Plagiatsvorwürfe gegen Schavan: "Jeder wusste, wie zu zitieren ist"

dapdDie Plagiatsvorwürfe gegen Bildungsministerin Annette Schavan werden immer noch geprüft. Dabei spielt Fachliteratur zu Zitierweisen aus den Siebzigern eine wichtige Rolle. Die Erkenntnis: Die Vorgaben waren damals so streng wie heute.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/a-881096.html
  1. #1

    Oh, dieser Deutsch!

    Zitat:"...sagt Gisela Müller-Kipp, die auf i h r e m Lehrstuhl Schavans Doktorvater nachfolgte." (Fettdruck von mir)

    Also Frau Müller Kipp folgte Schavans Doktorvater auf
    s e i n e m Lehrstuhl nach.
    Genau diese "Verwechselung" zwischen "mein" und "sein"
    ist Frau Schavan vorzuwerfen. Aber das ist inzwischen ja so allgegenwärtig, daß auch die SPON-Schreiber garnicht mehr merken, wem was zuzuordnen ist. (siehe auch Artikel über den neuen Düsenjäger des Iran: "Biden forderte die Regierung in Teheran auf über s e i n Atomprogramm zu reden").
    Ogottogott!
  2. #2

    Ich fände den Vorschlag von Herrn Prof. Steuber gar nicht so schlecht.
    Das Verfahren hat so viel Porzellan zerschlagen, es war so umstritten - da wäre die Lösung, das Fehlverhalten festzustellen, aber offiziell Mängel festzustellen vielleicht nicht die schlechteste.
    Dann würde keiner das Gesicht verlieren, und es wäre ob der Verfehlungen von Frau Schavan (wir erinnern uns: bei VroniPlag gab es keine Mehrheit für die Veröffentlichung) wäre das auch eine angemessene Strafe.
  3. #3

    ja

    das wußten wir sogar in der ddr...laßt ihr doch den dr.: eine wissenschaftsministerin, die nicht die einfachsten wissenschaftlichen regeln einhalten kann - ist sie nicht beispielhaft und pars pro toto (frau schavan, gucken sie in die wikipedia, wenn sie's nicht verstehen) für die ganze politikergarde, die da seit jahren diäten frißt?
  4. #4

    Nachtrag

    An der TU Berlin ist übrigens gerade ein Plagiats-Verfahren zu einem ähnlichen Abschluss gekommen http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/2013/januar_2013/medieninformation_nr_92013/
    Und hier stellte VroniPlag auf gut 30% der Seiten Textübernahmen fest (z.T. echtes copy & paste)
  5. #5

    Einfach nur mal so...

    Als ich Anfang der 80er Jahre an der Uni Mainz zu studieren begann, gab es bereits im Pro-Seminar eine Literaturliste, auf der sich folgender Titel befand: "Die Form der wissenschaftlichen Arbeit" von Standop/Meyer. Das Buch gibt es in aktualisierter Form auch heute noch und darin sind unter anderem die Zitierregeln aufgeführt. Ich nehme an, dass dieses Handbuch auch in Düsseldorf erhältlich war, weshalb es für mich nur eines geben kann - Frau Schavan den Doktortitel aberkennen.
  6. #6

    Deutschland ist so kaputt

    Also wie üblich macht der Spon wieder mal Werbung für die Obrigkeit. Natürlich, ist doch toll, man stellt die Mängel fest und Sie darf den Doktortitel behalten. Für die Zukunft heisst das dann: Liebe Promotions-Willige, nehmt es nicht so Ernst. Schaut einfach, dass ihr mit dem frisch gebackenen Doktor in Politik kommt. Eure "Fehlerchen" in der Doktorarbeit werden im Nachgang festgestellt und den Titel dürft ihr behalten.
    Gehts noch?
    Weiss eigentlich jemand von den Spon-Redakteuren, was das Ausland so über die Deutschen denkt?
    Als Deutscher im Ausland kommt man da nicht gut bei weg. Meine Kollegen witzeln darüber, und die ausländische Presse sieht es ähnlich. Die tollen Deutschen, (Vorbild für Europa oder besser noch der ganzen Welt = Merkels Rede in Davos) kriegen nicht mal ein sauberes Promotionsverfahren geregelt.
    Naja, auf der anderen Seite in D ist die Herkunft dafür entscheidend was man erreicht und was nicht. Da ist es nur konsequent dafür zu sorgen, dass Inzucht der sogenannten Elite aufrecht erhalten bleibt. Es muss ja auch dann einer einen Doktortitel haben, der die intellektuellen Fähigkeiten dafür gar nicht mitbringt. Beispielsweise Gutti, aber der hat wohl etwas übertrieben.
    Aber der Hohn bei Schavan ist der Titel ihrer Arbeit "Person und Gewissen". Bei den Personen der sogenannten deutschen Elite vermisse ich seit Jahren, dass was man im Volksmund so unter Gewissen versteht.
  7. #7

    Und die Dr-Väter?

    Tja, wenn der Dr-Vater einen solchen Ratgeber mitverfasst hat, aber bei seinen Doktoranden/Doktorandinnen nicht auf korrekte Zitierweise geachtet hat, trägt er auch einen Gutteil der Verantwortung mit.Tatsache ist aber: Wenn ich mir alte Dissertationen aus den Siebzige rund Achtziger Jahren heute ansehe, würde früher in der Tat wesentlich weniger und wesentlich schlampiger zitiert. Denn es gab damals keine hilfreichen elektronischen Literaturverwaltungssysteme und jederzeit verfügbare Onlinequellen, wo man schnell noch mal ein zweites und drittes Mal nachlesen kann, was XY denn nochmal genau geschrieben hat. Ich vermute auch ganz stark, dass hier der Person Annette Schavan wegen mit zweierlei Maß gemessen wird.
  8. #8

    Müsste man prüfen

    Zitat von 1berliner Beitrag anzeigen
    An der TU Berlin ist übrigens gerade ein Plagiats-Verfahren zu einem ähnlichen Abschluss gekommen Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni : Medieninformation Nr. 9/2013
    Und hier stellte VroniPlag auf gut 30% der Seiten Textübernahmen fest (z.T. echtes copy & paste)
    In der von Ihnen verlinkten Medieninformation heisst es: "Es liegen in der Dissertation Mängel in der Zitierweise vor. Diese wirken sich allerdings nicht auf die Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Leistung aus."
    Es wäre ja dann auf jeden Fall zu prüfen, wie es bei Schavan um diesen Punkt steht.
  9. #9

    Ungleichgewicht - demokratiegefährdend

    Einem Steinbrück werden selbst bloß vermutete Dinge, die er nicht mal - oder nicht so gesagt hat, kampagnenhaft nachgetragen und dieser machtgeilen Schavan wird in "großmütterlicher" Manier alles nachgesehen??? Wer diese Demokratie in ihrem moralischem Anspruch retten will, muß dafür sorgen, daß die, die Fehler machen, dafür Verantwortung tragen. Wer betrügt muß, muß notfalls dazu geuwungen werden. Wer beansprucht, mit einer wie eine Flagge vorangetragener Moral, dieses Land zu führen, darf nicht mit großmütterlichem Verzeihen belohnt werden. Dies gilt insbesondere für diese gandenlose Schavan. Fragen Sie mal ihren Landesverband BaWü - selbstredend hiinter vorgehaltener Hand. Öffentlich geht nicht, denn - Annette verzeiht nichttt!