Arbeitsrecht: Keine Extrawurst für Berufsanfänger

CorbisEin 36-Jähriger bewirbt sich auf eine Stelle als Trainee, kassiert eine Absage - und klagt: Er habe den Job nur wegen seines Alters nicht bekommen. Das darf nicht sein, bestätigt das Bundesarbeitsgericht. Warum dies das Ende der Stellenanzeigen für Berufsanfänger sein könnte, erklärt Arbeitsrechtler Stefan Kursawe.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-879770.html
  1. #1

    Blanker Wahnsinn

    Demnächst wird die Bewerbung eines Müllwerkers auf eine Chefarztstelle noch genauestens analysiert und dokumentiert werden müssen. Lustigerweise sind gerade die Richter, die darüber entscheiden, aufgrund diverser Ausbildungs- und Standesdünkel vor zu viel Wettbewerb geschützt. Aber auch hier gilt Orwell's
    Farm der Tiere: alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher als andere.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn Formulierungen, die ein Indiz für eine Altersdiskriminierung sein könnten, genauer unter die Lupe genommen werden, gehören Bezeichnungen wie [...] "Junior Project Manager" vielleicht bald der Vergangenheit an.
    Na toll. Nur dass das "Junior" darin mal gar nichts mit dem Alter zu tun hat. Ein bißchen Fremdsprachenkenntnisse kann man doch wohl erwarten, oder?
  3. #3

    345345

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein 36-Jähriger bewirbt sich auf eine Stelle als Trainee, kassiert eine Absage - und klagt: Er habe den Job nur wegen seines Alters nicht bekommen. Das darf nicht sein, bestätigt das Bundesarbeitsgericht. Warum dies das Ende der Stellenanzeigen für Berufsanfänger sein könnte, erklärt Arbeitsrechtler <i>Stefan Kursawe. </i>

    Urteil: Traineeprogramm darf nicht nur Berufsanfänger ansprechen - SPIEGEL ONLINE
    so, und nun erfinde ich noch die Qualifikationsdiskriminierung. Hatte ja schließlich nicht jeder die Chance zu studieren oder einen Beruf zu erlernen. Dafür kann man nicht ein ganzes Berufsleben lang benachteiligt werden.

    suchen Mitarbeiter/in
    Qualifikation egal
    Alter egal
    Geschlecht egal
    Teamfähigkeit egal
    Mobilität egal
    regelmässiges Erscheinen egal
    Sprachkenntnisse egal
    Religion egal
    Umgangsformen egal

    Die Arbeitsaufgabe wird, um ungeeignete Bewerber nicht zu diskriminieren, nicht mitgeteilt.
  4. #4

    Junior-Putzfrau/mann

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Na toll. Nur dass das "Junior" darin mal gar nichts mit dem Alter zu tun hat. Ein bißchen Fremdsprachenkenntnisse kann man doch wohl erwarten, oder?
    Auch die Übersetzung mit "untergeordnet" leitet sich deutlich von der Ursprungsbedeutung "jünger" ab und löst bei jedem Leser, der femdsprachlich mehr als alberne Anglizismen kennt, entsprechende Assoziationen aus. Man darf eben nicht einfach Leute suchen, die man braucht, sondern muss das breit anlegen und möglichst unauffällig den Mist aussortieren und seinen Bedarf decken. Leider ist dabei auch unvermeidlich, vielenguten aber nicht passenden Bewerbern unnötige Arbeit zu machen und demoralisierende Enttäuschungen zu bereiten.
  5. #5

    Ein Rechtsanwalt

    bewirbt sich und klagt. Er ist nur Rechtsanwalt weil er aufgrund seiner Benotung sich weder als Richter noch als Staatsanwalt bewerben konnte. Er meldet sich auf eine Stelle die der Förderung begabten Nchwuchses dient (und nicht des Gerichtsfutters zu dem er es geschafft hat); Folge: unehrliche Stellenanzeigen, unnötige Bewerbungen, falsche Hoffnungen; aber er hatte immerhin seine 5 Minuten in der Sonne.
  6. #6

    Es gibt doch ein bekanntes Lösungsmuster.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein 36-Jähriger bewirbt sich auf eine Stelle als Trainee, kassiert eine Absage - und klagt: Er habe den Job nur wegen seines Alters nicht bekommen. Das darf nicht sein, bestätigt das Bundesarbeitsgericht. Warum dies das Ende der Stellenanzeigen für Berufsanfänger sein könnte, erklärt Arbeitsrechtler <i>Stefan Kursawe. </i>

    Urteil: Traineeprogramm darf nicht nur Berufsanfänger ansprechen - SPIEGEL ONLINE
    Ich sehe das Problem nicht. Bei vielen Ausschreibungen kann man doch heute schon lesen, dass gehandicapte Personengruppen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt werden. Wenn das gängige Praxis ist wird es wohl auch zulässig und um weitere Personengruppen ergänzt werden dürfe.

    Statt sinngemäss
    "bei gleicher Qualifikation werden Frauen und Behinderte bevorzugt...."

    könnte man also auch
    "bei gleicher Qualifikation werden Frauen, Behinderte und Berufsanfänger bevorzugt...."
    schreiben und besonders ausdrücklich zur Bewerbung auffordern.
  7. #7

    und angebote die sich gezielt nur an Frauen richten?

    sollten dann doch auch diskriminierend sein, oder? gibt es in den technischen Berufen immer mehr... z.B. von der Telekom, die stellen gezielt für weiblichen IT Nachwuchs ausschreiben ... Wäre das andersrum (gezielt für männl. Bewerber) wäre wieder mal die Hölle los... Naja, vielleicht sollte ich mal klagen ;)
  8. #8

    optional

    Stelle ich Alte ein,werden Junge diskrementiert.Stelle ich Junge ein,verklagen mich die Alten.Wie lange wollen wir uns noch zum Affen machen lassen.Wenn ich den nicht mehr einstellen darf,den ich gerne haben möchte,egal aus welchem Grund,dann werde ich es in Zukunft eben bleiben lassen.Ist ja nur ein Arbeitsplatz weniger.
    Vielleicht machen sich mal e9in paar Leute darüber Gedanken,wohin wir mit diesem Schwachsinn steuern werden.
    Einen 36jährigen,der immer noch nicht weiß,was er im Leben will,stelle ich schon mal gar nicht ein.
  9. #9

    456789

    Zitat von philip2412 Beitrag anzeigen
    ..................................
    Einen 36jährigen,der immer noch nicht weiß,was er im Leben will,stelle ich schon mal gar nicht ein.
    wieso weiß er das nicht? Bewerbung mit Formfehler suchen, bewerben, ablenen lassen, Schadenersatz einklagen ist doch durchaus ein zeitgemäßes Geschäftsmodell.