#Aufschrei auf Twitter: "Männer nehmen den alltäglichen Sexismus gar nicht wahr"

Die Debatte über Rainer Brüderles Verhalten gegenüber einer Journalistin gab den Anstoß: Junge Frauen richteten zur Sexismus-Debatte bei Twitter das Hashtag #Aufschrei ein. Das löste eine Lawine von Tweets aus. Zu Recht, sagen die Erfinderinnen im Interview.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-879729.html
  1. #10

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Debatte über Rainer Brüderles Verhalten gegenüber einer Journalistin gab den Anstoß: Junge Frauen richteten zur Sexismus-Debatte bei Twitter das Hashtag #Aufschrei ein. Das löste eine Lawine von Tweets aus. Zu Recht, sagen die Erfinderinnen im Interview.

    #Aufschrei: Interview zur Sexismus-Debatte auf Twitter - SPIEGEL ONLINE
    Ich habe mich im Forum zum Artikel von Frau Dreyer sinngemäß dahingehend geäußert, dass auch in dieser Situation (mitternächtliche Bar, hübsche junge Frau) ein älterer Mann pubertäres Verhalten und schlechte Erziehung zeigt, wenn er die zitierten verbalen Rüpeleien nicht unterlassen kann. Ich wurde daraufhin von einem anderen Foristen in die Nähe von Taliban gerückt und mir unterstellt, ein autoritäres lustloses Regime errichten zu wollen.
    Ich schreibe dies, um aufzuzeigen, dass ich auch als Mann gemobt werde, falls ich mich gegen den vermeintlichen mainstream des Sexismus stelle. Ich bin Jahrgang 1949 und muss reflektierend sagen, dass ich mich in meinem Leben oft als Außenseiter gefühlt habe, weil ich oft in trauter Herrenrunde nicht über die allgegenwärtigen „Herrenwitze“ lachen konnte. Muss ich mich jetzt rechtfertigen, dass ich trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ein gutes Sexualleben hatte und noch habe? Ich denke auch, dass viele meiner Geschlechtsgenossen die sexuelle Revolution der 60er gründlich missverstanden haben!
  2. #11

    andere Seite muss auch beachtet werden

    Wenn man auf der anderen Seite einmal Artikel wie die SPON-Kolumne von Silke Burmester vom 18.11.2012 liest, in dem Ausdrücke wie "armes kleines weißes Männerwürstchen" fallen und in dem am Beispiel von Mitt Romney alle Männer hingestellt werden, als wären sie machthungrige Machos, die Frauen dominieren wollen. Dies finde ich als Mann zutiefst verletztend, und wünsche mir, dass auch von Seiten des Feminismus weniger polemisiert und stereotypisiert wird.
  3. #12

    optional

    " Die Verantwortung liegt hier vor allem auf männlicher Seite: Es ist eine Mischung aus Machtspiel und der Tatsache, dass viele gar nicht wissen, was kleine, blöde Bemerkungen anrichten können."
    Dann könnte es vielleicht nicht schaden, es anzusprechen? Ungeachtet der Konsequenzen. Stellung beziehen. Damit leben, dass diese Reaktion auch Nachteile mit sich bringt. Das hat ein paar Generationen früher übrigens auch funktioniert. Sorry, den Raum muss man sich erobern und es gibt sogar Männer, die lernfähig sind. Den anderen wird eben klargemacht, dass sie die Schnauze halten sollen. Und stellt euch vor, auch da gibt es Männer, die öffentlich zustimmen.
  4. #13

    Kleiner Tipp...

    wie man auf Twitter sieht, haben einige Männer tatsächlich ein Problem damit zu erkennen, wann ein Spruch, eine körperliche Annäherung zu weit geht. Kleiner Tipp: Stellen sie sich einfach vor, ihre Mutter würde gerade zuschauen. Oder jemand würde das gleiche zu ihrer Frau, ihrer Tochter sagen, oder sie in der gleichen Weise anfassen wie sie es vielleicht gerade vorhatten. Ist der Gedanke unangenehm? Dann lassen sie es einfach... Danke :)
  5. #14

    das ...

