China: Apple-Lieferant Foxconn verspricht Betriebsratswahlen

APDer umstrittene Elektronikkonzern Foxconn will in seinen chinesischen Werken Arbeitnehmervertreter wählen lassen. Für Großunternehmen in der Volksrepublik wäre dies eine Premiere. Laut "Financial Times" reagiert Foxconn offenbar auf Druck seines Auftraggebers Apple.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-881267.html
  1. #20

    Betriebsräte

    in der PRC ???? Hallo. Das möchte ich mal erleben.
  2. #21

    Keine Hoffnung!

    Die meisten Mitforisten, die durch diese Augenwischerei auf Besserung hoffen, schätzen das leider völlig falsch ein. Der Betriebsrat wird - das werden die sicherstellen - zu einer Mehrheit aus treuen Parteigenossen bestehen, die wiederum mit den ebenso treuen Parteigenossen in den staatlich gelenkten Gewerkschaften gemeinsam dafür arbeiten werden, dass die Arbeiter bei Foxconn nicht mehr soviel Aufstand machen wegen ihrer schlechten Arbeitsbedingungen. In China ist es nämlich nicht so, dass Arbeitnehmervertretungen (dem Namen nach) tatsächlich auf Seiten der Arbeitnehmer stehen und sich für deren Rechte engagieren, sondern sie sind eher arbeitgeber- und regierungsfreundliche Befrieder, die verhindern sollen, dass es zu Streiks oder ähnlichem kommt. "Harmonieprinzip" nennt man das in China dann euphemistisch (was z.B. gewaltsames Streikbrechen einschließt). Fazit: Die Apple-Religion haut wie jede andere Kirche auch ihre Jünger mal wieder deftig übers Ohr. Apple ist genau so dreckig, wie die meisten anderen Elektronik und IT-Firmen, schafft es nur, durch geschicktes Marketing ihre Produkte teurer zu verkaufen als die Konkurrenz, die Gewinnspanne gegenüber den Produktionskosten bei solchen Ausbeutern wie Foxconn also noch zu steigern und alle schreien noch "Hurra" und erzählen einem wie großartig Apple ist. Man muss schon sagen... Steve Jobs kann was Marketing durch Mythologisierung angeht mit anderen Religionsstiftern echt mithalten.
  3. #22

    Zitat von hbommy Beitrag anzeigen
    Das Handelsblatt schrieb im September 2012,

    Zitat: Die Zahlen haben es in sich: 849 Dollar verlangt Apple für das Topmodell des neuen iPhones 5. Werden die Produktionskosten von 238 Dollar abgezogen, bleibt eine Rohertragsmarge von 72 Prozent. Ein atemberaubender Wert. Zitat Ende.

    Die tatsächlichen Lohnkosten dürften um einiges niedriger sein.
    Das ist kompletter Blödsinn.

    Geschätzte Materialpreise vom Verkaufspreis abzuziehen und dann zu glauben, das wäre jetzt auch gleich der Reingewinn ist unglaublich naiv.

    Apple hat vergleichsweise sehr gute Margen, aber die sind real bei weitem nicht so hoch, nicht zuletzt, weil da noch reichlich eigene Entwicklungskosten, saftige Lizenzzahlungen an alle möglichen Patentinhaber (wg. GSM, UMTS, LTE, WLAN und vielem mehr), Vertriebskosten, Support, Garantie, nicht zuletzt 19% Mehrwertsteuer und vieles andere drinstecken.
  4. #23

    Gut so!

    Zitat von Snoozel Beitrag anzeigen
    Mit einem kleinen Problem ...
    Sobald Foxconn faire Löhne zahlt und Arbeitsbedingungen wie eine deutsche Firma hat wird sich keiner mehr ein aktuelles Smartphone leisten können da diese dann 2000€+ kosten.

    Da muss man sich nichts vor machen - unser momentaner Wohlstand existiert und funktioniert nur weil anderswo Menschen ausgebeutet werden.
    So gehört das aber. Erst Südkorea, dann China, dann Vietnam/Indien, dann Afrika.

    Erst wenn DIE alle die Wertschöpfungskette hochgekrabbelt sind, steht das Pyramidenspiel "Kapitalismus" seiner ersten ernsthaften Herausforderung gegenüber.

    Bin schon gespannt, was dann passieren wird. Vielleicht sollte ich bei meinem nächsten London-Urlaub mal dem guten alten Karl ein Sträußchen aufs Grab legen.
  5. #24

    Ansichtssache

    Zitat von Konstruktor Beitrag anzeigen
    Das ist kompletter Blödsinn.

    Geschätzte Materialpreise vom Verkaufspreis abzuziehen und dann zu glauben, das wäre jetzt auch gleich der Reingewinn ist unglaublich naiv.

    Apple hat vergleichsweise sehr gute Margen, aber die sind real bei weitem nicht so hoch, nicht zuletzt, weil da noch reichlich eigene Entwicklungskosten, saftige Lizenzzahlungen an alle möglichen Patentinhaber (wg. GSM, UMTS, LTE, WLAN und vielem mehr), Vertriebskosten, Support, Garantie, nicht zuletzt 19% Mehrwertsteuer und vieles andere drinstecken.
    Der genannte Preis war in Dollar und der US-Verkaufspreis. In den Staaten gibt es keine Mehrwertsteuer, nur eine relativ niedrige sales tax (8%) und auch die nur in einigen Bundesstaaten.

    Außerdem: in die Herstellungskosten werden meist Lizenz -oder Entwicklungskosten und ähnliches eingerechnet. Werbung und die Kosten für den Vertrieb (Apple Stores, Transport usw.) allerdings nicht. Trotzdem dürfte Apples Gewinnmarge bei rund 40-50% liegen. Deswegen sind ja auch deren Quartalsgewinne so hoch. Andere Firmen verkaufen quantitativ wesentlich mehr Produkte, allerdings mit wesentlich geringeren Gewinnmargen. Interessant ist hier das Verhältnis von Umsatz zu Gewinn.

    Könnte man durchaus mit z.B. einem C1, 107 und einem Aygo vergleichen. Motor, Cockpit, alles gleich. Nur die Karosserie sieht unterschiedlich aus. Wenn Toyota Apple wäre, würden sie den Aygo einfach für 20.000€ verkaufen. Die Gewinnspanne wäre wesentlich höher, trotz weitestgehender Baugleichheit zwischen C1, 107 und Aygo. Gilt analog für Smartphones, Notebooks oder Tablets.

    Für Apple wäre es relativ leicht, die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern zu verbessern. Das ließe sich auch ökonomisch nutzen, z.B. bei der Werbung (Stichwort: Fairtrade und Co.) und würde sehr positiv auf Apples Markenimage wirken. Die Mehrkosten würden kaum ins Gewicht fallen. Zumal ein gutes Markenimage langfristig wesentlich mehr bringt als kurzfristig ein paar Cent oder Dollar bei der Produktion einzusparen.