Viehmarkt in Oman: Einkauf mit Rundlauf

Stephan OrthDie Ware lebt: Der Viehmarkt von Nizwa ist das wohl größte Spektakel in Oman, bei dem Touristen hautnah dabeisein können. Bis auf die Handys geht es hier noch zu wie vor hundert Jahren - manchen Besuchern ist das ein bisschen zu authentisch.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-881026.html
  1. #10

    Der Umgang mit Tieren

    ist in Deutschland auch nicht besser. Die Tiere werden auch hier auf engstem Raum zusamengepfercht, mit Hormonen vollgestopft. Kahle Stellen, Eiterbeulen, Krebsgeschwüre, gebrochene Gliedmaßen, ausgerissene Federn - all diese Dinge werden "übersehen" bzw. gar nicht erst überprüft und sind somit das was bei uns auf dem Teller landet. (Ein Schlachter hatte mal berichtet, dass Eiterbeulen beim Zerteilen des Fleisches eigentlich nicht aufgehen dürfen - dies aber in der Praxis kaum umgesetzt würde.)

    Dass Tiere ganz genau wie Menschen Angst und Leid empfinden, wenn dir derart lieblos gehalten werden, interessiert die meisten Deutschen auch nicht. Wozu also über den Umgang mit Tieren in anderen Ländern schimpfen. Diese Tiere leiden, ihr Körper ist voller Stresshormone (und voller Medikamente gegen Seuchen), die wir alle mitessen.

    Der Deutsche lässt sich eben gern blenden. Massentierhaltung und Tierquälere findet ganz legal, oder zumindest geduldet, hinter verschlossenen Türen statt. Und auf der Wurstpackung findet der Käufer gesunde Tiere mit Grinsen im Gesicht, die auf der Alm Gras fressen. Die Märchenwelt des Deutschen eben.
  2. #11

    Milch aus der Steckdose

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Ware lebt: Der Viehmarkt von Nizwa ist das wohl größte Spektakel in Oman, bei dem Touristen hautnah dabeisein können. Bis auf die Handys geht es hier noch zu wie vor hundert Jahren - manchen Besuchern ist das ein bisschen zu authentisch.

    Oman: Viehmarkt in Nizwa - SPIEGEL ONLINE
    Ich lebe seit Jahren in diesem wunderbaren Land. Wer das nicht mit ansehen kann soll doch bitte weiter nach Mallorca fahren und wenn er sein Schnitzel ist einfach dran denken das Milch aus der Steckdose kommt.
  3. #12

    Was für Barbaren

    Ich kann die amerikanische Dame verstehen. Ich habe in verschiedenen Ländern einen ähnlich grausigen Umgang mit Tieren gesehen, begangen von Menschen, die sich für das Leid der Tiere so wenig interessieren, dass sie es womöglich nicht einmal mehr wahrnehmen. Für mich war das auch unerträglich. Ich werde nie verstehen, wie Menschen ein so steinernes Herz haben können. Ich will es auch gar nicht verstehen.

    Ohne das aber im Geringsten rechtfertigen oder relativieren zu wollen, und obwohl es mir eigentlich widerstrebt, Leid zu vergleichen: was an Grausamkeiten auf dem Markt in Oman passiert, ist qualitativ und quantitativ im Vergleich zu dem Alltag in den Industrieländern beinahe lächerlich. Wir haben für unsere Nutztiere eine Vernichtungshölle geschaffen, die Auschwitz an Schrecken und Unmenschlichkeit in nichts nachsteht, streng genommen – wenn das überhaupt möglich ist – gar noch hinter sich lässt. Der Holocaust der Tiere findet in den USA, in Deutschland und vielen anderen Ländern jeden Tag und in jeder Stadt statt. Und dass hinter diesem Schrecken keine Ideologie steckt, sondern der Wunsch nach Geld, macht es fast noch schlimmer, noch kaltherziger.
    Bei uns zieht man aber hohe Mauern, hinter denen man die Tiere foltert und massakriert, damit den zivilisierten Menschen das Vergnügen am Steakgenuss nicht genommen wird. Natürlich weiß jeder, was hier passiert, aber solange man es nicht auch sehen muss, kann man es offensichtlich ganz gut ignorieren. Auch der amerikanischen Dame, wenn sie zur 95-prozentigen Mehrheit gehört, wird das am Abend im Restaurant oder spätestens daheim beim BBQ ganz gut gelingen. Also weiterhin guten Appetit.
  4. #13

