Landesweiter Protest: 21 Todesurteile nach Fußballkrawall in Ägypten

AFPDie ägyptische Justiz geht hart gegen Fußballrandalierer vor. Ein Gericht in Kairo hat nach einer Stadiontragödie vor einem Jahr 21 Todesurteile verhängt. Der Richterspruch heizt die gewaltsamen Ausschreitungen im Land zusätzlich an, zwei Polizisten kamen unmittelbar nach der Verkündung ums Leben.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-879802.html
  1. #1

    optional

    Tja, man kann es halt keinem Recht machen. Gestern konnte man bei SPON lesen, das viele Demonstranten drakonische Strafen gegen die Angeklagten gefordert haben. Jetzt wurden die Angeklagten verurteilt, und scheinbar ist das immer noch nicht OK.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die ägyptische Justiz geht hart gegen Fußballrandalierer vor. Ein Gericht in Kairo hat nach einer Stadiontragödie vor einem Jahr 21 Todesurteile verhängt. Der Richterspruch heizt die gewaltsamen Ausschreitungen im Land zusätzlich an, zwei Polizisten kamen unmittelbar nach der Verkündung ums Leben.

    Ägyptens Justiz verhängt 21 Todesurteile nach Fußballkrawallen - SPIEGEL ONLINE
    Die Nachwendezeit war ja auch geprägt von Straßenschlachten zwischen Links-und Rechtsradikalen und mittendrin befand sich die Polizei als Puffer.

    Vielleicht werden solche Events für politische Machtkmäpfe missbraucht. In solche Staaten bekämpfen sich die vielen Konfessionen bis aufs Blut. Wenn es so eskaliert, dann steckt da deshalb viellecht mehr dahinte, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag.

    Fakt ist, dass der Staat reagieren muss. Wer sich über die Todesurteile empört zeigt sollte mal darüber nachdenken, dass dort keine moderaten Kräfte zu existieren scheinen. Due spießbürgerliche deutsche Scheinmoral sollte man diesen Ländern deshalb nicht überstülpen.
  3. #3

    optional

    Das es nach der Urteilsverkündung zu Ausschreitungen kommen würde war klar. Hätte man die Täter nicht hart bestraft hätten sich die Angehörigen der völlig sinnlosen Opfer gerächt und mit Sicherheit wäre es noch schlimmer gewesen. Ich finde das Urteil völlig in Ordnung, denn diesen Typen war es damals auch egal wieviele Menschen bei den Ausschreitungen zu Tote kommen. Man hat damals die Ausgangstore zugeschweißt so das es für viele kein entkommen gab und das ist einfach nur Mord und das alles nur um sich an den Anhängern von Al Ahly zu rächen weil sie während der Revolution eine so große Rolle gespielt haben.
    Jeder Mensch der einen anderen aus niederen Bewegunggründen ermordet hat für mein Verständnis sein eigenes Recht auf Leben verwirkt. Es kann einfach nicht sein, das Menschen wegen nichts umgebracht werden und die Täter weiterleben dürfen auch wenns im Gefängnis ist.
  4. #4

    optional

    Vielleicht sollte man in Ägypten auf dem Weg zur Demokratie auch mal über die Sinnhaftigkeit von Todesurteilen nachdenken. So lange es diese gibt, wird es auch immer Protest geben
  5. #5

    Mord und Gewalt

    Ich bin froh, dass wir hier in einem friedlichen Land leben, in dem fast alle Politiker Gewalt ablehnen.
    Hier macht die Todesstrafe keinen Sinn, die Ägypter müssen diese Frage jedoch für sich klären.
    Auf keinen Fall dürfen Polizisten, die für eine friedliche staatliche Ordnung stehen, gezielt erschossen werden, einfach weil sie Polizisten sind. Hier würde ich mir einen kollektiven Aufschrei in Ägypten wünschen, der auch alle Verantwortlichen in Port Said auf die Idee bringt, dass es hier nicht mehr um eine Städte- und Vereinsfeindschaft geht, sondern um Ägypten und seine hoffentlich friedliche Zukunft.
    Wenn statt einem Willen zum Frieden Verschwörungstheorien und Rachegedanken herrschen, dann haben wir wieder Deutschland 1933. Ich meine nicht den gesteigerten Wahnsinn der 1940er, sondern die Haltungen, die den Einstieg in den Krieg ermöglicht haben.

