Umstrittene Fusion: Jetzt wächst zusammen, was nicht zusammen gehören will

dapdAus zwei mach eins: In Brandenburg sollen zwei Hochschulen miteinander verschmelzen, das ist beschlossene Sache. Doch die TU Cottbus stemmt sich massiv gegen die Vereinigung mit der Hochschule Senftenberg. Jetzt soll ein Volksbegehren die akademische Zwangsehe doch noch verhindern.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-879668.html
  1. #10

    Vom Spiegel nicht zu viel erwarten!

    Zitat von basti1890 Beitrag anzeigen
    Also nicht das es hier zu weiteren Verwirrungen kommt. Die Hochschule Lausitz ist eine FH welche ihre Standorte in Senftenberg UND COTTBUS hat. (ungefähr zu gleichen Teilen) und die BTU ist eine Universität. Viel Aufschlussreiches steht da nicht. Sehr enttäuschend!
    Aber in der Sache: Wieso kann eine Uni nicht mit einer FH zusammen gehen? Wo ist das Problem? Auf jeden Fall sind Verwaltungskosten günstiger zu gestalten, wenn eine Gesamtschule mit heute ca 11-12 000 Studenten zu betreuen wäre, anstatt 1 x die BTU mit rund 7-8 000 + die FH mit rund 3-4 000 Studenten und das noch an zwei Standorten mit drei Gebäudekomplexen.
  2. #11

    Zitat von mark-mit-k Beitrag anzeigen
    Ihr seid ja drollig. Da habt ihr solche Minderwertigkeitskomplexe, weil der rein theoretische Ansatz für die heutige Zeit schlichtweg zu wenig. FH-Studis wissen wenigstens wofür das Ganze.
    Aber bitte mehr von Minderwertigkeitskomplexen :)
    Ich kannte mal zwei, die haben nach vier Semestern an der Universität geschmissen und sind zur FH gewechselt. Die FH haben sie aufgrund des geringeren Niveaus geschafft. In meiner jetzige Firma merke ich, wer auf der Universität war und wer auf der FH.

    Übrigens: Ich habe an der Universität studiert und es ist falsch, zu behaupten, man bekäme an der Universität nicht genug Praxis. Es gab etliche Übungen, Praktika und Gruppenarbeit, aber ohne auf einen dicken Theorieapparat zu verzichten.
  3. #12

    Stimmt!

    Zitat von bergrecht Beitrag anzeigen
    "nur FH" :D Wenn so die Argumentation der Gegner aussieht, sollten sie lieber davon absehen irgendetwas weiter in Frage zu stellen. Peinlich!
    Die gegner schieben Gründe vor und verbergen die eigentlichen, nämlich deren Berührungsängste mit dem "Plebs" der FH (= frühere Ing. Schule) . Aber in der deutschen Industrie und Wirtschaft wurden und werden beide Ing. Arten benötigt:
    Der Fachingenieur (früher sogar als Dipl. Ing. FH benannt) mit starker praktischen Orientierung und
    der TH/TU-Ingenieur mit der auf Grundlagen/Theorie ausgerichteten Ausbildung.
    Nur deshalb war Technologie "made in Germany" so erfolgreich.
    Wer muss/will das kaputt machen? Und warum?
    Und das Problem in der Lausitz lässt sich in einer gemeinsamen Organisationseinheit bestimmt lösen. Denn Kostensenkungen im gemeinsamen Verwaltungsbereich, liessen sich in die Ausbildung, Forschung und Lehre einbringen.
    Man muss nur wollen.
    Aber...wie immer. Wo die Politiker die Pfoten reintun...
  4. #13

    Das wäre doch gerade der Vorteil!

    Zitat von mabb Beitrag anzeigen
    Ich finde den Zusammenschluss in der Tat seltsam. Universitätsprofessoren haben sich in der Regel nach der Promotion Habilitiert, was mit sehr viel Arbeit verbunden ist (Umfang ca. 3 Doktorarbeiten). FH-Professoren müssen hingegen lediglich ein paar Jahre Industrieerfahrung nachweisen. Aus meiner Sicht ist das ganz klar eine viel geringere Qualifikation als ein Uni-Prof. hat. Ich hätte bedenken, wie die Uni ihre hohen wissenschatlichen Standards beibehalten will.
    Theorie und Praxis zusammenzuführen. Unter einem organisatorischen Dach! Das gibt es nirgends. Ein echtes USP-Merkmal für Cottbus + Lausitz!
    Unverständliche Borniertheit.
  5. #14

    Hat sich irgendeiner von denen, die sich hier ja so gut mit dem "niedrigen Niveau" der Hochschule Lausitz auskennen mit den Zahlen der letzten Jahre beschäftigt. Dazu muss man nur aml in einen Rechenschaftsbericht schauen. Diese FH hat sich in den letzten Jahren als extrem forschungsstarke Hochschule entwickelt. Mit 85.000 Euro Drittmittel pro Prof. und Jahr schlägt sie mache Uni. Und das obwohl die Professoren dort eine Lehrverpflichtung von 18 SWS pro Semester haben. An der Uni sind es meistens nur 8 SWS. Und wissenschaftliche Mitarbeiter, die den Profs die Arbeit abnehmen gibt es auch kaum an der FH. Ich habe Hochachtung, vor jedem Prof. der das schafft und dazu noch versucht aus der Hochschule heraus eine Fima zu gründen und Arbeitsplätze zu schaffen.
    Ganz nebenbei, viele Professoren an der Hochschule Lausitz sind habilitiert.
  6. #15

    Im Forum sind die Leute mit den Komplexen

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Mh, komisch. Wenn die "Theoretiker" (also die von der Uni) diejenigen mit den Minderwertigkeitskomplexen sind, warum wollen dann aber gerade die FHs andauernd verschleiern, dass sie FHs sind.

