Brüderle und die "Stern"-Reporterin: Alarm in Raum 6556

DPAEs war eine Begegnung der dritten Art: Erstmals seit ihrem Artikel trafen die "Stern"-Reporterin Laura Himmelreich und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bei einem Pressetermin aufeinander. Selbst der aufgeregte Berliner Politik-Betrieb hat ein solch seltsames Ereignis noch nie erlebt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-880525.html
  1. #140

    Nur ein paar Fragen...

    1. Ist die Frage, ob sich Herr Brüderle nicht zu alt fühle, angemessen oder unangemessen?
    2. Ist der Zeitpunkt der Frage, wohl gegen Mitternacht, der Ort, eine Hotelbar, für die Frage angemessen oder unangemessen?
    3. Hatte Frau Himmelreich einen Termin für ein politisches Gespräch?
    4. Kann ein Journalist erwarten, dass ein Politiker jederzeit an jedem Ort ihm für ein "professionelles" Gespräch zur Verfügung steht?
    Und 5. Wie zum Teufel, kommt Brüderle auf die Idee, dass Himmelreich ein Dirndl ausfüllen könne?

    Es ist zutreffend, dass die Reaktion Brüderles auf das Verhalten von Frau Himmelreich ausbaufähig ist und nicht dem Ideal des Gentleman entspricht. In Zeiten der Gleichschaltung der Geschlechter und der gegenderten Texte dieses zu fordern ist albern. Diejenigen, die das Verhalten von Brüderle als respektlos geißeln, vergessen regelmäßig, dass es Himmelreich war, die sich zuerst respektlos verhalten hat. Es ist schon erstaunlich, wie mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Ich bin der Überzeugung, dass Himmelreich dem Journalismus aber noch mehr sich selbst einen Bärendienst erwiesen hat.

    Ein gutes hat diese Diskussion: Sie belegt, dass wir in Deutschland tatsächlich keine wichtigeren Probleme zu lösen haben, als der wechselseitige respektlose Umgang einer jungen Journalistin und eines älteren Politikers.

    Man, geht's uns (noch?) gut!
  2. #141

    Unsinn

    Zitat von ProfPedro Beitrag anzeigen
    da wäre es doch ein Leichtes, zu der Dame zu gehen und ihr zu sagen, dass er die Situation so nicht gemeint hat und dass es ihm Leid tut, wenn die Dame es missverstanden hat. Er könnte sich sogar leisten, zuzugeben, dass er leider wohl zuviel getrunken hatte und sich nicht daran erinnern kann, so etwas gesagt zu haben. Normalerweise sei es nicht sein Stil, ja aber er mag halt Frauen.
    Damit würde er Größe zeigen, menschlich wirken, weil er mal einen black out hatte, Reue zeigen und auch noch ein wenig den Mann raushängen lassen. So wirkt er auch noch feige. Clinton hats ja vorgemacht...
    Für eine Entschuldigung ist es nun wirklich zu spät. Wenn Frau H. sich diskiminiert gefühlt hat, hätte Sie an Ort und Stelle auf eine Entschuldigung bestehen müssen. Sich ein Jahr später für einen Fauxpas entschuldigen, den man sich in angetrunkenen Zustand geleistet hat den aber niemand moniert hat und an den man sich womöglich gar nicht erinnert - Gehts noch?
  3. #142

    Zitat von stimmtdas Beitrag anzeigen
    ..ist, dass viele Kommentare in dem Medien und auch hier unter dem Beitrag eine Schuld einem Menschen zuschreiben, der eine Situation aushalten musste, weil ein in dieser Situation betrunkener Mensch sich daneben benommen hat. Es geht doch nicht darum was die Presse schreibt, sondern wer damals einen Fehler und wer damals keinen Fehler gemacht hat. Das nicht eindeutig auch so zu werten ist schlimmer als sich daneben zu benehmen. Denkt nochmal darüber nach wer sich durch solch gedankenlose Kommentare bestärkt fühlt!
    Sie musste gar nichts aushalten, weil sie sofort hätte gehen können und sollen.

    Was mich so staunen lässt, ist der Unterschied zu den Threads über Internet-Mobbing von Kindern und Schülern. Von den gemobbten Kindern wird in diesem Land mehrheitlich erwartet, ja, gefordert, dass sie sich wehren müssen, stark sein müssen. Verständnis oder Empathie kommt da eher selten vor.

    Sind erwachsene Frauen bzw. gestandene Journalistinnen jetzt die wahren Hätschelkinder der Nation? Sie tun hier so, als hätte sie sonst was "aushalten" müssen. Da hat ein angetrunkener Mann blöde Sprüche von sich gegeben, ja, er hat einen Fehler gemacht, und das wird in den Medien zu einer politischen Staatsaffäre aufgebauscht. Das finde ich lächerlich.
  4. #143

    Blind?

