Früherkennung: Gesetz ermöglicht bundesweites Krebsregister

DPADie Daten aller deutschen Krebspatienten werden bald in umfangreichen Krebsregistern erfasst. Der Bundestag hat das dafür notwendige Gesetz jetzt beschlossen. Die Datenbanken sollen die Behandlung verbessern - für die Versicherten wird es mehr Vorsorgeprogramme geben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-880898.html
  1. #1

    (°_°)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Daten aller deutschen Krebspatienten werden bald in umfangreichen Krebsregistern erfasst. Der Bundestag hat das dafür notwendige Gesetz jetzt beschlossen. Die Datenbanken sollen die Behandlung verbessern - für die Versicherten wird es mehr Vorsorgeprogramme geben.

    Krebsregister: Bundestag beschließt Gesetz zur Früherkennung - SPIEGEL ONLINE
    na, mit der Begründung können wir dann auch gleich ein
    bundesweites HIV-Register,
    bundesweites Raucher-Register,
    bundesweites Alkoholiker-Register,
    bundesweites Grippe-Register
    bundesweites (nach Belieben einzusetzen)-Register und vor allem ein
    bundesweites Datenschutz-Register
    einführen ...


    und wer wird - und mit welcher wachsweichen Begründung - hierauf Zugriff haben???
  2. #2

    Wer soll das bezahlen?

    Der Betrieb der Register ist die eine Sache, die Datengewinnung eine andere. Derzeit erhalten die Kliniken ca. 3,5 Euro für eine Meldung ans Krebsregister, wohlgemerkt an das epidemiologische Register. Zukünftig soll das Register klinisch sein, das heißt es müssen aufwendig Daten ermittelt und in die Systeme gepflegt werden. Wer mal in die Tumordokumentation geschnuppert hat, der weiß, dass das nicht mal so eben aus der elektronischen Patientenakte registergerecht extrahierbar ist. Es gibt Untersuchungen, die schätzen den Dokumentationsaufwand pro Fall auf 80 bis 100 Euro. Wer zahlt das den Krankenhäusern, Pathologen, niedergelassenen Ärzten? Die Kliniken haben derzeit einen erheblichen Aufwand um die Anforderungen für ausgewählte onkologische Zentren (Brust, Darm, Prostata etc.) zu erfüllen. Demnächst sollen klinische Daten für alle Tumorarten ermittelt werden? Wer soll das machen? Das Personal, das eh schon am Limit ist? Aus welcher Schatulle soll das bezahlt werden? Welche Qualität darf denn stattdessen sinken? Da haben doch Leute auf 10000 Flughöhe etwas entscheiden, was in Bodennähe dann doch etwas anders aussieht.
  3. #3

    Zitat von Just4fun Beitrag anzeigen
    und wer wird - und mit welcher wachsweichen Begründung - hierauf Zugriff haben???
    Naja, es wird wohl auf das "berechtigte Interesse" rauslaufen - also Leute wie 'du und ich' schon mal nicht ...
  4. #4

    Dr.

    Ich musste erst mal genau auf den Kalender schauen... Nein, es ist der 1. Februar und nicht der 1. April.

    Unglaublich, was soll das? Was ist, wenn ich gar nicht in dieses Register aufgenommen werden möchte? Hab ich irgendwelche Widerspruchsmöglichkeiten? Warum nicht gleich eine Armbinde?

    Bin mal gespannt, ob das Gesetz den Ansprüchen der informationellen Selbstbestimmung genügt?
  5. #5

    Extrem wertvoll für die Therapieoptimierung

    Ja, so ein Register bringt viele Herausforderungen mit sich. Sei es nun finanziell oder bezüglich des Datenschutzes.

    Allerdings wird es zukünftigen Patienten sehr zu gute kommen. Denn nur mit Hilfe eines solchen Registers kann man nachverfolgen, welche Therapien in welchen Patientengruppen langfristig funktionieren - und auch was man sich sparen kann, weil es für den Patienten keinen Nutzen hat.

    Ausserdem kann man durch ein solches Register auch Misstände wie z.B. Altersdiskriminierung aufdecken.
  6. #6

    Formal ja, aber ...

    Zitat von braintainment Beitrag anzeigen
    Ich musste erst mal genau auf den Kalender schauen... Nein, es ist der 1. Februar und nicht der 1. April.

    Bin mal gespannt, ob das Gesetz den Ansprüchen der informationellen Selbstbestimmung genügt?
    Formal ja, aber bereits jetzt genügt schon die mündliche Einwilligung, während für jeden anderen Sch... eine unterschriebene Einwilligung her muss.
  7. #7

    Datenschutz

    Mir ist Datenschutz auch wichtiger als mein Leben.

    Die Kommentare hier sind weltfremd. Wer schon mal einen Verwandten an den Krebs verloren hat, weiß wie mies das ist und würde alles dafür tun endlich mal eine wirksame Krebsvorsorge zu bekommen.
  8. #8

    Therapieoptimierung ???

    Zitat von xmix Beitrag anzeigen
    Ja, so ein Register bringt viele Herausforderungen mit sich. Sei es nun finanziell oder bezüglich des Datenschutzes.

    Denn nur mit Hilfe eines solchen Registers kann man nachverfolgen, welche Therapien in welchen Patientengruppen langfristig funktionieren - und auch was man sich sparen kann, weil es für den Patienten keinen Nutzen hat.
    .
    Für welche Krankheiten bzw. Therapieformen gilt das nicht?
    Dem Argument zu folgen hieße doch alle ! Daten zentral zu speichern und auszuwerten. Kann man machen. Das ist dann aber der gläserne Patient. Dre war ja mal geplant, aber die elektronische Gesundheitskarte hat ja einen ähnlichen Status wie der Flughafen BER.
  9. #9

    Dr.

    Zitat von HansGusto Beitrag anzeigen
    Die Kommentare hier sind weltfremd. Wer schon mal einen Verwandten an den Krebs verloren hat, weiß wie mies das ist und würde alles dafür tun endlich mal eine wirksame Krebsvorsorge zu bekommen.
    Das möchte ich nicht in Abrede stellen, aber ich würde gerne selbst entscheiden können, ob ich mich in ein derartiges Register eintragen lasse oder nicht.

    Bedenken Sie auch bitte mal die Folgen, wenn die Daten in falsche Hände geraten, beispielsweise in die Hände einer privaten Krankenversicherung, die beispielsweise aus den Daten bestimmte Risikogegenden herausfiltert und Versicherungen in diesen Gegenden perse verweigert.