Wie kann der Staat den Familien wirklich helfen?

Die Klagen über den Rückgang der Geburtenzahlen dauern an, am Phänomen ändert sich jedoch nichts: In Deutschland werden einfach zu wenig Kinder geboren. Und die Familien drücken später hohe Kosten. Liegt es wirklich am Egoismus der potentiellen Eltern, an diesen Kosten, an zu wenigen Betreuungsplätzen? Oder ist es ein europaweites Problem, das sich in Deutschland nur marginal anders niederschlägt. Dass etwas geschehen soll und muss, darin sind sich alle einig. Nur: Wie kann der Staat den Familien wirklich helfen?
  1. #1

    und wo kommen die ganzen Arbeitsplätze her?

    Ich frage mich wo die ganzen Arbeitsplätze in Deutschland herkommen sollen wenn die Alleinverdiener-Ehe jetzt verteufelt wird?
  2. #2

    Qualifizierte Frauen

    Zitat von Stephan Lamshoeft Beitrag anzeigen
    Ich frage mich wo die ganzen Arbeitsplätze in Deutschland herkommen sollen wenn die Alleinverdiener-Ehe jetzt verteufelt wird?
    Es geht ja auch um qualifizierte Frauen, die Kinder und Arbeit nicht leicht unter einen Hut bringen können. Da bringen Kitas und Krippen echten Mehrwert für die Volkswirtschaft.
  3. #3

    Wirkungsvolle Instrumente?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Klagen über den Rückgang der Geburtenzahlen dauern an, am Phänomen ändert sich jedoch nichts: In Deutschland werden einfach zu wenig Kinder geboren. Und die Familien drücken später hohe Kosten. Liegt es wirklich am Egoismus der potentiellen Eltern, an diesen Kosten, an zu wenigen Betreuungsplätzen? Oder ist es ein europaweites Problem, das sich in Deutschland nur marginal anders niederschlägt. Dass etwas geschehen soll und muss, darin sind sich alle einig. Nur: Wie kann der Staat den Familien wirklich helfen?
    Nach dem auf Basis der Kosten-Nutzen-Analyse nun klar ist, wie wirkungsvoll die einzelnen Instrumente sind, sollten in einem Stufenplan die wirkungsvollsten ausgebaut und die wirkungslosen abgebaut werden. Dabei sollten so unbekannte Instrumente, wie die steuer- und sozialabgabenfreie Förderung von Kinderbetreuungskosten von Arbeitnehmer durch Arbeitgeber mehr beworben werden, denn dann würde dieses seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Instrument endlich dazu führen, dass angepasste, individuelle Betreuung zumindest kostentechnisch möglich ist. In diesem Sinne: Studie sofort veröffentlichen. Breit diskutieren und Arbeitgeber: Nutzt endlich die schon vorhandenen Instrumente, um euren Arbeitnehmern eine individuelle Kinderbetreuung zu ermöglichen.
  4. #4

    Fördern und fordern

    Nur nach dem Gießkannenprinzip Geld zu verteilen hat sich als nachteilig erwiesen. Wenn z.B. Kinder aus Einwandererfamilien mit Sprachproblemen nicht in die Kita geschickt werden wo sie der Landessprache mehr mächtig würden, einfach mal die Kinder-, Eltern-, und sonsige Gelder streichen. Wenn Kinder mehrfach straffällig werden auch sofort die Kindergelder streichen, da die Erwachsenen ja nicht ihrer Erziehungsplicht nachkommen. In der Schule auffällige Kinder müßten umgehend Besuch vom Erziehungsamt bekommen. Permanente Schulschwänzereien müßten ebenfalls mit der Streichung von Unterstützungsgelden geahndet werden. Gezielt die Kinder fördern die aus einkommensschwachen Familien kommen mit der Zahlung von Essensgeld, Schulfahrten etc. Man könnte soviel tun aber die die es anordnen könnten tun es nicht. Warum nicht ?
  5. #5

    "Alleinverdiener Familie" gabs mal. Schon lange reicht ein einzelner Verdienst ja nicht aus.

    Wie wärs mit einer probeweise zeitlich begrenzten "Kinder Prämie" ?
    Mal schauen ob in den 36 Monaten die Geburtenrate tatsächlich steigt.
    4000.- als Anreiz? Ich meine was mal mit unserem drittliebsten "Kind" (PKW Abwrachprämie) gemacht wurde sollte doch Geld übrig sein für "neue Kinder". Kurbelt auch viel an, wie Bekleidungsindustrie, Nahrungsindustrie, Stunden Nannies, Wohnungsbau, 4 Schlafzimmer Eigenheim anstatt Standard oben 3 plus Bad. etcpp
  6. #6

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen
    "Alleinverdiener Familie" gabs mal. Schon lange reicht ein einzelner Verdienst ja nicht aus.

