Basler Fasnacht: Masken, Mimosen, Marschmusik

DPAEin Meer aus Laternen, bunten Masken und Piccolopfeifen: Die Basler Fasnacht ist ein dreitägiger Feiermarathon mit Zehntausenden Zuschauern. Besucher des närrischen Treibens sollten ein paar Vokabeln kennen - und sich vorm "Räppli" hüten.

http://www.spiegel.de/reise/europa/s...-a-880087.html
  1. #1

    culinarisch...

    ...gibts noch die weltberühmte gebrannte Basler Mehlsupp. In die könnt ich mich reinlegen! und das Morgens um 4:30 Uhr
  2. #2

    Fast perfekter Artikel

    Ein fast perfekter Artikel über die Basler Fasnacht. Aber der Schweizer Dialekt (das Baseldeutsch) hat gegenüber dem Hochdeutschen so seine Tücken.

    So stellt die Maske, welche im Fasnachtsjargon Larve genannt wird, einen Waggis dar (der Waggis), die Mehrzahl wäre entsprechend "die Waggis". Es gibt aber noch zahlreiche andere tradizionelle Köstume wie die "alti Dante" (alte Tante), der Blätzlibajass oder der Pierot.

    Piccolopfeifen heissen in Basel kurz "Piccolos", und die kostümierten Teilnehmer sind Fasnächtler (mit "ä"), die Beiz schreibt man ohne "tz".
    Neben Käse- und Zwiebelkuchen ist die wärmende Basler Mehlsuppe fast noch typischer für den Morgestraich.

    Auch die Kleinbasler Seite gehört noch zur Altstadt, ist doch jener Stadtteil als Brückenschild schon im 15. Jahrhundert errichtet worden. Nota bene: die Adjektive der Schweizer Städte schreibt man verkürzt: Basler oder auch Zürcher. Wer Baseler oder Züricher schreibt, outet sich sofort als Einwohner des grossen Kantons, wie Deutschland von den Schweizern ironisch genannt wird.

    Das Gässle steht für das durch die Gassen ziehen, "der" oder "die" Gässle sagt man dementsprechend nicht.

    Die Fasnacht geht offiziell am Donnerstag-Morgen wieder um 4 Uhr zu Ende. Im Gegensatz zum rheinischen, deutschen Karneval geht es in Basel ziemlich gesittet zu. Ausschweifungen und sexuelle Anzüglichkeiten sind verpönt, gehen doch die trommelnden und pfeiffenden Cliquen auf militärische Umzüge zurück. Und zudem ist Basel protestantisch und nicht katholisch wie z.B. Köln.

    Entschuldigung für diese Anmerkungen und Korrekturen, aber bei seiner Fasnacht versteht der Basler keinen Spass! ;-)

    PS.: In der Schweiz schreibt man ohne Verwendung des scharfen S (Eszett )...
  3. #3

    Ich bin zwar gleich neben Basel aufgewachsen, aber nie ein Fasnächtler geworden. Doch den Morgestraich muss man einfach mal erlebt haben! Wenn eine ganze Stadt plötzlich dunkel wird und tausende Cliquen - Guggenmusiken dürfen nicht an den Morgestraich, denen gehört der Dienstag Abend - den gleichen Marsch spielen, das geht unter dei Haut.
    Auch sehr speziell: Der Morgestraich selbst wird nie in der Clique, sondern nur alleine geübt. Halten sich die Fasnächtler also daran, hören sie diese Klänge auch nur dort in ihrer ganzen Fülle.
  4. #4

    ganz wichtig: Blagedde kaufe

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Meer aus Laternen, bunten Masken und Piccolopfeifen: Die Basler Fasnacht ist ein dreitägiger Feiermarathon mit Zehntausenden Zuschauern. Besucher des närrischen Treibens sollten ein paar Vokabeln kennen - und sich vorm "Räppli" hüten.

    Schweiz: Drei Tage lang feiern bei der Basler Fasnacht - SPIEGEL ONLINE
    Wer die Basler Fasnacht besuchen will, sollte sich unbedingt die jeweils aktuelle "Blagedde" (Plakette) besorgen. Man bekommt sie auch während der Fasnacht in vielen Geschäften und an den Kiosken.
    Dieser Anstecker wird jedes Jahr von einem Künstler nach einem aktuellen Motiv (in Basel: "Sujet") gestaltet, und zwar nicht als billiger Button, sondern als massives Metallobjekt mit einer reliefartigen Darstellung. Vor ein paar Jahren zeigte die Blagedde z.B. ein Trämli (eine Straßenbahn), weil die Basler Verkehrsbetriebe damals viel Ärger mit den Konstruktionsfehlern beim neuen Siemens Combino hatten.
    Für jeden Geldbeutel passend gibt es die Blagedde in Kupfer, Silber und teilvergoldet. Die Blagedde am Revers gehört zum guten Ton, weil man damit die Basler Fasnacht finanziell unterstützt.
    Unnötig zu erwähnen, dass alte Blagedden begehrte Sammelobjekte sind.
  5. #5

    Oh ja

    Ein wundervolles Erlebnis - unbedingt mal hinfahren! Danach pfeift man auf die Variante hierzulande.
  6. #6

    Kleine Kantone

    Zitat von beat.roma Beitrag anzeigen
    Wer Baseler oder Züricher schreibt, outet sich sofort als Einwohner des grossen Kantons, wie Deutschland von den Schweizern ironisch genannt wird.
    Mit Verlaub, ich bin auch Schweizerin und ich möchte Sie an dieser Stelle doch korrigieren.

    Ich kenne keinen einzigen Schweizer, der Deutschland als 'grossen Kanton' bezeichnet. Bei Deutschland handelt es sich um ein fremdes Land, das mit der Schweiz allerhöchstens mit dem allemanischen Teil gewisse Ähnlichkeiten hat.

    Die einzigen Male, wo Schweizer Deutschland als 'grossen Kanton' bezeichnen, ist in Situationen, wo man sich beim deutschen Gegenüber anbiedern will, beispielsweise bei Kunden und Geschäftspartnern. Gängig ist der Ausdruck beispielsweise bei schweizer Touristenführern, die deutsche Gäste betreuen, und mit der Pseudoschmeichelei 'grosser Kanton' natürlich auf Trinkgeld hoffen.
  7. #7

    Grosser Kanton

    @superswissmiss
    Ich kann ihre Darstellung vom "grossen Kanton" überhaupt nicht nachvollziehen. Ich lebe als Deutscher seit zehn Jahren in der Schweiz, in der Nähe von Basel und habe schon häufig diesen Ausdruck gehört, und zwar keineswegs als Anbiederung sondern eher als amüsierten Vergleich auf die Grösse beider Länder. Aber gut möglich, dass dies von Kanton zu Kanton verschieden ist ;-)
  8. #8

    So besonders ist der Termin nicht

    Er erklärt sich aus der gregorianischen Kalendereform. Daß die Basler natürlich etwas Besonderes sind ist jedem klar.
  9. #9

    Provinzfest

    Man könnte auch sagen, dass sich die verklemmten Basler zum Feiern eine Maske aufsetzen. Die Umzüge und Märsche gleichen militärischen Umzügen. Ich kann nur abraten sich das anzusehen...