Cyber-Mobbing: Der Stalker und die Bloggerin

Ein aktueller Fall macht das Problem des Cyber-Stalkings nachvollziehbar. Eine Bloggerin wurde über Jahre belästigt, beleidigt und bedroht. Die Justiz half ihr nicht, sondern riet stattdessen zum Schließen des eigenen Blogs. Ohne Verständnis fürs Internet sind solche Fälle nicht zu lösen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-881537.html
  1. #1

    stimmt wohl

    Welche Massnahmen schlagen Sie vor?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein aktueller Fall macht das Problem des Cyber-Stalkings nachvollziehbar. Eine Bloggerin wurde über Jahre belästigt, beleidigt und bedroht. Die Justiz half ihr nicht, sondern riet stattdessen zum Schließen des eigenen Blogs. Ohne Verständnis fürs Internet sind solche Fälle nicht zu lösen.

    Sascha Lobo: Gegen Cyber-Stalking hilft nur Gespür fürs Internet - SPIEGEL ONLINE
    Verschwörung:
    Es gibt bis heute keine harten Gesetze gegen Stalker, weil die Geheimdienste in der EU, insbesondere Deutschland, ansonsten sich der Gefahr ausgeliefert hätten, dass sich die vermeintlichen Stalker (=V-Leute) in die Mühlen der Justiz kommen.

    Grundsätzlich ist es für Geheimdienste auch hochinteressant, wie man Menschen, Ihre Familien und das Umfeld mit psychischen Terror (Stalking) zerstören kann.
    So sind die normalen Fälle (z.B. die Bloggerin) ein Kollateralschaden, wie vermutlich rund 98% der Stalking-Fälle. Wenn aber jemand politisch sich unbeliebt macht, sind die Stalking-Taktiken ein hervorragendes Mittel, jemanden mundtot zu machen und auch psychisch zu zerstören.

    ---
    Ist das jetzt eine Verschwörung ?

    Bitte nur ernstgemeinte Antworten in diesem Forum posten. Danke !

    PS: Die Gerichtsurteile dienen dem Täterschutz:
    Falsche Todesanzeige: Stalking-Opfer: Ich habe nach dem Urteil viel geweint - München - Abendzeitung München

    Der Täter bekommt eine fürsorgliche Therapie, aber auf keinen Fall z.B. eine Haftstrafe, eine soziale Arbeit (4 Wochen lang den Gehsteig kehren),... etc..
  3. #3

    wieso Justiz?

    Ich sehe es eher so, dass zunächst eine ethische Grundlage geschaffen und diese in einer netzfähigen Art und Weise eingefordert werden muss. Also im genannten Falle durch andere Blog-Leser. Die Gemeinschaft muss sich auf eine Umgangsform einigen und diese konsequent anwenden. Erst dann kann der Gesetzgeber diese analysieren und angepasste Gesetze beschließen. Die vorhandenen Gesetze taugen eben nicht für solche Vergehen. Denn es ist einem Juristen nicht klar zu vermitteln, dass "auf der Straße von einem Axtmörder bedroht zu werden" gleichzusetzen ist mit "im Blog von einem Axtmörder bedroht zu werden". Gesetze, die vorgreifen, werden von Menschen immer als Bevormundung betrachtet.
  4. #4

    Ab wann bin ich ein "Stalker"?

    Angenommen, die Kolumnen und sonstigen Äußerungen des Herrn Sascha Lobo gingen mir auf den Keks, was sollte ich dann tun?
    Artikel von ihm ignorieren? Oder die von ihm angebotene Kommentarfunktion nutzen und ihm meine Meinung geigen?
    Ab wann wäre das "Stalking" und bis wann mein gutes Recht auf freie Meinungsäußerung?
  5. #5

    Kleine Frage

    Kleine Frage, Herr Lobo:
    War die Bloggerin dem Stalker nur über ihre Blog-Identität bekannt - oder auch mit Namen und vor allem auch Adresse (z.B. weil als Domaininhaber registriert und für jedermann einsehbar)?

