Streit über Spitzengehälter: EU rechtfertig üppige Beamten-Bezüge

DPAVerdient mancher EU-Beamte mehr als die Bundeskanzlerin? Nein, meint der Vizepräsident der Kommission. Zugleich verteidigt er die hohen Bezüge seiner Mitarbeiter: "Wir müssen die Besten holen, die zu kriegen sind."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-881486.html
  1. #290

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Für den Rat hat keiner ein Mandat vom Volk erhalten, sie haben nur ein Mandat, Regierungschef zu sein, also ein nationales Mandat. Ein europäisches Mandat existiert nicht!
    Sie haben anscheinend das Konzept der EU nicht verstanden. Es ist eben keine europäische Regierung, sondern ein Bündnis europäischer Staaten. Und genau in dieser Weise ist es legitimiert.
  2. #291

    Deutschland: Über Geld spricht man nicht!

    Der Beitrag bietet weder zu den Einkommen der Brüsseler EU-Beamten (einige Foristen verwechseln sie mit den Straßburger EU-Parlamentariern), noch zu dem von Kanzlerin Merkel Zahlen. Im zugrunde liegenden, verlinkten (und einem zweiten) Artikel informiert Journalistin Cerstin Gammelin auf Süddeutsche.de zumindest, dass Merkel 21.000 € im Monat verdient (17.000 € Kanzlergehalt plus deswegen auf 4.000 € gesenkte Abgeordnetenbezüge). Doch auch dort keine Angabe zu den „Spitzengehältern“ der EU-Beamten. Sind die so schwierig zu recherchieren? Falls ja, wieso? Verweigert die EU-Kommission hier Transparenz? Es geht doch um die Verwendung von Steuergeldern. Oder ist es wie so oft: Dass deutsche Medien ihre Informationspflicht absichtlich vernachlässigen, wenn´s um die Einkünfte von Besser- und Spitzenverdienern geht. Darüber können punktuelle Erwähnungen der Gagen und Gehälter weniger Top-Promis wie Merkel, Peer Steinbrück, VW- bzw. Porsche-Chef Martin Winterkorn (2012: 20 Mio. €) und der üblichen Profi-Sportler nicht hinwegtäuschen. Dass so viel im Dunklen bleibt, was Presse und Sender eigentlich ausleuchten sollten, hängt mit den Einkünften zusammen, die in der Medienbranche selbst erzielt werden. Da hackt dann eine Krähe der anderen kein Auge aus. Und es passt ins Bild, dass selbst in Zeiten wie diesen Journalisten die entscheidenden und naheliegenden Fragen nicht stellen. Wie viel Geld brauchen Menschen zum Leben? Müssen EU-Beamte, die von der Allgemeinheit bezahlt werden, vergleichbare Gehälter beziehen, wie Beschäftigte in der Privatwirtschaft? Müssen EU-Beamte nur fachlich-intellektuell geeignet sein? Oder sind dort Leute gefragt, die zudem finanziell weniger wollen und charakterlich mehr bieten? Braucht die EU mit im Dezember 25,9 Mio. Arbeitslosen („Focus“, 1. Februar) Spitzenbeamte, die den Zusammenhang zwischen Gehaltshöhen und Anzahl von Arbeitsplätzen nicht erfassen können oder wollen? Peinlich, wenn sich Maroš Ševčovič, immerhin stellvertretender EU-Kommissionspräsident, zu Vorwürfen, tausende ihm unterstellter Beamter verdienten mehr Geld als Merkel, wie ein hilfloser Pressesprecher äußert: „Nach unseren Informationen stimmt das nicht“. Aber auch peinlich, wenn die Medien mitspielen und zulassen, dass er die überhöhten Gehälter seiner Beamten mit den überhöhten Gehältern anderer öffentlich und privat Beschäftigter rechtfertigt. 1:0 für David Cameron. Und besser Gehaltskürzungen, statt Stellenabbau.
  3. #292

