Neues Gesetz: Rheinland-Pfalz verbietet Sex zwischen Lehrern und Schülern

dapdSex mit Schülern ist Lehrern in Rheinland-Pfalz fortan verboten - ganz gleich, ob ein Obhutsverhältnis besteht oder nicht. Diese Gesetzesänderung hat der Mainzer Landtag beschlossen. Auslöser war der Fall eines Lehrers, der Sex mit einer 14-Jährigen Schülerin hatte.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-880843.html
  1. #80

    Ja,

    Zitat von Tjoffke Beitrag anzeigen
    Wirklich? Dann muss künftig in Rheinland-Pfalz der 28jährige Lehramtsstudent sich von seiner 25jährigen Freundin trennen, sobald er sein Referendariat beginnt - weil sie in der Lehre ist und deshalb eine Berufsschule besucht? Das kann doch wohl nicht sein.

    Vielleicht verstehe ich das Gesetz auch nicht. Aber falls Sie recht haben sollten, dann haben sich die Parlamentarier, die es beschlossen haben, wohl vorher ein paar Schoppen Wein zuviel genehmigt.
    so verstehe ich das Gesetz. Vielleicht verstehe ich es falsch, aber in meinen Augen wurde generell der sexuelle Kontakt zwischen Schülern und Lehrern untersagt. Ohne Altereingrenzung und ob ein Obhutsverhältnis besteht oder nicht.

    Genau das von Ihnen oben geschilderte Problem hätte mich betroffen. Meine Frau Mitte 20, ich Anfang 30. Hätten wir uns scheiden lassen müssen?

    Irgendwie sehen diese Leute immer nur die Allgemeinbildende Schule, wo die Schüler in der Regel mit 18 aus der Schule sind...
  2. #81

    Zitat von Tjoffke Beitrag anzeigen
    Das ist zwar wahrscheinlich im vorliegenden Fall nicht so, aber grundsätzlich sicher sein kann man sich da natürlich nicht.
    Doch, das ist ganz offensichtlich Verfassungswidrig. Siehe #80 von Palmstroem.
  3. #82

    Na also,

    Zitat von vonlipwig Beitrag anzeigen
    An meiner Schule hat vor einiger Zeit der Mann einer unserer Sekretärinnen (beide waren schon deutlich über 30) eine Weiterbildung zum Bautechniker absolviert.
    Müssten die beiden dann nach der neuen Gesetzeslage für die zwei Jahre getrennte Schlafzimmer beziehen?
    noch so ein Fall in dem man sieht wie absurd dieses Gesetz ist.
    Man kann ja noch weiter gehen. Müssen die beiden sich nun scheiden lassen? Oder zumindest getrennte Wohnungen?

    Naja, wo kein Kläger da kein Richter. Lächerlich ist das ganze dennoch.
  4. #83

    Schulpflicht

    Zitat von Tjoffke Beitrag anzeigen
    Bitte im Lexikon nachlesen, z.B. hier:

    "Die Vollzeitschulpflicht dauert in der Regel bis zum Abschluss des 9. Schulbesuchsjahres, in einigen Bundesländern bis zum Abschluss des 10. Schulbesuchsjahres."
    Die Schulpflicht endet am Ende des Schuljahres, in dem der Schüler 18 Jahre alt wird.

    Der allgemeinen Schulpflicht unterliegt nicht, wer als 16-jähriger nach der 9. oder 10. Klasse eine Ausbildung beginnt, da im Rahmen der Berufsausbildung die berufsschule besucht.

