Firmen auf Bewerberjagd: Die besten Karriereseiten

CorbisWie ködern Firmen die besten Bewerber? Heute vor allem: Mit einer ausgefuchsten Internetpräsenz. Eine Studie zeigt, wie schwer das ist, neuerdings gehört auch ein Mobilauftritt dazu. Auf den rasanten Wandel reagieren Fresenius, Telekom und ThyssenKrupp am besten.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-881541.html
  1. #1

    Was bringt es, wenn man trotz 100% Eignung dann vergessen wird und auf Nachfrage (nach 2 Monaten) dann eine lieblos formulierte Absage erhält?
    (passiert bei Thyssen Krupp).

    Bei den meisten guten Absolventen ist es so, dass die Firma, die als erstes eine Zusage rausschickt auch genommen wird, und damit die besten Leute erhält. Unternehmensberatungen, aber auch Bosch haben dies gelernt und geben innerhalb 1-2 Wochen Rückmeldung und bei Abnlehnung auf Nachfrage sogar Feedback.
  2. #2

    Von Feedback kann man derzeit nur träumen, in gut 1/3 der Fälle wird nicht einmal mehr eine Eingangsbestätigung formuliert. Oftmals dienen die Online-Portale nur dazu Bewerber abzuschrecken, da man seine Details mühsam in Masken eingeben muss, bei denen die passende Kategorie dann auch noch fehlt.

    Auf Individualität und andere Merkmale wird - trotz Beteuerungen andererseits - sowie kein Wert gelegt. Solche Aussagen und andere wie, dass Exoten geschätzt sollten getrosst vergessen werden, wenn die HR die Hälfte der Kandidaten mit Sortierung nach Nicht-BWL/Jura/Mint und Abitur >2.3 im ersten Gang aussortiert.
  3. #3

    Märchenwelt

    Ja klar, wieder das Mantra von den "besten Bewerbern" und dem "Fachkräftemangel" und der "Jagd auf gute Nachwuchskräfte". Es werden insbesondere bei den hier vorgestellten Unternehmen Bewerber mit schnurgeraden Lebensläufen, hoher Anpassungsfähigkeit und Ja-Sager-Qualitäten gesucht und nicht die Firmen liefern sich irgendwelche Wettbewerbe, sondern die Absolventen untereinander - heute schon in der Grundschule. Mich als Bewerber interessiert auch weder ein Facebook-Auftritt, noch die Mobilseite, sondern einzig und allein ein faires, transparentes Auswahlverfahren mit raschen und nachvollziehbaren Zu- oder Absagen. Gerne auch Bewerbungen in anonymisierter Form, ohne Altersangaben und Foto. Lustig ist ja auch, dass immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter durch Personalmanagementfirmen rekrutieren lassen, welche noch weniger nach tatsächlicher Eignung und Wissenshorizont aussieben. Wie all diese großen Unternehmen zukünftig noch Innovation und Ideen hervorbringen möchten, ist mir bei der Personalauswahl sowieso ein Rätsel.
  4. #4

    Hmmm

    Bertelsmann auf Platz 9? Das lässt sich jetzt ein bisschen an der Studie zweifeln. Zwar haben die ein gaannzz tolles Bewerberportal aber Usability ist eher mau, dann schon lieber PDF an die Personalabteilung mailen, das hat man da, das funktioniert.
  5. #5

    Was für ein Käse

    Schön dass nach dieser tollen Studie einige Firmen schon ganz toll - sehr gut - beim Thema Bewerberkommunikation abschneiden.
    Allerdings könnte man vermuten, dass diese Studie - wie auch der Artikel in Gänze - denjenigen Bewerbern, denen offenbar vergessen wurde überhaupt zu antworten, nicht weiterhilft.
  6. #6

    Pseudo HR Hype,...

