Job im Freien: Spielplatztester decken "Fallen" auf

DPAKlettergerüst statt Karriereleiter: Spielplatztester Mario Ladu nimmt Rutschen, Schaukeln, Karussells und Wippen unter die Lupe und entdecken manchen morschen Pfahl. Bei 16.000 Spielunfällen pro Jahr ein verantwortungsvoller Job - mit den Füßen im Sand.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-880919.html
  1. #1

    Bitte nicht übertreiben

    bei uns in der nähe hat eine Bürgermeisterin den bau eines Spielplatz verboten.
    Da sich dieser auf dem Gemeindegrund befände, fürchtet sie im Falle eines Unfalls man könnte die Gemeinde haftbar machen
  2. #2

    optional

    Bei mir um die Ecke wurde vor Jahren der Sand unter der Schaukel durch Kies ausgetauscht... Was ist daran bitte sicherer?
  3. #3

    morscher Job

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klettergerüst statt Karriereleiter: Spielplatztester Mario Ladu nimmt Rutschen, Schaukeln, Karussells und Wippen unter die Lupe und entdecken manchen morschen Pfahl. Bei 16.000 Spielunfällen pro Jahr ein verantwortungsvoller Job - mit den Füßen im Sand.
    Spielplatztester prüfen Schaukeln, Rutschen und Gerüste - SPIEGEL ONLINE
    Unsere Spielplätze bestanden fast ausschließlich aus "Fallen" mit "morschen Pfählen", "gefährlichen" Stiegen und wackeligen Schaukeln, sumpfigen Wiesen, dunklen Wäldern und metertiefen Bächen - eigentlich dürfte keiner meiner Kindergarten- und Schulkameraden noch am Leben sein.

    Warum sind wir's doch?
    Weil nicht jeder F*** einen gutbezahlten "Fachmann" erforderte und ein rostiger Nagel schon mal von der Mama aus dem Fuß gezogen wurde.

    - Heute kommt das Kindchen mit dem Rettunswagen auf die Intensivstation,
    - die Kindergärtnerin wird abgemahnt,
    die Gemeinde wird von den Eltern verklagt,
    die Gemeinde verklagt den Gerätehersteller

    ....und ein "Fachmann" (siehe hier) wird für die Gerichtsverhandlung ein Gutachten schreiben....
    Mann, hatten wir's gut!
  4. #4

    ja man fragt sich wie

    Zitat von hashemliveloirah Beitrag anzeigen
    Unsere Spielplätze bestanden fast ausschließlich aus "Fallen" mit "morschen Pfählen", "gefährlichen" Stiegen und wackeligen Schaukeln, sumpfigen Wiesen, dunklen Wäldern und metertiefen Bächen - eigentlich dürfte keiner meiner Kindergarten- und Schulkameraden noch am Leben sein.

    Warum sind wir's doch?
    Weil nicht jeder F*** einen gutbezahlten "Fachmann" erforderte und ein rostiger Nagel schon mal von der Mama aus dem Fuß gezogen wurde.

    - Heute kommt das Kindchen mit dem Rettunswagen auf die Intensivstation,
    - die Kindergärtnerin wird abgemahnt,
    die Gemeinde wird von den Eltern verklagt,
    die Gemeinde verklagt den Gerätehersteller

    ....und ein "Fachmann" (siehe hier) wird für die Gerichtsverhandlung ein Gutachten schreiben....
    Mann, hatten wir's gut!
    wir das alle überlebt haben.

    Oder warten Sie liegt es etwa daran das man nun immer einer Schuld haben muss.
    Es kann einfach nicht mehr angehen das etwas einfach mal passiert ist.

    Nein ein Schuldiger muss her, koste es was es will.
  5. #5

    Hä? Spielplatz?

    Wir sind früher immer auf die Baustelle in der Nachbarschaft gegangen. "Eltern haften für ihre Kinder" habe ich in dem Zusammenhang immer so verstanden, dass meine Mutter in den Knast muss, wenn sie mich auf der Baustelle erwischen. Ich halte Spielplätze insgesamt für die größte Verarschung. Gebt Kindern ein Verwildertes Grundstück, ein paar Bretter und Nägel und dann ab dafür.
  6. #6

    Schädelbasisbruch

    Spätestens, wenn ein Kind, dass Sie lieben, mit einem Schädelbasisbruch auf der Intensivstation liegt, den es sich auf einem mangelhaft konstruierten Spielplatzgerät zugezogen hat, sprechen Sie anders. Ich habe es erlebt, und wünsche diese Erfahrung keinem.
  7. #7

    Better safe than sorry

    Nur weil MEISTENS alles gutgeht, auch auf unsicheren Spielplätzen, muss man sich noch lange nicht damit zufrieden geben. Oder gar hinterher die Gefahr noch romantisieren.

