Designschutz bei Ersatzteilen: Der Preis der Schönheit

Volkswagen Schöne Formen können unschön ins Geld gehen. Der Designschutz für Fahrzeugteile führt dazu, dass mancher Kotflügel oder Scheinwerfer für eine Reparatur nur direkt beim Hersteller erhältlich ist - zu entsprechenden Preisen. Ein Monopol, das immer wieder kritisiert wird - aber bislang erhalten bleibt.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/h...-a-872053.html
  1. #1

    Na, da bin ich mal froh

    daß ich Altmetall-Treter bin. Den Kotflügel für meinen Strich-8 habe ich als Nachbau im Zubehör gekauft. So richtig passen tat der nicht, aber wenn man weiß, daß ihn Daimler eben auch nicht mehr selbst produziert und das "original"-Teil (zum dreifachen Verkaufspreis) vermutlich aus der selben Presse fällt, sind mir die Anpassungskosten egal. Bei den heutigen Autos gibt es jedoch keine Stoßfänger mehr, die diesen Namen auch verdienten, es gibt keine angedotzten Stoßstangen mehr, sondern es ist gleich Blech und Plastik hinüber. Ein einziger Parkrempler von hinten an einem Opel Insignia Kombi kostet eine komplette Heckklappe mit Allem, vermutlich auch noch gleich das Plastikteil, das bis an die Radläufe gezogen ist - und das ist riesig. Für einen Tausch der genannten Teile muß - dank Elektronik, Sensoren, Lichtern etc. das gesamte Hinterteil des Autos abgerüscht werden, der Komplett-Tralla lackiert werden. Bis da alle Knöpfe dran sind, sind wegen eines Remplers, der früher eine neue Stoßstange gekostet hätte (oder sogar mit Geradebiegen hätte gerichtet werden können) mindestens 3000 Euro kaputt - wenn das nur reicht.
  2. #2

    Versicherungsbeitrag

    Der Kunde einer Reparaturwerkstatt hat bezüglich der Teile ohnehin nicht viel zu entscheiden - Schäden an sichtbaren Teilen sind größtenteils Versicherungsschäden, und jede Werkstatt wird ganz von sich aus daran interessiert sein, dass die Reparatur so teuer wie möglich wird. Rosten tun auch ältere Autos kaum noch, und Scheinwerfer gibt's vom Schrott. Mit dem Designschutz sollen sich von mir aus die Versicherungsheinis herumschlagen.
  3. #3

    Abzocke und sonst nichts!

    Das Ganze ist schlicht und ergreifend eine üble Abzockmasche, um Monopolsituationen zu erzeugen. Die Sicherheitsargumente sind im Allgemeinen Totschlagsargumente der Lobby, die keinerlei Bezug zur Wirklichkeit haben. Im Grunde müssten solche Mätzchen schon dazu führen, dass man entsprechende Marken erst garnicht kauft! Wenn man dazu bedenkt, dass deutsche Autonutzer ohnehin von allen Seiten ausgenommen werden wie Weihnachtsgänse und in allen Bereichen trotz sinkender Einkommen Rekordausgaben haben, wird da Ganze erst zum richtigen Skandal!
  4. #4

    Recycling?

    Wie hier schon richtig angemerkt wurde - es müssen nicht immer Neuteile sein - man muss zwar ggf. etwas Glück haben was die Farbe betrifft, aber gerade bei etwas älteren Fahrzeugen findet sich doch in der Regel etwas passendes - schont die Umwelt und den Geldbeutel. Leider wollen viele Werkstätten das nicht so recht machen (weil sie dann weniger verdienen ...)
  5. #5

    Ich würde an deiner Stelle...

    Zitat von Jobuch Beitrag anzeigen
    daß ich Altmetall-Treter bin. Den Kotflügel für meinen Strich-8 habe ich als Nachbau im Zubehör gekauft. So richtig passen tat der nicht, aber wenn man weiß, daß ihn Daimler eben auch nicht mehr selbst produziert und das "original"-Teil (zum dreifachen Verkaufspreis) vermutlich aus der selben Presse fällt, sind mir die Anpassungskosten egal. Bei den heutigen Autos gibt es jedoch keine Stoßfänger mehr, die diesen Namen auch verdienten, es gibt keine angedotzten Stoßstangen mehr, sondern es ist gleich Blech und Plastik hinüber. Ein einziger Parkrempler von hinten an einem Opel Insignia Kombi kostet eine komplette Heckklappe mit Allem, vermutlich auch noch gleich das Plastikteil, das bis an die Radläufe gezogen ist - und das ist riesig. Für einen Tausch der genannten Teile muß - dank Elektronik, Sensoren, Lichtern etc. das gesamte Hinterteil des Autos abgerüscht werden, der Komplett-Tralla lackiert werden. Bis da alle Knöpfe dran sind, sind wegen eines Remplers, der früher eine neue Stoßstange gekostet hätte (oder sogar mit Geradebiegen hätte gerichtet werden können) mindestens 3000 Euro kaputt - wenn das nur reicht.
    ....den Führerschein abgeben - so ein geschildeter Heckschaden hat nichts, aber auch garnichts mit einem vermeindlichen Parkrempler zu tun - und wenn doch dann gehört der Fahrer hinter kein Steuer der Welt...
  6. #6

