Trotz Fachkräftemangel: Deutsche Firmen werben kaum um Zuwanderer

DPADie deutsche Wirtschaft klagt über fehlende Fachkräfte - doch sie unternimmt zu wenig, um ausländische Arbeitnehmer anzulocken. Laut einer OECD-Studie ist das ein ernster Wettbewerbsnachteil. Australien, Dänemark und Großbritannien bemühen sich demnach deutlich mehr um Zuwanderer.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-881286.html
  1. #250

    Hier könnte Ihre Antwort stehen....

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    ...die immer weniger deutsche Zeitgenossen beherrschen. Wenn ich mir allein ansehe, in wievielen Texten meines Arbeitgebers, geschrieben auch von studierten Kollegen, es nur so wimmelt von Standarten... Und dann immer diese Sprüche "es kommt nur auf den Inhalt an" und so ein Käse...
    Was sind den "Standarten"? Wenn Sie damit Fahnen meinen, dann frage ich mich, was die in Texten Ihres Arbeitgebers suchen.
    Wenn Sie aber Standards meinen, dann weiß ich warum Sie nichts verstehen.....
  2. #251

    Erstaunlich

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    wie verrückt ist das denn jetzt? Im Büro müssen alle englisch reden, weil ein Ausländer dort arbeiten möchte und nur englisch kann?
    Dass es tatsächlich Deutsche gibt die bereit sind ihre Sprache zu Opfern um es Ausländern möglich zu machen in D zu arbeiten,so was würde in
    keinem anderen Land der Welt passieren. Diese Tatsache lässt mich einfach verwundert und sehr besorgt.
  3. #252

    Das habe ich an unerwarteter Stelle...

    Zitat von kb26919 Beitrag anzeigen
    Dass es tatsächlich Deutsche gibt die bereit sind ihre Sprache zu Opfern um es Ausländern möglich zu machen in D zu arbeiten,so was würde in keinem anderen Land der Welt passieren.
    ...erlebt, und zwar in Frankreich. Im Hauptquartier der Firma, den technischen Stabstellen, den Forschungseinrichtungen und Firmenteilen, in denen ein hoher Ausländeranteil arbeitete, war die bei Meetings übliche Sprache Englisch. Dies traf auch auf jeden Schriftverkehr zu, sowie die Dokumentationen und, sofern man nicht die gleiche Muttersprache hatte, auch innerhalb von Arbeitsgruppen.

    Machmal war das auch in Gesprächen mit meinen Kollegen aus Zürich und Wien hilfreich, weil ich deren Sprache nicht immer verstand ;-)

    Abgesehen davon kenne ich es seit 30 Jahren in industriellen Entwicklungen in Deutschland, dass oft die Umgangssprache Englisch ist, die Geschäftssprache sogar überwiegend. Da in den Firmen teilweise über 50% freie Mitarbeiter waren, die grösstenteils nicht aus Deutschland kamen, gleichzeitig auch mit ausländischen Partnern zusammengearbeitet wurde und die Kunden oft nicht in Deutschland sassen, war das normal.

    Vor allen Dingen ist Englisch eine weit leichter handhabbare Sprache, als beispielsweise Finnisch, welches praktisch niemand von und konnte.
  4. #253

    Zitat von kb26919 Beitrag anzeigen
    Dass es tatsächlich Deutsche gibt die bereit sind ihre Sprache zu Opfern um es Ausländern möglich zu machen in D zu arbeiten,so was würde in
    keinem anderen Land der Welt passieren. Diese Tatsache lässt mich einfach verwundert und sehr besorgt.
    Och, dann fahren Sie mal als Forscher in fast jedes x-beliebige Land der Welt. Da wird nur Englisch gesprochen.
  5. #254

    Zitat von kb26919 Beitrag anzeigen
    Dass es tatsächlich Deutsche gibt die bereit sind ihre Sprache zu Opfern um es Ausländern möglich zu machen in D zu arbeiten,so was würde in
    keinem anderen Land der Welt passieren. Diese Tatsache lässt mich einfach verwundert und sehr besorgt.
    Mal abgesehen davon, dass Englisch wohl auch deshalb zur Weltsprache wurde, weil es (anders als u.a. Deutsch) relativ einfach zu erlernen ist...

