Ehemalige DDR-Grenze: Schikane hoch drei

TMNStacheldraht, Wachtürme und Schilder, die zur "Vernichtung von Grenzverletzern" auffordern: In Marienborn, Hötensleben und Helmstedt wird die deutsch-deutsche Vergangenheit lebendig. Gedenkstätten erinnern an Republikflucht und den Alltag am Todesstreifen.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...-a-879601.html
  1. #10

    Mich würde nur interessieren, was so alles in der

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Stacheldraht, Wachtürme und Schilder, die zur "Vernichtung von Grenzverletzern" auffordern: In Marienborn, Hötensleben und Helmstedt wird die deutsch-deutsche Vergangenheit lebendig. Gedenkstätten erinnern an Republikflucht und den Alltag am Todesstreifen.

    Deutschland: Ehemalige DDR-Grenze in Marienborn und Helmstedt - SPIEGEL ONLINE
    Akte der IM Erika drinsteht.
    Wenn es denn eine gibt.
    Was bei einem an einer Moskauer Elite-Uni studierenden Pastorentöchterchen eines freiwillig in die DDR emigrierten Pastors
    wahnsinnig interessant zu wissen wäre.
  2. #11

    Eigentor

    Zitat von Marc Anton Beitrag anzeigen
    Der große Fehler war, analog zu 1945 die Nachfolgeorganisationen der DDR-"Organe" nicht zu verbieten und staatlicherseits für eine deutlichere Aufarbeitung zu sorgen. Doch wie wir heute wissen, war seitens vieler bundesdeutscher Politiker das Interesse aus Eigenschutz recht gering - und dieses Mal gabs keine "Allierten", die das per Dekret angewiesen hätten.
    Chance vertan - heute darf sich jeder alte Genosse und ungestraft Geschichtsklitterung betreiben.
    Genau, verbieten ist DIE Lösung in einer angeblichen Demokratie :)
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    wurden hier 34,6 Millionen Reisende abgefertigt. Welche Ängste sie an diesem Ort durchgestanden haben, lässt sich heute nur noch erahnen.[/url]
    Ich hätte diese Ängste eher gerne ausgestanden, ich war auf der falschen Seite. So ist das Leben.
  4. #13

    Zitat von prontissimo Beitrag anzeigen
    Akte der IM Erika drinsteht.
    Wenn es denn eine gibt.
    Was bei einem an einer Moskauer Elite-Uni studierenden Pastorentöchterchen eines freiwillig in die DDR emigrierten Pastors
    wahnsinnig interessant zu wissen wäre.
    Merkel hat in Moskau studiert? ... laut Wikipedia war sie da nur zu einem Studentenaustausch.
  5. #14

    optional

    Und wieder ein Bericht über die schreckliche DDR. Diese einseitige Berichterstattung nervt inzwischen gewaltig. Es wird Zeit, das die Geschichte objektiv betrachtet wird.
  6. #15

    ...

    Zitat von Kradfahrer Beitrag anzeigen
    Aber die Behauptung, dass man an der Grenze als Transitreisender Angst haben musste, stimmt einfach nicht.
    Ich in meinem Leben viel herumgekommen!
    Ich habe genau an drei Orten/Ländern in meinem Leben mich unsicher und äusserst unwohl und der Macht von Uniformierten ausgeliefert gefühlt
    In der DDR, in Nigeria und in den USA !
  7. #16

    objektive Betrachtung der Geschichte?

    Zitat von seduro34 Beitrag anzeigen
    Und wieder ein Bericht über die schreckliche DDR. Diese einseitige Berichterstattung nervt inzwischen gewaltig. Es wird Zeit, das die Geschichte objektiv betrachtet wird.
    Ach ja, wie war es denn objektiv, ganz konkret beim Thema Mauer und Grenzanlagen? Alles hamlos, alles rechtens, ganz normal?

    So ziemlich jeder hier im Westen hat so seine Erlebnisse an der Grenze. So an der Hessisch-Thüringischen Grenze in Herleshausen z.B.

    Pässe abgeben, eine Art von Parcours durchlaufen, Fragen über Fragen beantworten, Durchsuchungen über sich ergehen lassen, irgendwann am Ende nach 1h oder auch 2h seinen Pass wieder bekommen. Alles unter starker Bewachung, strengen Blicken und rotzunfreundlichen Grenzern. Das Filzen des Autos, die Angst, das was platziert wird, die Pässe nicht wieder herausgegeben werden, die Angst vor dem Festgehalten werden, irgendwelche Spionagevorwürfe...

    Ich habe nach meinem Umzug in den Westen hier mit vielen Leuten gesprochen, um die andere Seite zu hören. Da könnte ich ein Buch von schreiben.

    Die Einreise in ein sog. 3.Welt-Land kann nicht schlimmer ablaufen.

