Unternehmen Irrsinn: "Mobbing? Bei uns? Ich bitte Sie!"

CorbisFür viele Chefs ist Mobbing so etwas wie ein Ufo: Nur Spinner behaupten, sie hätten eines gesehen. Statt die Angreifer zu stellen, schauen die Vorgesetzten weg - oder reihen sich sogar selbst in die Riege der Psychoterroristen ein. Denn so werden sie die Opfer am schnellsten los.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-879386.html
  1. #10

    genau so ist es

    wie die 3 Affen verhalten sich die sogenannten Manager dann. vor allem Großfirmen sind dafür bekannt. nach aussen gold nach innen rost.
  2. #11

    Im Ernst?

    Zitat von hadroncollider Beitrag anzeigen
    Mit diesem dem Shitstorm-nach-dem-Mund-Gerede macht sich der Spon lächerlich. In dem wiedergegebenen Interview wird glasklar, was eh offensichtlich ist, nämlich das nicht freundliche, fleißige und unschuldige Mitarbeiter völlig grundlos terrorisiert werden, sondern dass Leute unangenehme, faule, querulatorische oder sonstwie unbrauchbare Menschen, wie im normalen Leben auch, entsprechend behandelt werden. Aber dennoch und wie blöde zieht Spon das Fazit aus diesem Intervie "Die Bosse sind die Chefs von Irrenhäuser". Dieses Ausmaß an Realitätsverweigerung - muss man das eigentlich nicht schon pathologisch nennen? Seid ihr jetzt auch schon ein Teil des weltverschwörerischen 9/11- und USrael-Shitstorms, demzufolge alle, die mehr verdienen als man selbst, Kriminelle, Neoliberale, Ausbeuter und Mobber sind?
    Ihre Einstellung hat schon etwas Menschenverachtentes! Sehen Sie es denn auch so das die "Opfer" von Jugendlichen Gewalttätern ihre Behandlung auch verdienen? Die haben halt auch was falsch gemacht, erschienen zu schwach oder zu anders und verdienen damit auch nichts anderes? Die Gruppe derrer die schon verdient haben was Ihnen passiert kann man ja leicht und recht beliebig erweitern!
  3. #12

    Wichtig, aber reell bleiben

    Die in dem Artikel genannten Zahlen dürften überhöht sein. Man tut dem wirklich ernsthaften Thema keinen Gefallen, wenn man es bereits als Mobbingfall zählt, dass der Wassertank in der Kaffeemaschine wieder mal leer hinterlassen wurde. Gerade, weil das Problem wichtig ist, sollte man ohne irreale Überhöhungen damit umgehen. Alles andere provoziert nur Widerstände oder belustigtes Weggucken.

    Eine kleine Einführung einer Kollegin ist hier zu sehen.
    http://mediathek.fan-television.de/f...atz-vom-1.html
  4. #13

    Bin selbst einem Irrenhaus entkommen

    Nachdem ich vier Jahre in einem Irrenhaus gearbeitet habe, in dem Mobbing an der Tagesordnung war, habe ich in einer Art Notbremsung und ohne Rücksicht auf diesen Karriereschnitt, die Kündigung eingereicht.
    Ein vollkommen, in vielen Bereichen, überforderter Abteiltungsleiter hat vor den dort herrschenden Strukturen stets die Augen verschlossen. Reihenweise Totalausfälle in der Abteilung, dadurch resultierende steigende Arbeitsverdichtung für diejenigen, die die Opfer sind. Ich habe den Boss mal auf diese offensichtliche Problematik
    angesprochen.

    Nachdem sich zwei Jahre die Situation weiter verschlimmert hatte und ich befürchtete, wie andere mit krassem Burnout, Nervenzusammenbrüchen, stressbedingten Magengeschwüren und Herzinfarkten monatelang auszufallen und auch immer mehr Shitload auf den Schreibtisch bekam, und für verfahrene Aufträge, die ich gar nicht zu verantworten hatte, selbstverständlich die Feuerwehr zu spielen, habe ich den Schnitt gemacht.

    Vorher hatte ich mich mit der Agentur für Arbeit, wegen einer Kündigung von meiner Seite aus, Krankenkasse und Hausarzt abgesprochen und mir auch ein ganzes Jahr für die Entscheidung Zeit gelassen. Niemand konnte also behaupten, dass ich mal gerade gegangen bin, weil ich keine Lust mehr habe.
    Ich kann im Nachhinein kaum glauben, dass ich mir diese Zustände solange angesehen und erduldet hahe. Mir tun die wenigen vernünftigen Kollegen, die dort verblieben sind, wirklich leid.
    Sollte man erkennen, dass man in einem Irrenhaus gelandet ist, oder sich der Betrieb langsam in ein solches verwandelt und von seiten der Abteilungsleitung aus verschiedenen Gründen nichts zu erwarten ist, hilft denke ich nur eines: kündigen.