    Redebedürfnis auf Twitter.... ist dss gleiche, wie der Durst in einer Kneipe. Was zum Teufel ist ein Hashtag?
  6. #15

    Zitat von emmeff Beitrag anzeigen
    Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und sexuelle Nötigung sind kein Sexismus.
    Sexismus ist z.B. das zur Schau stellen von Brüsten und Geschlechtsteilen zur Erlangung persönlicher Vorteile.
  7. #16

    Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Debatte über Rainer Brüderles Verhalten gegenüber einer Journalistin gab den Anstoß: Junge Frauen richteten zur Sexismus-Debatte bei Twitter das Hashtag #Aufschrei ein. Das löste eine Lawine von Tweets aus. Zu Recht, sagen die Erfinderinnen im Interview.

    #Aufschrei: Interview zur Sexismus-Debatte auf Twitter - SPIEGEL ONLINE
    Warum ist "Männer nehmen den alltäglichen Sexismus gar nicht wahr" eigentlich keine männerfeindliche Überschrift? Sind auch homosexuelle gegenüber Frauen sexistisch? Ist "der Mann" an sich zu unsensibel? Das ist doch alles so deratig pauschalisiert, dass man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss.

    Im Ergebnis wird auch diese Kapagne vermutlich funktionieren und Brüderle wird politisch vernichtet sein. Was mir im Prinzip egal wäre, wenn ich mir nicht langsam Sorgen machen darüber machen würde, nach welchem Kriterium wohl die medial zu vernichtenden Politiker ausgesucht werden.

    Sexuelle Belästigung ist zurecht rechtlich geregelt. Alle Männer jetzt unter einen generalverdacht zustellen, weil eine Reporterin unbedingt des nächtens an einer Bar einen Politiker interviewen wollte, und dieser in aller Öffentlichkeit und vor Zeugen offenbar nichts tat, was in den nächsten 12 Monaten eine Reaktion dieser Frau erforderte, erscheint mir sehr krude.
  8. #17

    was mich bei den Studien stört...

    ... ist dass ich nirgendwo definiert gefunden habe, was "sexuelle Belästigung" eigentlich ist.
    Ein schlechter Witz reicht? Muss es schon Po-Grapschen sein? Mehr, weniger? Eigenes empfinden?

    Ich empfinde es nämlich als Sexsismus, wenn Frau sagt, Männer belästigen.

    Auch frage ich mich, was das eigentliche Ziel ist. Verbot von Herrenwitze? Sollten dann nicht auch der #Aufschrei verboten sein, weil auch sexistisch?
    Ich finde die Entwicklung stellenweise sogar gefährlich, z.B. in Schulen und Kindergärten, wo Frauen meistens den Ton angeben und Jungs benachteiligen..
  9. #18

    Zitat von wilhelmineb Beitrag anzeigen
    wie man auf Twitter sieht, haben einige Männer tatsächlich ein Problem damit zu erkennen, wann ein Spruch, eine körperliche Annäherung zu weit geht. Kleiner Tipp: Stellen sie sich einfach vor, ihre Mutter würde gerade zuschauen. Oder jemand würde das gleiche zu ihrer Frau, ihrer Tochter sagen, oder sie in der gleichen Weise anfassen wie sie es vielleicht gerade vorhatten. Ist der Gedanke unangenehm? Dann lassen sie es einfach... Danke :)
    Ich möchte nicht das mir meine Mutter beim Sex mit meiner Frau zusieht und wenn meine Frau angebaggert wird kann sie sich helfen, weil sie Selbstbewusst und Emanzipiert ist.

    P.S. jedenfalls wird sie nicht ein Jahr warten bis sie was sagt.
  10. #19

    Zitat von Smartpatrol Beitrag anzeigen
    Das mag sein, allerdings rechtfertigt die eine Verfehlung wohl kaum die andere...
    Richtig aber wer behauptet hier bis jetzt das Gegenteil?

    Zitat von Smartpatrol Beitrag anzeigen
    ... und Bagatellisierung von männlichem Sexismus gegenüber Frauen bringt uns wohl nicht so direkt weiter, oder?
    Welche Bagatellisierung meinen Sie?
    Erst mal wird doch nur angesprochen, dass auch genug Frauen ihr sexistisches Verhalten nicht wahrnehmen. Im Prinzip ist es doch nur sachlich in einer Konfliktsituation zweier Geschlechter auch diese beiden zu betrachten.
    Die ganze Debatte ist doch wieder mal von Anfang an vergiftet wenn pauschal Opfer und Täterrollen vergeben werden.