    Wie wärs mit einer probeweise zeitlich begrenzten "Kinder Prämie" ?
    Mal schauen ob in den 36 Monaten die Geburtenrate tatsächlich steigt.
    4000.- als Anreiz? Ich meine was mal mit unserem drittliebsten "Kind" (PKW Abwrachprämie) gemacht wurde sollte doch Geld übrig sein für "neue Kinder". Kurbelt auch viel an, wie Bekleidungsindustrie, Nahrungsindustrie, Stunden Nannies, Wohnungsbau, 4 Schlafzimmer Eigenheim anstatt Standard oben 3 plus Bad. etcpp
    Dann kostet aber dann bestimmt das Packet "Pampers" gleich 111.-€ und ein Strampler von KIK & Co. in Größe 68 auch 99.- Euronikas- die Industrie ist doch nicht ganz BLÖD ;-)
  7. #7

    Grosse Überschriften, grosse Fragen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Klagen über den Rückgang der Geburtenzahlen dauern an, am Phänomen ändert sich jedoch nichts: In Deutschland werden einfach zu wenig Kinder geboren. Und die Familien drücken später hohe Kosten. Liegt es wirklich am Egoismus der potentiellen Eltern, an diesen Kosten, an zu wenigen Betreuungsplätzen? Oder ist es ein europaweites Problem, das sich in Deutschland nur marginal anders niederschlägt. Dass etwas geschehen soll und muss, darin sind sich alle einig. Nur: Wie kann der Staat den Familien wirklich helfen?
    Dabei ist doch allg. bekannt, dass der Neoliberalismus als sozioökonomische Form die Gesellschaft "pulverisiert" und atomisiert in "eigenverantwortliche" (Schein-) Individuuen, indem es jede Form von "Sozialem" knallhart ausradiert. Dazu gehören nun mal neben der größten sozialen Einheit "Gesellschaft" auch "die kleinsten sozialen Einheiten" wie Beziehungen, Familien usw.

    There is no such thing as society. There is no such thing as family.
  8. #8

    ich finde es reichlich naiv die niedrigen Geburtenraten an staatlichen Förderungen festzumachen.

    Früher gabs den Automatismus, Heiraten und dann Kinderkriegen, da wurde nicht groß drüber nachgedacht.
    z.b. Zitat von meinem Vater "mag keine Kinder, Kinder nur wegen dem Gebot du sollst Kinder zeugen"

    Heutzutage gibt es einfach verschiedene Lebensmodelle, und da sind nun mal oftmals keine Kinder vorgesehen.
    Da könnte es noch so viele Kindergärten, Krippen, finanzielle Vergünstigungen geben.

    Ich sehe es ja z.b. in meinem Arbeitskreis.

    - Kollegen A mag keine Kinder
    - Kollege B hat Angst vor Unterhaltszahlungen und abzockende Frauen
    - Kollege C will seine Freiheit
    - Kollege D hat Freizeitaktivitäten die inkompatibel mit Kinder sind

    Und solche Menschen mit solchen Ansichten gibts nun mal extrem viele. Da hilft keinen Familienpolitik und sonstiges.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Klagen über den Rückgang der Geburtenzahlen dauern an, am Phänomen ändert sich jedoch nichts: In Deutschland werden einfach zu wenig Kinder geboren. Und die Familien drücken später hohe Kosten. Liegt es wirklich am Egoismus der potentiellen Eltern, an diesen Kosten, an zu wenigen Betreuungsplätzen? Oder ist es ein europaweites Problem, das sich in Deutschland nur marginal anders niederschlägt. Dass etwas geschehen soll und muss, darin sind sich alle einig. Nur: Wie kann der Staat den Familien wirklich helfen?
    Mich undert da gar nichts. Ich bekomme gerade bei meinem Arbeitskollegen mit, was es bedeutet in Berlin einen Kitaplatz in 6 Monaten zu bekommen. Er hat sich bei 7 Kitas beworben, bei der zweiten hat es dann geklappt. Die Kita wird ihn 400 - 500 Euro Netto im Monat kosten, ein wahres Schnäppchen. Wer will sich denn diesem Theater neben dem Berufleben noch aussetzen ?

    Da Kinder keine Lobby in Deutschland haben kümmert es die Politik nicht. Die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Lieferung hunderter Panzer in Krisenregionen durch die Politik ist einfacher.