Überlastung im Job: "Dann wird die ganze Abteilung depressiv"

DAK / WiggerGestresste Mitarbeiter werden nicht nur selbst unglücklich, sie ziehen auch die Kollegen runter. Die Trainerin Sylvia Wellensiek will deshalb der gesamten Firma aus der Frustspirale helfen - entscheidend ist dabei das Verhalten der Führungskräfte. Sogar das Kanzleramt hat schon ihren Rat gesucht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-881574.html
  1. #1

    Danke

    endlich mal eine realistische beschreibung der zustände in vielen unternehmen. leider ist die gängige lösung aber immer noch, einzelne dann zur kündigung zu drängen und/oder in die arbeitsunfähigkeit zu mobben -- der mensch als wegwerfware: was frisches, billiges gibt es doch überall. der in dem interview aufgezeigte ansatz, die ganze firma zu betrachten, ist großartig. leider gibt es kaum chefs mit einem solchen horizont. da ist es dann immer noch der einzelne schuld, und man wundert sich maximal über die hohe verschleißrate bzw. "fluktuation".
  2. #2

    Weicheier !?

    Meine Großeltern hatten 9 Kinder. Mein Großvater arbeitete tagsüber unter Tage und "Nebenberuflich" Landwirtschaft. Kühe, Gänse, Schweine, Hühner und etliche Äcker. Aufstehen morgens um 4.30 Uhr und die letzte Arbeit des Tages endete so gegen 22.oo Uhr. Die beiden hatten keine Zeit um über sogenannte "Burnouts" nachzudenken. Die Belastbarkeit des Menschen sinkt scheinbar, mit der Zunahme an Annehmlichkeiten (Supermarkt, Fernseher, Auto, Urlaub, Computer etc.)
  3. #3

    Voll depri in Berlin ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gestresste Mitarbeiter werden nicht nur selbst unglücklich, sie ziehen auch die Kollegen runter. .... Sogar das Kanzleramt hat schon ihren Rat gesucht.
    Sogar das Kanzleramt? Na ja, wie heißt es noch so schön ... der Fisch stinkt immer vom Kopf.
  4. #4

    Tja ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dabei geht es zunächst um Dinge wie Essen, Schlaf, Bewegung und Regeneration. Einfach eigentlich, aber oft noch nicht selbstverständlich.
    Überlastung im Job: Interview mit Trainerin Sylvia Kéré-Wellensiek - SPIEGEL ONLINE

    und wenn man auf sich achtet und ergo extrem Stressresistent ist (ich kenne Stress am Arbeitsplatz de facto nicht!) und deshalb auf eine gute Work-Life-Balance achtet ist das auch keinem Recht.
    Aber Vorsicht ich spreche nicht von Überstunden. Die leiste ich auch ab.
    Ich meine das man berufliches und privates trennt! Die Firmen und Vorgesetzten arbeiten aber dagegen an. Firmenevents wie Partys, kurze Dienstreise als angebliche Goodies (obwohl ich Innendienst bin) und Teambuilding (und ähnliches) führen zu Druck. Entziehe ich mich dem bin ich nicht teamfähig und identifiziere mich nicht mit dem dem AG. Dabei bin ich dafür seit bald 20 Jahren weniger als einen Fehltag pro Jahr und bin wirklich gesund.
    Aber um meine Akkus aufzuladen brauche ich mein Privatleben und das wird immer weniger akzeptiert. Nur das hat mich auch eine Stelle gekostet.
  5. #5

    Tja die hatten nocht echt

    .
    etwas vom Leben, malochen von der Wiege bis zur Bahre, was kann es Schöneres für einen deutschen Menschen geben. Und dass die keine Zeit zum denken hatten ist freilich auch in Ordnung. Das soll man ohenhin den Pferden überlassen, weil die einen viel größeren Kopf haben.


    Zitat von alyeska Beitrag anzeigen
    Meine Großeltern hatten 9 Kinder. Mein Großvater arbeitete tagsüber unter Tage und "Nebenberuflich" Landwirtschaft. Kühe, Gänse, Schweine, Hühner und etliche Äcker. Aufstehen morgens um 4.30 Uhr und die letzte Arbeit des Tages endete so gegen 22.oo Uhr. Die beiden hatten keine Zeit um über sogenannte "Burnouts" nachzudenken. Die Belastbarkeit des Menschen sinkt scheinbar, mit der Zunahme an Annehmlichkeiten (Supermarkt, Fernseher, Auto, Urlaub, Computer etc.)
  6. #6

    Ein Grund mehr...

