Australien: Linguisten beleben ausgestorbene Aborigene-Sprache

AFPAustralische Linguisten haben eine ausgestorbene Aborigene-Sprache bei Adelaide wiederbelebt. Möglich machen dies die Aufzeichnungen deutscher Missionare aus dem 19. Jahrhundert. Lange nach dem Tod der letzten Sprecherin wächst nun die erste neue Muttersprachlerin heran.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-879496.html
  1. #1

    Cool!

    Ich bin begeistert von soviel Einsatz und Freude an einem Beruf (Berufung!), der so gar nichts mit shareholder value, charts oder champions league zu tun hat!
    Schade, dass unsere Gesellschaft offenbar das Dschungelcamp den Dschungelcölkern vorzuziehen scheint.
  2. #2

    Muttersprache

    Es ist schoen zu erfahren, dass es Menshen gibt, die zu ihrer Muttersprache zurueckkehren, bzw sie wieder finden wollen; Waehrenddessen schaffen die Deutschen ihre Muttersprache so langsam ab. so sorry! makes nothing?
  3. #3

    Abgesehen von Ihrer Schriftweise...

    Zitat von awoth Beitrag anzeigen
    Ich bin begeistert von soviel Einsatz und Freude an einem Beruf (Berufung!), der so gar nichts mit shareholder value, charts oder champions league zu tun hat!
    Schade, dass unsere Gesellschaft offenbar das Dschungelcamp den Dschungelcölkern vorzuziehen scheint.
    ...sind die indigenen Völker Australiens i.A. keine Dschungelvölker. Jedoch finde ich den Einsatz der Linguisten dort auch toll, und nebenbei will ich noch erwähnen, dass trotz allen möglichen Vorbehalten hauptsächlich deutsche Missionare in Australien vieles zur Bewahrung und schriftlichen Erinnerungen der dortigen Kulturen beigetragen haben, in einer für diese Völker unsäglichen Zeit. Das hat mir dort auch mal ein "Indigener" gesagt.
  4. #4

    falsche Richtung

    ganz nett fürs Kuriositäten-Kabinett.
    Ich selbst kann auch ein gepflegtes Plattdeutsch sprechen, aber wir sollten Forschung darauf verwenden, wie wir auf dieser kleinen Kugel möglichst überall in einer Sprache - wahrscheinlich englisch - sprechen.

    Wir müssen nun endlich über Grenzen hinweg zueinander finden - die Probleme da draussen sind nur gemeinsam zu lösen und eine "terranische" Sprache ist ein richtiger Schritt dahin.
  5. #5

    Zitat von holde Beitrag anzeigen
    Es ist schoen zu erfahren, dass es Menshen gibt, die zu ihrer Muttersprache zurueckkehren, bzw sie wieder finden wollen; Waehrenddessen schaffen die Deutschen ihre Muttersprache so langsam ab. so sorry! makes nothing?
    Besonders schlimm finde ich es, wenn man vorhandene deutsche Wörter gegen englische Wörter austauscht, z.B. Schlussverkauf/Sale, Besprechung/meeting, im Fernsehen Bericht/Feature, Nachricht/News usw.
  6. #6

    Fließend Kaurna

    SPON kann man eine gewisse Raffinesse nicht absprechen. Denn wer würde schon so einen Artikel anklicken ohne dieses entzückende Foto? Ich jedenfalls nicht, nein, ich hätte, zumal an einem Sonntagmorgen, vermutlich verweigert, mich dem Wiederaufleben einer Ursprache im fernen Australien zu widmen. Aber nun ist es zu spät, und ich bin wieder einmal überrascht, mit was sich Wissenschaftler hauptberuflich so beschäftigen können, zum Beispiel zappte ich einmal durchs Fernsehen und stieß dabei auf eine Vorankündigung: „Aus dem Alltag eines Diplomatikers“ – das schaust du dir an, dachte ich mir... doch es war eine Sendung über einen Spezialisten für historische Urkunden aus der Mongolei, da habe ich wieder abgeschaltet.

    Von den 6500 Sprachen auf der Welt sind also über 4000 vom Aussterben bedroht – ich glaube ja, es sind tatsächlich noch viel mehr. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden wahrscheinlich nicht mehr als 100 Sprachen übrigbleiben, darunter Englisch, Chinesisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Russisch, Deutsch, Kisuaheli, Plattdeutsch und natürlich die Aborigine-Sprache Kaurna, für deren Wiedergeburt sich Jack Buckskin einsetzt. Erste Erfolge sind auch schon zu verzeichnen, seine zweijährige Tochter spricht, wie zu lesen ist, fließend Kaurna – das muss den australischen Wissenschaftler besonders mit Blick auf die Vergangenheit sehr erfreuen, es muss ihn geradezu glücklich machen, Zitat:
    „Als es noch niemanden zum Sprechen gab, mussten meine Hunde als Zuhörer herhalten", erzählt Buckskin.“
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Australische Linguisten haben eine ausgestorbene Aborigene-Sprache bei Adelaide wiederbelebt. Möglich machen dies die Aufzeichnungen deutscher Missionare aus dem 19. Jahrhundert. Lange nach dem Tod der letzten Sprecherin wächst nun die erste neue Muttersprachlerin heran.
    Ist ja ganz nett. Aber bei all den Spracherhaltungsbemühungen (nicht nur in diesem Fall sondern auch woanders, selbst in Deutschland, wo es ja selbsternannte Sprachbehüter gibt) sollte man Folgendes bedenken. Sprachen, bzw. ganze Sprachräume sind lebendig. Das unbedingte Festhalten an einer Sprache in ihrem aktuellen Zustand oder gar die Wiederbelebung einer nicht mehr verwendeten Sprache halte ich für gänzlich kontraproduktiv. Es wird den sie sprechenden Individuen nicht helfen, in einer immer mehr zusammen wachsenden Welt zurecht zu finden. Das trifft auf die indigenen Völker in Australien besonders zu.

    MfG Stefan Fröhlich
    42 ;-)
  8. #8

    Zitat von der_seher59 Beitrag anzeigen
    ganz nett fürs Kuriositäten-Kabinett.
    Ich selbst kann auch ein gepflegtes Plattdeutsch sprechen, aber wir sollten Forschung darauf verwenden, wie wir auf dieser kleinen Kugel möglichst überall in einer Sprache - wahrscheinlich englisch - sprechen.

    Wir müssen nun endlich über Grenzen hinweg zueinander finden - die Probleme da draussen sind nur gemeinsam zu lösen und eine "terranische" Sprache ist ein richtiger Schritt dahin.
    Ja und nein. Eine gemeinsame Verstaendigungssprache waere sicher gut - und das Englische ist ja schon eine solche Sprache. Das bedeutet aber ueberhaupt nicht, dass alle anderen Sprachen aussterben muessen - sondern vielmehr, dass ein Grossteil der Weltbevoelkerung zwei- oder mehrsprachig werden sollte. Und sehr viele sind es ja schon.
    Ich empfehle Ihnen zu dem Thema das Kapitel "Sprache" in dem Buch "Vermaechtnis" von Jared Diamond.
  9. #9

    Versuchen Sie mal alle Wörter, die ihren Ursprung in anderen Sprachen und Dialekten haben, wegzulassen. Wenn man weit genug zurückgeht, bleibt dann nichts mehr von "der deutschen Sprache", wie Sie sie kennen, übrig... Sprachwandel ist ein natürliches Phänomen.