzt noch eine Weiblichkeitsform reinzubringen, führt das Konstrukt nah an den Pleonasmus.
    ...
    Wenn sie (die Professorin resp. Frau Professor) weibliche Doktoranden betreut, schon.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch heute noch sind viele Männer an der Uni verunsichert, dass sie nicht mehr unter sich sind, das lässt sich täglich beobachten. Im Extremfall erwarten sie entweder ein besonders integratives, harmonieorientiertes Verhalten von Frauen, oder sie vergessen sich und ihre guten Manieren und sprechen auf Bolzplatzniveau.Professorinnen in der Wissenschaft: Es mangelt an Vorbildern - SPIEGEL ONLINE
    Oh bitte, dass ist doch Unsinn. Wie kommen Sie zu derartigen Behauptungen? Wenn ein Mann eine derart verallgemeinernde, sexistische Aussage von sich gibt, ist er ein chauvinistisches Schwein. Aber Frauen dürfen sowas offenbar ungestrtaft sagen und sogar in Artikel schreiben, denn die sind ja Opfer - immer.

    Alle sind Schuld, die Männer, die Gesellschaft, nur die Frauen selbst nicht. Gleichberechtigung bedeuteet gleiches Recht für alle, nicht erzwungene 50/50 Verhältnisse in allen Bereichen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Quote bedeutet, Entwicklungsziele in Lehre und Forschung gemeinsam verbindlich zu formulieren.
    Nein, Quote bedeutet, andere Kriterien als nur die Qualifikation bei der Auswahl eines Bewerbers/ einer Bewerberin zu betrachten. Und das ist Wahnsinn. Speziell Geschlecht sollte hier überhaupt keine Rolle spielen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, die Kriterien für eine Berufung möglichst transparent und nachvollziehbar zu machen?
    Es ist kein Problem und die Kriterien sind transparent: QUALIFIKATION


    Ich habe keine Ahnung, warum so wenig Frauen an den naturwissenschaftilchen Fakuläten herumlaufen (trotz Frauenförderung). Ich weiß nur, an Männern oder einer unfairen Behandlung durch Uni oder Gesellschaft liegt es mit Sicherheit nicht. Schließlich ist die Situation an manchen geisteswissenschaftilichen Fakultäten fast umgekehrt. Wo ist da die Männerförderung? Damit es auch zukünftig noch männliche Pädagogen gibt? Aber das ist natürlich kein Thema, denn wir sind ja nicht Opfer..
  9. #9

    Sprache könnte so schön sein

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Das Wort ist ja weiblich! Also jetzt fühle ich mich als Mann total vernachlässigt und brauch erstmal ein halbes Jahr Therapie und 2 Gesetzesänderungen (sorry -änderungInnen).

    Und es heißt die SprachgerechtigkeitEr. Mit großem E.
    Jawoll, SIe haben Recht: Ich bin ein/e haltlose_r SexistIn.