    Der Prozess ist schleichend und wenn man nicht aufpasst, landet man, wie auch in dieser Firma bereits mit einer Kollegin vor einigen Jahren passiert, als emotionales Wrack in der Nervenheilanstalt.
  5. #14

    Leider bekannt und totgeschwiegen

    So wie hier beschrieben geht es vielen und mir auch!
    Gesundheitliche Einschränkungen sind der Geschäftsführung bekannt, doch weder dort, noch bei meinen Kollegen finde ich Gehör. Im Gegenteil, es eird provoziert, denunziert und wo es möglich ist gelästert. Wenn ich das Thema anspreche, dann reagiere ich "viel zu sensibel" und wirke "paranoid".
    Seit 3 Jahren kämofe ich gegen meine Obrigkeiten mit Hilfe des Personalrats, des Amtsarztes, des technischen Beraters. Alle angedrohten "Prüfungen der Angaben" meiner vorgebrachte gesundheitl. Einschränkungen habe ich über mich ergehen lasse, mit dem Ergebnis, dass ich in allen Instanzen Recht bekam, der Arbeitgeber aber nicht reagierte... BEM (Betriebliche Eingliederungs Management) eingeschlossenen, daran sieht man, dass "wir" modern sind und flexibel im Umgang mit erkrankten Mitarbeitern. Und das, obwohl "wir" zu einer der größten Behörden im Lande gehören und eigentlich Vorbild auf dem von uns betreuten Arbeitsmarkt sein sollten!
    Mir geht es jedenfalls nicht besser und ich überlege nun, ob ich mit meinen Mitte 20 wirklich in psychologische Behandlung sollte, wenn meine inzwischen starken Depressionen nicht sonst wie ein Ende finden...
  6. #15

    Zitat von hadroncollider Beitrag anzeigen
    Mit diesem dem Shitstorm-nach-dem-Mund-Gerede macht sich der Spon lächerlich. In dem wiedergegebenen Interview wird glasklar, was eh offensichtlich ist, nämlich das nicht freundliche, fleißige und unschuldige Mitarbeiter völlig grundlos terrorisiert werden, sondern dass Leute unangenehme, faule, querulatorische oder sonstwie unbrauchbare Menschen, wie im normalen Leben auch, entsprechend behandelt werden.
    Wow, ist das bösartig, von "unbrauchbaren Menschen" zu reden, die es deshalb "wie im normalen Leben auch" verdient haben, aus dem Arbeitsleben herausgetreten zu werden, weil sie nicht (mehr) so schnell oder fit sind, komisch riechen, ihre Meinung sagen, doofe Ohren haben oder nicht blond und blauäugig s...ach, ne halt, das war was anderes. Oder?
  7. #16

    Selbst erlebt

    Genau so habe ich das erlebt.Ich war die 'Alte' mit 55 Jahren und 26 Jahre Tag und Nacht für die Firma da. Wenn es auch viele nicht begreifen können, aber das verkraftet man nicht. Habe dann die Abfindung und die Kündigung angenommen und Monate in der Psychiatrie verbracht. Vergessen werde ich das nie mehr. Wie viele Kollegen dann wegsehen, das ist ganz schlimm.
  8. #17

    ist mir zu einseitig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für viele Chefs ist Mobbing so etwas wie ein Ufo: Nur Spinner behaupten, sie hätten eines gesehen. Statt die Angreifer zu stellen, schauen die Vorgesetzten weg - oder reihen sich sogar selbst in die Riege der Psychoterroristen ein. Denn so werden sie die Opfer am schnellsten los.

    Martin Wehrle: Warum Mobbing-Opfer von Chefs keine Hilfe erhalten - SPIEGEL ONLINE
    Wenn der Chef oder die Kollegen jemanden aus der Abteilung draussen haben möchten, ist das nicht immer zwingend Willkür oder Bösartigkeit.

    Teilweise ist der "Gemobbte" selbst derjenige, der durch schlechtes Verhalten oder luschige Arbeit den Zorn der Anderen auf sich gezogen hat. Und da unsere Gesetze ein Hire-and Fire (gottseidank) verbieten, wird der Druck anderweitig erhöht.
    Und das Wort "mobbing" wird auch inflationär verwendet. Ist der Chef mit einem Mitarbeiter nicht zufrieden und kritisiert ihn, ist das oft schon Mobbing. Ist es nicht - solange die Kritik in einer gewissen Art und Weise erfolgt.
    Es sind eben nicht immer nur die Anderen. So Manchem wünsche ich statt Selbstmitleid etwas mehr Selbstkritik, dann würde er verstehen, warum ihn andere nicht mehr wollen.

    Aber bevor jetzt das Geheul los geht: ich habe damit nicht behauptet, daß jeder, der auf der Arbeit niedergemacht wird, selbst schuld ist!
  9. #18

    richtig zitieren...

    Zitat von numey Beitrag anzeigen
    Wow, ist das bösartig, von "unbrauchbaren Menschen" zu reden, die es deshalb "wie im normalen Leben auch" verdient haben, aus dem Arbeitsleben herausgetreten zu werden, weil sie nicht (mehr) so schnell oder fit sind, komisch riechen, ihre Meinung sagen, doofe Ohren haben oder nicht blond und blauäugig s...ach, ne halt, das war was anderes. Oder?
    ... hier gehts nicht um "komische Ohren" oder "blond und blauäugig" (also schon wieder die olle Rassismus Keule), sondern um "faule" oder "querulatorische" Menschen. Und Solche abzulehnen, ist weit weniger schäbig als aus den von Ihnen hineininterpretierten Gründen...
  10. #19

    Zitieren Sie doch selbst mal richtig. Da stand eben nicht nur "faul" und "querulatorisch", sondern auch "unangenehme oder sonstwie unbrauchbare" Menschen.