Hilfe im Streit mit Fluggesellschaften: Entschädigung per Mausklick

DPAFlug stundenlang verspätet, ausgefallen oder überbucht? In solchen Fällen steht Passagieren oft eine Entschädigung zu. Doch die einzutreiben kann ziemlich mühsam sein. Ein Potsdamer Start-up kümmert sich ums Inkasso - und zieht notfalls sogar gegen die Fluggesellschaften vor Gericht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-881336.html
  1. #30

    Zitat von SchneiderG Beitrag anzeigen
    Versteh ich nicht?

    Der externe Anwalt wird doch aus den 25% plus MWSt. bezahlt?

    Und wieso sollte flight-right das Geld einbehalten haben in Ihrem Fall?

    Schauen Sie sich meine Beschreibung meines Falles unter Eintrag 11 an.

    Wo sind die Unterschied zu Ihrem Fall, der sich an und für sich sehr ähnlich anhört wie bei mir?
    Die Airline weigerte sich den kompletten Betrag zu zahlen, der Anwalt (der zweite zu dem Zeitpunkt) behauptete mehr als der Teilbetrag wäre nicht drin und ich bekam die Rechnung (um die 80 Euro).
    Von dem Geld bekam ich aber nie was. War mir dann aber auch egal, hab es unter Lehrgeld abgehakt und werden denen nie wieder vertrauen.
  2. #31

    Zitat von bürger 29 Beitrag anzeigen
    Schade, dass alle nur nach Geld gieren. Die Fluggesellschaften geben ihr Bestes und da kann es mal passieren, dass sich eine Maschine verspätet. Ich will kein geld, ein nettes Lächeln der Crew sollte genügen, am Ende bezahlen wir sonst doch alle höhere Preise nur weil einige Egoisten mit Verspätungen Kohle machen wollen. Schade.
    Im meinen Fall ging es mir nicht um das Geld sondern einfach nur um Rache. Nicht nur das bei einer Kurzstrecke 8 Stunden Verspätung insgesamt zusammenkam (musste deswegen auch extra einen Tag Urlaub beantragen etc.) sondern man wurde als Kunde auch einfach ignoriert.
    Erst ewig auf dem Rollfeld im Argen gelassen, dann wie die Hühner rausgeschupst aus dem Flugzeug und durch den Flughafen gejagt. Dann gab es ständig unterschiedliche Angaben was nun passiert. Auf seine Rechte wurde man nicht hingewiesen (worüber man sich auch beschweren kann und die Airline dann Strafe zahlen muss). Am Ende wurde man in eine andere Stadt (über 100km entfernt) geflogen, wo es dann nur hieß "Draußen ist ein Bus. Schöne Fahrt.". Dann hieß es ja erst einmal nachts vor einem unbekannten Flughafen einen Bus zu finden der auch noch nicht vom Eingang aus zu sehen war. Und das dieser dann auch nicht schnell fuhr darf wohl klar sein. Hat ewig gedauert. Einfach nur eine Frechheit.
    Es wäre doch nicht schwer gewesen die Gäste durchgehend auf dem Laufenden zu halten, Großraumtaxis zu organisieren (waren 10 Fluggäste die diese Route einschlagen mussten, der Rest ging über einen anderen Flug) die schneller Fahren als mit fast 80 über die Autobahn und für eine ständige Betreuung (bis hin zum Bus/Taxi) zu sorgen. Und natürlich über die Rechte aufzuklären.
  3. #32

    Recht haben und Recht bekommen...

    Die meisten Leser dieses Artikels haben ein Auto. Hiervon bringen wiederum die meisten Ihr Fahrzeug jährlich zur Inspektion, obwohl das Auto technisch in einem einwandfreien Zustand ist. Dennoch kann es vorkommen, dass man einmal, aufgrund eines technischen Defekts, liegen bleibt.
    Frage: Haben Sie in diesem Fall fahrlässig gehandelt?

    Der Fluggast an sich hat leider Scheuklappen und ist zu einer objektiven Betrachtung der Situation oft nicht in der Lage. Nicht jeder technische Defekt ist der Fluglinie anzulasten, tatsächlich liebt nur in den wenigsten Fällen fahrlässiges Handeln vor. Und dies ist nun mal ein entscheidender Punkt im Kleingedruckten dieser europäischen Rechtsprechung.

