Streit über Studiengebühren: "Es ist einfacher, dagegen zu sein"

Marian SchäferWas soll ein Studium kosten? Dass es gerecht zugehen soll, finden die Studentenvertreterinnen Carmen Langhanke und Franzisksa Traube beide. Doch beim Preis gehen die Meinungen weit auseinander. Ein Streitgespräch.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-880041.html
  1. #1

    Langhanke: Ich brauche fünf Minuten, um jemandem zu erklären, warum Studienbeiträge richtig sind.
    Das will ich sehen! Bisher waren die Argumente pro Gebühren nur ausgemachter Bockmist.

    Allein das Argument über die verlängerten Öffnungszeiten der Bibliothek, kann ich nicht mehr hören.
    Wer spät abends noch in der UB sitzt, hat doch vor allem eines: ein Problem! Mit der Selbstdisziplin oder mit der Selbstorganisation.

    Abgesehen davon, dass die Kosten für diese Bequemlichkeiten nur Peanuts kosten, während die Unis die Millionenbeträge aus Studiengebühren horten.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was soll ein Studium kosten? Dass es gerecht zugehen soll, finden die Studentenvertreterinnen Carmen Langhanke und Franzisksa Traube beide. Doch beim Preis gehen die Meinungen weit auseinander. Ein Streitgespräch.

    Carmen Langhanke und Franziska Taube diskutieren über Studiengebühren - SPIEGEL ONLINE
    Irgendwie kommt mir die Diskussion nicht wirklich wie ein Streitgespräch vor. Wie war das denn mit den Geldern die unverbraucht auf den Konten der Universitäten liegen? Wie war das denn nochmal mit den Luxusanschaffungen der Universitäten, die nichts mit Lehre zu tun hatten? Wie war das nochmal mit den Zahlungen, die bestimmte Unis an bestimmte Städte getätigt hatten, um "den Müll der Studis innerhalb der Stadt zu beseitigen"? Wie war das nochmal mit der Aussage, dass die Gebühren nicht die Finanzierung der Länder ausgleichen soll?
    Die ganzen Argumente die die Gerichte bei den Klagen als "unbegründet" abgelehnt hatten, sind jetzt auf einmal Salonfähig?

    Aber klar, stattdessen diskutiert man über längere Öffnungszeiten der Bibliotheken. Das blödeste Argument für und gegen Studiengebühren.
  3. #3

    Ich war dafür

    bis mich meine Tochter bat, die Gebühren zu übernehmen.
    Das tat ich gern. Dann Rückfrage, was sich denn nun verbessert hat - nichts. Habe also meine Meinung geändert. Wenn es an das eigene Portemonnaie geht, werden halt noch vertiefte Denkprozesse in Gang gesetzt.
    Ist einfach nur zusätzliches Geldabschöpfen, und hält potentielle Studieninteressenten ohne finanziellen Hintergrund tendenziell vom Studium ab. Daran können wir kein Interesse haben.
    Die "Reichen", auf die hier im Forum sicherlich bald Bezug genommen wird, zahlen nicht unerheblich Steuern - hiervon können dann u. a. die Hochschulen finanziert werden (wie auch idealerweise die Kindergärten...)
  4. #4

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was soll ein Studium kosten? Dass es gerecht zugehen soll, finden die Studentenvertreterinnen Carmen Langhanke und Franzisksa Traube beide. Doch beim Preis gehen die Meinungen weit auseinander. Ein Streitgespräch.

    Carmen Langhanke und Franziska Taube diskutieren über Studiengebühren - SPIEGEL ONLINE
    Bildung sollte generell kostenlos sein!
    Für manche ist sie zwar ohnehin umsonst, aber das ist ein anderes Thema...
  5. #5

    Heuchelei der übelsten Art

    Ich kenne das aus meiner Studiumszeit, dass die sogenannten Studentenvertreter bzw. Mitglieder der Stupa von den Studiengebühren komplett befreit waren und es bis heute noch sind. Und wenn ich dann dieses Interview lese, frag ich mich wirklich wie tief man noch sinken kann.
  6. #6

    Also interessanterweise werden die Studiengebühren eben nicht sinnvoll genutzt.
    Außerdem kann man auch mal überlegen, wie viel Geld man hierzulande in Bidung investieren könnte, wenn man nicht Bauern subventionieren würde, damit sie keine Nahrung mehr anbauen.
    Oder um Kriegsgehilfe für Amerika zu sein.
    Aber wir haben kein Geld für Bildung udn darum brauchen wir Studiengebühren.
    Ohne sie gings ja auch schon so lange nicht und die Unis woanders sind alle schlecht ohne Studiengebühren?
    Alles Schwachsinn.
    Die Studiengebühren dienen nur dazu, Bildung für manche Menschen schlechter zugänglich zu machen.
    Eine bekannte hat nur eine verdienende Mutter, der Vater ist arbeitsunfähig und es ist deshalb kaum möglich das Studium zu finanzieren, zumal kein Bafög herausgegeben wird.
    Würde sie nicht für wenig geld wohnen und essen(am minimum) könnte sie nicht studieren. Dazu tragen die gebühren ordentlich bei
  7. #7

    In Bayern...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was soll ein Studium kosten? Dass es gerecht zugehen soll, finden die Studentenvertreterinnen Carmen Langhanke und Franzisksa Traube beide. Doch beim Preis gehen die Meinungen weit auseinander. Ein Streitgespräch.