    was soll man zu diesem Unfug sagen? Es muss wohl heute alles schrill sein, pesudo modern und aufgeblasen erscheinen, wozu? Der größte Witz ist doch, das praktisch alle Firmen heutzutage Ihre HR Anliegen outgesourct haben und man von den Personalfirmen dann gar keinen Einblick in Details erwarten kann. Dazu sitzen öfters ungelernte Leute dort, eine ordentliche Berufsausbildung gibt es für diese Berufssparte meines Wissens nicht. Die Behauptung "unsere Mitarbeiter sind uns das Allerwichtigste" entkräftet sich hier, denn man überlässt die Wahl der zukünftigen Kollegen einer Firma, die Ihre eigenen Interessen verfolgt.
    Eine gute Firma hat heute nichts zu verstecken und wird sich heutzutage mit einem flexiblen Arbeitszeitangebot, finanziellen Anreizen bei Mehrarbeit bzw.-leistung auszeichnen, eine familienverträgliche Jobverträglichkeit anbieten und eine Balance zwischen Arbeit und Erholung ermöglichen. Einige Firmen und HR Abteilungen haben nämlich gemerkt, das entgegen dem mainstream mit dem Geld ist Geil Hype eines beim globalisierten Arbeitsmarkt und Stress am Arbeitsplatz verloren ging: das Loyalitätsverhalten, wenn es überhaupt noch bei all den Rationalisierungsmassnahmen und Lohn Nullrunden existiert hat ist verschwunden! Man kann mittel- und langfristig aber nur gute und kontinuierlich solide Betriebsstrukturen und Produkte mit loyalen Mitarbeitern schaffen, die ein ehrliches Interesse an Ihrem Arbeitgeber und den gemeinsamen Werten haben. Sollte das nicht der Fall sein, hilft auch nicht der schönste Werbefilm, twitter oder facebook Auftritt. Alles was lange halten soll und gute Qualität haben möchte braucht kein oberflächliche Werbemittel des 21. Jahrhunderts sondern ECHTE SUBSTANZ. Wie lange wollen wir die junge Generation in Ihrer teilweise vorhandenen Öberflächlichkeit der ach so tollen neuen social media verweilen lassen?
  7. #7

    glückliches Händchen

    Thyssen-Krupp hat ja auch, wie wir alle wissen, bei der Suche nach Spitzenmanagern ein besonders glückliches Händchen bewiesen.
    Im Ernst: Gibt es wirklich einen Wettbewerb um gute Nachwuchskräfte? Auf eine Stelle bei einem großen DAX-Unternehmen bewerben sich tausende von Leuten. Wieso müssen die noch in der Qualität ihres Xing-Auftritts oder sowas konkurrieren? Sie geben das meiste Geld aus, um aus den tausenden von Bewerbern alle bis auf einen auszusieben.
    Wäre es so schlecht, wieder mehr Nachwuchs aus dem eigenen Betrieb zu befördern, statt anspruchsvolle Selbstdarsteller übers Internet einzuwerben?
  8. #8

    tolle Bewerbungstools mit zu wenig Eingafeldern, wenn man nen längeren Lebenslauf hat, auf internationale Abschlüsse/Ausbildungen nicht angepasst, standardisierte Emails, sofern man überhaupt Eingangsbestätigungen bekommt.
    2 Monate später muss man selbst erfragen wie der Stand der Dinge ist - also nicht viel anders als bei der guten alten PDF- oder Papierbewerbung.

    (wobei man bei Letzteren nicht mal mehr Eingangsbestätigungen bekommt, was bei einer Email ja nicht so schwer ist)

    Ein Absage würde manchmal auch schon gut sein - einfach um zu wissen, woran man ist. Immerhin bewirbt man sich ja vorwiegend bei Unternehmen bei denen man auch arbeiten will. Da will ich schon wissen, was Sache ist, bevor ich aus der Not heraus ein weniger interessantes Unternehmen anschreibe.. :)
  9. #9

    Ich hatte mich seinerzeit für eine Ausbildung bei Volkswagen beworben und musste auch ziemlich lange auf eine Antwort warten, was wohl vor allem an der Bewerberflut und hohen Ansprüchen liegt. Ist man jedoch gerade in der Anwerbung von Personal konkurrenzfähig und auch i.A. gut aufgestellt, nehmen die Bewerber diese Wartezeit in Kauf :-)