Deutsche Museen: Gauweiler verlangt mehr Einsatz bei Rückgabe von Beutekunst

APIn ganz Europa haben die Nazis Kunstwerke geraubt - Abertausende liegen bis heute ungeprüft in deutschen Museen. Ein Unding, findet der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler. Er fordert, mehr Aufwand zu betreiben, um eventuelle Rückgabeansprüche zu klären.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-880156.html
  1. #1

    Beute ?

    Zitat von hwolf@gmx.net Beitrag anzeigen
    Wer redet eigentlich von den abertausenden deutschen Kunstwerken, die von den Alliierten geraubt wurden, als nach dem Krieg Deutschland ausgeplündert wurde? Da würde ich mir ein ähnliches Engagement wünschen. Selbst Generationen später geht es immer nur in eine Richtung.
    Stimme ich vollkommen zu.
  2. #2

    Geraubte Nazi-Kunst

    Da gab es in den 1990ern doch ein kleines Skandälchen: Ein Münchener Museum weigerte sich geraubte Kunst an die Hinterbliebenen zurückzugeben. Bayerische Gerichte gaben dem Museum recht. Bis dann ein europäisches Gericht dem Saustall ein Ende bereitete.
    Der Hehler ist schlimmer als der Stehler. Das sollte heute auch noch gelten. Auch in München und in Bayern.
  3. #3

    Unrecht mit Unrecht vergelten?

    Zitat von hwolf@gmx.net Beitrag anzeigen
    Wer redet eigentlich von den abertausenden deutschen Kunstwerken, die von den Alliierten geraubt wurden, als nach dem Krieg Deutschland ausgeplündert wurde? Da würde ich mir ein ähnliches Engagement wünschen. Selbst Generationen später geht es immer nur in eine Richtung.
    Falls Sie der Meinung sind, dass man Unrecht, das den einen angetan wurde, mit Unrecht das man anderen antut vergelten sollte und darf, haben Sie weder das Wesen des Rechtsstaats, noch das der Gerechtigkeit begriffen.
  4. #4

    Kausal haben die Nazis

    den Kunstraub zu verantworten. Da gibt es gar nichts zu beschönigen.
  5. #5

    Und?

    Zitat von hwolf@gmx.net Beitrag anzeigen
    Wer redet eigentlich von den abertausenden deutschen Kunstwerken, die von den Alliierten geraubt wurden, als nach dem Krieg Deutschland ausgeplündert wurde? Da würde ich mir ein ähnliches Engagement wünschen. Selbst Generationen später geht es immer nur in eine Richtung.
    Von den "abertausenden" wurden wie viele von den Nazis vorher geraubt und enteignet? Sollte man etwa Raubkunst behalten bis die anderen was zurückgeben? Und dann ist da ja noch der Kriegsreparationsanspruch den man nicht einfach so ignorieren darf - oder wurde die BRD im Anschluss an den Krieg etwa einfach so im Stich gelassen oder etwa von den Amis wieder aufgepeppelt? Die haben durchaus auch was gegeben, was mehr wert als alle tatsächlich entwendete Kunst ist: eine Zukunft.
  6. #6

    Zitat von Stelzi Beitrag anzeigen
    Und dann ist da ja noch der Kriegsreparationsanspruch den man nicht einfach so ignorieren darf - oder wurde die BRD im Anschluss an den Krieg etwa einfach so im Stich gelassen oder etwa von den Amis wieder aufgepeppelt? Die haben durchaus auch was gegeben, was mehr wert als alle tatsächlich entwendete Kunst ist: eine Zukunft.
    Und was hat das mit dem Thema zu tun? Nichts.

    Natürlich muss man Gestohlenes zurückgeben, und natürlich hat auch Deutschland das Recht, das Gestohlenes zurückgegeben wird. Wie kann man darüber überhaupt diskutieren. Und natürlich begann Kunstdiebstahl nicht mit den Nazis. Kunst ist schon immer geraubt worden. Kriegsbeute eben.
  7. #7

    Herr Gauweiler, ich find' das toll !

    [QUOTE=sysop;11876786]In ganz Europa haben die Nazis Kunstwerke geraubt - Abertausende liegen bis heute ungeprüft in deutschen Museen. Ein Unding, findet der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler. Er fordert, mehr Aufwand zu betreiben, um eventuelle Rückgabeansprüche zu klären. QUOTE]

    Im Prinzip handelt es sich um eine Selbstverständlichkeit;
    aber der Masse der Zuständigen scheint der Anstand abhanden gekommen zu sein, so er denn überhaupt mal existiert hatte ..

    68 Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft gibt es immer noch retardierende Kräfte, die nicht rausrücken wollen, was anderen gehört ..

    Danke Peter Gauweiler !
  8. #8

    Die Abwicklung

    der DDR mit Hilfe der Treuhand geschah eiskalt und kompromisslos, anschließend hat man die bösen Genossen vergattert, und ja, zu Recht, aber man hat es immer noch nicht geschafft, eine vernünftige Aufarbeitung des 1000jährigen Reichs mit all seinen Untaten und Ekelhaftigkeiten so zu meistern, dass kein Makel mehr bleibt. Das spricht nicht gerade für ein gepriesenes Wertesystem einer aufrichtigen Demokratie, in dem permanent der Unrechtsstaat 'DDR' beharkt wird, aber die eigene Nazi-Aufarbeitung selbst 2013 nicht abgeschlossen ist. Und wer bemosert das: ein CSU Abgeordneter. Respekt.
  9. #9

    Zitat von hwolf@gmx.net Beitrag anzeigen
    Wer redet eigentlich von den abertausenden deutschen Kunstwerken, die von den Alliierten geraubt wurden, als nach dem Krieg Deutschland ausgeplündert wurde? Da würde ich mir ein ähnliches Engagement wünschen. Selbst Generationen später geht es immer nur in eine Richtung.
    Naja, man muss zumindest den Amerikanern und Briten zugutehalten, dass sogut wie alles, was amerikanische und britische Truppen zum Ende des Krieges in irgendwelchen Bunkern und Bergwerksstollen und sonstwo gefunden und erst mal sichergestellt haben, nach dem Krieg wieder an Deutschland zurückgegeben wurde. Anders sieht es natürlich aus mit Dingen, die amerikanische und britische Soldaten unter der Hand haben mitgehen lassen und auf dem Schwarzmarkt zu Geld machen wollten. Viele dieser Dinge, vor allem wenn sie von großen historischen und somit auch finanziellem Wert sind, waren und sind aber praktisch unverkäuflich. Wenn so ein Stück auf dem Kunstmarkt auftaucht, werden sofort alle hellhörig. Deswegen liegen und lagen die oft Jahrzehntelang einfach nur in einem Bankschließfach rum in der Hoffnung, irgendwann würde mal Gras über die Sache wachsen und man könnte das dann unauffällig losschlagen. Das ist aber schwierig, denn heute kann man in vielen Kunst- und Antiquitätendatenbanken praktisch problemlos genau nachschauen, was für Stücke es gibt/gab, wo und wann die gefunden wurden oder eventuell abhanden gekommen sind, wer die Besitzer waren usw. Auf solche Datenbanken kann mindestens jeder Kunsthändler zugreifen. Mit ein bissl Recherche können Sie und ich das aber auch. Daher ist es heute sogar noch viel schwieriger als früher, irgendwelche geraubten und geklauten Stücke irgendwie unauffällig zu verkaufen, denn jeder, der kurz recherchiert, wird innerhalb kürzester Zeit feststellen, dass ein angebotenes Stück mutmaßlich geraubt ist und dann fliegt alles auf, selbst wenn nur ein einziger von 20 möglichen Käufern, denen das Stück angeboten wurde, Alarm schlägt.

    Es gibt auch viele dokumentierte Fälle, in denen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Behörden auch solche Stücke wieder zurückgegeben wurden, z.B. beim berühmten Domschatz von Quedlinburg:
    Domschatzkammer Quedlinburg

    Noch was anderes ist es mit den Russen. Da gibt es noch sehr viele Stücke und Sammlungen, die die Russen mitgenommen haben und bis heute nicht wieder rausgeben wollen. Da helfen dann tatsächlich nur Tauschgeschäfte, indem man hier in Deutschland noch gefundene Stücke, die vielleicht von der Wehrmacht in Russland geraubt wurden, als Austausch für von den Russen geraubte Stücke wieder zurückgibt.