Ehemalige DDR-Grenze: Schikane hoch drei

TMNStacheldraht, Wachtürme und Schilder, die zur "Vernichtung von Grenzverletzern" auffordern: In Marienborn, Hötensleben und Helmstedt wird die deutsch-deutsche Vergangenheit lebendig. Gedenkstätten erinnern an Republikflucht und den Alltag am Todesstreifen.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...-a-879601.html
  1. #80

    Das Problem ist doch, dass die meisten Ossies die Grenze nie gesehen haben und nie durch diese Grenzanlagen durchmussten. Deswegen gibt es hier dann auch gerne diese relativierdenden Kommentare. Dabei hat man gerade an den Grenzanagen gesehen, was für ein Staat die DDR wirklich war. Dann kommt man auch nicht auf so dämliche Vergleiche mit der BRD.
  2. #81

    Zitat von Deta1945 Beitrag anzeigen
    Und diese unmenschlichen Leute leben noch unter uns, haben heute bestimmt einen guten Job in der Politik, Polizei oder als Beamte und die Älteren beziehen zum Teil eine satte 'Westrente'.
    Manche Gegenspieler von damals leben nicht mehr, Wolf/Gehlen, Adenauer/Pieck, Ulbricht/Brandt, andere leben noch Kohl/Krenz, Grenzsoldat DDR/Bundesgrenzschützer BRD.

    Wo ist ihr Problem?
  3. #82

    Wir sind alle Menschen

    Zitat von rowo51 Beitrag anzeigen
    Es gab natürlich auch an der DDR Grenze nicht nur Schikane. 2 Beispiele: Einmal steckte der Grenzer seinen Kopf in unser Auto, nachdem er erstmal nach links und rechts geschaut hatte, sagte dann im Flüsterton,"Ich darf das zwar nicht, aber ich wünsche Ihnen trotzdem schöne Ostern". Ein anderes Mal fuhr ich mit Freunden in einem alten R4 durch den Übergang Dreilinden, als uns der Grenzer fragte, "Bißchen Berlin unsicher machen,wa?" Als wir das bejahten, meinte er etwas wehmütig,"Dit würd ick ooch ma jerne..."
    Genau so war es! So eine Diktatur spreizt eben die Verhaltensweisen.
    Es hätte gereicht die obersten 10.000 nach der Wende in den Knast zu bringen und dann jeder Rente zu berauben. Die anderen waren ja o.k. und htten nur das Pech dort geboren zu sein!
    Ich habe sie auch erlebt, die ganz menschlichen Grenzer.
    Und wenn ich heute hier im Westen diese karrieregeilen lackierten Typen sehe, die hätten es an einer DDR-Offiziersschule genau so geschafft! Nur das man denen sicher in der Grundausbildung mehr den Arsch aufgerissen hat!
  4. #83

    hoetensleben

    bin im sebtember 1965 in Hoetensleben ueber Stacheldraht und Minenfeldern in den Westen gefluechtet wohne heute sehr gluecklich in Australien hoffe das die ehemaligen Grenzanlagen nie demoliert werden
  5. #84

    ....

    Zitat von axel_5 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch, dass die meisten Ossies die Grenze nie gesehen haben und nie durch diese Grenzanlagen durchmussten. Deswegen gibt es hier dann auch gerne diese relativierdenden Kommentare. Dabei hat man gerade an den Grenzanagen gesehen, was für ein Staat die DDR wirklich war. Dann kommt man auch nicht auf so dämliche Vergleiche mit der BRD.
    Da hat sich die Geschichte doch wiederholt!
    Das gleiche gilt für das Ende WKII und die Schandtaten der Nazis!
  6. #85

    Wir waren 5 Soldaten...

    Zitat von huggi Beitrag anzeigen
    ... in den USA - wo ich gerade bin - fühlt man sich Uniformierten ausgeliefert?

    Der Vergleich ist lächerlich.
    die sonntags in Fort Bliss/El Paso (Texas), uns friedlich unterhaltend an einer Bushaltestelle auf den Bus Downtown warteten.
    Rundherum die üblichen Kasernengebäude - sonst nichts.
    Ein Polizeifahrzeug hielt an und zwei Polizisten stiegen aus.
    In einem Ton, als hätten wir gerade ein schlimmes Verbrechen begangen verlangten unsere Ausweise, die wir Ihnen bereitwillig und kommentarlos zeigten.
    Nun wußten sie, daß wir Soldaten aus einem "befreundeten Land" waren.
    Interessierte sie aber nicht.
    Die Polizisten raunzten uns an, was wir hier machten, wohin wir wollten u.s.w..
    Das Ganze eskalierte zu einem regelrechten Verhör auf der Straße und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß man im nächsten Augenblick festgenommen werden würden.
    Wer die US-Polizei und Gerichtsbarkeit nur ein wenig kennt -gleich ob in Texas oder anderswo -, kann sich ausmalen, was da in unseren Köpfen vorging.
    Wohlfühlen geht definitiv anders.
  7. #86

    Zitat von axel_5 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist doch, dass die meisten Ossies die Grenze nie gesehen haben und nie durch diese Grenzanlagen durchmussten. Deswegen gibt es hier dann auch gerne diese relativierdenden Kommentare.
    Ganz offensichtlich können es einige Ossis nicht verknusen, daß sie in diesem Thread keine Deutungshoheit über ihre geliebte DDR haben. Hier können, wenn man sich ans Thema hält, tatsächlich nur Wessis mitreden. Der ansonsten der übliche Reflex, wenn irgendwo über ein beliebiges DDR-bezogenes Thema diskutiert wird -der Wessi wird weggebissen "Sei still und verpfeif dich, du kannst hier nicht mitreden"- kann hier nicht angewandt werden.

