Tschechiens neuer Präsident Zeman: Der Polterer von Prag

AFPEr polarisiert, er eckt an: Der Linkspopulist Milos Zeman ist Tschechiens neuer Präsident. Der 68-Jährige wird sein Land zwar aus der europäischen Isolation führen, innenpolitisch dürfte es aber ungemütlich werden.

Tschechiens neuer linkspopulistischer Präsident Milos Zeman - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Zeman der Nationalist

    "Seinen Konkurrenten um das Amt, Karel Schwarzenberg, schimpfte der 68-jährige Linkspopulist im Wahlkampf abfällig einen Sudetak - einen Sudetendeutschen"

    Hübsch, so etwas lesen zu müssen. Als ob es nicht genug wäre, dass so viele Menschen ihrer Heimat und ihres Besitzes beraubt wurden... zu allem Überfluss kommen noch solche Schimpfworte hinterher.

    Nicht nur ein Nationalist ist dieser Zeman, er ist für mich auch ein unanständiger Mensch, der mit solchen Äußerungen imstande ist, Feindschaft unter den Völkern zu säen.
  2. #2

    optional

    Jedes Volk verdient die Politiker die es selbst wählt. Doch sollten wir uns die gegen uns gerichteten Hasstiraden nicht gefallen lassen. Ich jedenfall werde nicht mehr nach Tschechien reisen und unser Geld brauchen sie übrigens auch nicht zu wollen.
  3. #3

    Jammerschade

    daß solange nach dem Kriege und dem Büßen der Sudetendeutschen für den Hitlerkrieg immer noch solche Ausfälle von tschechischen Politikern möglich sind! Eine Schande, so lange nach dem Krieg und nach all den Versöhnungs- und Bußegesten von seiten der Deutschen.
  4. #4

    aus der Isolation führen?

    "Bist du für oder gegen den Sozialismus?", hiess es früher in der DDR. Heute unterteilen die Medien genau gleich in Gute und Böse nach dem Kriterium: Für oder gegen Europa.
    Gemeint ist aber nicht ein Europa der Bürger, sodern der immer mächtigere Brüssler Beamtenstaat. Zeman wird sich hüten, hier mehr Kompromisse als nötig zu machen und wird ganz sicher die tschechische Krone bewahren.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er polarisiert, er eckt an: Der Linkspopulist Milos Zeman ist Tschechiens neuer Präsident. Der 68-Jährige wird sein Land zwar aus der europäischen Isolation führen, innenpolitisch dürfte es aber ungemütlich werden.

    Tschechiens neuer linkspopulistischer Präsident Milos Zeman - SPIEGEL ONLINE
    Aus der EU Isolation führen...es ein Wunschdenken. Die Realität in Ost Europa sieht ganz anders aus,die EU ist nicht mehr ein Paradies wie es in den 90er war. Damals hat man mit dem Slogan Wahlkampf gemacht und konnte sicher sein dass er gewinnt,heute sind die Wahlslogans ganz anders. Beispiele wie Griechenland und Spanien machen den Menschen klar,dass es nicht alles Gold ist was in Brüssel glänzt. Die Ungarn haben es längst erkannt und wollen weg von Brüssel und dem Polit-Diktat. Es ist ja nicht so dass in Ost Europa alle verarmt sind und von nichts anderem träumen als EU,es ist mittlerweile umgekehrt und Länder die ganz gut ohne EU leben können und eigene Politik machen werden immer mehr. In die EU wollen all die Länder wie Rumänien, Albanien,Kosovo...es wäre doch echt toll,wenn all die gebildete Grossfamilien zu uns kommen und die Herrscher kassieren EU gelder,also unser Geld(wie es vor paar jahren in kosovo der fall war,als mehrere hundert millionen unser steuergeld verschwunden sind.)
    Griechenland ist am Boden und versklavt,die Spanier wehren sich noch dagegen die Kredite von EZB anzunehmen,weil sie nicht so enden wollen.
    Dieser Gedanke,dass alle Länder in Europa von nichts anderem, als EU träumen ist einfach falsch und zu alt,Ost Europa macht eigene Politik und orientiert sich mehr Richtung Russland und Ressourcen,statt EU und Diktat aus Brüssel und unsinnige Kriege führen.
  6. #6

    Hier...

    wird ein sehr wichtiger Aspekt vergessen oder man wusste es so in D nicht! Hr. Schwarzenberg hat die Diskussionen um die Benesdekrete in den Wahlkampf gebracht! Warum, weiss er wohl selber so richtig nicht!! Und das Zeman dann diese Steilvorlage nutzt, wer will in das verdenken!!
    Und noch einmal, die Tschechen haben Zeman gewaehlt, weil er eine soziale Politik versprochen hat und dafuer auch steht! Und Hr. Schwarzenberg ist das ganze Gegenteil von Zeman in der sozialen Frage! Schwarzenberg ist ein Vertreter der amtierenden neoliberalen und unsozialen Regierung Necas und steht damit fuer die unsaeglichen Steuererhoehungen in den letzten 2 Jahren, die vor allem die aermeren Schichten in Tschechien hart getroffen haben! Nur ein Beispiel, Anfang dieses Jahres wurde die untere MWST. auf jetzt 15% erhoeht! Von einstmals 8%!
    In D betraegt die immer noch nur 7%! Und das haben die tschechischen Waehler Hr. Schwarzenberg nicht vergessen! Und die EU sollte sich nicht zu frueh freuen! Auch Zeman ist, jedenfalss zur Zeit, nicht bereit den Euro in Tschechien einzufuehren oder noch weitere Befugnisse an Bruessel abzugeben! Man spricht hier in Tschechien von fruehestens 2017 als eventuelle Einfuehrung des Euro! Und das nur, wenn die Tschechen in einer Volksabstimmung zustimmen! Und wenn sich die Stimmung bis dahin nicht grundlegend aendert, dann wird diese Volksabstimmung in Tschechien zu einen Disaster fuer den Euro!
  7. #7