    Wie also soll die DDR objektiv betrachtet werden, keine allgemeine Systemtheorie, nein ganz konkret hier beim Thema Grenze, Mauer & Tod?
  8. #17

    Es ging doch garnicht um Grenzsicherung

    Ich diente 1973 im Greanzausbildungsregiment 40 in Oranienburg als Funktruppführer. Während der "Weltfestspiele der Jugend" 1973 in Berlin standen wir Hinterlandssicherung an der Mauer. In unserem Abschnitt gab es ein Neubaugebiet und von einer Bushaltestelle einen Trampelpfad in das Neubaugebiet, der zwischen den Warnschildern Grenzgebiet und dem Hinterlandszaun entlang führte. Das war eigentlich schon verbotenes Gebiet, wurde aber von den Anwohnern gern begangen. Normalerweise passierte nichts weil so weit hinten keine Grenzer waren. Während der Weltfestspiele waren aber wir dort. Eines Tages kam auf diesem Weg ein alter Mann entlang. Der ging am Stock und hatte an der Leine ein Hündchen dabei, so im Format eines Yorkies. Da er kurz davor war, Sperrgebiet zu betreten, sagte ich meinem Posten, er soll hingehen und dem Mann sagen, dass er umkehren möchte und den anderen längeren Weg nehmen soll. Die zwei unterhielten sich noch kurz und der Mann machte kehrt. In diesem Augenblick fuhr der Jeep (P3) mit unserem Zugführer Oberleutnant Kretzschmar vor. Der sprang raus und kam auf mich zugetobt wie ein Kampfstier. Dem kam Rauch aus den Ohren, so wütend war er. Ich war mir keiner Schuld bewußt. Aber er hat mich zusammengstaucht weil ich den Mann zurückgeschickt habe. Ich hätte warten müssen bis er im Grenzgebiet war und ihn dann wegen Grenzverletzung festnehmen müssen.

    Das hätte uns Punkte im Wettbewerb eingebracht.

    Nicht Grenzverletzung verhindern sondern Punkte kassieren. Die haben Menschen erschossen weil es Punkte im Wettbewerb gab. Ja, natürlich, der "Klassenfeind" lauerte überall (wurde zumindest täglich hergebetet), aber Punkte im Wettbewerb waren das wirklich erstrebenswerte Ziel. Mann, was für ein verkommenes System.
  9. #18

    Wirlich?

    "Hier wird die Unmenschlichkeit der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf bedrückende Weise nachvollziehbar", sagt die Museumsleiterin. Aber da habe ich Zweifel. Es war schon ein sehr sehr fieses Gefühl, über diese lange Grenze zu fahren, während die Pässe auf einem Förderband vom ersten zum zweiten Grenzposten lief über ca. 100 m. Wie diese Grenzer einen anblickten. Und es war erschreckend, die armen Schweine zu sehen, deren Autos sie auseinandergebaut hatten, weil sie verdächtig waren oder einen Mercedes fuhren.
    Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Da hätte Kafka gut drüber schreiben können.
    Aber gut, dass man mit dem Museum wenigstens den Versuch macht, die "Nachgeborenen" zu informieren.
  10. #19

    So ein Blödsinn!

    Zitat von Marc Anton Beitrag anzeigen
    ... Die DDR war ein Unrechtsstaat, eine Dikatur, regiert von Nazis in rot. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Revisionist. ...
    Dafür hatte die Bundesrepublik ungefärbte reinrassige Nationalsozialisten in Politik und Wirtschaft belassen. Adenauer, Hans Globke, Lübke, Kurt Georg Kiesinger, Oberländer, Carl Carstens, Filbinger, Oberländer, Ernst von Weizsäcker ...

    Im übrigen hatten wir als Jugendliche 1986 in Berlin West-Berliner Mädels kennengelernt. Liebe eines Sommers kann man sagen. Wir haben in der Nähe von Berlin an einem See gezeltet und uns dort mit den Mädels über die Ferien vergnügt. Obwohl sie mit ihren Visa-Berechtigungsscheinen bis 2.00 Uhr wieder am Grenzübergang sein mußten, gab es auch nie Ärger, wenn wir später kamen. Außer einem blöden Grinsen der Grenzer gab es auch für uns DDR-Jungs keine Probleme, wenn wir sie auf unseren Summis (S51) und ETZ150 bis zum Grenzübergang gefahren haben. Das war eine richtig schöne Zeit und von Schikanen haben auch die Mädels nie berichtet - sonst wären sie bestimmt nicht wieder gekommen. Eines von ihnen war sogar Tochter eines GI's und einer Westberlinerin. Aber schon ein halbes Jahr später schlief der Kontakt ein. So ist das eben in der Jugendzeit.