Plagiatsvorwürfe gegen Schavan: "Jeder wusste, wie zu zitieren ist"

dapdDie Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan werden immer noch geprüft. Dabei spielt Fachliteratur zu Zitierweisen aus den Siebzigern eine wichtige Rolle. Die Erkenntnis: Die Vorgaben waren damals so streng wie heute.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/a-881096.html
  1. #40

    Zweierlei Maß?

    Frau Schavan hat einfach Pech. Als Ossi hätte sie ihren Doktor auf jeden Fall behalten, egal ob plagiiert oder nicht. Der Einheitsvertrag hätte sie geschützt, denn dort heißt es lapidar:
    "Das Recht auf Führung erworbener, staatlich anerkannter oder verliehener akademischer Berufsbezeichnungen, Grade und Titel bleibt in jedem Fall unberührt."
    Weshalb kann man das nicht auch für Schavans Wessie-Uralt- Dissertation gnadenhalber gelten lassen?
  2. #41

    Jede wissenschaftliche Arbeit beruht auf vorhergehenden...

    Jede wissentschaftliche Arbeit beruht auf vorhergehenden Erkenntnissen die man natürlich erlernt hat in dem Studium.
    Fachlich ist es ein minimaler Fehler hier mal Quellen ausdrücklich nicht anzugeben an der Fachkompetenz der Arbeit an sich ändert dies jedoch nichts und deshalb darf Schavan Ihren Doktortitel behalten . Hier ist dringend Reformbedarf den die Forschung zu neueren Erkenntnissen kann nicht ständig dadurch transaliert werden das man vorgehende Kenntnisse ständig durch Quellenangaben ergänzen muß auch wenn Sie mal sinnvoll sind und mal nicht!
  3. #42

    jaja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan werden immer noch geprüft. Dabei spielt Fachliteratur zu Zitierweisen aus den Siebzigern eine wichtige Rolle. Die Erkenntnis: Die Vorgaben waren damals so streng wie heute.

    Fachliteratur aus den Siebzigern stärkt Vorwürfe gegen Annette Schavan - SPIEGEL ONLINE
    .....

    Vor allem gab es zu Schavans Doktorarbeitzeiten noch kein INett. Würden heute alle Arbeiten jener Zeit durchleuchtet, fielen bei mindestens 50 Prozent fragwürdige Passagen auf. Sie ausfindig zu machen, ist heute ein Kinderspiel und genauso wird das auch genutzt: Um sich wichtig zu machen und aus Sensationsgier!
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  4. #43

    Kein DDR-Bonus

    Zitat von Talloires Beitrag anzeigen
    Frau Schavan hat einfach Pech. Als Ossi hätte sie ihren Doktor auf jeden Fall behalten, egal ob plagiiert oder nicht. Der Einheitsvertrag hätte sie geschützt, denn dort heißt es lapidar:
    "Das Recht auf Führung erworbener, staatlich anerkannter oder verliehener akademischer Berufsbezeichnungen, Grade und Titel bleibt in jedem Fall unberührt."
    Jeder nach DDR-Recht erlangte Grad oder Titel ist geschützt, aber nicht nach DDR-Recht unrechtmäßig erlangte, z.B. durch Plagiat. Eine Falsche Interpretation diese Passus also. Es bleibt auch hier das Recht der Fakultäten akademische Grade zu erteilen und zu entziehen.
  5. #44

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    .....

    Vor allem gab es zu Schavans Doktorarbeitzeiten noch kein INett. Würden heute alle Arbeiten jener Zeit durchleuchtet, fielen bei mindestens 50 Prozent fragwürdige Passagen auf.
    Sie haben dazu eine verlässliche Studie, oder nur ein Bauchgefühl?
  6. #45

    Aus eigenem erleben

    Habe Mitte der 80er-Jahre studiert und dabei zwei Unis erlebt. In meiner Studienrichtung war in keiner der beiden Unis richtiges zitieren ein Thema. Vermutlich enthalten meine Arbeiten aus der Zeit jede Menge Fehler, die aus heutiger Sicht unverständlich sind.
    Aber nachdem ich nicht vorhabe in die Politik zu gehen ...
  7. #46

    Ausländische h.c.

    Zitat von khfw Beitrag anzeigen
    Ja - Sie haben schon eine Spur zum Ziel gelegt. Aber auf Amateure, wie Kretschmann, ist Frau Schavan nicht angewiesen.
    ...
    * Meiji-Universität in Tokio
    * Hebrischen Universitt Jerusalem
    * Tongji-Universität in Shanghai
    Leider etwas unhandlich, da die in Deutschland in ihrer Originalbezeichnung mit Herkunftsbezeichnung geführt werden müssen. Der erste Titel wäre (sofern als Titel benutzt und nicht nur in der Vita aufgelistet), tokyo-no meijidaigaku-no meiyohakase . Die zwei anderen wären auch nicht gerade leserlicher. Der Dr. h.c. lebt aber davon, dass der h.c. übersehen wird und der Träger mit einem echten Promovierten so verwechselt werden kann. Der Trend geht aber derzeit zum Honorar- und Ehrenprofessor, da der ohne einschränkende Zusätze geführt werden dar. Der Drang unter Politiker und Wirtschaftsvertretern ist also sehr groß mit Inhabern eines Lehrstuhl an einer Universität verwechselt zu werden.