    Wer 2 Polizisten heimtückisch ermordet, handelt nicht für die Interessen von irgendwem, sondern der gehört gefasst, verurteilt und an den Pranger gestellt egal welcher Gruppe oder Familie er angehört.
  6. #6

    Fehlendes Ethik-Upgrade

    Besonders schlimm ist es, wenn besonders fromme Menschen besonders harte Strafen fordern und darüber jubeln, wenn sie verhängt werden.

    Rache zu üben und Gleiches mit Gleichem vergelten, ist alttestamentarisch und somit anachronistisch: Man macht das selbst, was man bei anderen verurteilt. Man sollte aber besser sein, als der den man verurteilt.
    Viele fromme Amerikaner haben dies ebensowenig verinnerlicht wie dies islamisch geprägte Länd Ägypten.

    Eine höhere Ethik hat wohl nicht genügend Anziehungskraft bei den Menschen.
  7. #7

    Welcher Weg?

    Zitat von chebar Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man in Ägypten auf dem Weg zur Demokratie auch mal über die Sinnhaftigkeit von Todesurteilen nachdenken. So lange es diese gibt, wird es auch immer Protest geben
    Auf welchem Weg sollen die sein? Auf dem Weg zur Demokratie?! Ein bißchen mehr Ernst bitte! Auch wenn ich Ihnen natürlich recht gebe, dass mann über die Sinnhaftigkeit von Todesurteilen nachdenken sollte.
  8. #8

    Zitat von halloerstmal Beitrag anzeigen
    Ich bin froh, dass wir hier in einem friedlichen Land leben, in dem fast alle Politiker Gewalt ablehnen.
    Hier macht die Todesstrafe keinen Sinn, die Ägypter müssen diese Frage jedoch für sich klären.
    Auf keinen Fall dürfen Polizisten, die für eine friedliche staatliche Ordnung stehen, gezielt erschossen werden, einfach weil sie Polizisten sind. Hier würde ich mir einen kollektiven Aufschrei in Ägypten wünschen, der auch alle Verantwortlichen in Port Said auf die Idee bringt, dass es hier nicht mehr um eine Städte- und Vereinsfeindschaft geht, sondern um Ägypten und seine hoffentlich friedliche Zukunft.
    Wenn statt einem Willen zum Frieden Verschwörungstheorien und Rachegedanken herrschen, dann haben wir wieder Deutschland 1933. Ich meine nicht den gesteigerten Wahnsinn der 1940er, sondern die Haltungen, die den Einstieg in den Krieg ermöglicht haben.

    Wer 2 Polizisten heimtückisch ermordet, handelt nicht für die Interessen von irgendwem, sondern der gehört gefasst, verurteilt und an den Pranger gestellt egal welcher Gruppe oder Familie er angehört.
    Stark angefangen, dann stark nachgelassen:
    Seit wann stehen denn in Ägypten die Sicherheitskräfte für "eine friedliche staatliche Ordnung"? Die werden dort als Konfliktpartei wahrgenommen, ob nun zurecht oder zuunrecht.
  9. #9

    Nüchtern betrachtet

    Das Problem in Ägypten dürfte doch wohl sein, dass jede dort denkbare Regierung, egal ob Muslimbrüder oder Opposition, nicht die Erwartungen der Bevölkerung nach schnellstmöglicher materieller Besserstellung erfüllen kann. Dies gepaart mit dem dortigen enormen demografischen Druck ist eine Garantie für Unruhen/Gewalt ohne Ende, egal unter welcher Regierung auch immer. Ungute Aussichten also...