Kirchen-Talk bei Jauch: Einsichten in eine Parallelwelt

DPAKirchliche Kindergärten, Schulen, Kliniken werden zum übergroßen Teil vom Staat bezahlt - doch hier gelten religiöse Regeln. Der Talk bei Günther Jauch zeigte, zu welch grotesken Situationen dies führt: Eine Andersgläubige darf nicht als Putzfrau arbeiten, als Ein-Euro-Jobberin aber schon.

Günther Jauch: ARD-Talkshow über Kirche als Arbeitgeber - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    die Politik muss die Rahmenbedingungen ändern

    Was nach der Sendung geblieben ist : Ratlosigkeit, teils Fassungslosigkeit und die wachsende Überzeugung, dass die Politik in der Pflicht ist.

    Eins ist klar geworden, dass vergewaltigte Frauen nicht nur das Trauma verarbeiten müssen, sondern im wahrsten Sinn des Wortes von allen guten Geistern verlassen sind, wenn sie in einer katholischen Gegend leben.
  2. #2

    Kirchenaustritt

    Ich bin seit Jahren aus der Kirche ausgetreten. Jedes Jahr geschiet etwas, dass ich wieder ausgetreten möchte. So austreten, dass auch keine Bischofsgehälter durch meine Steuern finanziert werden. Schade, dass dies nicht geht. Den Wunsch wieder einzutreten habe ich übrigens nicht einmal gehabt. Dazu ist mir die Kirche viel zu weit von den Lehren Jesu entfernt.
  3. #3

    Eigentlich ist es ganz einfach...

    Die Kirche können ja gerne ihre vormittelalterlichen Anschauungen innerhalb ihrer Institutionen beibehalten, solange sie nicht gegen geltendes Gesetz verstoßen. Aber ich frage mich, wie schnell sie diese Anschauungen überdenken würden, wenn der Staat ihnen den Geldhahn zudrehen würde?
  4. #4

    Martin Lohmann...

    ... ist ein Grund unverzüglich aus der Kirche auszutreten.
  5. #5

    .

    Der Skandal it, dass diese religiösen fanatiker noch Geld vom Staat dafür bekommen, dass sie ihre Ideologien den Angestellten aufzwingen.

    Dies ist eines demokratischen Staates unwürdig! Zeit, all den religösen Anstalten und Firmen den staatlichen Geldhahn zuzudrehen.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kirchliche Kindergärten, Schulen, Kliniken werden zum übergroßen Teil vom Staat bezahlt - doch hier gelten religiöse Regeln. Der Talk bei Günther Jauch zeigte, zu welch grotesken Situationen dies führt: Eine Andersgläubige darf nicht als Putzfrau arbeiten, als Ein-Euro-Jobberin aber schon.

    Günther Jauch: ARD-Talkshow über Kirche als Arbeitgeber - SPIEGEL ONLINE
    Es ist mir einfach unbegreiflich,wie die Kirchen im Jah 2013 derart gegen geltendes Recht (z.B.Anti-Diskriminierungsgesetz)verstoßen können und nichts dagegen unternommen wird.
  7. #7

    Dem Fundamentalkatholiken Lohmann zufolge... Denn ob es überhaupt eine vor der Befruchtung wirkende und somit abtreibungsunverdächtige Pille gibt, ist seines Wissens gar nicht sicher.
    Herrn Lohmann kann man nur absolute Faktenresistenz bescheinigen. Denn wer nach all den Aufklärungsversuchen in den Medien, auch im SPON, darüber Warum die "Pille danach" keine Abtreibung ist - SPIEGEL ONLINE
    immer noch darüber redet, dass es nach wie vor keine Pille danach gäbe, bei der sicher wäre, <ob sie nicht auch abtreibende Wirkung hätte>, der hat wirklich nichts verstanden. Und der will auch nichts verstehen. Der will auch nicht vergewaltigten Frauen helfen, dem geht es nur um die Kontrolle über die Frauen. Und über die Ärzte.

    Es kann nicht sein, dass die Kirche heute noch bestimmt, welche Medikamente Ärzte verschreiben und Frauen einnehmen dürfen. Das hat auch die NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens erkannt, die angenehm sachlich deutlich machte, dass die Politik dafür zu sorgen hat - und in NRW dafür sorgen wird - dass auch die katholischen Krankenhäuser, die zu 100% staatlich finanziert werden, ihren Versorgungsauftrag erfüllen werden. Vollumfänglich. Inklusive Pille danach.
  8. #8

    Es hätte diese Sendung nicht gebraucht ...

    Es hätte diese Sendung nicht gebraucht, um zu erkennen, wie weit ab von jeglicher vernünftiger Handlungsweise die Krichen (insb. die katholische) agieren. Was kann man noch mehr tun, als sich entsetzt von diesen mittelalterlicheren, in sich, in ihrer Substanz verrotteten und verkommenen Institutionen abwenden? Man kann all das, was sie betreiben, die Kindergärten, Krankenhäuser, etc. staatlichen Trägern übergeben. Finanzieren tut es der Staat ja sowieso. Das nähme den Kirchen zumindest die durch nichts gerechtfertigte Vormachtstellung, die sie so schamlos ausnutzen.
  9. #9

    Wir leben in einem Kirchenstaat

    Ein kleines, aber interessantes Beispiel: In Berlin gibt es Sonntags um 10 Uhr im GEZ-finanzierten Rundfunk keinen einzigen Sender, der klassische Musik bringt. Zum Ausgleich aber gleich zwei (!), die "Gottesdienste" live übertragen - das Kulturradio vom rbb und der Deutschlandfunk. "Live", obwohl ich dachte, der wahre Gläubige würde sich selbst in die Kirche begeben wollen.
    Es gibt wahrlich keine absurdere Sendung, als eine solche Veranstaltung. Auf meine Frage an den Sender, warum das überhaupt und wenn schon, dann nicht um 23 Uhr gesendet wird, erhielt ich die Antwort, dass diese Praxis einem Staatsvertrag mit den Kirchen folgen würde - auch die Liveübertragung.
    Schon klar - aber warum schließt der Staat einen solchen Vertrag? Dass die Kirche verlangt, das live zu senden, kann sich ja nur an die "Ungläubigen" wenden, denn der Rest ist ja in der Regel in der Kirche. Das heißt, der Staat unterstützt die Kirchen dabei, zu missionieren.
    Es ist nur ein kleiner Schritt nach Teheran...