    Der Witz in NRW ist, dass ein 17-Jähriger Abiturient, der keinen Ausbildungs- oder Studienplatz hat, schulpfichtig ist. Der muss de jure noch ein Jahr im Berufskolleg absitzen, obwohl er dort keinen höher qualifizierenden Abschluss machen kann. Diesem Wahnsinn kann man sich nur durch den freiwilligen Wehrdienst entziehen.
  5. #84

    Vertrauen oder Gesetz

    Zitat von Hans58 Beitrag anzeigen
    § 25 des R-P Schulgesetzes fügt einen neuen Abs. 3 hinzu:

    „(3) Das zwischen den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern einer Schule bestehende Obhutsverhältnis verpflichtet Lehrkräfte zu einem verantwortungsvollen und vertrauensvollen Umgang mit Nähe und Distanz; sexuelle Kontakte zwischen Lehrkräften und Schülerinnen oder Schülern sind mit dem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag unvereinbar und daher unzulässig. Dies gilt auch für das sonstige Personal in der Schule.“

    Quelle: http://www.landtag.rlp.de/landtag/dr...en/1808-16.pdf

    Damit ist klar: es ist kein "Strafgesetz", sondern normiert lediglich eine Pflicht mit der Folge arbeitsrechtlicher Konsequenzen für angestellte, diszplinarrechtliche für beamtete Lehrer.
    Danke für diese Info.
    Ich denke aber, diese Gesetzesänderung kann nur in Bezug auf minderjährige Schüler und Schülerinnen Gültigkeit haben, da ansonsten die sexuelle Selbstbstimmung mißachtet wird.
    Zum zweiten wird durch diese Texterweiterung ein vertrauliches Vieraugengespräch zwischen Lehrkraft und Schüler/ Schülerinn fast unmöglich gemacht. Denn wie will man "sexuelle Kontakte" widerlegen, sollten sie einem vorgeworfen werden.
  6. #85

    Zitat von vonlipwig Beitrag anzeigen
    An meiner Schule hat vor einiger Zeit der Mann einer unserer Sekretärinnen (beide waren schon deutlich über 30) eine Weiterbildung zum Bautechniker absolviert.
    Müssten die beiden dann nach der neuen Gesetzeslage für die zwei Jahre getrennte Schlafzimmer beziehen?
    Ich rege an, Sie befassen sich mit dem Begriff "Obhutsverhältnis", wenn Ihre Schule in RP liegt.
  7. #86

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Danke für diese Info.
    Ich denke aber, diese Gesetzesänderung kann nur in Bezug auf minderjährige Schüler und Schülerinnen Gültigkeit haben, da ansonsten die sexuelle Selbstbstimmung mißachtet wird...
    Es muss ein Obhutsverhältnis nach § 25 Abs. 3 des Gesetzes bestehen, um mit arbeits- bzw. disziplinarrechtliche Folgen rechnen zu müssen.

    Obhutsverhältnisse bestehen an Schulen nicht, wenn es sich um volljährige Menschen handelt und wenn keiner von beiden "entmündigt" ist.....

    Die bisherigen Beispiele fallen alle nicht unter § 25 Abs. 3 des Gesetzes.
  8. #87

    Aha

    Also braucht dafür nun erstmal ein Gesetz?
  9. #88

    Zitat von hans6482 Beitrag anzeigen
    Und bevor gleich wieder Leute aufschreien: Ja, es gibt Missbrauchsfälle in der Kirche. Und nein, viele sind nicht ins Gefängnis gegangen. Warum? Wegen der Gesetze: die Taten sind alle verjährt.
    So zynisch muss man erst mal sein, um die Wahrheit derart umzudrehen. Die Frage ist doch: wieso sind die Taten verjährt? Und bei vielen davon ist der Grund nun einmal, dass die kirchlichen Vorgesetzten der Täter, obwohl sie von den Taten wussten, sie nicht zur Anzeige gebracht haben. Im Gegenteil: den Tätern wurden sogar weiterhin Kinder bewusst zugeführt.

    Tun Sie also nicht so, als sei sexueller Missbrauch ein Übel der säkularisierten Gesellschaft. Das ist eine infame Lüge.
  10. #89

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Die Schulpflicht endet am Ende des Schuljahres, in dem der Schüler 18 Jahre alt wird.

    Der allgemeinen Schulpflicht unterliegt nicht, wer als 16-jähriger nach der 9. oder 10. Klasse eine Ausbildung beginnt, da im Rahmen der Berufsausbildung die.....
    Interessant. Im übrigen ist das doch wahrscheinlich Landessache und damit u.U. von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, oder?