    Der erste Eindruck ist immer entscheidend, egal wobei auch immer. Diese ab und zu schikanösen, immer aber lästigen Erlebnisse bei der DDR-Einreise waren nun mal immer der erste Kontakt des Westbesuchers mit diesem Staat. Und das bleibt in Erinnerung. Daher ist es vollkommen verständlich, daß sehr viele Wessis, die das damals mitgemacht haben, auch heute noch ihre Meinung über die DDR daran festmachen.

    Zum ersten Satz des Zitates: in meiner jugendlichen Naivität schilderte ich nach einem DDR-Besuch meinen dortigen Freunden in einem Brief ausführlich den Ablauf bei der Ausreise an der Güst. Herleshausen/Wartha, mit Zeitangaben und Beschreibung der Örtlichkeiten (man hatte ja Zeit genug zum Herumgucken).
    Sie regten sich fürchterlich darüber auf. Das Erschrecken "Wenn das die Stasi mitgelesen hat!" war nicht so stark wie die Verärgerung. Sie dachten, ich würde sie veralbern, mich über ihre Heimat lustig machen, vom hohen Roß des weitgereisten Wessis aus. Sie waren ernsthaft erbost.
    Nun, einige Monate später ging die Grenz auf, und als sie mit ihrem "Mossi" am 11.11.1989 langsam durch den völlig verstopften Grenzübergang rollten und dabei die rollbaren Spiegel und die ausbetonierten Schlagbäume sahen, waren sie zutiefst erschrocken, darüber daß ich noch nicht einmal übertrieben habe. Sie haben sich dananch sogar bei mir für ihre frühere Meinung entschuldigt.
  8. #87

    entlastete mitläufer

    Zitat von eppendorf59 Beitrag anzeigen
    ... Häufig wurden wir korrekt behandelt, gelegentlich aber auch nicht und man merkte, wie diese Kleingeister ihre Macht ausnutzten, gut dokumentiert in einem kürzlich gesendeten TV Beitrag über den Grenzübergang Dreilinden.

    Manchmal frage ich mich, was wohl aus diesen Typen geworden ist,
    die dieses System auch gelebt haben.
    Vergessen haben sie in ihrem Beitrag die gesundheitliche Belastung
    durch die Gammakameras, die jedes Auto nach "Flüchtlingen" an der Grenze durchleuchteten...
    was aus diesen typen geworden ist?
    viele der damals ganz jungen finden sie heute noch putzmunter in einer nahtlosen "anschlussverwendung" auf allen ebenen im bundesdeutschen beamtenapparat.

    die alten "verfressen" heute ihre üppige beamtenpension, gezahlt vom ehemaligen "feind" und nerven ihre mitmenschen durch frühmorgendliches liegenbesetzen am hotelpool auf malle und teneriffa [ ;-) ], während die von ihnen gefassten "flüchtlinge" wegen zerstörter erwerbsbiographie sozialrente beziehen - es zahlt sich halt aus, immer angepasster "loyaler" knecht seiner herren zu sein.
  9. #88

    Zitat von onkelbenz,derechte Beitrag anzeigen
    Welches "Risiko einzugehen" meinen Sie bitte?!
    Daß Sie hier bleiben ... und den Sommer am FKK verbringend
    Das ist für mich tatsächlich mit ein Grund, auch heute noch, niemals meinen Sommerurlaub an der ostdeutschen Ostseeküste oder anderen Badegelegenheiten im deutschen Osten verbringen zu wollen. Abgesehen von dem "Es war nicht alles schlecht damals bei uns"-Genöle, was ich mir auch nicht zumuten will.
    Diesbezüglich muß ich bei einigen familiären Verpflichtungen schon genug die Zähne zusammenbeißen (ich soll nicht für Mißtöne sorgen, so werde ich vorher verdonnert), dann will ich das nicht auch noch im Urlaub haben.
  10. #89

    Zitat von Kradfahrer Beitrag anzeigen
    Ich habe lange in Berlin gewohnt. Für uns war es damals normal erst einmal durch die Gesichtskontrolle zu müssen und wir haben uns als Kinder auch Scherze mit den Grenzern erlaubt. Sie haben durchaus hurmorvoll darauf reagiert und von Schikane habe ich nichts bemerkt.....Ich kann wirklich nur berichten, dass ich nie unter Schikanen zu leiden hatte, die Behandlung der Transitreisenden war korrekt, solange sich diese korrekt gegenüber den Grenzern verhielten.
    Es gibt auf beiden Seiten solche und solche. Wenn Grenzsoldaten ins Spiel kamen, die meinten, dem Westler die "Überlegenheit des Sozialismus" demonstrieren zu müssen, oder Westler, die meinten, den Grenzern verdeutlichen zu müssen, dass sie sie für arme Schweine ohne Mercedes hielten, verlief die Begegnung sicher nicht sehr harmonisch. Wenn hingegen Mensch auf Mensch traf (und gerüchteweise soll es sowas sogar unter den Grenzern gegeben haben), gab es keinen Grund für Schikane und es mag sogar ein Lächeln und ein Scherz vorgekommen sein.