Armstrong-Ermittler Tygart: Der Unbestechliche

AFPEr wurde empfangen wie ein Superstar: Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, Travis Tygart, gab vor dem Sportausschuss des Bundestages Auskunft über seinen Kampf gegen Lance Armstrong. Die Politiker umschwärmten ihn. Dabei hat Tygart doch nur seine Arbeit getan.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/fa...-a-880602.html
  1. #1

    ...

    Im Artikel steht:
    Tygart berichtet von den mehr als 14 Millionen Dollar, die die Usada jährlich zur Verfügung hat, und seine deutsche Kollegin Andrea Gotzmann, die Geschäftsführerin der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, sitzt neben ihm und droht dabei noch ein bisschen tiefer in ihrem Sessel zu versinken. Gegen die finanziellen Möglichkeiten der Usada sind die Mittel der Nada, die ungefähr ein Drittel der Jahressumme zur Verfügung hat, Peanuts.
    Wieviele Einwohner hat die USA und wieviele Deutschland?314 Mio hat die USA ... Deutschland 80 ... hat also quasi viermal so viele Einwohner, müsste folglich nicht bloß ein Drittel, sondern sogar nur ein Viertel bekommen um das tolle Budget zu haben. Hat also mehr, wieso ist das dann ein Makel? Dazu hat Sport in den USA nochmals einen höheren Stellenwert als in Deutschland.
    Und was haben die deutschen Dopingfahnder rausbekommen? Richtig, nichts!
    Fuentes Skandal waren die Spanier (die ihre eigenen Landsmänner allerdings deckten).
  2. #2

    Die deutsche Nada...

    hält sich lieber mit Bürokratie auf.
    Olympioniken der Randsportart Segeln, müssen per Fax 2 Monate im vorraus ihre Aufenthalts- und Trainingsorte minutiös angeben.
    Ist man dann zum angegeben Zeitpunkt nicht im Fitnesscenter oder wo auch immer und die Kontrolleure tauchen auf, gibts Geldstrafen, Verwarnungen oder Sperren.
    Wird einer aber mit THC im Blut erwischt, deckt der Deutsche Segler Verband dies und meldet den Sportler nachträglich krank. Solange bis nichts mehr nachweisbar ist. Wenn das im Segeln schon so läuft, kann man ja erahnen wie das bei wirklich grossen Verbänden läuft.
    Finde es nur witzig, dass der Sportausschuss Tygart on der USADA einläd anstatt sich mit der NADA auseinanderzusetzen.
    Und ja, 5 Mio € sind ein witz.
    Das dürfte noch nicht mal für die Urinproben der Profifussballer reichen.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wurde empfangen wie ein Superstar: Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, Travis Tygart, gab vor dem Sportausschuss des Bundestages Auskunft über seinen Kampf gegen Lance Armstrong. Die Politiker umschwärmten ihn. Dabei hat Tygart doch nur seine Arbeit getan.

    Fall Armstrong: Ermittler Tygart berichtet vor Sportausschuss - SPIEGEL ONLINE
    Ein Unbestechlicher? Da wollten halt alle schnell ein Foto machen oder ein Autogramm kriegen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit....
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leider ist das heutzutage schon keine Selbstverständlichkeit mehr.
  5. #5

    Marsmensch

    Zitat von abraxas63 Beitrag anzeigen
    Ein Unbestechlicher? Da wollten halt alle schnell ein Foto machen oder ein Autogramm kriegen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit....
    Klaro, für unsere Politiker war dieser Ami wie vom Mars! Schade, dass er sich nicht auch noch um unseren Ulle kümmern darf...
  6. #6

    Zitat von Hungersson Beitrag anzeigen
    Wird einer aber mit THC im Blut erwischt, deckt der Deutsche Segler Verband dies und meldet den Sportler nachträglich krank. .
    Wobei Kiffen keine leistungdförderne Maßnahme ist, sondern aus politischen Gründen auf der Liste steht.
    Das nur nebenbei.

    Mir ist z.B. bekannt das die meisten Dopingtest beim Basketball nur THC suchen, also gar nicht auf verbotene Leistungssteigerung aus sind.
  7. #7

    Frau Freitag hätte vor ihrer Äußerung besser einen Übersetzer gefragt. Richtig heißt es "You did a great job". "You made a great job" heißt eher "Du hast einen tollen Job erschaffen" ...
  8. #8

    In zwei Punkten...

    muss man Mr. Tygart recht geben : Zum einen wäre es wunderbar wenn Kinder ohne Einschränkungen an ein Fairnessgebot glauben könnten und zum anderen sind die Radprofis wirklich beim Verhör eingebrochen. Das ist nicht leicht zu verstehen, wenn man sie sich bei Ihren Auftritten in den Alpen vorstellt. Sie sind nicht konsequent bis zum Ende, wenn es zu Schwure kommt. Da beweist Jan Ullrich doch weitaus mehr Stehvermögen in der Wettkampf-Nachbereitung. Dafür gebührt ihm eine widersinnige Form von Anerkennung, denn Sport ist kein Spiel - und darum nichts für Kinder.
  9. #9

    Dank an den Ermittler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er wurde empfangen wie ein Superstar: Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, Travis Tygart, gab vor dem Sportausschuss des Bundestages Auskunft über seinen Kampf gegen Lance Armstrong. Die Politiker umschwärmten ihn. Dabei hat Tygart doch nur seine Arbeit getan.

    Fall Armstrong: Ermittler Tygart berichtet vor Sportausschuss - SPIEGEL ONLINE
    Aber Ermittler sollten in der Regel zu Vergehen/Verbrechen ermitteln, aufdecken und den/die Täter entlarven.
    Hier läuft das etwas anders. Es wird gegen einzelne Personen ermittelt, die dann die Vergehen/Verbrechen auferlegt bekommen.
    Ich war und bin sicher einer der schärfsten Ankläger von Armstrong.
    Aber ist irgendjemand geholfen, wenn man nicht das System, daß dem Betrug zugrundeliegt, aufarbeitet.
    Es ist seitens der Sportfunktionäre und Kampfrichter zu keinem Zeitpunkt gelungen, den Sportlern Chancengleichheit zu gewährleisten.
    Ganz im Gegenteil, man hat die latente Ungerechtigkeit genutzt, selbst zu glänzen und das ganze propagandistisch ausgeschlachtet.
    Wer kann sich in diesem Zusammenhang nicht an die Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit in der ehemaligen DDR erinnern.
    Heute wissen wir, daß in der alten Bundesrepublik genauso gedopt wurde.
    Warum nutzen wir nicht die sich bietende Gelegenheit, um reinen Tisch zu machen?
    Wollen wir unseren Kindern und Kindeskindern einen Sport hinterlassen, der gleichzeitig immer den Geruch von Doping trägt?
    Unsere Sportpolitiker und -funktionäre sollten endlich zu Aufklärern werden, statt sich weiter im Vertuschen und Aussitzen zu üben!
    Ehrlichkeit sollten die Bürger auch bei Wahlen honorieren, zur Schau gestellte Unehrlichkeit und Aussitzen aber durch Stimmenentzug bestrafen!