Ein rätselhafter Patient: Sensationelle Schwangerschaft

DPAEine schwangere Afrikanerin hat den errechneten Geburtstermin bereits überschritten, als sie mit Bauchschmerzen in die Klinik geht. Das Kind sitzt offenbar in Steißlage - die Ärzte empfehlen einen Kaiserschnitt. Doch als der junge Assistenzarzt das Skalpell ansetzt, bricht Aufregung aus im OP.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-878096.html
  1. #1

    Na toll...

    Bestimmt werden die "Lebensschützer" diesen seltenen Einzelfall als Beleg dafür verwenden, daß es richtig ist, auch in Ländern, wo solche -potentiell lebensgefährlichen - Einzelfälle schon im Schwangerschafts-Frühstadium feststellbar sind, nicht als medizinische Abbruch-Indikation zu werten...In den Ländern Mittel- und Südamerikas wo die katholische Kirche die Gesetzgebung beeinflußt hat, dürfen u. a. auch Eileiter-Schwangerschaften erst beendet werden, wenn das "Kind" abgestorben oder der Eileiter geplatzt ist.
  2. #2

    @raphaela45: was hat das jetzt mit "Lebensschützern" zu tun wenn sich eine Frau ein Kind wünscht und es dann zur Welt bringt? Nur, weil es Komplikationen gibt (und der Artikel besagt nicht, ob diese lebensgefährlich waren), muss eine Frau nicht gleich ihr Kind abtreiben, egal, in welchem Land!
  3. #3

    Ist selten, ...

    ... kommt aber auch in den reicheren westlichen Ländern ganz selten mal vor. So wie vor einigen Jahren in der Geburtshilflichen Abteilung in Hilden (NRW). Nach meiner Erinnerung war der Verlauf nach der Geburt nicht so komplikationsbehaftet, Mutter und Kind waren wohlauf. Auch hier kam es bei einer Sektio zu einer großen Überraschung bei den operierenden Gynäkologen. Insgesamt ist den - sehr selbstkritischen - Ärzten aus den von Ihnen zitierten Fall ein großes Lob auszusprechen, dass es Ihnen gelungen ist, auch die Mutter zu retten. Ich kenne die medizinische Versorungslage in Simbabwe nicht, weiß aber von Kollegen, die in afrikanischen Ländern für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet haben, dass die Verhältnisse gerade in der Geburtshilfe in vielen Ländern sehr schlecht sind und Frauen reihenweise an Erkrankungen versterben, die durch eine moderne Geburtshilfe, die wir uns leisten können, hier kaum noch vorkommen. Umso mehr verdiet dieser Fall unseren Respekt!
  4. #4

    Nicht verstanden

    Geht es nur mir so, oder hat auch jemand anderes nicht verstanden was letztlich die Flüssigkeit im Bauchraum war? Die Frau ging 5 Tage nach der Geburt nach Hause und kam drei Tage später zurück ins Krankenhaus. Dort wurde wieder Flüssigkeit aus dem Bauchraum entnommen, es geht aber nicht hervor, was es für eine Flüssigkeit war und woher sie stammt.
  5. #5

    optional

    @kleo: Eine solche extrauterine Schwangerschaft ist nicht nur eine "Komplikation", sondern verläuft unbehandelt in aller Regel tödlich. Aber sie haben schon recht, nur weil Mutter (und Kind sowieso) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sterben gibt das niemandem das Recht abzutreiben und das Leben der Mutter zu schützen. Sie soll schließlich leiden für ihre Erbsünde!
  6. #6

    Eileiter-Schwangerschaft

    Muß ich das jetzt so verstehen, daß Sie eine Eileiter-Schwangerschaft als "Komplikation" interpretieren? - In diesem Fall sollten Sie sich über die physiologischen Verhältnisse im weiblichen Reproduktions-Organismus besser genauer informieren ;-)
    .....Ballungsräume der Ungerechtigkeit: Abtreibung in Mittelamerika
  7. #7

    Natürlich

    ...verdienen diese Ärzte großen Respekt! Und es ist wirklich schön, daß Mutter und Kind wohlauf sind :-) ....Es hätte aber auch anders ausgehen können, daher sollte man es m. E. nicht "drauf ankommen" lassen (von wegen "Gottes Wille" und so).... Zumindest nicht dann, wenn die Situation schon zu Schwangerschaftsbeginn festgestellt wird und die Mutter ein so großes Risiko NICHT eingehen will, sondern dazu GEZWUNGEN werden soll (wie in vielen Ländern mit kirchen-geprägter Gesetzgebung, wo es nicht mal eine medizinische Indikation zum Schwangerschaftsabbruch gibt). - Darum ging es mir.
  8. #8

    @kleo123: Eine außerhalb der Gebärmutter liegende Schwangerschaft (Extraauterin Gravidität) ist immer als lebensgefährlich zu betrachten. Deshalb ist es aus medizinischer Sicht eindeutig nicht ratsam, erst auf Komplikationen zu warten. Denn "Komplikationen" in diesem Fall bedeuten hohen Blutverlust. Das ist in Ländern mit schlechter medizinischer Grundversorgung noch gefährlicher als bei uns. Von daher hat @raphaela45 meines Erachtens nicht ganz unrecht.
  9. #9

    @raphaela45

    Ihr Kommentar hat mit dem im Artikel geschilderten Fall doch wenig bis nichts zu tun. Aber auf diese Weise konnte einmal mehr "Katholiken-bashing" erfolgen.