    Zitat von stefan-göbelsmann Beitrag anzeigen
    Der Beitrag bietet weder zu den Einkommen der Brüsseler EU-Beamten (einige Foristen verwechseln sie mit den Straßburger EU-Parlamentariern), noch zu dem von Kanzlerin Merkel Zahlen. Im zugrunde liegenden, verlinkten (und einem zweiten) Artikel informiert Journalistin Cerstin Gammelin auf Süddeutsche.de zumindest, dass Merkel 21.000 € im Monat verdient (17.000 € Kanzlergehalt plus deswegen auf 4.000 € gesenkte Abgeordnetenbezüge). Doch auch dort keine Angabe zu den „Spitzengehältern“ der EU-Beamten. Sind die so schwierig zu recherchieren? Falls ja, wieso? Verweigert die EU-Kommission hier Transparenz? Es geht doch um die Verwendung von Steuergeldern. Oder ist es wie so oft: Dass deutsche Medien ihre Informationspflicht absichtlich vernachlässigen, wenn´s um die Einkünfte von Besser- und Spitzenverdienern geht.
    Klar gibt es die Zahlen. Per Google in 2s zu finden:
    Beamte
    Höchste Gehaltsstufe, die es überhaupt gibt liegt bei ~16.000,-. Also weit unter Merkel. Und von "tausenden" Beamten kann schon gar keine Rede sein.

    12*16.000 = 192.000 ist die fixe Obergrenze, was Sie als EU-Beamter je verdienen können. Das ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Einkommen, aber sowohl in der Politik als auch in der Privatwirtschaft kann man mehr bekommen. In der Privatwirtschaft würde ich sogar soweit gehen zu sagen, dass man nicht mal ganz "nach oben" muss für so ein Gehalt. In vielen Konzernen sind das schon die im mittleren Management.

    Alles in allem ein angemessener Betrag für eine verantwortungsvolle Arbeit.
  4. #293

    Ich nehme mal an

    Zitat von stefan-göbelsmann Beitrag anzeigen
    Der Beitrag bietet weder zu den Einkommen der Brüsseler EU-Beamten (einige Foristen verwechseln sie mit den Straßburger EU-Parlamentariern), noch zu dem von Kanzlerin Merkel Zahlen. Im zugrunde liegenden, verlinkten (und einem zweiten) Artikel informiert Journalistin Cerstin Gammelin auf Süddeutsche.de zumindest, dass Merkel 21.000 € im Monat verdient (17.000 € Kanzlergehalt plus deswegen......
    daß er da nicht selbst geredet hat sondern ein Intern eine Presseerklärung verfaßt hat. Vielleicht sogar eine Deutsche. :-)
  5. #294

    Das Signet “EU” ...

    ... soll heuzutage jeden Unfug, insbesondere irrsinnig teuren Unfug, und zuvorderst gegen alle wirtschaftlich wie Wohlstand erhalten koennenden Interessen der Mehrheit der deutschen (Steuer-)Buerger wie nachfolgenden Generationen, "rechtfertigen".
    Aber, diese "Rechtfertigungen" mindestens auch "alternativlos".
  6. #295

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verdient mancher EU-Beamte mehr als die Bundeskanzlerin? Nein, meint der Vizepräsident der Kommission. Zugleich verteidigt er die hohen Bezüge seiner Mitarbeiter: "Wir müssen die Besten holen, die zu kriegen sind."

    EU verteidigt hohe Bezüge ihrer Beamten - SPIEGEL ONLINE
    "Die Besten holen, die zu kriegen sind" - da meint der Vizepräsident der Kommision wohl v. a. sich selbst.
    Diese Besten sind dann diejenigen, welche sich den Krümmungsgrad von Banane und Gurke ausdenken und ansonsten sich die EU-Gesetze von der Wirtschaftslobby schreiben lassen.
    Das neueste Kind dieser "Besten" ist das Vorhaben, die Wasserversorgung innerhalb der EU zum Wohle von interessierten Konzernen und Großanlegern zu privatisieren. Natürlich ohne drohende Preiserhöhungen für dieses Grundgut - denn wie wir wissen sind solche Anleger nicht an einer Profitmaximierung sondern ausschließlich an einer preiswerten Sicherstellung der Wasserversorgung für uns Bürger interessiert. Deshalb sind bei uns ja auch die Strompreise so niedrig und stabil.
    Tja, wer sich derart für unser Bürgerwohl abmüht, der kann doch gar nie zuviel verdienen!
    Ein Hoch auf das von uns bezahlte Brüsseler Schlaraffenland!
  7. #296

    Aufgeblaeht geht immer schlecht

    Zitat von stefan-göbelsmann Beitrag anzeigen
    Aber auch peinlich, wenn die Medien mitspielen und zulassen, dass er die überhöhten Gehälter seiner Beamten mit den überhöhten Gehältern anderer öffentlich und privat Beschäftigter rechtfertigt. 1:0 für David Cameron. Und besser Gehaltskürzungen, statt Stellenabbau.
    Ein guter Beitrag, nur mit ihrem letzten Satz habe ich Probleme.
    Aufgeblaehte Organisationen werden durch einen Aderlass immer besser.