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...als Brüderles Entgleisung ist ja, dass er so verteidigt wird. Er wird hier sogar als Opfer hingestellt. Die Journalistin hat ihn belästigt! Lächerlich!
    Warum? Wenn jemand wegen eines zwischenmenschlichen Fehlferhaltens öffentlich niedergemacht wird, ist derjenige ein Opfer. Denn die Angemessene Reaktion auf dieses Fehlferhalten wäre die Unmittelbare Forderung nach einer Entschuldigung, und keine einseitige Hetzkampagne ein Jahr später.

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    Ich kann noch nicht einmal einen Fehler daran sehen, dass sie sich ein Jahr Zeit lässt, bis sie damit an die Öffentlichkeit geht.
    Wirklich nicht? Es gibt einen Grund, weshalb es selbst bei echten Straftaten eine Verjährung gibt. Ein simples zwischenmenschliches Fehlverhalten zeigt man an, oder man lässt es bleiben. Ein Jahr zu warten, um dann den vermeintlichen Täter dann öffentlich so richtig in die Pfanne zu hauen ist nicht nur unangemessen sondern auch infam.

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    Und der Zeitpunkt? Ja, sorry, der Mann ist an der Spitze, ist gerade in der Diskussion. Da muss er mit rechnen, dass Dinge hochkochen. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass zu Guttenberg seinen Doktortitel los wäre, wenn er einfach nur Rechtsanwalt geworden wäre?
    Der Zeitpunkt zeigt nur, dass es bei der ganzen Sache weder um Sexismus noch um eine Entschuldigung geht. Es geht ausschließlich darum die Auflage zu steigern, die Karriere voranzutreiben und Geld zu verdienen.

    Und der Vergleich mit Guttenberg hinkt gewaltig. Denn der hat Betrogen und damit tatsächlich eine Straftat begangen. Brüderle hat sich lediglich unangemessen verhalten. Vielleicht sehen Sie wenigstens diesen Unterschied...
  5. #144

    Was hat denn Brüderles angeblicher Kommentar mit Blackout zu tun?

    Zitat von ProfPedro Beitrag anzeigen
    da wäre es doch ein Leichtes, zu der Dame zu gehen und ihr zu sagen, dass er die Situation so nicht gemeint hat und dass es ihm Leid tut, wenn die Dame es missverstanden hat. Er könnte sich sogar leisten, zuzugeben, dass er leider wohl zuviel getrunken hatte und sich nicht daran erinnern kann, so etwas gesagt zu haben. Normalerweise sei es nicht sein Stil, ja aber er mag halt Frauen.
    Damit würde er Größe zeigen, menschlich wirken, weil er mal einen black out hatte, Reue zeigen und auch noch ein wenig den Mann raushängen lassen. So wirkt er auch noch feige. Clinton hats ja vorgemacht...
    Der war höchstens ein wenig beschwipst und hat ja auch nichts schlimmes gesagt.
    Reue ist auch ein wenig übertriebenes Wort für so etwas.

    Und ja, bei einer netten jungen Frau (alternativ jung/alt Frau/Mann) kann und sollte man sich auch entschuldigen, wenn man der Meinung ist, etwas habe sie verletzt. Auch wenn man es nicht nachvollziehen kann.

    Aber bei einer Journalistin, die sich nachts an der Bar zu ihm setzt und ihn aushorchen will, die dann ein Jahr auf schön Wetter macht um ihm dann heimtückisch solche Artikel schreibt... Da wurde niemand verletzt. Die Frau Himmelreich ist Profi, hat in ihrer Berufslaufbahn schon weit schlimmere Sprüche gehört und lässt sich von einem Kompliment und einem Handkuss bestimmt nicht aus der Fassung bringen.

    Eine Entschuldigung ist nicht angebracht.
  6. #145

    womens lib

    hört endlich auf mit dem thema.
    ich fordere verstärkt mens clubs nach englischen muster - off limits for the ladies- , damit männer wieder reden können wie sie wollen, ohne auf frauen rücksicht nehmen zu müssen. es reicht jetzt.
  7. #146

    Naiv

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es war eine Begegnung der dritten Art: Erstmals seit ihrem Artikel trafen die "Stern"-Reporterin Laura Himmelreich und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bei einem Pressetermin aufeinander. Selbst der aufgeregte Berliner Politik-Betrieb hat ein solch seltsames Ereignis noch nie erlebt.

