Rezept für Chicken Curry: Würzen Sie, dann weinen Sie

Peter Wagner1,2 Milliarden Menschen können nicht irren, wenn sie statt Schweinshaxe und Rindsroulade lieber Dal Makhani, Ganth Gobi oder ein simples Chicken Curry essen. Ein Ausflug ins Würz-Wunderland lohnt sich für jeden - auch germanische Gourmets werden Tränen des Glücks vergießen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-881036.html
  1. #1

    Indische Biohühner

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1,2 Milliarden Menschen können nicht irren, wenn sie statt Schweinshaxe und Rindsroulade lieber Dal Makhani, Ganth Gobi oder ein simples Chicken Curry essen. Ein Ausflug ins Würz-Wunderland lohnt sich für jeden - auch germanische Gourmets werden Tränen des Glücks vergießen.

    Rezept für indisches Hühnchengericht Chicken Curry - SPIEGEL ONLINE
    Nun, bezugnehmend auf den Artikel kann ich als damals studentischer Rucksackreisender in den 1980er/90er, dann hauptsächlich in Süd- und Südostasien unterwegs, als halbwegs erfahrener "Kenner" der Küche des Subkontinents in etwa wie folgt Stellung nehmen:

    Die Einordnung des Autors der verschiedenen Küchen "Indiens" gemäß den geografischen und soziologischen Gegebenheiten dort stimmt. Fleischkonsum ist dort hauptsächlich die Domäne der Muslime. Und die gegebenen religiösen Verhältnisse dort lassen eigentlich nur den Konsum von Geflügel und Lamm zu. Schweinefleisch, sowie der Konsum von Rindfleisch (Kühe) ist dort ein allgemeiner gesellschaftlicher Tabukonsens. Nichtsdestotrotz bestehen die Mahlzeiten dort hauptsächlich aus vegetarischer Kost, was vor Ort beim Anblick manchmal vorhandener Fleischereien als natürliche Konsequenz gesehen werden muss, für westeuropäische Gemüter wenigstens. Trotz alledem hab ich es dennoch einmal mit Huhn versucht, und es schien mir, dass eben dieses Huhn vielleicht doch nicht geschlachtet wurde, weil es vorher schlichtweg verhungerte, was die Fleischkonsistenz vermuten ließ.
    Nun ist die vegetarische Küche des Subkontinents allerdings weltweit unübertroffen, meiner Meinung nach, was ja auch der Vielfalt von Obst und Gemüse dort gezollt ist, von den vielfältigen endemisch vorkommenden Gewürzpflanzenarten dort ganz zu schweigen. Einzig die vielfältigen Milchprodukte dort tragen zur Aufnahme von tierischen Proteinen und Fetten bei. Vielleicht sollte mal in dieser oder ähnlichen Kolumnen häufiger Bezug darauf genommen werden. Im Artikel vermisse ich zum Beispiel die Erwähnung des Wortes "Thali", welches gerade in Südindien eine zentrale Bedeutung besitzt, jedoch sind auch viele nordindische vegetarische Gerichte nicht zu verachten.

    Am Schluss sei hier vielleicht noch erwähnt, dass ich in anderen Weltgegenden auch Nichtvegetarier sein kann, gerade hier in Europa, wo ich hauptsächlich Anhänger guter mitteleuropäischer und mediterraner Kost bin ;-)

    P.S. Viele Backpacker können dort trotzdem nicht auf ihren "Banana Pancake", wohl britischer Herkunft, nicht verzichten...
  2. #2

    optional

    Ich gehe mit meiner Frau ungefähr alle 2 Wochen indisch essen. Ein Geschmackserlebnis auf das wir nicht verzichten wollen.
  3. #3

    Endlich!

    setzt sich die Englische Küche auch in Deutschland durch! ;-)
  4. #4

    Ich liebe die indische Küche und habe mich wirklich auf das Rezept gefreut, bin dann aber kichernd bei dem "1 Stück Bio-Huhn" ausgestiegen. Mal ehrlich, der Verfasser hat doch nie im Leben selbst eingekauft oder gar selbst mal gekocht.
  5. #5

    optional

    Namaste Bier habe ich in Indien bisher noch nicht gesehen. Wenn man es authentisch haben will, sollte man ein Kingfisher Bier zum Curry trinken.
  6. #6

    in ca. 6 Wochen werde..

    ...ich dann mal sehen, ob ich alle Zutaten zusammen habe. Ist ja auch ein ziemlicher Logistikaufwand. Zudem muss ich noch aufpassen, dass die ersten eingekauften Zutaten nicht schon verdorben sind, wenn ich die letzten gefunden habe.

    Im Ernst - wohne in einer Großstadt, bin auch schon öfter im Asialaden gewesen. Bei diesem Rezept sind aber Sachen dabei, die ich mit Sicherheit dort nicht bekomme
  7. #7

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1,2 Milliarden Menschen können nicht irren, wenn sie statt Schweinshaxe und Rindsroulade lieber Dal Makhani, Ganth Gobi oder ein simples Chicken Curry essen. Ein Ausflug ins Würz-Wunderland lohnt sich für jeden - auch germanische Gourmets werden Tränen des Glücks vergießen.

    Rezept für indisches Hühnchengericht Chicken Curry - SPIEGEL ONLINE
    Am besten hat es mir an der Tamilenküste/ Madras geschmeckt. In
    HH Mundsberg beim Inder stand auf der Karte "Tamilische Linsensuppe". Ich habe sie bestellt und war enttäuscht, kein Vergleich mit der Suppe die ich in Madras gessen habe, Currygericht ähnlich. (Madras Curry ist der Beste, natürlich subjektive Wahrnehmung.)
    Den Chef angesprochen, und auf meine Erfahrung verwiesen, sagte er mir und hat wohl recht, wenn wir so kochen wie zuhause, kann er das in Deutschland nicht anbieten, das isst keiner!
  8. #8

    Ja schade

    Die indische Küche ist mit der beste Vertreter vegetarischer Küche, aber dran glauben muss schon wieder das arme, arme Bio-Huhn...

    Die Gewürze bekommt man selten alle gleich im Asialaden, aber in den meisten Bio-Läden findet man den Rest.
  9. #9

    Knapp vorbei ist auch daneben

    Schlecht recherchiert! Ghee wird in Indien schon lange nicht mehr als "das" Fett verwendet. Auch im erwähnten Buch von Pushpesh Pant wird so gut wie gar kein Ghee verwendet. Genau wie man in unseren Breiten schon lange nicht mehr überall Schmalz reinhaut. Und selbstverständlich sind dann auch Gemüsegerichte viel gesünder. Man nimmt einfach gesündere Öle. Ausserdem ist das ein ziemlich altmodisches Rezept. Trotz allem, mehr davon, Deutschland ist hinsichtlich indischer Küche ein Jammertal, und schuld daran tragen die hiesigen indischen Restaurants, die mit ihren tagelang aufgewärmten Pampen ein völlig falsches Bild der indischen Küche vermitteln.