Frachterreise zu den Marquesas-Inseln: Backpacker auf Kreuzfahrt

TMNHiva Oa, Ua Pou und Fatu Hiva - so exotisch wie diese Namen klingen, ist die Reise mit der "Aranui 3". Der Frachter bringt Schiffsreisende zu einem Inselparadies im Pazifik, wo sie zwar auf türkisfarbenes Wasser verzichten müssen. Dafür erwartet Abenteuerlustige eine Planschpause am Hai-Strand.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-881285.html
  1. #1

    Straße?

    "auf Fatu Hiva steht eine 17 Kilometer lange Wanderung durch den üppigen Regenwald an, wenn auch entlang einer Straße."--- Das sollte mich doch wundern, wenn es da jetzt eine "Straße" gäbe. Es ist wohl eher ein Waldweg, den man mit Jeep befahren kann... Aber der zweite Teil, wenn es wieder runter vom Bergrücken geht, bietet wirklich traumhafte Aussichten!
  2. #2

    traumhaft...

    so in der Art stelle ich mir "sanften Tourismus" vor. Es scheint wider sonstigen Entwicklungen keinen Hang/Zwang zu geben, touristisch aufzurüsten. Hierzu kam vor nicht langer Zeit die entsprechende Reportage (3Sat/Arte o.ä. mag´s gewesen sein)...auf dieser Fahrt auf Rangiroa 3 Wochen zum Tiefenentspannen und Tauchen unterbrechen und wieder aufspringen...das wär´s...
  3. #3

    ?

    Seit wann wird Palmöl aus (getrocknetem Fruchtfleisch) der Kokosnuss hergestellt? Da ist ja wohl eher Kokosöl gemeint...
  4. #4

    Woher kamen die Menschen der Suedsee ?

    Vielleicht ist es interessant zu wissen, dass die Suedsee-Inseln (Polynesien, Mikronesien, jedoch nicht Melanesien) im Rahmen der Austronesischen Voelkerwanderung (ca. 3000 – 1000 v. Chr.) besiedelt wurden, der geographisch-groessten Migration , die jemals auf unserem Erdball stattgefunden hat. Als Ausgangspunkt jener Mega-Migration vermuten Wissenschaftler Taiwan. Von dort erfolgte die Expansion zu den Inselgruppen des Pazifiks und der Inselwelt Suedostasiens (Philippinen, Indonesien, Malaysia), spaeter sogar bis nach Madagaskar. Die vielen Sprachen innerhalb dieses riesigen Land-Wasser –Areals sind folglich miteinander verwandt, wenn auch graduell naeher oder weiter entfernt von der laengst ausgestorbenen Ursprungssprache der Austronesier . Im Innern von Taiwan sprechen die Einheimischen heute noch Sprachen, die linguistisch zum Austronesischen gehoeren und die frappierende Aehnlichkeiten mit den Sprachen der Suedsee aufweisen. Eine bislang unbeantwortete Frage ist der Grund jener Mega-Voelkerwanderung. Die Wissenschaft hat dazu bislang keine ueberzeugende Antwort geben koennen. Ein weitgereister Hobbyforscher hat vor Jahren dazu eine sehr interessante und einleuchtende Theorie aufgestellt, die bei Fachleuten Erstaunen und Anerkennung ausgeloest hat. Hat jemand davon gehoert ?
  5. #5

    optional

    Nö, gibt's 'n Link? Das klingt alles sehr interessant!
  6. #6

    Traumtänzer

    Zitat von mg68 Beitrag anzeigen
    so in der Art stelle ich mir "sanften Tourismus" vor. Es scheint wider sonstigen Entwicklungen keinen Hang/Zwang zu geben, touristisch aufzurüsten. Hierzu kam vor nicht langer Zeit die entsprechende Reportage (3Sat/Arte o.ä. mag´s gewesen sein)...auf dieser Fahrt auf Rangiroa 3 Wochen zum Tiefenentspannen und Tauchen unterbrechen und wieder aufspringen...das wär´s...
    Habe vor einem Jahr diese Reise mal wieder gemacht - und bin enttäuscht!
    1) Die Aranui3 kann bis zu 250 Passagiere mitnehmen, und dann wird es eng auf dem Frachter, gegessen wird in 2-Schichtbetrieb.
    2) Der Eigner des Schiffes ist ein Chinese, und die sind ja bekannterweise rücksichtslos profitorientiert, also was kommt in nächster Zukunft - richtig - die Aranui 4, mit 3-facher Passagiermenge!!! Die Planungen/Design sind wohl schon abgeschlossen.
    3) Mit der alten Romantik der Aranui1 und Aranui2 hat das schon heute nichts mehr zu tun, ist halt schon Massentourismus.
  7. #7

