Krieg um Bodenschätze: Goldrausch in Kamituga

Horand KnaupGold, Diamanten, Platin, Coltan - im Ost-Kongo liegen kostbarste Erze im Boden. Doch statt Reichtum bringen die Edelmetalle Unheil: Menschen stürzen sich ins Elend, Entwicklung wird verhindert. Besuch bei den Goldgräbern von Kamituga.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-879317.html
  1. #1

    es wundert mich das man in kongo überhaupt kredite bekommt die dort ein vielfaches jahreseinkommen sind
    wer sagt denn das derjenige mit den 2500 dollar und den unverschämten 300% zinsen nicht einfach in 3 monaten am anderen ende des landes ist
  2. #2

    Diese Welt ist ...

    ... ein echtes Jammertal. Von wegen der Mensch ist intelligent. Er ist nur ein kleines, mieses, raffgieriges Wesen. Ein Glück, dass diese Welt nicht unendlich bestehen wird.
  3. #3

    hausgemachte Probleme

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gold, Diamanten, Platin, Coltan - im Ost-Kongo liegen kostbarste Erze im Boden. Doch statt Reichtum bringen die Edelmetalle Unheil: Menschen stürzen sich ins Elend, Entwicklung wird verhindert. Besuch bei den Goldgräbern von Kamituga.
    Dieser Artikel ist sehr aufschlussreich. Ergebnisoffen geschrieben, neutral und ausgewogen.

    Bei aller Wahrheit über die Kolonialvergangenheit in Afrika... Sind diese Zustände in Ost-Kongo wirklich durch den "Westen" verursacht? Es wird ja nahezu jedes Dilemma in Afrika dem Westen untergejubelt, aber das hier? Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

    Kann man politisch unkorrekt davon sprechen, dass viele Afrikaner für ein modernes westliches Leben nicht geeignet sind und sich eben so durchwurschteln? Und lieber erfolglos Gold schürfen, als Reis anbauen, wie es im Artikel steht?

    Lieber das vermeintlich schnelle Geld, als langfristig durch stete Arbeit doch mehr zu haben, ist rein menschlich. Das kann man aber nicht dem Westen anlasten.

    Egal, was wir tun, es wird nicht helfen. Entwicklungshilfe versickert, Spenden werden veruntreut, Schutzgesetze einfach umgangen (dieser Dodd Franck Act)... alles scheitert an der eigenen "Elite" dort.

    Es ist aber wie immer viel einfacher den Westen zu bashen, als allgemein mal jemandem konkret vor Ort die schuld zu geben.
  4. #4

    @neu-mitte

    in ihrem Kommentar scheinen sie die über 300 Jahre alte Kolonialgeschichte Afrikas und deren Folgen völlig auszublenden. Allein die von Kolonialmächten durchgeführte, willkürliche Grenzziehung durch unterschiedlichste Stammesgebiete hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Den Afrikanern zu unterstellen, ihre Probleme seien grundsätzlich hausgemacht, ist völlig indiskutabel. ALLES, was auf diesem Kontinent vor sich geht, ist mittelbare bzw. unmittelbare Folge abendländischen Engagements!
  5. #5

    Zitat von neue_mitte Beitrag anzeigen
    Und lieber erfolglos Gold schürfen, als Reis anbauen, wie es im Artikel steht?
    Das ist jetzt aber nicht unbedingt auf Afrika beschränkt. Wenn man sich mal den Goldrausch in Alaska und im Westen der USA anschaut, da waren auch die Schürfer die armen Schweine. Das große Geld haben die Leute gemacht die ein Saloon & Puff aufgemacht und den Whiskey angeschafft haben.
  6. #6

    Kolonialverwaltungen brachten überhaupt erst Zivilisiation

    Zitat von zweistein59 Beitrag anzeigen
    Den Afrikanern zu unterstellen, ihre Probleme seien grundsätzlich hausgemacht, ist völlig indiskutabel. ALLES, was auf diesem Kontinent vor sich geht, ist mittelbare bzw. unmittelbare Folge abendländischen Engagements!
    Die willkürliche Grenzziehung, oft ein laaanger Strich, am grünen Tisch ist nicht hilfreich gewesen, das habe ich nicht bestritten.
    Der Kolonialisierung aber ALLES, mittelbar und unmittelbar, in die Schuhe zu schieben ist aber soetwas von vermessen.

    Dies würde implizieren, dass vorher alles relativ hochentwickelt, wirtschaftlich erfolgreich und bestens organisiert war... und dann kamen die Kolonialherren, zerstörten das alles und warfen sie um 100e Jahre zurück. Und in den 50 Jahren seit 1960 konnte man das noch nicht wieder aufholen.

    Das glauben Sie doch selber nicht wirklich, oder? Vielmehr ist es so, dass die Kolonialbehörden, allen voran Frankreich, überhaupt soetwas wie moderne Zivilisation mitbrachten, in eine Gegend der Erde, die das überspitzt gesagt bisher nicht mal vom Hörensagen kannte.
    Die Kolonialverwaltungen wurden aber vertrieben, ohne die Länder in die Moderne zu überführen.

    Unter den Belgiern wären die ostkongolesischen Wild-West-Zustände jedenfalls undenkbar.
  7. #7

    Und davor?

    Zitat von zweistein59 Beitrag anzeigen
    in ihrem Kommentar scheinen sie die über 300 Jahre alte Kolonialgeschichte Afrikas und deren Folgen völlig auszublenden.
    Afrika war mit der kleinen Ausnahme am Nil auch vorher schon nicht gerade der Hort der menschlichen und wissenschaftlichen Entwicklung, der Nachhaltigkeit und der Prosperität.
  8. #8

    Zitat von Steuerzahler0815 Beitrag anzeigen
    es wundert mich das man in kongo überhaupt kredite bekommt die dort ein vielfaches jahreseinkommen sind
    wer sagt denn das derjenige mit den 2500 dollar und den unverschämten 300% zinsen nicht einfach in 3 monaten am anderen ende des landes ist
    Die 300% Zinsen sind eben der Risikozuschlag, da der Kreditgeber eine hohe Ausfallswahrscheinlichkeit hat.
    Und nun sehen wir, warum ein geordnetes Bankwesen doch so seine Vorteile haben kann - nur mal so als dezenten Hinweis fuer unsere Steinzeitkommunisten im Forum...
  9. #9

    Man braucht sich doch blos Ghana anschauen, was dort aus den Menschen geworden ist. Gold im Boden ist nicht zwingend mit Reichtum verbunden, insbesondere wenn die Chinesen und Afrikaner sich militärisch bewaffnen und einen Kleinkrieg führen.