Geheimnis psychischer Stärke: Die Unverwundbaren

CorbisManche Menschen überstehen traumatische Erlebnisse scheinbar unangetastet. Hinter psychischer Stärke stecken häufig ein früh gefasster Lebensplan und der Glaube an sich selbst. Die Widerstandskraft lässt sich zum Teil erlernen - doch auch manches Äußere muss passen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-878086.html
  1. #1

    Der Schlussgedanke

    nämlich Integration in Vereine (ich sage mal allgemeiner: in Bezugssysteme) scheint mir ein interessanter Ansatz: Früher waren die Menschen (alle) besser in dieser Weise integriert. Da gab es auch noch nicht die heute (möglicherweise wirklich existente Krankheit) Depression.
    Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass in meiner Jugend irgend jemand depressiv war, obwohl es denen z.T. ziemlich schlecht ging, nicht nur materiell.
  2. #2

    optional

    das bestätigt leider nur, warum die Welt so ist wie sie ist. Sich selbst überschätzende Idioten haben Oberwasser und werden noch nicht mal depressiv. Suchen dann aber die Schuld bei den Schwachen für ihre Situation. "Die könnten sich doch mal ein Beispiel an mir nehmen, wie man das machen kann".
    Wie immer der Gipfel der sozialdarwinistischen Psychountersuchungen: alle anderen sollen es natürlich erlernen können. Die Inhaltsleere und falsche Ausrichtung etwa unseres kapitalistischen Systems als Ursache für psychische Krisen kommt selbstredend als Ursache gar nicht in Frage.
  3. #3

    Alles richtig, aber

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Manche Menschen überstehen traumatische Erlebnisse scheinbar unangetastet. Hinter psychischer Stärke stecken häufig ein früh gefasster Lebensplan und der Glaube an sich selbst. Die Widerstandskraft lässt sich zum Teil erlernen - doch auch manches Äußere muss passen.

    Psychologie: Psychologen lüften das Geheimnis psychischer Stärke - SPIEGEL ONLINE
    Ich fand auch den Satz von Marie von Ebner-Eschenbach immer nützlich, der da lautet: Demut ist Unverwundbarkeit.
  4. #4

    Sensible Menschen

    haben eine "dünne Haut", wie der Volksmund richtig sagt, und werden sich im Leben immer etwas schwerer tun als andere.
  5. #5

    Die nächsthöhere Entwicklungsstufe

    Die psychische Sollbruchstelle liegt bei jedem, je nach Situation und Charakter höher oder tiefer. Erlernbare Resilienz wird sicherlich Unternehmen und Militär aufhorchen lassen. Neben pharmakologischer nun auch noch erlernbare, preiswerte Selbstabstumpfung.
    Damit lassen sich Zumutungen gegenüber Mitarbeitern und Grausamkeiten bei Soldaten auf ein noch höheres Niveau heben. Es lebe die Anpassung des Menschen an die Situation. Keine Rede mehr davon, dass sich der Mensch die Umwelt passend machen soll. Der Gipfel der Abstumpfung wird angestrebt und endet bei Industrierobotern und Kampfdrohnen. Demnächst vielleicht mit menschlicher Seele.
  6. #6

    ...

    Das heißt, sie glauben an die Wirksamkeit ihrer Handlungen und schreiben Erfolge ihrem Können - Misserfolge eher dem Zufall zu.

    Ja, und deswegen sind das unter Umständen die widerlichsten Menschen auf dem Planeten, weil sie so von sich selbst eingenommen sind, daß sie der Illusion unterliegen, sie allein wären für ihren Erfolg verantwortlich un das auch jeden spüren lassen. Was so gut wie nie stimmt, wenn es an Förderern und Mentoren im Hintergrund mangelt.

    Außerdem werden hier psychologisch interessante Fragestellungen gleich wieder in einem ideologischen Kontext gestellt. Es ist schon interessant, herauszufinden, wie unterschiedliche Menschen Traumata begegnen und verarbeiten. Es ist völlig kontraproduktiv, aus diesen Menschen jetzt direkt die besseren, weil "leistungsfähigeren" Menschen zu machen. Und so zu tun, als ob Drogensüchtige per se nicht zu dieser Gruppe gehören könnten, wo die halbe Nation öffentlich und heimlich säuft, kokst usw. ist ziemlich verlogen. Wenn es nämlich nur um den Glauben an sich geht, das man total von sich überzeugt ist, dann könnte man auch Kokain freigeben. Das sieht man ja an den Investmentbankern, welche "Leistung" sich dahinter verbirgt...fühlen sich wie die Herren des Universums aber produzieren eine Krise nach der Anderen.

    Mir sind am Ende kaputte, beschädigte, durchs Leben gereifte, depressive, traumatisierte Menschen lieber. Weil es menschlich ist, zu scheitern. Weil man viel mehr Einblicke in die Welt bekommt, was man Lebenserfahrung nennt, als wenn alles nur super läuft und man Traumata direkt überwindet. Andere fänden die dadurch ausgedrückte mangelnde Empathiefähigkeit sicher pathologisch.
  7. #7

    süß

    Es ist immer wieder anmutend, die "Wissenschaft" der Psychologie dabei zu beobachten, laufen zu lernen. So ähnlich wie ein Welpe, der das Laufen lernt. Wie kann nur irgendein halbwegs mathematisch gebildeter Mensch solchen Studien glauben schenken. Da hilft jetzt nur: ein Bier.

    /ein resilienter physiker
  8. #8

    ausgerechnet Henkel und Schröder,

    also völlig korrupte Zuträger des Großkapitals, als Beispiele für gesunde psychische Entwicklung. Das wird kommenden Historikern noch zu denken geben
  9. #9

    optional

    Sie schreiben zweimal "scheinbar", meinen aber wohl "anscheinend"?
    Ja, EIN liebender Mitmensch kann ausreichen, um einen Traumatisierten zu stabilisieren.