    Die Fluggesellschaften sammeln in der Regel die eingehenden Beschwerden der Passagiere nach einem solchen Ereignis und klären, bevor Sie den Passagieren eine Erstattung gewähren oder ablehnen, die Situation.
    Hierzu werden zuerst alle damals involvierten Mitarbeiter, vom Piloten bis zur Bodencrew, von der Flugleitstelle bis zur Technik, zum Vorgang befragt. Danach klärt man den Vorgang mit der eigenen Rechtsabteilung und fragt beim Luftfahrtsbundesamt nach deren Einschätzung der Lage.
    Dieser Prozess kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen, was die Kunden dann schnell als Verschleppungstaktik interpretieren. Liebe Fluggäste, wir sprechen in einem solchen Fall von einer sechsstelligen Summe. Einen solchen Betrag macht kein Unternehmen dieser Welt mal eben so locker. Und nebenbei, diese abstruse europäische Rechtssprechung hat schon mehreren, kleineren Fluggesellschaften das Genick gebrochen.

    Vielleicht sollte man auch einmal die Relationen betrachten. Da sind Passagiere, die einen Aktionstarif gebucht haben. Für einen Mittelstreckenflug (Roundtrip) vielleicht 100,- Euro pro Person gezahlt haben. Nun hat die Maschine eine Verspätung von etwas über 4 Stunden. Kaum sind diese Passagiere zu hause schreiben Sie der Fluggesellschaft eine E-Mail, in welcher Sie mit allen möglichen Beispielurteilen und der europäischen Rechtssprechung um sich werfen, und fordern einen vierstelligen Betrag von der Fluggesellschaft.

    Und solche Schreiben bekommen die Fluggesellschaften auch, wenn ein Hurrikan tobte und man aufgrund dessen nicht starten konnte. Laut jüngster „Rechts“sprechung des Europäischen Gerichtshof muss nun die Fluggesellschaft ja sogar im Falle eines Vulkanausbruchs oder einer Naturkatastrophe für die Hotelkosten aufkommen. Kann mir bitte mal einer der aufgebrachten Passagiere die Gerechtigkeit hierbei erläutern? Waren es tatsächlich die Fluggesellschaften, die Eyjafjallajökull zum Ausbruch brachten?

    Check-in Mitarbeiter berichten übrigens von Passagieren, die im Fall einer Verspätung im Wartebreich stehen und die Uhr beobachten. Kurz bevor die magischen vier Stunden abgelaufen sind fangen sie an die Sekunden runterzuzählen, wie auf einer Silvesterparty, um bei Null dann zu jubeln und zu applaudieren. Sehr feine Geste. Es fällt auch fast gar nicht auf, worum es diesen Menschen eigentlich geht.

    Aber eine Anekdote will ich noch bieten. Für den wichtigsten deutschen Großflughafen gibt es ein Nachtflugverbot, dass von Anwohner und Sympathisanten hart erstritten und eisern verteidigt wird. Doch auch diese Anwohner und Unterstützer des Nachtflugverbots sind hin und wieder Fluggäste und selbstverständlich nutzen Sie bevorzugt Frankfurt als Abflughafen. Bei der Wahl des Rückflugs nimmt man natürlich bevorzugt einen, der am späten Nachmittag oder frühen Abend am Urlaubsort startet. So hat man ja noch einen Urlaubstag, landet in Frankfurt jedoch kurz vor Mitternacht. Kommt es nun auf einer solchen Maschine zu einer geringfügigen Verspätung von sagen wir mal nur 30 Minuten, so darf diese Maschine, aufgrund des Nachtflugverbots, nicht mehr in Frankfurt landen. Es wird also ein Ausweichflughafen angeflogen und die Passagiere werden mit Bussen nach Frankfurt gebracht.
    Was meinen Sie, welche Passagiere die ersten sind die schreien „Fluggesellschaft ich brenn´ dich nieder!“?
    Sollte es jedoch zu einer Ausnahmeregelung kommen und die Fluggesellschaft die Erlaubnis kriegen, in Frankfurt zu landen. So erhält die Fluggesellschaft am Folgetag bitterböse E-Mails von den Anwohnern, die zu hause waren, mit der Androhung von Tod und Teufel. Ja sogar Bombendrohungen haben die Kundenbetreuer der Fluggesellschaften nicht selten darunter.

