Verkehrspolitik: Bußgelder für Radfahrer sollen steigen

DPARadfahrer müssen künftig bei Verkehrsverstößen mit höheren Strafen rechnen. Die Bußgelder sollen laut einem Zeitungsbericht generell um fünf bis zehn Euro angehoben werden. Schon am Freitag sollen die neuen Regeln den Bundesrat passieren.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-880420.html
  1. #1

    ....

    Das ist noch immer bei einigen Vergehen zu wenig. Gerade das Fahren ohne Licht bei Dunkelheit würde ich wesentlich teurer machen, genau wie das Fahren auf dem Bürgersteig. Wenn es keinen Radweg gibt, hat man entweder auf der Straße zu fahren oder das Rad zu schieben. Wenn ich sehe, mit welch teilweise hohen Geschwindigkeiten Radfahrer selbt schmalere Fußwege langfahren, hofft man dass nicht um die nächste Ecke plötzlich ein Passant kommt.
  2. #2

    Solange niemand zum kontrollieren da ist, bringt dass eh nichts.
  3. #3

    Ramsauer, Hüter der Ordnung

    Formal sauber, in der Sache ungenügend. Mangelde gegenseitige Rücksichtnahme bekämpft man nur ungenügend mit Bußgeld; bei gegenseitiger Rücksichtnahme kann auch ein Gehweg befahren werden, statt sich auf einer belebten Hauptstrasse zu gefährden. Es fehlt an Erziehung, nicht nur im Verkehr.
  4. #4

    Noch viel zu tun

    Also selbst als Radfahrer würde ich mir wünschen, dass die Strafen für das Benutzen des Gehwegs höher wären. Nichts ist schlechter für die Sache des Radverkehrs, als ein aggressives Verhalten gegenüber den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Die Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Radverkehrsinfrastruktur und adequate Kreuzungsmöglichkeiten. Nur dann werden auch unsichere Radfahrer auf den Gehweg verzichten. Die Strafe für die Nichtbenutzung des Radwegs kann man sich dann auch gleich sparen.

    Bei den PKW sollten die Strafen für das Parken (und Halten!) auf Radwegen sollten drastisch verschärft werden. Mir scheint, dass man diese Unsitte sonst nicht aus den Köpfen vieler Menschen heraus bekommt. Ich hab schon oft überlegt als Kunstaktion einfach mal die Fahrbahn mit alten Fahrrädern zuzuparken. Vielleicht würde das ja einige Menschen zum Denken anregen.

    Außerdem muss natürlich die Überwachung und Ahndung besser werden. In einer westdeutschen Großstadt haben mir sowohl Fahrradbeauftragter, als auch die Polizei bestätigt, dass auf Radfahrstreifen/Fahrradwegen/Gehwegen haltende PKW de facto nicht bestraft werden. Die Kfz Lenker profitieren in diesem Fall von einer Kompetenzüberschneidung zwischen Ordnungsamt und Polizei.
  5. #5

    .

    ist OK, moderate Erhöhung. Ist nicht so die Hemmschwelle, aber es ist gut, daß zuweilen klargestellt wird, daß der Radfahrer auch Verkehrsregeln unterliegt.
    Schön fand dich den ADFC-Funktionär, Zitat:

    Der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wehrt sich gegen Ramsauers Kritik an aggressiven Radfahrern. "Ich kann keine Kampf-Radler erkennen", sagte der ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn. Es gebe bei allen Verkehrsteilnehmern einen "Bodensatz", der sich nicht an die Regeln halte.

    der ist wirklich in der Realitätsverweigerung angekommen. Natürlich gibt es den Bodensatz, aber Radfahrer haben halt die Eigenschaft, für die Ansprache durch eine Polizisten zu schnell und zu beweglich zu sein. Und die fehlende Kennzeichnung wird mangels Sanktion als rechtsfreier Raum gedeutet.
    Herr Huhn, fahren Sie mal eine Woche in Kreuzberg oder Prenzelberg Pakete aus. Oder begleiten einen Handwerker, der ja auch nicht einfach auf das Fahrrad umsteigen kann. Natürlich sind viele Radler kooperativ, aber die Idioten, die unbedingt zeigen müssen, daß sie die besseren Menschen sind, und folglich die Regeln für Normalbürger für Sie nicht gelten, gibt es auch. Und zwar deutlich häufiger als bei anderen Verkehrsteilnehmern.
  6. #6

    immerhin ein Anfang...

    aber noch lange nicht genug! Die meisten Radfahrer, zumindest in Berlin, denken auch dass Ampeln für sie keinerleid Bedeutung haben -_- --> ggf. Führerscheinentzug, bitte! (sofern vorhanden)
    Mal vom auf-dem-Gehweg-fahren (meist sogar trotz vorhandenem Radstreifen) ganz zu schweigen. Das ist sowieso gang und gäbe.
  7. #7

    Mit Bußgeldern Fehler kaschieren

    Typisches Politikerverhalten: Erst eine völlig veraltete Politik betreiben, und wenn man dann erkennt, daß man völlig am Bedarf vorbei geplant hat, werden für die sowieso schon benachteiligten die Bußgelder erhöht, weil sie sich ja angeblich so schlecht benehmen. Dabei benehmen sich Radfahrer weder besser noch schlechter als andere Verkehrsteilnehmer - aber im Gegensatz zu den anderen verweigert die Politik ihnen einen angemessenen Verkehrsraum. Während auf der Straße der Vekehr mehrspurig fließen darf, werden Radfahrer auf schmale Holperpisten abgeschoben, die nur zu oft zusätzlich als Parkplatz dienen. Dazu kommen Ampelschaltungen, die von einem Sadisten nicht besser ausgedacht sein könnten. Unklare Verkehrsführungen und gemeinsame Wege von Fußgängern mit Radfahrern kommen hinzu - und dann wundert man sich, daß sich nicht alle Radfahrer immer an die Verkehrsregeln halten...
    Herr Ramsauer sollte sich selbst mal ein bißchen auf's Rad setzen - ich bin sicher, das würde nicht nur seiner Gesundheit guttun, sondern auch seinen Kopf mal durchblasen und ihm viele gute Ideen bescheren.
  8. #8

    Hmmmm...

    Sind Kampfradler die Fahrradfahrer die von einem Autofahrer in einen Kampf verwickelt und dadurch getötet werden?

    In Hinblick auf die Tatsache, dass man wöchentlich von durch Autofahrern getötete(!) Fahrradfahrern hört, jedoch quasi nie (ich kann mich zumindest an nichts diesbezüglich erinnern) von Fahrradfahrern die Autofahrer oder Fußgänger tötlich verletzen, sollte man vielleicht überlegen wer hier mit diesem martialischen Vokabular angesprochen wird.
  9. #9

    Radwegbenutzungspflicht - erst mal ordentliche Radwege schaffen

    Mit welcher Begründung sollen die Strafen für die Missachtung der Radwege angehoben werden?
    Fakt ist, dass die große Mehrzahl der Radwege als benutzungspflichtig ausgeschildert worden ist, obwohl die StVO das eigentlich verbietet. Pflicht darf nur bei BESONDERER Gefahrenlage angeordnet werden.

    Statt dessen werden Radfahrer kriminalisiert, die einen ungeeigneten Radweg nicht benutzen und damit die Leichtigkeit des *KFZ*-Verkehrs behindern könnten. Verkehrsfluss ist also wichtiger als Gefährdung, bestraft werden nicht die Verursacher der Gefährdung, sondern deren Opfer.
    VERKEHRte Welt?