    Gehen Sie mal in eine High-Tech Firma in den USA oder GB. Ja, sicher, die offizielle Firmensprache ist dort i.d.R. Englisch. Praktisch ist die Alltagssprache dort meistens ziemlich gebrochenes Englisch... (Und beim Abteilungs-Mittagessen wird auch schonmal generell chinesisch gesprochen - allerdings im Gegensatz zu unseren Gepflogenheit immer unter freundlicher und bereitwilliger Aufklärung derjenigen, die der Mehrheitssprache nicht folgen können - was aber dann wohl etwas von der Debatte hier weggeht...)

    In englischsprachigen Ländern finden Sie auch mit miserablem Schulenglisch problemlos eine Stelle, wenn Sie fachlich fit sind. - Im Gegensatz dazu ist in D auch fließendes Deutsch meistens nicht gut genug, solange man immer noch eine Spur von Nicht-Muttersprachler raushört. Und da Deutsche sogar "Hochdeutsch" ziemlich frei nach Schnauze und eher fern von erlernbaren Regeln und Vokabular sprechen (von der Allgegenwart von Dialekt-Einflüssen gar nicht zu reden), ist es für einen Nicht-Muttersprachler praktisch unmöglich, "deutsch genug" Deutsch zu sprechen...
  6. #255

    Nicht nur die Sprachbarriere ist ein Problem

    n der täglichen Praxis unserer Personalberatung SThree stellen wir fest, dass es sich für Unternehmen bei der aktuellen Arbeitsmarktlage lohnt, Bewerber aus dem Ausland einzustellen. Problematisch ist nach unserer Erfahrung allerdings für viele Firmen, dass sie unsicher sind, wie man Bewerber aus dem Ausland richtig auswählt. Worauf ist zu achten? Wie erkenne ich aus dem angelsächsischen Lebenslauf die Kompetenzen, da es nicht immer üblich ist Zeugnisse bei zu legen?
    Wie im Artikel beschrieben, hat die Bundesregierung in den letzten Jahren die Zuwanderung von Fachkräften vereinfacht. Zur Erhöhung der Attraktivität Deutschlands als Arbeitsort und auch zur langfristigen Bindung der ausländischen Fachkräfte, müssen die Unternehmen aber zusätzliche Anreize schaffen. Dies beinhaltet die Integration der Familie, das Aufzeigen von Angeboten wie Schulen und Sprachkursen sowie Kinderbetreuung.
  7. #256

    So ist es

    Zitat von maxbee Beitrag anzeigen
    Abgesehen von der verbreiteten Lüge vom Facharbeitskräftemangel sind die in der OECD offenbar zu blöde um zu bemerken, dass es sich bei den "Vorbilder" Australien und Großbritannien um englischsprachige Länder und bei Dänemark um ein Land mit einem traditionell hohen englischsprechenden Bevölkerungsanteil handelt. Englisch ist nun mal im Gegensatz zu Deutsch die Weltsprache, welcher mehr oder weniger jeder Hochqualifizierte versteht. Was nützt also einem deutschen Unternehmen die Qualifikation eines Bewerbers, wenn dieser die Sprache nicht versteht?!
    Ich habe in den vergangenen Monaten mehrere MINT Bewerber eingeladen. Deutsche Staatsbürger aus Russland (Spätaussiedler) und Chinesen, die alle bereits mehrere Jahre in D gelebt und damit genug Zeit hatten, unsere Sprache zu erlernen.

    Große Teile des Studiums wurden in D absolviert. Ergebnis: beste Noten und Referenzen (und damit fachlich hoch interessant), aber extrem schwache Deutschkenntnisse. Eine Unterhaltung war definitiv nicht möglich. Auf Englisch habe ich es auch probiert, mit dem gleichen Ergebnis. Das tue ich mir nicht jahrelang an. Fazit: Absage und weitersuchen.