    ... um endlich das bedingungslose Grundeinkommen umzusetzen. Daß der Mensch als human resource mißbraucht wird würde sich damit erledigen. Alle Folgeerscheinungen damit auch, jedoch wäre keiner mehr von Existenznot betroffen. Und wer jetzt wieder damit argumentiert, wie das zu finanzieren wäre mag sich den Satz einprägen: "Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe." Warum mancher sich lieber zu Tode arbeitet oder es akzeptabel findet, daß andere das doch tun sollen, möge doch einmal über sein Menschenbild reflektieren. Der nächste Schritt könnte sein, sich zu überlegen was man selbst täte gebe es das bedingunslose Grundeinkommen. Selbstwert definiert sich schon lange nicht mehr über Arbeit.
  7. #7

    Zitat von alyeska Beitrag anzeigen
    Meine Großeltern hatten 9 Kinder. Mein Großvater arbeitete tagsüber unter Tage und "Nebenberuflich" Landwirtschaft. Kühe, Gänse, Schweine, Hühner und etliche Äcker. Aufstehen morgens um 4.30 Uhr und die letzte Arbeit des Tages endete so gegen 22.oo Uhr. Die beiden hatten keine Zeit um über sogenannte "Burnouts" nachzudenken. Die Belastbarkeit des Menschen sinkt scheinbar, mit der Zunahme an Annehmlichkeiten (Supermarkt, Fernseher, Auto, Urlaub, Computer etc.)
    Klingt fast so, als wär das etwas besonderes. So etwas gibt es sicher heutzutage auch noch. Insofern schmälert das ihre Grundaussage, dass "der Mensch" heutzutage vermeintlich belastungsunfähiger wird.
  8. #8

    "Natürliche Rückmeldung"

    Zitat von alyeska Beitrag anzeigen
    Meine Großeltern hatten 9 Kinder. Mein Großvater arbeitete tagsüber unter Tage und "Nebenberuflich" Landwirtschaft. Kühe, Gänse, Schweine, Hühner und etliche Äcker. Aufstehen morgens um 4.30 Uhr und die letzte Arbeit des Tages endete so gegen 22.oo Uhr. Die beiden hatten keine Zeit um über sogenannte "Burnouts" nachzudenken. Die Belastbarkeit des Menschen sinkt scheinbar, mit der Zunahme an Annehmlichkeiten (Supermarkt, Fernseher, Auto, Urlaub, Computer etc.)
    Mit "Weicheiertum" und zu viel Annehmlichkeiten haben die Burnoutprobleme, denke ich, gar nichts zu tun, und Ihr Beitrag zeigt auch, warum: Ihre Großeltern hatten einen Hof mit vielen Tieren und viel Abwechslung. Sie waren oft an der frischen Luft und haben immer gesehen, was ihre Arbeit bringt. Gerade Tiere geben sehr viel "Natürliche Rückmeldung". Wenn man etwas zurückbekommt, kann man auch viel arbeiten, ohne dabei kaputtzugehen - wenn man es nicht so weit treibt, dass man sich sozial isoliert oder vor Erschöpfung umfällt. In der Welt der geistigen Arbeit ist die Rückmeldung nicht so offensichtlich und leicht zu bekommen. Wenn der Chef meint, nicht "Danke" sagen zu müssen und alles selbstverständlich nimmt - leider offenbar nicht selten - ist das ein riesiger Frustrationsfaktor, und wenn man frustriert ist, wird alles schwer und langsam, erst recht, wenn die Arbeit eintönig ist. - Ich glaube, das Burnoutproblem hat viel mit der Anpassung an eine bestimmte Arbeitsweise zu tun, die früher einfach nicht so verbreitet war.
  9. #9

    @strixaluco...

    meiner Meinung sehr gut beschrieben an was es im Gegensatz zu früher mangelt. Heute gibt es fast keine körperliche Bewegung aber es wird zu 120 % geistige Flexibilität gefordert.
    Das geht nicht gut und überfordert auf Dauer alle.
    Es gibt zwar zarte Andeutungen das die Jugend diesen Irrsinn nicht mehr so ganz machen will, aber im Moment ist das einfach noch der Arbeitsalltag. Die Rechnung zahlt jeder und auch der Staat....