    Brüderle trifft in seiner Frühstücksrunde auf Stern-Reporterin - SPIEGEL ONLINE
    Da versucht sich eine unerfahrene Journalistin als knallharte politische Reporterin, stellt einem stadtbekannten Alkoholiker abends beim Wein anzügliche Fragen und wundert sich, dass es nicht zugeht wie bei einer Beetstunde.

    Das Ereignis ist dem Stern über ein Jahr keine Berichterstattung wert, erst als Brüderle aus wohlverdienter Vergessenheit wieder ins Rampenlicht zurückkehrt, wird es wieder aus der Schublade geholt.

    Wie naiv ist diese Journalistin und wie naiv ist der Stern, auf diese Art seine Leser für dumm verkaufen zu wollen
  8. #147

    Alarm in Raum 6556

    Das ist doch unglaublich was da mit und gegen Herrn Brüderle Inszeniert wird. Haben die Journalisten sonst kein anderes Thema mehrr So ein Schmarren und Schmiere mutet geradezu kindisch an. Da hat eine hysterische Journalistin eine Rakete gezündet die man Sexismus nennt und das wird derart hochgepeitscht dass es zu einem Eklat kommt. und bald wird Herr Brüderle noch der Vergewaltigung beschuldigt. So ein Unsinn. Auf einmal sind alle Probleme mit Eurorettung und Länderverschuldung vergessen, dass man nun auch wirklich annehmen könnte, dass das inszenierte Theater eine gezielte Ablenkungsschau ist. Jedenfalls werde auch ich Herrn Brüderle meine Stimme geben.
  9. #148

    Irgendwo ...

    Zitat von rakatak Beitrag anzeigen
    ...wie die unterschiedlichen Geschlechter miteinander umgehen? Wie kommen sie eigentlich zusammen heutzutage?
    Irgendwo ging es im vergangenen Jahr um Handys. Irgendjemand hatte keins. Da hatte ein/e Jugendliche/r eine ähnliche Frage gestellt. Wie wil der/die ohne Handy eine Frau/einen Mann finden.
  10. #149

    Zitat von olaf_olafson Beitrag anzeigen
    Der war höchstens ein wenig beschwipst und hat ja auch nichts schlimmes gesagt.
    Reue ist auch ein wenig übertriebenes Wort für so etwas.

    Und ja, bei einer netten jungen Frau (alternativ jung/alt Frau/Mann) kann und sollte man sich auch entschuldigen, wenn man der Meinung ist, etwas habe sie verletzt. Auch wenn man es nicht nachvollziehen kann.

    Aber bei einer Journalistin, die sich nachts an der Bar zu ihm setzt und ihn aushorchen will, die dann ein Jahr auf schön Wetter macht um ihm dann heimtückisch solche Artikel schreibt... Da wurde niemand verletzt. Die Frau Himmelreich ist Profi, hat in ihrer Berufslaufbahn schon weit schlimmere Sprüche gehört und lässt sich von einem Kompliment und einem Handkuss bestimmt nicht aus der Fassung bringen.

    Eine Entschuldigung ist nicht angebracht.
    Absolut meine Meinung. Soweiso... der Sexismus gegen den Mann scheint so weit fortgeschritten. Politik wie Medien scheinen sehr gewiss sind, dass Wähler und Käufer nur noch aus männerleidenden Opferfrauen bestehen. Klar. Spinnende, lügende, übertreibende, manipulierende, rücksichtslose, egoistische, aufmerksamkeitsgeile (bitte fortsetzen) Frauen hat es nie gegeben, gibt es nicht, wird es nie geben. Nein, das waren Männer in Frauengewand. Die Geschichte wird darin münden, dass ein böser Mann Frau Dingens dazu gezwungen hat, sich ihre beruflichen Chancen zu ruinieren. Auch die Dame, die Kachelmann fertig gemacht hat, wurde von einem bösen Mann im Hintergrund dazu gezwungen. Ach... es mangelt nicht an Beispielen. Auch Justizia, die für die "wirklichen Fälle" verantwortlich sein sollte, verbündet sich gegen die Frauen, sobald sich eine Entscheidung gegen sie richtet. Es ist schon echt schlimm. Gleichberechtigung hat nichts mit GLEICH zu tun. Hat niemand je behauptet. Emanzipation, gerne. Aber bitte keine Eigenverantwortung.

    Brüderle (eigentlich ist er mir egal) tut gut daran, erst mal abzuwarten. Sprichwort: "Widersprich niemals einer Frau. Warte, bis sie es selbst tut." :-) Nahles? Gut, dass sie auch mal wieder was sagte. Wenn sie sonst schon nix zu sagen hat. Ich stimme den Vorrednern zu. ES GIBT WICHTIGERES, als dass eine Frau mal von jemandem angeflirtet wird, von dem sie es nicht wollte und offenbar nicht in der Lage war, "Nö" zu sagen!