    Wir laden fast alle Bewerber ein, die irgendwie passen könnten. Aber nach dem Vorstellungsgespräch ist dann meist Schluss. Deutsche Bewerber sind schon ziemlich selten und etwa die Hälfte von denen die wir einstellen wollen, sagt uns ab und geht woanders hin. Das Unternehmen bezahlt gut, es gibt Kinderbetreuung in der Firma und grundsätzlich eine unbefristete Festanstellung. Noch nie haben wir einen Kandidaten wegen einer zu hohen Gehaltsforderung ablehnen müssen. Aber der Standort gilt als nicht besonders attraktiv.

    Übrigens, wenn Firmen von Fachkräftemangel sprechen, ist nicht von einem Mangel an Bewerbern die Rede, sondern von einem Mangel an geeigneten!!!! Bewerbern. Und was das ist, bestimmt jede Firma selbst.

    Auch scheinen viele zu glauben, dass "die Personaler" Mitarbeiter einstellen. Dem ist nicht so, die Abteilungsleiter stellen die Leute ein. Der Personaler wirkt dabei lediglich beratend und kann im Extremfall schon mal "nein" sagen.
  8. #257

    Wow!

    Zitat von 1longus Beitrag anzeigen
    Wir laden fast alle Bewerber ein, die irgendwie passen könnten. Aber nach dem Vorstellungsgespräch ist dann meist Schluss. Deutsche Bewerber sind schon ziemlich selten und etwa die Hälfte von denen die wir einstellen wollen, sagt uns ab und geht woanders hin. Das Unternehmen bezahlt gut, es gibt Kinderbetreuung in der Firma und grundsätzlich eine unbefristete Festanstellung. Noch nie haben wir einen Kandidaten wegen einer zu hohen Gehaltsforderung ablehnen müssen. Aber der Standort gilt als nicht besonders attraktiv.
    Deutsche Bewerber sind bei Ihnen ziemlich selten? Das kann ich kaum glauben. Ich suche auch gerade Arbeit im MINT-Bereich und höre in letzter Zeit immer von den Arbeitgebern, dass sie überwältigt sind von der Flut der Bewerber, mit teilweise dreistelligen Bewerberzahlen selbst in abgelegenen Regionen Deutschlands und auf mies bezahlte Stellen.

    Aber der MINT-Bereich ist ja auch sehr breit aufgestellt. In welchem Bereich suchen Sie denn? Bin promovierter Naturwissenschaftler, bei Interesse sagen Sie bescheid, dann können wir Kontaktdaten austauschen.
  9. #258

    Zitat von lotoseater Beitrag anzeigen
    Deutsche Bewerber sind bei Ihnen ziemlich selten? Das kann ich kaum glauben. Ich suche auch gerade Arbeit im MINT-Bereich und höre in letzter Zeit immer von den Arbeitgebern, dass sie überwältigt sind von der Flut der Bewerber, mit teilweise dreistelligen Bewerberzahlen selbst in abgelegenen Regionen Deutschlands und auf mies bezahlte Stellen.

    Aber der MINT-Bereich ist ja auch sehr breit aufgestellt. In welchem Bereich suchen Sie denn? Bin promovierter Naturwissenschaftler, bei Interesse sagen Sie bescheid, dann können wir Kontaktdaten austauschen.
    Tja, also wir haben so ca. 3 Bewerbungen von Ingenieuren pro Monat. Physiker gingen auch. Schicken Sie mir mal eine private mail, mit einer Kurzbewerbung.
  10. #259

    Zitat von 1longus Beitrag anzeigen
    Tja, also wir haben so ca. 3 Bewerbungen von Ingenieuren pro Monat. Physiker gingen auch. Schicken Sie mir mal eine private mail, mit einer Kurzbewerbung.
    Ingenieure? Das ist zwar ein wenig präziser als vorher, deckt aber immer noch das INT von MINT ab... Interesse an nem Chemiker?
    Private Nachrichten kann man übers Forum leider nicht mehr schicken, seit SPON vor einiger Zeit auf eine neue software umgestellt hat. Senden Sie mir bei Interesse eine mail an Thomas.4242@yahoo.de, mit Kontaktdaten und/oder Firmenname, dann erhalten Sie meine Bewerbungsunterlagen.