    Und solange sich niemand an die letzte Schlankheitskur unter diesen Superverdienern erinnern kann, ist eine Schrumpfung mehr als ueberfaellig.
    Also ich wuerde ihren Satz so schreiben:
    1:0 für David Cameron. Und besser Gehaltskürzungen PLUS Stellenabbau.
    Das gesparte Geld kann man dann an Spanien, GR und Zypern fuer die Unterstuetzung der Arbeitslosen ueberweisen.
  8. #297

    Zitat von maxbee Beitrag anzeigen
    "Die Besten holen, die zu kriegen sind" - da meint der Vizepräsident der Kommision wohl v. a. sich selbst.
    Diese Besten sind dann diejenigen, welche sich den Krümmungsgrad von Banane und Gurke ausdenken und ansonsten sich die EU-Gesetze von der Wirtschaftslobby schreiben lassen.
    Das neueste Kind dieser "Besten" ist das Vorhaben, die Wasserversorgung innerhalb der EU zum Wohle von interessierten Konzernen und Großanlegern zu privatisieren. Natürlich ohne drohende Preiserhöhungen für dieses Grundgut - denn wie wir wissen sind solche Anleger nicht an einer Profitmaximierung sondern ausschließlich an einer preiswerten Sicherstellung der Wasserversorgung für uns Bürger interessiert. Deshalb sind bei uns ja auch die Strompreise so niedrig und stabil.
    Tja, wer sich derart für unser Bürgerwohl abmüht, der kann doch gar nie zuviel verdienen!
    Ein Hoch auf das von uns bezahlte Brüsseler Schlaraffenland!

    Wenn alle Bürger so schlecht infomiert sind wie Sie, so ist mir um deren wohl tatsächlich bange...

    Erstens die Gurkenkrümmung" ist eine uralte Industrienorm dieser branche, die durchaus sinnvoll ist und jedes jahr Millionen von Euro Logistikkosten einspart. Erfunde wurde sie aber nicht von der EU, sondern lange vorher von der Industrie

    Bei Bananen ging es ni um den Kümmungsgrad, sondern um die Bevorzugung von EU sprich französischen Bananen im Binnenmarkt

    Die EU beabsichtigt keineswegs, die Wasserversorgung zu privatisieren, sondern will nur sicherstelln, daß wenn dies irgendwo beabsichtigt ist, der entsprechende Wettbewerb vorhanden ist. Wenn Kommunen dies lieber in eigenregie durchführen, so ist dies freigestellt.

    Ein "Tief" auf die Unwissenheit vieler Bürger, die leider trotzdem meinen jeden Unsinn posten zu müssen....
  9. #298

    Oma´s Zeiten

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    "In guten Zeiten bemitleidet man die Beamten, weil sie vergleichsweise wenig verdienen. In schlechten Zeiten beneidet man die Beamten, weil sie vergleichsweise viel verdienen..."
    Das war aber auch nur zu Oma´s Zeiten so. Vergleichen Sie heute mal die Netto-Bezüge der Beamten inkl. aller Zulagen, Vergünstigungen, Pensionen etc. pp. Dann sieht die Welt ganz anders aus. Brüsseler Verhältnisse haben wir mittlerweile vergleichsweise auch hier.
  10. #299

    alles Ausreden

    Zitat von matonaleh Beitrag anzeigen
    "Die Besten holen, die man kriegen kann". Eigentlich kann man dem nichts zufügen. Ein Parlament, in dem keiner gewählt ist, eine quasi Diktatur, schneidert sich immer alles zurecht.
    Die legen sich das eben zurecht, wie sie's grad brauchen. Sobald Kritik laut wird, an den ausufernden Beamtenprivilegien, die die meißten nationalen Parlamente in den Schatten stellen, heißt es wohlfeil reflexartig man bekomme nur so die Besten. Über diese luxuriöse Endlagerstätte für abgehalfertes Politpersonal hieß es noch vor kurzem: hast du einen Opa schick in nach Europa. Und jetzt sollen das die Besten sein, lächerlich. Alles Ausreden, um diesen gierigen sich aufblähenden Riesenapparat aus der Schusslinie zu nehmen.