Tony Judts Vermächtnis: Offene Grenzen gibt es nur im Kopf

DPADiskussionen über Marxismus, jüdische Identität und darüber, welche faschistischen Intellektuellen es zu lesen lohnt: Mit dem Gesprächsbuch "Nachdenken über das 20. Jahrhundert" hat der Historiker Timothy Snyder seinem todkranken Kollegen Tony Judt ein letztes, brillantes Werk abgerungen.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-880236.html
  1. #1

    Weiss jemand, ob es dieses Buch in dt. Übersetzung gibt?
  2. #2

    Sind bibliografische Angaben wirklich zuviel verlangt?

    Wenn's schon kein Amazon-Partnerprogramm-Link ist?
  3. #3

    stehend griff er..

    nach dem Stehgreif. HÄ?? Hallo Kulturjournalisten: etwas Bildung tut nicht weh, STEGREIF - verdammt!! - heißt das Ding!!!
  4. #4

    Ja

    Zitat von gutleut Beitrag anzeigen
    Weiss jemand, ob es dieses Buch in dt. Übersetzung gibt?
    Es heißt "Nachdenken über das 20. Jahrhundert" und ist im Hanser Verlag Ende Januar erschienen (Autoren: Judt, Snyder).
  5. #5

    Deutsche Übersetzung?

    Zitat von gutleut Beitrag anzeigen
    Weiss jemand, ob es dieses Buch in dt. Übersetzung gibt?
    Vermutlich ja - aus dem Artikel: "Snyder, der Judt in der deutschen Übersetzung duzen darf"...
  6. #6

    Oral History ist nicht immer das Beste

    Über den im August 2010 verstorbenen Tony Judt möchte ich noch diese Sätze von Franziska Augstein beisteuern:

    "Einige Arbeitsausflüge in israelische Kibbuzim belehrten ihn allmählich eines Besseren: 'Ungelernte physische Arbeit hat nichts Nobles an sich', diktierte er auf seinem Krankenbett, 'sie ist hart, dreckig und fast immer unbefriedigend.'

    Und noch etwas fiel ihm damals auf: Nach dem Sechs-Tage-Krieg herrschte eine triumphalistische Stimmung: 'Die Bedenkenlosigkeit', mit der die Israelis 'die kommende Besatzung und Herrschaft über arabisches Land' begrüßten, 'machte mir sogar Angst.'

    Jahrzehnte später, 2003, argumentierte er, dass die Juden sich mit den Palästinensern in einem Staat einrichten müssten, dass Israel darauf verzichten müsse, sich als jüdischer Staat zu definieren. Die Feindschaft, die ihm daraufhin selbst von liberalen amerikanischen Juden entgegenschlug, hat er ertragen, ohne zurückzupolemisieren."

    Diese Feindschaft wurde ihm auch von den deutschen Juden nicht vorenthalten.
  7. #7

    Der dritte Teil der Vermächtnis-Trilogie

    Hier meine Rezension der letzten Bücher Tony Judts:

    http://imgegenlicht.wordpress.com/2012/11/07/die-vermachtnis-trilogie-des-tony-judt/
  8. #8

    Jungs unter sich

    Was gegen das 18. Jhd spricht? In Zentraleuropa und USA gab es Sklaverei; Leibeigenschaft; Frauen ohne Bürgerrecht; Kindersterblichkeit in astronom. Höhen; Kinderarbeit; eine immens große Schere zwischen Adel und Arbeitern; keine Herdprämie, sondern Herdgebot; aber jede Menge fabelhafte Denker... Ach so.
    Dann ist es vielleich unbedingt lesenswert, wie sich das Au-pair räkelt? Ist das dann auch Hegel? Die Wissensgeschichte weiß schon längst, dass die Hoch-Zeit des Typus "Intellektueller" um 1900 war. Perdu.
  9. #9

    Die hohe Kunst des Verstehens!

    "...muss man "Nachdenken über das 20. Jahrhundert" dennoch einen Vorwurf machen: Das permanente Hin und Her zwischen den Erzählformen und Stimmungen, zwischen historischem und autobiografischem Monolog, nervt....."

    Herr Piegsa, Sie schreiben am Anfang doch selbst:
    "...Dieser Anspruch und die besonderen Entstehungsumstände erklären die ungewöhnliche Form von "Nachdenken über das 20. Jahrhundert". Das gemeinsame Buch der beiden Historiker Tony Judt und Timothy Snyder ist zu einem Drittel eine Autobiografie und zu zwei Dritteln ein Interviewbuch......"

    Stimmungswechsel und der Drang die Dinge jeden Tag, jede Stunde auf andere Weise zu beleuchten sind intelligenten Menschen die die Endlichkeit vor Augen haben sehr oft eigens.
    Somit lässt sich auch der ständige Wechsel verstehen. Sicher ist diese Form nichts um das Buch mal eben so zwischendurch oder nebenher zu lesen. Aber, liegt nicht gerade darin das Besondere? Wird man nicht gerade dadurch angeregt sehr bewusst zu lesen und mitzudenken?
    #Nachgedacht