    mehr als eine Chance verpasst...

    Die Wahl von dem Populisten Zeman ist eine Enttäuschung in vielerlei Hinsicht. Statt eine kultivierte und international bekannte Persönlichkeit des Herrn Scharzenberg zu wählen, die - wie im Aritkel richtig beschrieben ist - vor Allem von den interektuellen und jungen Leuten begeistert unterschtützt wurde, hat die Mehrheit einen kaltblütigen Schwatzer und Lügner. Es ist kein Zufall, dass er die nationalistische anti-Sudetendeutsche Karte gezogen hatte. Vielmehr, es war ein Fehler von Herrn Schwarzenberg, dass er sich auf dieses Thema nicht gründlicher vorbereitet hat. Das Thema flammt in Tschechien immer wieder auf - z.B. vor dem Referendum über den EU-Beitritt wurden in Grenzgebieten Flayer verteilt (ohne erkennbaren Author), die davor warnten, dass nach dem EU-Beitritt das Eigentum der Sudendeutschen zurückgegeben wird...
    Ein kleiner Trost mag die Wahl dennoch sein. Der scheidende Präsident Klaus drückt sich zwar etwas kultivierter als Zeman aus, im Populismus stand im aber im Nichts nach. Im Gegenteil, mit seinem blinden Anti-EU-Kurs und seinem pseudo-wissenschaftlichen Leungen des Klimawandels, Gleichstellung der Umweltbewegungen mit Komunisten und anderen "-isten" hat es sich national und international zu einer Lachnummer gemacht. Der angeblich rechtskonservative Klaus deutete bei jeder Gelegenheit seine Abneigung gegen Schwarzenberg an, und unterstütze mit etlichen nationalistischen Sprüchen den links-Populisten. Zeman ist immerhin pro-europäisch und trotz aller Erwartungen war er in seiner Zeit als Ministerpräsident in der Lage, Tschechien in die EU zu führen. Ein großer Wurf ist die Wahl aber keineswegs und der schmutzige Wahlkampf wird nun eine Warnung an eine zu schnelle Ausbreitung der direkten Demokratie. Am Freitag wurde in den Medien ein Bürgermeister zitiert: Die letzte Präsidentenwahl ist das beste Argument gegen die direkte Wahlen von Bürgermeistern - wenn sie ähnlich schmutzig und persönlich beleidigend verliefen, würde eine direkte Wahl die Leute in einem Ort nur verfeinden und gegen sich aufhetzen.
  8. #8

    Entschuldigung aus Tschechien...

    Hallo,
    meine Familie und ich sind mehr als traurig über das Wahlergebnis. Es tut uns so Leid, dass die Chance auf ein besseres Tschechien verpasst wurde. Schade um den sympathischen und Europa-freundlichen Herrn Schwarzenberg. Er hätte auf die Tradition von Vaclav Havel anknüpfen können. Aber leider ist das (noch?) nicht möglich in Tschechien, dass so eine Persönlichkeit gewinnt. Es leben wahrscheinlich noch zu viele Kommunisten hier, die Angst haben vor der ganzen Welt, und deshalb nur die anderen beschimpfen und beleidigen. In diesem Sinn passt Zeman zu uns.
    Gott, wie Leid es mir tut! :-(
  9. #9

    Viel Lärm um Nichts

    Zitat von Onkel_Karl Beitrag anzeigen
    Aus der EU Isolation führen...es ein Wunschdenken. Die Realität in Ost Europa sieht ganz anders aus,die EU ist nicht mehr ein Paradies wie es in den 90er war.
    Dieser Gedanke,dass alle Länder in Europa von nichts anderem, als EU träumen ist einfach falsch und zu alt,Ost Europa macht eigene Politik und orientiert sich mehr Richtung Russland und Ressourcen,statt EU und Diktat aus Brüssel und unsinnige Kriege führen.
    Alle ost- und südeuropäischen Länder sind süchtig nach EU-Milliarden-Zahlungen... das sieht man ganz deutlich, wenn über Kürzungen des EU-Haushalts debattiert wird. Dann ist das Rumgemaule riesengroß. Den Euro einführen wollen die Kandidaten nicht unbedingt, aber Subventionen aus der EU-Kasse sollen immer reichlich sprudeln. ... denn: Austreten will doch auch keiner... oder ???

    Welches der ost- und südeuropäischen Länder ist den so leistungsfähig, als daß es allein die energie- und demographiepolitischen Herausforderungen der Zukunft bewältigen könnte. Ich kenne keins.