    Fazit: Bei allem Verständnis für den genervten Fluggast. Diese europäische Rechtssprechung ist fern ab von jeder Realität und sollte dringend überprüft werden. Gerecht ist etwas anderes. Aber eine solche Überprüfung wäre ja alles andere als populär. Es gibt halt mehr Fluggäste als Mitarbeiter von Fluggesellschaften.
  4. #33

    [QUOTE=Das_Müh;11938299]

    Zitat von bürger 29 Beitrag anzeigen
    Schade, dass alle nur nach Geld gieren. Die Fluggesellschaften geben ihr Bestes und da kann es mal passieren, dass sich eine Maschine verspätet. Ich will kein geld, ein nettes Lächeln der Crew sollte genügen, am Ende bezahlen wir sonst doch alle höhere Preise nur weil einige .....
    Ich kann Ihre und "Das_Müh" genannten Argument nachvollziehen.
    Wenn man mehr als 100.000 Meilen im Jahr wie ich fliegt, hat man relativ viele Varianten der Flugverzögerungen erlebt.
    Bei meinen 4,5 Stunden Verzögerung hat es mich gereizt, diese neue EU-Regel in "Profit" umzusetzten. Man will ja auch was lernen.
    Die Reaktion der Fluggesellschaft hat mich dann in Rage gebracht und stur gemacht. Je Ärger ich für Dumm verkauft werde, um so aggressiver geh ich vor, auch wenn ich zum Schluß keinen gewinn daraus erzielen kann.

    Ich werfe der Fluggesellschaft massiv die Art und Weise vor, wie sie mit mir umgegangen ist.

    Nach dem Motto wie man in den Wald ruft so schallt es heraus. In dem Fall war ich das Echo.
  5. #34

    Das Geschäftsmodell kann doch nur leben,

    weil (nicht nur Fluggesellschaften) Rechtsverweigerung, praktizieren. Mit
    mehr Rechtsgewährung, also Respekt vor dem Gesetz, hätten diese Geschäftsmodelle keine Chance. Liebe Rechtsverwährer, Ihr habt die Basus für diese unnützen Arbeitsplätze selbst geschaffen.
  6. #35

    Übertrieben!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Flug stundenlang verspätet, ausgefallen oder überbucht? In solchen Fällen steht Passagieren oft eine Entschädigung zu.
    Die EU-Entschädigungen bei Verspätungen sind völlig überzogen und stehen in keinem Verhältnis zum verursachten Schaden, noch im Verhältnis zum bezahlten Ticketpreis.
    Hier haben sich die Eurokraten ein Thema herausgesucht, mit dem sie sich beim Volk auf kosten Dritter (die Flugggesellschaften) ins Scheinwerferlicht stellen.
    Die Sicherheit sollte vorne stehen, aber wenn eine Langstreckenverspätung von etwas über 3 Stunden - und die kommen sehr schnell zu stande wenn etwas repariert werden muss! - zu Entschädigungen führen die den Ertrag weit übersteigen, wird sie irgendwann hintenangestellt werden.
    Und dann ist das Geschrei groß!
  7. #36

    Riesen Beschiss

    ... das Angebot von flightright klang ja alles wunderbar! 25% war mir die Sache auch wert und ich fande das mehr als fair. Erst hat es ewig gedauert, dann wurde endlich Klage eingereicht. Auch der Vergleichsvorschlag der Fluggesellschaft sah ganz gut aus, sodass ich ihn angenommen habe. Dann kam die Abrechnung. Die gesamten Anwaltskosten werden von meiner Entschädigung abgezogen und nun warte ich bereits seit 8 Wochen auf mein Geld!
  8. #37

    flightright unseriös

    Zitat von handarampampam Beitrag anzeigen
    Ich kann nur davor warnen, die Dienste dieses "Start-up" in Anspruch zu nehmen. Ich warte 9 Monate nach Zahlung des Vergleichsbetrags durch die Fluggesellschaft noch immer auf eine Zahlung. Der von Flightright eingeschaltete Anwalt meldet sich auch nicht mehr. Emails werden nicht mehr beantwortet. Ich habe langsam den Eindruck, als würde der Schadenersatz einfach einbehalten.

    Mir ist schleierhaft, warum der Spiegel für so ein Unternehmen Lobpreisungen singt. Ich habe Flightright eine letzte Frist gesetzt und werde sie wohl verklagen müssen, wenn keine Auszahlung des von Flightright einbehaltenen Betrags erfolgt.
    Leider habe ich ich die gleiche Erfahrung gemacht. Zwar konnte in meinem Fall mit der Fluggesellschaft ein Vergleich über die volle Summe geschlossen werden, aber die Anwaltskosten werden in diesem Fall zuvor von der Entschädigung abgezogen und dann bleibt leider nichts übrig. Ich habe auf der Facebook-Seite von flightright auf den Hinweis verklinkt, keine drei Stunden später war der weg ...