    Carmen Langhanke und Franziska Taube diskutieren über Studiengebühren - SPIEGEL ONLINE
    ... sind die Leute sogar zu faul eine Unterschrift dafür zu leisten - oder sie sind fast alle der Meinung man sollte doch bitte die Studenten zur Kasse bitten.

    Persönlich kann ich dazu nichts mehr sagen, ich kenne die aktuelle Studiensituation nicht - ein freies Studium sollte immer kostenfrei sein - man muss es sich ohnehin leisten können!

    Das Konditionierungsprozedere, welches derzeit an den Unis abzugehen scheint (ich kenne es nur aus Berichten - also hab ich nicht einmal eine reale, eigene Erfahrung....) wäre hingegen möglich teuer zu gestalten, damit sich möglichst wenig Menschen dieser Hirnwäsche unterziehen.

    Vielleicht bilden sich dann doch eines Tages alternative Strukturen, gerade im I-Net ist ein freies Studium doch unglaublich breit und interessant möglich - was natürlich ein Problem ist - man hat keinen Abschluss und vor allem, man schafft sich nur theoretische Grundlagen, die Seminararbeit, das sich gegenseitig Refelktieren, die Praxis, die müssten noch von engaierten Gruppen und einer offenen Gesellschaft dargestellt werden.

    Noch gibt es den sozialen, menschbezogenen Campus fast nirgends (es gibt schon solche Orte!)- noch gibt es überwiegend die zielorientierten Konditionierungscenter - Eintritt frei oder auch nicht.

    Der freie Mensch mit Zeit und Geist, kann sich doch dem Wettkampfspiel unserer Gesellschaft entziehen - arm zwar, aber eben selbstbestimmt.

    Postmaterialismus ist eben eine interpretierbare Lebensform - Materialismus natürlich ebenso.

    Wer seinen Blick weitet, der dürfte wohl in der Lage sein, einen freien Weg zu finden - es wird nicht der einfachste sein, aber wohl der schönere!
  8. #8

    Problem leider nicht erkannt!

    Letztlich geht die Diskussion ob man Studiengebühren/ -beiträge erhebt seit Jahren am Thema vorbei und keiner sagt wo wirklich das Problem liegt:
    Akademische und politische Freiheit existiert nicht wenn der Zugang zu akademischer Bildung durch Bezahlung eingeschränkt wird.
    Es wird lediglich ein totgeschwiegenes Problem unter den Teppich gekehrt: Der Sozialstaat ist nicht mehr finanzierbar, Studenten sollen ein marodes Finanzsystem mitfinanzieren.
    Anstatt über ein Bezahlstudium zu diskutieren, sollte man der ständigen Überfüllung der Hochschulen mit dem Prinzip Klasse statt Masse begegnen. Die Stärkung des Abiturs und eine restriktive Zugangsbeschränkung gegenüber Nicht-Inländern würde zur einer völlig natürlichen Reduzierung der aufgeblähten Studentenzahlen führen.
    Anstatt das Niveau des Abiturs immer weiter abzusenken, würden sachgemäße Leistungsanforderungen zu einer natürlichen Verminderung der Studentenzahlen führen! Solange diese Tatsachen nicht auf den Tisch kommen, wird weiterhin Haupt- und Realschulbildung immer weiter abgewertet und folglich, um jedem Individuum den Zugang zum Gymnasium zu ermöglichen, das Abiturniveau weiter abgesenkt.
  9. #9

    Disziplin?

    Zitat von Narn Beitrag anzeigen
    Wer spät abends noch in der UB sitzt, hat doch vor allem eines: ein Problem! Mit der Selbstdisziplin oder mit der Selbstorganisation.
    Solche kategorischen Aussagen zeugen von ziemlicher Ichbezogenheit. Es gab und gibt genug Studiengänge, in denen "freie Zeiteinteilung" ein völliges Fremdwort ist. Wenn vormittags Vorlesungen und Seminare und nachmittags bis 17 oder 18 Uhr Laborpraktika stattfinden (wie in diversen Naturwissenschften völlig normal ist), braucht man Abende und/oder Wochenenden, um die ganze eigentliche Lernarbeit zu vollbringen, bzw. Protokolle zu schreiben, usw. Das kann man zuhause machen oder in der konzentrationsförderlichen Atmosphäre einer Bibliothek. Wenn die dann um 20 oder 21 Uhr schließt, ist das nicht sehr hilfreich. Darüber hinaus gibt es die "Abendtypen", die erst nachmittags und abends ihr Leistungshoch erreichen, wenn die ach so fleißigen Frühaufsteher schon mit dem verstohlenen Gähnen anfangen. Für die "Eulen" sind lange Öffnungszeiten also durchaus auch leistungsförderlich. Einfach mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken weitet den Horizont! ------ Zu den Gebühren selbst: ich finde den Ansatz, dass während des Studiums gezahlt wird, völlig phantasielos. Phantasie ist aber kein herausstechendes Merkmal konservativer Politiker (man will ja im Wesentlichen bestehendes behalten und nichts neues etablieren), insofern überraschen die Antworten der RCDS-Vertreterin nicht. Nachgelagerte, einkommensabhängige Gebühren (mit gewissen Karenzzeiten für Berufseinsteiger in den heute üblichen unsicheren Verhältnissen zwischen sogenannten "Praktika" und in der Kette befristeten Verträgen) sind die einzige sozial gerechte Ausgestaltung von Studiengebühren, die auch noch eine Leistungskomponente enthalten: wer mehr leisten kann, trägt einen höheren Beitrag in den Topf. Das ist dann ein solidarisches System.