    In letzterem Fall ist die Bedrohung natürlich sehr ernst zu nehmen, und die Lässigkeit von Polizei und Justiz entsprechend fragwürdig.
    Aber in ersterem Fall wäre die Sache ganz anders zu bewerten.
    Darüber kann man gern diskutieren - und da würde man vom dem Blogger Lobo auch gern seine Haltung erfahren.
    Aber so bleibt der ganze Fall sehr dünn.
  6. #6

    Zitat von Erbsenior Beitrag anzeigen
    Angenommen, die Kolumnen und sonstigen Äußerungen des Herrn Sascha Lobo gingen mir auf den Keks, was sollte ich dann tun?
    Artikel von ihm ignorieren? Oder die von ihm angebotene Kommentarfunktion nutzen und ihm meine Meinung geigen?
    Ab wann wäre das "Stalking" und bis wann mein gutes Recht auf freie Meinungsäußerung?
    Denken Sie einfach darüber nach, was es im Alltag von Gesicht zu Gesicht wäre - und schon wissen Sie es.
  7. #7

    Zitat von christjans Beitrag anzeigen
    Welche Massnahmen schlagen Sie vor?
    Muss man auch gleich die Lösung aus dem Hut zaubern, nur weil man ein Problem erkannt hat?
  8. #8

    Doppelmoral

    Zitat von postatspiegel Beitrag anzeigen
    Ich sehe es eher so, dass zunächst eine ethische Grundlage geschaffen und diese in einer netzfähigen Art und Weise eingefordert werden muss. Also im genannten Falle durch andere Blog-Leser. Die Gemeinschaft muss sich auf eine Umgangsform einigen und diese konsequent anwenden. Erst dann kann der Gesetzgeber diese analysieren und angepasste Gesetze beschließen. Die vorhandenen Gesetze taugen eben nicht für solche Vergehen. Denn es ist einem Juristen nicht klar zu vermitteln, dass "auf der Straße von einem Axtmörder bedroht zu werden" gleichzusetzen ist mit "im Blog von einem Axtmörder bedroht zu werden". Gesetze, die vorgreifen, werden von Menschen immer als Bevormundung betrachtet.
    Entschuldigen Sie bitte, man muss sich gegen eine aktive Bedrohung mittels Strafanzeige wehren können. Alles andere halte ich für eine Doppelmoral. Es kann nicht angehen, zu sagen, wenn jemand im Internet als A...loch bezeichnet wird schalten wir einfach den PC ab, während der gleiche Begriff einer Politesse gegenüber eine empfindliche Geld- oder Freiheitsstrafe bringt. Und die Gesetze dafür sind schon vorhanden, für Bedrohung und Beleidigung sowie Stalking gibt es Gesetze, also da muss das Rad nicht neu erfunden werden. Da mag es mehr an der Bequemlichkeit von Polizisten liegen, wenn so etwas nicht angegangen wird, bzw. man wird heute noch immer nicht als Polizeibeamter dazu ausgebildet, mit dieser Art Kriminalität umzugehen. Politik und Justiz sind aber ohne Zweifel mitschuldig, wenn tatsächlich etwas passiert, selbst wenn es sich "nur" um Nachahmungstäter handelt, weil eben nichts geahndet wird. Und wenn sie gerade mal nach links schauen: "Fußballskandal: Ermittler fahnden nach Asiens Wettpaten". Wetten, dass die dafür sogar Internet nutzen? Also, geht doch!
  9. #9

    Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld!?

    Im Internet kann sich doch jeder selber durch anonymität schützen. Wenn mich einer mit mails belässtigt, wird er wie spam behandelt,kommt auf den mailfilter und gut ist. Das wäre doch auch anders gar nicht finzierbar, bei den vielen psychisch gestörten. Die Polizei und Gerichte sind doch jetzt schon hoffnungslos überlasstet. Sollen da jetzt noch zig tausende Anzeigen auf die zukommen die dann auch noch kaum aufzuklären sind ? Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld!? Wenn wir wenigstens anständige Strafen verteilen würden, aber wenn so Typen nicht mindestens 5 Jahre hinter schwedische Gardinen kommen, dann lohnt sich das meiner Meinung eh nicht.