    Wenn die "Theoretiker" Minderwertigkeitskomplexe haben, warum wollen dann ausgerechnet die FHler immer an die Unis?

    Wenn die "Theoretiker" Minderwertigkeitskomplexe haben, warum beten einem dann ausgerechnet die FHler einem immer vor, dass sie ja eigentlich gleichwertig seien und gar keinen Grund für einen Unterschied sehen (komischerweise aber trotzdem lieber zur FH gehen), während die "Theoretiker" das ungefragt nicht tun müssen.

    Und warum haben die Theoretiker eigentlich Minderwertigkeitskomplexe, wo sie zwar Problemlos die Stellen bekommen, für die auch FH reicht, FHler aber nicht an die STellen kommen, für die man Uni braucht?
    Ja schade, dass die FHs alle "Hochschulen" sein wollen. Bei uns gab es richtig Ärger. Die Studis wollten FH bleiben, die Profs aber nicht. Insbesondere unser Präsident wollte das. Naja, ein Oxfordabsolvent hat da wohl höhere Ansprüche.

    Was sind das denn für Stellen, die Uni-Leute bekommen aber nicht FH-Leute? Lehrer? Naja, wer an der FH studiert, studiert nicht für die Wissenschaft sondern für die Praxis/Wirtschaft. Obwohl man an meiner FH auch promovieren kann. Außerdem studieren die meisten zuerst einmal ein Fach und dann Uni oder FH.

    Den Praxisbezug sieht man ja daran, dass unsere Profs oft auch aus der Wirtschaft kommen (und daher wissen, was im wahren Leben vor sich geht) und nicht im Universitätsbetrieb vergammeln.

    Zur BTU: Es wird bestimmt auch weiterhin Theoriestudien geben, auf die man stolz sein kann. Aber "Was-besseres-sein-weil-Uni" ist dann nicht mehr.
  7. #16

    Zitat von gustavsche Beitrag anzeigen
    Ich kannte mal zwei, die haben nach vier Semestern an der Universität geschmissen und sind zur FH gewechselt. Die FH haben sie aufgrund des geringeren Niveaus geschafft. In meiner jetzige Firma merke ich, wer auf der Universität war und wer auf der FH.

    Übrigens: Ich habe an der Universität studiert und es ist falsch, zu behaupten, man bekäme an der Universität nicht genug Praxis. Es gab etliche Übungen, Praktika und Gruppenarbeit, aber ohne auf einen dicken Theorieapparat zu verzichten.
    Witzig! Ich kenne das genau andersherum. Man soll ja an der Uni Informatik studiert haben, ohne zu wissen, wie man einen Computer anstellt (okay, polemisch). Wir machen auch ziemlich viel Theorie. Informier dich mal.

    Zum Glück hat die Wirtschaft das erkannt und unterscheidet nicht mehr zwischen Prestige und Können.
  8. #17

    Na dann ...

    Zitat von chrimirk Beitrag anzeigen
    Aber in der Sache: Wieso kann eine Uni nicht mit einer FH zusammen gehen? Wo ist das Problem? Auf jeden Fall sind Verwaltungskosten günstiger zu gestalten, wenn eine Gesamtschule mit heute ca 11-12 000 Studenten zu betreuen wäre, anstatt 1 x die BTU mit rund 7-8 000 + die FH mit rund 3-4 000 Studenten und das noch an zwei Standorten mit drei Gebäudekomplexen.
    Da plädiere ich doch für eine deutsche Zentralhochschule/uni im Harz, wo alle Fachrichtungen auf allen Ausbildungsebenen (FH, BA, Uni, ...) zentral gelehrt werden. Rundrum ein schöner Kampus für 1 Mio. Studenten und das Lehrpersonal. Da sollte die Verwaltung dann am effektivsten sein und man kann Standesamt, Geburtenklinik und Kindertagesstätte gleich integrieren. Denke mal, Sachsen-Anhalt würde es begrüßen und den jungen Leuten blieben Wochenendbeziehungen erspart. Auf gehts :-) !!
  9. #18

    Was

    hat das Studium der Informatik mit dem Anschalten eines Computers zu tun, ausser das dies an FHs wahrscheinlich schon für den BA reicht (das war jetzt polemisch)
  10. #19

    ...

    Zitat von mabb Beitrag anzeigen
    ... Universitätsprofessoren haben sich in der Regel nach der Promotion Habilitiert, was mit sehr viel Arbeit verbunden ist (Umfang ca. 3 Doktorarbeiten).
    Daß das eine Menge Arbeit ist, dem stimme ich zu; habe ich selbst bei einem guten Freund gesehen.

    Zitat von mabb Beitrag anzeigen
    FH-Professoren müssen hingegen lediglich ein paar Jahre Industrieerfahrung nachweisen. Aus meiner Sicht ist das ganz klar eine viel geringere Qualifikation als ein Uni-Prof. hat...
    Hier kann ich allerdings nur mit dem Kopf schütteln. Ich kenne einige habilitierte Professoren von Unis, die in der freien Wirtschaft NIEMALS gegen jetztige Kollegen (Prof's an einer FH) hätten bestehen können und ich wage zu behaupten, daß ein Vergleich der Qualifikation auf dieser Basis nicht möglich ist. Ihre Aussage zeugt von einer eindeutigen Geringschätzung der Leistung die die Ex-Industrieler erbracht haben.
    Schonmal was vom Elfenbeimturm der Wissenschaft gehört? Es gibt tatsächlich etliche Arbeitsplätze, wo FH'ler bevorzugt werden