Ein rätselhafter Patient: Gefährliche Luft im Bauch

BMJKrampfhafte Schmerzen und Erbrechen treiben einen Briten ins Krankenhaus. Dass mit dem Darm des Patienten etwas nicht stimmt, merken seine Ärzte schnell. Unmengen an Luft sammeln sich in seinen Eingeweiden. Nur wo kommt die her?

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-879724.html
  1. #1

    Mit Verlauf an den Autor: Das ist kein "rätselhafter" Fall, sondern "einfache" Medizin. Zugegeben, der Fall ist selten. Das CT zeigt hier die wegweisende Diagnose - ohne Zweifel eine einfache Diagnose. Mit moderner Bildgebung.
    In einem solchen akuten Fall sprechen die Symptome, das Labor (Entzündung) und die konventionelle Röntgenaufnahme dafür, dass ein CT gemacht werden muss - und die zeigt die Diagnose ganz klar und eindeutig.
    An dem Fall ist nichts rätselhaft. Es ist tagtägliche Routine in der akuten Chirurgie - der Arbeistablauf ist immer der gleiche - mit am Ende allerdings unterschiedlicher Diagnose.
  2. #2

    Finde an dem Fall auch nichts rätselhaftes. Eher rätselhaft ist das Verhalten der Kollegen beim ersten mal nicht die Gallenblase zu entfernen und im akuten Fall bei freier Luft im Abdomen und Perforation den Stein zertrümmern wollten.
  3. #3

    Scheinbar hat der Autor nicht sehr lange "Narkose gemacht". Um den Fall zu erklären, benötigt man noch nicht einmal ein allgemeines Chirurgie.Lehrbuch, sondern es reicht, bei wikipedia mal "Gallensteinileus" einzugeben.
    Ob es dem englischen Chirurgen Tejinderjit Athwal gefällt, in diesem Artikel aufzutachen, darf getrost bezweifelt werden. Schließlich wurden offenbar erhebliche Fehlentscheidungen getroffen. Jetzt hat der Patient einen (vorher vermeidbaren) künstlichen Darmausgang und lebt. Bravo!
  4. #4

    Titellos

    Zitat von sorry ich bin bloß arzt Beitrag anzeigen
    Mit Verlauf an den Autor: Das ist kein "rätselhafter" Fall, sondern "einfache" Medizin. Zugegeben, der Fall ist selten. Das CT zeigt hier die wegweisende Diagnose - ohne Zweifel eine einfache Diagnose. Mit moderner Bildgebung.
    In einem solchen akuten Fall sprechen die Symptome, das Labor (Entzündung) und die konventionelle Röntgenaufnahme dafür, dass ein CT gemacht werden muss - und die zeigt die Diagnose ganz klar und eindeutig.
    An dem Fall ist nichts rätselhaft. Es ist tagtägliche Routine in der akuten Chirurgie - der Arbeistablauf ist immer der gleiche - mit am Ende allerdings unterschiedlicher Diagnose.
    Dr. House kommt eben leider nicht einmal die Woche vor.

    Wenn Sie aber ein echtes medizinisches Rätsel hören wollen, können Sie mir gerne helfen: Ein Mann, mitte 50, bekam während der Reanimation überall, besonders im Gesicht, dem Thorax und seiner Glatze, blaue Flecken. Diese wurden nach der (erfolgreichen) Reanimation ein wenig besser, verschwanden aber erst nach einiger Zeit. Weder die Oberschwester der Intensivstation, noch der Chefarzt konnten mir sagen woran das lag. Beide sahen das zum ersten Mal.

    Haben Sie eine Erklärung für mich?
  5. #5

    Zitat von hinne71 Beitrag anzeigen
    Jetzt hat der Patient einen (vorher vermeidbaren) künstlichen Darmausgang und lebt. Bravo!
    Aber nur passagär, denn in so einem Falle erfolgt der zeitweise angelegte künstliche Darmausgang nur zur Entlastung. In einer zweiten OP (auch nicht schön, klar) erfolgt die Widerherstellung des Ausgangszustandes.
  6. #6

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Wenn Sie aber ein echtes medizinisches Rätsel hören wollen, können Sie mir gerne helfen: Ein Mann, mitte 50, bekam während der Reanimation überall, besonders im Gesicht, dem Thorax und seiner Glatze, blaue Flecken. Diese wurden nach der (erfolgreichen) Reanimation ein wenig besser, verschwanden aber erst nach einiger Zeit. Weder die Oberschwester der Intensivstation, noch der Chefarzt konnten mir sagen woran das lag. Beide sahen das zum ersten Mal.

    Haben Sie eine Erklärung für mich?
    Warum wurde er reanimiert?

    Laiendiagnose: Blut tritt im Gewebe aus, also zu hoher Druck oder dünnes Blut (äußere Einwirkungen schließen wir vorerst aus). Medikamente oder Giftstoffe kommen da in Frage. Medikamente zur Blutverdünnung werden bei Gefäßverstopfungen verabreicht, was einen lokal höheren Blutdruck erlauben würde (bei freien Adern fließt das Blut stattdessen ab).
  7. #7

    optional

    82 Jahre, erneute OP (Reanastomosierung), in England, ... schon klar!
  8. #8

    Titellos

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    Warum wurde er reanimiert?

    Laiendiagnose: Blut tritt im Gewebe aus, also zu hoher Druck oder dünnes Blut (äußere Einwirkungen schließen wir vorerst aus). Medikamente oder Giftstoffe kommen da in Frage. Medikamente zur Blutverdünnung werden bei Gefäßverstopfungen verabreicht, was einen lokal höheren Blutdruck erlauben würde (bei freien Adern fließt das Blut stattdessen ab).
    Hämatome wegen geplatzter Gefäße war auch mein erster Gedanke, hab die Idee aber wieder verworfen. Dafür waren sie zu schnell aufgetaucht, zu gleichmäßig, und wurden auch zu schnell wieder besser. Aber eine andere Erklärung hatte ich dafür auch nicht. Zumal die Flecken eher bläulich als violett waren.

    Er hatte einen Herz-Kreislaufstillstand, vermutlich wegen eines AV-Block 3°, welcher zu Kammerflimmern führte. Genau ist es aber nicht bekannt, er war breits Reanimationsplichtig, als wir ankamen.
  9. #9

    Titellos

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    Warum wurde er reanimiert?

    Laiendiagnose: Blut tritt im Gewebe aus, also zu hoher Druck oder dünnes Blut (äußere Einwirkungen schließen wir vorerst aus). Medikamente oder Giftstoffe kommen da in Frage. Medikamente zur Blutverdünnung werden bei Gefäßverstopfungen verabreicht, was einen lokal höheren Blutdruck erlauben würde (bei freien Adern fließt das Blut stattdessen ab).
    Und wegen Medikamenten: Er war nicht der erste den ich sah, der ASS oder Marcumar nahm und dann reanimiert werden musste. Deswegen schloss ich es mal aus.
    Und Intox geht natürlich immer, aber er sah nicht nach einem aus, der sich zumindest nicht absichtlich vergiftet.