    Zitat von akrisios Beitrag anzeigen
    Ekelhaft, unsere bigotte Feinkostwarenwelt. Ekelhaft der Umgang mit Tieren in der dritten Welt.
    Ähm, wieso ist der Umgang mit Tieren in der dritten Welt ekelhaft?
    Zumal, wenn man ihn mit dem Umgang mit Tieren hier vergleicht?
    Streicheltiere werden hier meist gut behandelt aber schon in Südeuropa ist das anders.
    Nutztiere werden fast überall so behandelt, dass man es gerne "ekelhaft" nennen darf.
  5. #14

    Zitat von maflo88 Beitrag anzeigen
    Meine Damen und Herren!!! Was soll daran nicht ECHT sein? Und wie kann die Wirklichkeit "zu authentisch" sein? Ich kann dieses Wort nicht mehr lesen. Wem das wahre Leben zu authentisch ist kann und sollte gerne abtreten. Alternativ empfiehlt sich für Touristen, die in diese Länder fahren sich vorher mal zu informieren. Im einfachsten Fall nen Marco Polo Reiseführer.
    Ein Marco Polo Reiseführer hat mit authentischen Reisetipps ungefähr genausoviel zu tun wie eine Kreuzfahrt mit Individualtourismus. Man kann den Reiseführer als Indiz dafür nehmen, was die touristischen Highlights sind. Bei einem Souk, der im Reiseführer steht weiß man, dass man viele andere Touristen sehen wird. Beim Restaurant-Tipp wird fast immer nur das Fertigessen aufgewärmt, statt wirklich gekocht - weil ja genug Touristen kommen und der Umsatz gesichert ist. Je nachdem, was man machen will enthält der Marco Polo entweder eine To-Do-Liste der Sehenswürdigkeiten - oder eine Liste der Orte, die man meiden sollte :)
  6. #15

    Wie zahlen die eigentlich ihre Handyrechnung?

    Haben die alle ein Bankkonto und lassen das abbuchen oder wie läuft das? Würd' mich echt mal interessieren.
  7. #16

    Dann soll sie halt in den

    Tierpark gehen, die liebe Bernadette, und nicht die Leute mit ihrem Gutmenschengeschwurbel nerven!
  8. #17

    ...

    Zitat von akrisios Beitrag anzeigen
    Beim Umgang mit den Tieren zeigt sich wer das echte Vieh ist. Es ist der Mensch und allein dieser. Denn nur er als "Kulturwesen" hat die Wahl seine Nahrung zu bestimmen.
    Ekelhaft, unsere bigotte Feinkostwarenwelt. Ekelhaft der Umgang mit Tieren in der dritten Welt.
    Ich hoffe Gott ist ein Rind. Das gäbe für viele ein böses Erwachen.
    Ja, die armen Menschen im Oman, können bestimmt selbstbewusst wie sie in den Supermarkt stampfen und für 100 Euro aus der Ukraine eingeflogene Sojapampe kaufen.
    Weltfremder bitte.
  9. #18

    optional

    nablus heute, 09:07 Uhr

    "Ich lebe seit Jahren in diesem wunderbaren Land. Wer das nicht mit ansehen kann soll doch bitte weiter nach Mallorca fahren und wenn er sein Schnitzel ist einfach dran denken das Milch aus der Steckdose kommt."
    Äh...auf Mallorca geht man mit den Viechern auch noch ganz genauso um. Fahren sie mal auf den Viehmarkt in Sineu :-)
  10. #19

    ich finde diesen Artikel insgesamt auch unnötig aber trotzdem zeigt er, dass uns offensichtlich der weg vom lebenden Tier auf den Teller abhanden gekommen ist. Tiere werden eben nur aus dem Grund gehalten sie zu schlachten und zu essen bzw zu melken, scheren etc.. Das jedes Tier natürlich sich nicht freiwillig schlachten lässt sondern um sein leben kämpft ist doch natürlich. Das ist der lauf des Lebens. Wer das als tierquälerei bezeichnet ist absolut falsch gewickelt. selber Tiere zu schlachten ist wichtig damit man nicht den Respekt vor den Tieren verliert. somit lernt man auch Fleisch bewusst zu geniessen. man kann also immernoch etwas von den Völkern der dritten Welt lernen nämlich die Achtung vor Natur und Schöpfung...