    Zitat von Jobuch Beitrag anzeigen
    daß ich Altmetall-Treter bin. Den Kotflügel für meinen Strich-8 habe ich als Nachbau im Zubehör gekauft. So richtig passen tat der nicht, aber wenn man weiß, daß ihn Daimler eben auch nicht mehr selbst produziert und das "original"-Teil (zum dreifachen Verkaufspreis) vermutlich aus der selben Presse fällt, sind mir die Anpassungskosten egal.
    Das ist doch jetzt echt rausgeschmissenes Geld, plus nerviger Fummelkram (genaugenommen Pfuschkram), plus dem Effekt, daß hinterher jeder von weitem sieht, daß hier ein Sparfuchs seinen Oldie verschlimmbessert und somit Optik und Wert versaut hat.

    Dieser Repro-Kram aus dem Zubehör ist, was Blechteile angeht, EBEN NICHT aus derselben Presse gefallen. Das war er auch nicht in den 70ern.
    Es gab für einige Modelle, z.B. den VW Golf I und den Audi 50/VW Polo schon damals Zubehörteile, die weder mit guten Worten, noch mit Gewalt paßten, über 1 cm zu kurze Kotflügel z.B. Wenn man heute den Modellkennern diesen Krempel vor die Füße wirft, heben sie ihn noch nicht einmal auf. Zu recht.

    Mittlerweile sehe ich es als Vorteil an, daß es für meinen K 70 auch damals bis auf zwei Reparaturbleche keine Nachbau-Blechteile gegeben hat. Das hatte zwar zur Folge, daß sehr viele Fahrzeuge damals verschrottet wurden, weil den Gebrauchtwagenverbrauchern die Reparaturen zu teuer wurden, aber dafür ist bei den Überlebenden die Gefahr geringer, hilf- und rettungslos verpfuscht worden zu sein.

    Lieber originaler Gammel als Hinterhofpfuscherei.
  7. #7

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ....den Führerschein abgeben - so ein geschildeter Heckschaden hat nichts, aber auch garnichts mit einem vermeindlichen Parkrempler zu tun - und wenn doch dann gehört der Fahrer hinter kein Steuer der Welt...
    Neenee, das paßt schon mit den Preisangaben. Kurse dieser Größenordnung nur für leichteste Andötscher wird jeder Schadenregulierer einer KFZ-Versicherung bestätigen können. Viel komplizierter Kleinkram, vor allem Elektronik, der nicht wie vor Jahrzehnten simpel verschraubt, sondern verclipst, verklebt, verschweißt wird -zwangsweiser Bruch beim Ausbau- plus die Folgen der modernen Produktionsmethoden. So werden Armaturenbretter heute komplett vormontiert gebaut in die Karosse gesetzt. "Modulbauweise" heißt das - wer im eingebauten Zustand an ein versteckt liegendes Winzteil kommen, will, hat ein echtes Problem.
  8. #8

    Ähm...

    Zitat von ISTQB Beitrag anzeigen
    ....den Führerschein abgeben - so ein geschildeter Heckschaden hat nichts, aber auch garnichts mit einem vermeindlichen Parkrempler zu tun - und wenn doch dann gehört der Fahrer hinter kein Steuer der Welt...
    ...nein, die Preisangaben sind realistisch und heute leider normal.
    Bei einem e30 den ich mal hatte kostete die Komplettreparatur der Stoßstange nachdem ein anderes Fahrzeug sehr leicht angedotzt war noch 200 Mark.
    Beim aktuellen 3er kostet der gleiche Spaß 2-3000 Euro.
  9. #9

    Also ich

    bin letzte Woche mit meinem E220 (W211) rückwärts gegen einen Fahrradständer gefahren beim Einparken. Das Tolle: An der (natürlich lackierten) Plastikstoßstange ist NICHTS zu sehen. Außer, dass der Dreck an den beiden Kontaktstellen jetzt weg ist.

    Also schimpft nicht immer so auf die modernen Bauteile. So schlimm ists doch nicht.