    Traumtänzer

    ...die Aranui3 ist fest in chinesischer Hand, und die sind dafür bekannt profitorientiert zu handeln!!!
    Die jetzige Aranui3 kann bis zu 250 Passagiere befördern, gegessen wird dann bei voller Auslastung in 2 Schichten.
    Die Aranui4 ist in Planung, noch größer mit bis zu 3-facher Passagierzahl, die Hafenanlagen/Jetties werden schon jetzt gebaut.
    Ist schon heute der reine Herdentrieb, wenn der Dampfer da ist.
  8. #8

    Zitat von oldimat Beitrag anzeigen
    ...die Aranui3 ist fest in chinesischer Hand, und die sind dafür bekannt profitorientiert zu handeln!!!
    Die jetzige Aranui3 kann bis zu 250 Passagiere befördern, gegessen wird dann bei voller Auslastung in 2 Schichten.
    Die Aranui4 ist in Planung, noch größer mit bis zu 3-facher Passagierzahl, die Hafenanlagen/Jetties werden schon jetzt gebaut.
    Ist schon heute der reine Herdentrieb, wenn der Dampfer da ist.
    Oldimat, das reicht trotzdem nicht, einen Traumtänzer wieder zu erden :-)
    Im Zweifel bleibt es ja trotzdem bei 1 Schiff alle 3 Wochen, dass neben Fracht auch "zusammengepferchte" Touris ausspuckt.
    Eine echte Gefahr für das Ökosystem kann ich da (noch) nicht erkennen. Dass die wohl vorwiegend älteren Reisegäste sich angesichts des mutmaßlich nicht unbedeutenden Reisepreises "gepfercht" fühlen und -sofern Mehrfachtäter- Alte Zeiten zurückersehnen, kann ich mir durchaus vorstellen. "Massentourismus" beschreibt da wohl eher das perönliche Empfinden.

    Die 3-wöchige Rundreise selbst wäre für mich persönlich auch "nur" eine interessante Erfahrung. Diese aber noch für 3 Wochen auf Rangiroa zum Seelebaumelnlassen und Tauchen zu unterbrechen, ja das lässt dann die Träume tanzen...;-)
    Wobei es ja auch zeitlich wie monetär bleiben wird...*schalü*
  9. #9

    @herkurius - ueber dieses Thema gibt's noch keine Promotionsarbeit !!

    Borneo, viertgroesste Insel der Welt, ist vor 150 J. in Europa beruehmt geworden wg des Phaenomens der Kopfjagd. Fast jeder der gr und kl eingeborenen Dayakstaemme praktizierte sie. Die zahlenmaessig ueberlegenen Staemme trieben die schwaecheren vor sich her, bis diese sich in vermeintlich sicheren Urwaldregionen niederliessen. Von dort aus unternahmen sie Kopfjagden auf andere schwaechere und vertriebene Staemme. Gr. Entfernungen spielten keine Rolle. Die Ueberlebenden der Verlierer zogen sich noch tiefer ins Innere der Insel zurueck. Die Menschen kamen nie zur Ruhe. Ein gegenseitiges rituales Abschlachten war die Regel. Einzig und allein wegen der begehrten Kopftrophaeen, die Ansehen, Heiratsgarantie, ‘doppelte Spiritualkraft’ und Schutz vor Krankheiten versprachen. Da vor 5000 Jahren , zu Beginn der Austron. Voelkerwand. ,die Kopfjagd auch auf der Insel Taiwan praktiziert wurde, dort moeglicherweise sogar ihren Ursprung hat, dient Borneo als Mikro-Modell in Bezug auf Kulturfaktoren, die mit Lebensgefahr einhergingen und deshalb Expansion u Migrationsschuebe ausloesten. Menschen, die um ihr Leben fuerchten mussten, traten die Flucht an. Dabei nahmen sie ueberwiegend den Weg uebers Meer zu den naechsten grossen Inseln oder Inselgruppen. Dort lebte die Triebfeder ihres Glaubens weiter . Als Opfer wurden die naechsten Inselnachbarn auserkoren. Deren Ueberlebende segelten in ihren Auslegerbooten zu den Inseln jenseits des Horizonts. Dort begann der Kreislauf von neuem, solange, bis im Laufe der Jahrtausende auch die entferntesten Inselgruppen besiedelt waren. Von Menschen, die der kulturbedingten Kopfjagd entflohen und ironischerweise diese selbst praktizierten. Man hoere und staune – bis weit ins 20.Jh. hinein. Stichwort: DER MENSCH !