Umgang mit Nordkorea: Dialog statt Druck

AP/ KyodoDer Westen verhängt Sanktionen, China macht wirtschaftlichen Druck. Doch Nordkorea reagiert mit immer neuen Provokationen: Kriegsrhetorik, Atomwaffentests - eine Sackgasse. Ein US-Forscher rät zum radikalen Strategiewechsel in der Krisendiplomatie.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-879612.html
  1. #1

    Neuer Ansatz?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Westen verhängt Sanktionen, China macht wirtschaftlichen Druck. Doch Nordkorea reagiert mit immer neuen Provokationen: Kriegsrhetorik, Atomwaffentests - eine Sackgasse. Ein US-Forscher rät zum radikalen Strategiewechsel in der Krisendiplomatie.

    US Forscher rät zu radikalem Strategiewechsel in der Nordkorea-Politik - SPIEGEL ONLINE
    Was ist daran ein neuer Ansatz?
    Dieser Ansatz wurde unter Bill Clinton schon gefahren und war erfolgreich. Erst Bush hat diese Politik torpediert und damit die Sonnenscheinpolitik Südkoreas zum Scheitern verurteilt.
    Mit der parallelen Ausweisung Nordkoreas als "Schurkenstaat" wies Bush auch gleich die Marschrichtung aus.
  2. #2

    Keine Macht dem Titel!

    Das Regime in Pjöngjang wird weder auseinanderbrechen, noch wird sich in absehbarer Zeit etwas ändern. Das ist allerdings nicht alleine Nordkorea anzulasten. Dahinter steckt auch politisches Kalkül.

    Die Amerikaner haben ihre Präsenz im Pazifik erweitert und gefestigt, während sie diese gleichzeitig in anderen Teilen der Welt reduzieren. Nordkorea ist mitunter der "beste" Grund diese militärische Präsenz zu rechtfertigen.
    Darüber hinaus würde ein Zusammenbruch des Regimes aller Voraussicht zu einer Wiedervereinigung mit dem Süden führen, gerade als Deutsche kennt man ja das historische Beispiel.
    Allerdings hat der "wohlhabende" Süden wenig Interesse an einer Wiedervereinigung. Die Südkoreaner haben sich ganz genau angesehen was in Deutschland während der Wende auf die BRD an ungeheuren Kosten zugekommen ist, um den lange Zeit isolierten Teil des Landes auf westlichen Standard zu bekommen. Diese Kosten werden vom Süden nachvollziehbarerweise gescheut. Schließlich bedeutet es eine Belastung für den erarbeiteten Wohlstand.

    Mir braucht jetzt keiner mit dem Argument "Menschen > Wirtschaft" zu kommen, darum geht es garnicht und jeder halbwegs klar denkende Mensch dürfte begriffen haben, dass die Dinge so nunmal nicht laufen.
  3. #3

    Bessere Idee:

    Vielleicht sollte man einfach deutlich machen, das Staaten auch ohne Atomwaffen korrekt behandelt werden?
    Dafür müsste man nur Herrn Bush vor ein internationales Gericht stellen, und die Angehörigen der Opfer des Irak Krieges mit ca. 200.000$ pro Toten entschädigen. Aber wahrscheinlich wird das schwierig die USA dazu zu bewegen; die haben ja schliesslich Atomwaffen----
  4. #4

    Vielleicht sollten einmal ...

    ... jene, die alle Lehren aus der Geschichte gezogen zu haben glauben, einmal ihre Nase in die Geschichtbücher stecken - aber nicht in jene, die sie selbst geschrieben haben.
    Dort sollten sie sehen, dass die Forderung nach bedingungsloser kapitulation zum totalen Krieg führt.
    Es ist so dröge, diese Probleme, wie auch die Rezepte zu ihrer Lösung einfach zur Kenntnis zu nehmen.
  5. #5

    Ein netter

    Vorschlag aber warum sollte Nordkorea auf Atomwaffen verzichten und damit den gesamten Staat gefährden. Was bringt eine "Atomwaffenfreie Zone Nordostasien" Nordkorea? nichts? zudem wird heutzutage nicht mehr lokal gekämpft sondern global, welche Sicherheiten hätte Nordkorea von diesem Vertrag... Antwort... keine. Nordkorea würde seine Landesverteidigung zugunsten der Wirtschaft aufgeben und das wird nicht passieren. Mein Vorschlag Nordkorea darf Atomwaffen besitzen und Raketentest durchführen und alle Sanktionen werden aufgehoben, im Gegenzug muss Nordkorea sich an einem regelmäßigen Treffen zur Verbesserung der Beziehungen zu Südkorea bzw. der Region beteiligen.
  6. #6

    Zitat von chefchen1 Beitrag anzeigen
    Was ist daran ein neuer Ansatz?
    Dieser Ansatz wurde unter Bill Clinton schon gefahren und war erfolgreich. ...
    Möchten Sie dieses "erfolgreich" in dem Zusammenhang bitte näher erläutern?
  7. #7

    Wenn Sanktionen

    dann bitte richtig. In gewissen Ländern werden monatlich (!) mehr Lebensmittel weggeschmissen, als die Bevölkerungen von diversen anderen Ländern jährlich überhaupt benötigen. Von dieser Perspektive aus betrachtet wird so ziemlich alles auf dieser Welt irgendwie relativ, nicht wahr?
  8. #8

    Erpressung zahlt sich aus

    Nordkorea ist ein Überbleibsel des Stalinismus:

    Moralische und strategische Fehler des Westens « Aron Sperber

    Es ist unglaublich, wie naiv man gegenüber der Bedrohung durch Stalins Schützling Mao war.

    Dass man Mao gewähren ließ, ja sogar aktiv vor Tschiang Kai Schek schützte, kann ich mir nur mit dem schlechten Gewissen des Westens wegen des spanischen Bürgerkriegs erklären.

    Dabei hatten sich sowohl die Sowjets als auch Mao bei der Bekämpfung des japanischen Faschismus nobel zurückgehalten und die Kriegslast den Amerikanern und Tschiang Kai Schek überlassen.

    Hätte man Mao von der Macht ferngehalten, hätte man sich möglicherweise sowohl den Korea-Krieg als auch den Vietnam-Krieg ersparen können.

    …und nebenbei Millionen Chinesen das Leben gerettet.
  9. #9

    Dialog ist tatsächlich eher eine Option für die Nordkoreaner auf Besserung...

    Bei Nordkorea handelt es sich bekannter Maßen um ein grausames Regime, in dessen Arbeitslagern rund 150.000+ Menschen gefoltert und teilweise zu Tode gequält werden, wegen so etwas banalem wie dem Besitz einer Bibel und in denen ganze Familien in Sippenhaft genommen werden, weil einzelne Personen bei dem Regime in Ungnade fielen.
    Schrecklicherweise scheint tatsächlich der einzige Weg auf Besserung zu sein mit den Verantwortlichen dieses unmenschlichen Terrorregimes zu verhandeln, um die Lage insgesamt zu verbessern.

    Reines Säbelrasseln und Sanktionieren führt nur noch mehr zum Einigeln und zur weiteren Geiselhaft des gesamten Volkes, wobei die Mehrheit des nordkoreanischen Volkes so Gehirngewaschen sein dürfte, dass es sogar die Propagandashow des "Genie der Genies-Führers" und jüngstem Spross der Kim-Monarchie auch noch glauben dürften, schließlich betet man schon im Kindergarten vor Ort für die Wiederauferstehung/Rückkehr des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung.