Winnenden-Prozess: Vater von Tim K. wendet sich an Opferfamilien

dapdIm Revisionsprozess gegen den Vater des Attentäters von Winnenden hat die Verteidigung Straffreiheit für Jörg K. gefordert. Der brach sein langes Schweigen und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er bedauere, dass sein Sohn Zugang zu Waffen hatte - und dass er dessen Not nicht erkannte.

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  1. #1

    Genug gestraft!

    Der Mann ist für den Rest seines Lebens genug gestraft, dass er fahrlässig gehandelt hat. Wenn die Angehörigen der Opfer eine zusätzliche Bestrafung fordern, kommt dies eher einem Rachegedanken gleich.
  2. #2

    Erholung unter Palmen?

    Zitat von adam68161 Beitrag anzeigen
    Der Mann ist für den Rest seines Lebens genug gestraft, dass er fahrlässig gehandelt hat. Wenn die Angehörigen der Opfer eine zusätzliche Bestrafung fordern, kommt dies eher einem Rachegedanken gleich.
    So wie ich die Berichterstattung der letzten Jahre verstanden habe, will er sein Vermögen retten.
  3. #3

    Einspruch

    Zitat von adam68161 Beitrag anzeigen
    Der Mann ist für den Rest seines Lebens genug gestraft, dass er fahrlässig gehandelt hat. Wenn die Angehörigen der Opfer eine zusätzliche Bestrafung fordern, kommt dies eher einem Rachegedanken gleich.
    Ganz so ist es aber auch nicht: Der Mann hat die Waffe nicht "fahrlässig" ungesichert rumliegen lassen, sondern ganz bewußt, um sie griffbereit zu haben.

    Und die Angehörigen fordern auch keine "zusätzliche" Bestrafung, sondern der gute Mann ist bisher noch ohne Strafe davongekommen. Seinen Schicksalsschlag gegen eine Strafe aufzurechnen, ist zynisch und nicht rechtsstaatlich.

    Ich bin persönlich zwar auch der Meinung, dass das Verfahren eingestellt werden sollte, aber rechtmäßig sollte es dabei schon zugehen.
  4. #4

    Zitat von ksail Beitrag anzeigen
    Ganz so ist es aber auch nicht: Der Mann hat die Waffe nicht "fahrlässig" ungesichert rumliegen lassen, sondern ganz bewußt, um sie griffbereit zu haben.

    Und die Angehörigen fordern auch keine "zusätzliche" Bestrafung, sondern der gute Mann ist bisher noch ohne Strafe davongekommen. Seinen Schicksalsschlag gegen eine Strafe aufzurechnen, ist zynisch und nicht rechtsstaatlich.

    Ich bin persönlich zwar auch der Meinung, dass das Verfahren eingestellt werden sollte, aber rechtmäßig sollte es dabei schon zugehen.
    Genau deshalb ist es ja fahrlässig - evtl grob. Fahrlässig bedeutet, etwas tun bei dem man sich nicht über die Konsequenzen bewusst ist. Bewusst wäre es gewesen, wenn der Vater die Waffe extra offen hingelegt hätte mit dem Ziel, dass der Sohn damit einen Amoklauf begeht. Das ist ja nun nicht der Fall, deswegen fahrlässig.
  5. #5

    Im ersten Verfahren 2011 verurteilte das Landgericht Stuttgart ...

    Im Spiegel-Artikel steht ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    [...]
    Im ersten Verfahren 2011 verurteilte das Landgericht Stuttgart den Unternehmer wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im Frühjahr 2012 allerdings wegen eines Verfahrensfehlers auf. [...]

    Winnenden-Prozess: Vater von Tim K. wendet sich an Opferfamilien - SPIEGEL ONLINE
    Vorausgesetzt, das so im Spiegel-Artikel Gesagte stimmt (tut es das?) - versteh ich nicht.

    Wieso konnte der Vater wegen (fahrlässiger) Tötung und Körperverletzung verurteilt werden? Er hat doch gar keine (auch keine fahrlässige) Tötung oder Körperverletzung durchgeführt. Sondern das war sein Sohn gewesen. (Über eine Anstiftung zur Tat ist nichts berichtet worden.) Seit wann ist es hierzulande rechtens, dass eine Person X für die von einer anderen Person Y verübten Taten verurteilt wird?

    Bei der genannten Urteilsaufhebung durch das BGH ist (nur) von Verfahrensfehler die Rede. In einem älteren Spiegel-Artikel steht "Zwar bestätigt der BGH in dem Beschluss den Schuldspruch.". Wie gesagt, versteh' ich nicht. Ich find's sonnenklar, dass der ergangene Schuldspruch falsch ist.
  6. #6

    Moment mal...

    Wer eine Waffe unsachgemäß und gesetzeswiedrig aufbewahrt muss für daraus resultierende Schäden anteilig haftbar gemacht werden.
    Die andauernde schwarz-weiß Diskussion um diesen Fall (und Waffenbesitz im Allgemeinen) kann nicht darüber hinwegtäuschen, das es eine Vielzahl von Faktoren, und weitreichende Beteiligung vieler Personen gibt die zu dieser Tragödie führten: Tim Kretschmar der die Tat begang, sein Vater der sie ermöglichte, ratlose und falsch bewaffnete Polizisten, Politiker die in ihrer Mediengeilheit einem Polizeisonderkomando den Hubschrauber vor der Nase wegschnappen und vor allen Dingen: Die Medien die auf dem Rücken der Opfer ihre Auflage steigern und dem nächsten potentiellen Amokläufer ungeteilte Aufmerksamkeit als Mordmotiv liefern.
    Herr Kretschmar: übernehmen Sie bitte Ihren Teil der Verantwortung!
  7. #7

    optional

    Als Waffenbesitzer (1 Sportpistole) kann ich nur sagen: Ein Waffenbesitzer, der dermaßen leichtsinnig mit seinen Waffen umgeht, so daß der jugendliche Sohn mit Leichtigkeit an diese und an dazugehörige Munition herankommen und so viele Menschen damit töten kann, gehört mit dem selben Maß bestraft, wie man den Täter selber bestrafen würde! Eine Waffe wird durch leichtsinnigen Umgang gefährlich und nicht von alleine. Genau wie ein Messer, ein Auto etc. Ich würde auch nicht meine Autoschlüssel offen rumliegen lassen, wenn ich ein Kind hätte, daß an diese herankommen könnte. Bei uns im Kreis haben 2012 in zwei Fällen 17-jährige ihren Eltern das Auto entwendet und haben damit Unfälle gebaut, in einem Fall mit einem Toten und 3 Schwerverletzten. Wer durch Leichtsinn/Fahrlässigkeit so etwas ermöglicht, sollte so bestraft werden, als ob er die Tat begangen hätte!
  8. #8

    Zitat von kabian Beitrag anzeigen
    So wie ich die Berichterstattung der letzten Jahre verstanden habe, will er sein Vermögen retten.
    Wo ist das Problem?
    Möchten Sie sein Vermögen einziehen und ihn zum Hartz4-Fall machen?

    Davon wird auch kein Opfer wieder lebendig und so eine Aktion hätte mehr als nur den faden Beigeschmack von 'Rache'.
  9. #9

    hmmm...

    Zitat: "Wer eine Waffe unsachgemäß und gesetzeswiedrig aufbewahrt muss für daraus resultierende Schäden anteilig haftbar gemacht werden."
    hmmm... also wenn ich mein Auto nicht gegen Wegnahme sichere und ein Dieb fährt damit jemanden über den Haufen, dann muss ich für den resultierenden Schaden anteilig haftbar gemacht werden? Sorry, aber über *die* Brücke würde ich dann doch nicht gehen...