    Früher gab es in Autos keine Airbags und Sicherheitsgurte. Die meisten Menschen sind auch damals nicht verunglückt. Das ist aber doch kein Grund, auf Sicherheitstechnologie zu verzichten - beim Auto wie beim Spielplatz. Das Mehr an Sicherheit kostet doch in diesem Fall nicht Freiheit oder Spaß, sondern nur ein bisschen Geld - und was ist das schon im Vergleich zu dem Horror, sein Kind bei einem - dazu noch vermeidbaren - Spielplatzunfall zu verlieren (was eben leider passiert ist).

    Gefahr gehört zum Leben dazu - deswegen muss man aber noch nicht darauf verzichten, nutzlose Gefahren zu vermeiden.
  8. #8

    Zitat von Dan13 Beitrag anzeigen
    wir das alle überlebt haben.

    Oder warten Sie liegt es etwa daran das man nun immer einer Schuld haben muss.
    Es kann einfach nicht mehr angehen das etwas einfach mal passiert ist.

    Nein ein Schuldiger muss her, koste es was es will.
    Das kann ich bestätigen ich bin zwar nicht in den 70zigern aufgewachsenen aber meine Kindheit in den 90zigern und den rostigen Nagel im Fuß hatte ich auch, das tat zwar weh und hat mir 3 Wochen Gips eingebracht da der Nagel lang war, aber meine Mutter war froh, dass mir nicht mehr passiert ist den Gedanken die Jugendfarm zu verklagen auf deren Grundstück es passiert ist wäre ihr nie gekommen.
  9. #9

    Zitat von kantundco Beitrag anzeigen
    Wir sind früher immer auf die Baustelle in der Nachbarschaft gegangen. "Eltern haften für ihre Kinder" habe ich in dem Zusammenhang immer so verstanden, dass meine Mutter in den Knast muss, wenn sie mich auf der Baustelle erwischen. Ich halte Spielplätze insgesamt für die größte Verarschung. Gebt Kindern ein Verwildertes Grundstück, ein paar Bretter und Nägel und dann ab dafür.
    Das Problem besteht darin wenn die Kinderchen samt Baumhaus abschmieren, weil z.B. der Ast nicht tragfähig genug war.
    Damals kein Problem, Pech gehabt, aber heutzutage steht gleich ein Rudel Anwälte vor der Tür, der Staatsanwalt gleich vorneweg.

    Ich arbeite im öffentlichen Dienst, und ich kenne den Ärger den es nach sich zieht, bei uns schmierte vor Jahren in einem Naturschutz-
    gebiet so eine Baumhütte ab, die wir übrigens nicht entdeckt hatten.

    Ist num mal so: Wenn wir ein Baumhaus entfernen sind wir die Bösen, wenn nicht und es passiert was, dann sind wir die Doofen.
    Wir kriegen dann einen übergebraten, und nicht der Papa, der den lieben Kinderlein Bretter, Nägel und Werkzeug in die Hand gedrückt hat.

    Aber ansonsten gebe ich ihnen Recht.
    Ich bin in Waltershof großgeworden, wir hatten eine riesen Brachfläche und die Elbe zum spielen, dort wo heute der Containerhafen ist.
    Später zogen wir um nach Billwerder, wo wir ebenfalls genug Platz zum spielen hatten, inclusive Elbe.
    Die selbstgebastelten Wasserfahrzeuge sind Legende, die Schiffbrüche auch...
    Aber wir hatten nie Langeweile, und so richtig Mist gebaut haben wir auch nicht, von kleinen Streichen mal abgesehen.
    Und ertrunken ist auch keiner, schwimmen war so ziemlich das erste was wir lernten.

    Es ist leider so: In unserer genormten Welt ist leider kein Platz mehr für Phantasie und Eigeninitiative der Kinder, abgesehen davon daß die alten Brachflächen von damals mittlerweile komplett mit Industrie überbaut sind.

    Eine alte barkasse als Spielplatzschiff? Eine alte Lokomotive als Spielplatzlok? Völlig undenkbar, heutzutage.
    Nicht Normgerecht.