    Im Buch von Manfred Zach "Monrepos oder Die Kälte der Macht" ist sehr schön dargestellt, welche Verrenkungen mit der Universität Karlsruhe seinerzeit unternommen wurden um dem Abitur losen Ministerpräsidenten zu akademische Ehren zu verhelfen, während er schon längst die Ehrendoktorwürde von Pecs (Ungarn) besaß. Die Ehrendoktorwürden als Gastgeschenk bei Staatsbesuchen haben also wenig Wert, weil die Führung der Titel zu geringen Erkennungswert hat, besonders wenn die aus Ländern mit entfernten Sprachen sind. Für Annette Schavan wäre das also keine Option.
  8. #47

    Sorry, aber das klingt ziemlich unglaubhaft

    Zitat von mk1964 Beitrag anzeigen
    Habe Mitte der 80er-Jahre studiert und dabei zwei Unis erlebt. In meiner Studienrichtung war in keiner der beiden Unis richtiges zitieren ein Thema. Vermutlich enthalten meine Arbeiten aus der Zeit jede Menge Fehler, die aus heutiger Sicht unverständlich sind.
    Aber nachdem ich nicht vorhabe in die Politik zu gehen ...
    Ich weiß ja nicht, welche Richtung Ihr Studium hatte, aber als ich Anfang der 80er Jahre an der Uni Mainz zu studieren begann (Politikwissenschaft), gab es bereits im Pro-Seminar eine Literaturliste, auf der sich folgender Titel befand: "Die Form der wissenschaftlichen Arbeit" von Standop/Meyer. Das Buch gibt es in aktualisierter Form (wegen der technischen Entwicklung, z. B. Einsatz von PCs) auch heute noch und darin sind unter anderem die Zitierregeln aufgeführt.

    Ich nehme an, dass dieses Handbuch auch in Düsseldorf erhältlich war, weshalb es für mich nur eines geben kann - Frau Schavan den Doktortitel aberkennen.
  9. #48

    Ein verbeulter Ehrendoktorhut ist dann noch gut, wenn er etwas verdecken tut!

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    Die Ehrendoktorwürden als Gastgeschenk bei Staatsbesuchen haben also wenig Wert, weil die Führung der Titel zu geringen Erkennungswert hat, besonders wenn die aus Ländern mit entfernten Sprachen sind. Für Annette Schavan wäre das also keine Option.
    Sagen Sie das bitte nicht!
    Sollte die Uni Düsseldorf genug Zivilcourage besitzen und pflichtbewusst nach ihren akademischen Regeln verfahren, stünde sie ziemlich barhäuptig da ... jeder könnte genau sehen, ob sie sich gebührend Asche auf das Haupt einer gewesenen Bundesbildungs- und Wissenschaftsministerin gestreut habe.
    Mit einem aber noch so verbeulten Ehrendoktorhut bliebe ihr immerhin eine Chance, das geübte Ausmaß ihrer Scham zu verhüllen.

    Hoch gepokert hat sie, wie es nun einmal bei Hochstaplern Usus ist, im Rahmen einer damaligen Dissertation schon und ihren Doktorvater mit ihrer „eidesstattlichen Ehrenerklärung“ in zu großer Sicherheit gewiegt oder ihn möglicherweise vorsätzlich hinters Licht geführt, denn jedem Zweitsemester war spätestens nach der ersten Seminararbeit in Fleisch und Blut übergegangen, dass Paraphrasierungen, Textumstellungen etc. ohne Quellenverweis eine akademische „Todsünde“ und nicht nur eine „lässliche“ Sünde war. In ihrer Dissertation hat sie das aber nicht nur einmal getan ... und so etwas kann man nur mit Vorsatz mehrmals tun!
    Hatte sie sich wohl darauf irgendwie verlassen können, dass ihr „Doktorvater“ jetzt von ihr eingeräumte „handwerkliche Fehler“ nicht registrieren und unbedingt nachbessern lassen würde?

    Und so kann jeder, der es will, auch heute noch lesen, dass – nach ihrer eigenen wohlwollenden Einschätzung – sie als Probandin sich erlaubt hatte, etwas „schlampig gearbeitet“ zu haben.

    Vielleicht kannte sie ihren Prof. schon aus seinen Zeiten in Neuss, als sie noch zur Schule ging und in der Jungen Union im rheinischen Klüngel vielleicht schon einen Namen hatte, von dem man glaubte, dass man ihn sich merken müsse.

    In Düsseldorf haben sich ihre Wege – rein zufällig – wieder gekreuzt und Herr Prof. Gerhard Wehle hat sich sogleich wieder an sie erinnert ... sich „geehrt“ gefühlt und alle verfügbaren „Augen“ zugedrückt, dass er die „Schlamperei“ nicht sehen konnte bzw. musste. ;-))
  10. #49

    Den Text des Heftes...

    ... kann man offensichtlich hier herunterladen: http://www.citavi.com/de/support.html

    Alle reden über den Text von Schavan, ohne ihn gelesen zu haben. Da sollte man wenigstens den Maßstab kennen ;-)