Ärztepfusch-Debatte bei Illner: Die Unkultur der deutschen Medizin

ZDFBei Illner sollte es um das Verhindern von Behandlungsfehlern gehen. Doch die Runde litt an ADHS wie sonst nur zappelige Teenager: Diskutiert wurde über Bonusverträge und CE-Siegel, statt sich der Kernfrage zu widmen, warum sich eine hochtechnisierte Industrie Innovationen verweigert.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-879519.html
  1. #1

    Die Unkultur der deutschen Medizin

    Ich habe mal eine wissenschaftliche Frage(Fachgebiet Ingenieurwissenschaften)
    Wieviel kann man von Fehlermanagementsystemen in Flugindustrie un Berufsfliegerei lernen oder sogar übernehmen?
  2. #2

    Diese Talkshows

    dienen der reinen Unterhaltung. Wer hier glaubt, es würden Sachverhalte aufgedröselt und mögliche Fehler aufgedeckt und abgestellt, ist bei solchen Sendungen am falschen Platz. Die Protagonisten pflegen eifrig ihren Drang zur Selbstdarstellung und das war es.
    Das liegt auch an den Moderatoren, die die vorgegebenen Linien der Sender einzuhalten haben.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei Illner sollte es um das Verhindern von Behandlungsfehlern gehen. Doch die Runde litt an ADHS wie sonst nur zappelige Teenager: Diskutiert wurde über Bonusverträge und CE-Siegel, statt sich der Kernfrage zu widmen, warum sich eine hochtechnisierte Industrie Innovationen verweigert.

    Maybrit-Illner-Talk über Behandlungsfehler: Unkultur der Medizin - SPIEGEL ONLINE
    Das liegt wohl auch an einer unzureichenden redaktionellen Vorbereitung der Talkrunde: Kein Wort zu bereits vor drei Jahren vom Aktionsbündnis Patientensicherheit entwickelten Leitlinien für Fehlervermeidung bei OPs, was offensichtlich sogar Montgomery vergessen hat, der damals noch in einer Broschüre eigene Fehler schilderte. Wo recherchieren die eigentlich? Oder überhaupt?
  4. #4

    optional

    Menschen (Patientien) sind nun mal keine Flugzeuge und keine Kunden, sondern sind sehr komplexe und teilweise unberechenbare Wesen. Das ist nun mal die eigentliche Herausforderung in der Medizin. Man kann Autos bauen, Flugzeuge bauen, sie zum Fahren bzw. Fliegen bringen, man kann sie reparieren und sich auf die technischen Details einstellen. Kann man aber auch Menschen bauen, kann man sie wirklich "durchschauen"? Die Medizin wird immer an Grenzen stoßen. Da nützt auch die ganze Aufgregtheit nichts und dieser überzogene Aktionismus. Da hilft nur, die Nerven zu bewahren und ernsthaft nachzudenken.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei Illner sollte es um das Verhindern von Behandlungsfehlern gehen. Doch die Runde litt an ADHS wie sonst nur zappelige Teenager: Diskutiert wurde über Bonusverträge und CE-Siegel, statt sich der Kernfrage zu widmen, warum sich eine hochtechnisierte Industrie Innovationen verweigert.

    Maybrit-Illner-Talk über Behandlungsfehler: Unkultur der Medizin - SPIEGEL ONLINE
    Die Unkultur des deutschen Fernsehens wäre besser gewesen. Talkshows waren nie dafür gedacht, neue Lösungsansätze zu erarbeiten.
  6. #6

    Sehr geehrter Herr Ballwieser,

    Ihre Verwendung des AD(H)S in diesem Kontext finde ich in etwa ähnlich diskriminierend für Betroffene, wie zu schreiben "die Diskutanten litten unter einer argumentativen Beschränkung, die wohl ausschließlich mit dem in solchen Diskussionsrunden allzu offensichtlich häufig vorkommendem Down-Syndrom zu erklären ist"
  7. #7

    Auch daneben

    Ich geb dem Artikel ja im großen und ganzen recht. auch die runde gestern war ja ansatzweise richtig.
    nur wird hier was ganz wichtiges vergessen und da kann die fehlerkultur noch so toll eingeführt werden, wenn sich ärzte nach einer 24std schicht nochmal 12 stunden in den op stellen. die sind doch alle total übermüdet und kaputt die klinikärzte. würde schonmal helfen hier anzusetzen.
  8. #8

    Die Haftpflichtversicherungen ....

    ... der Ärzte verlangten ein Schweigen. Ein Arzt, der seine Fehler diskutierte oder gar einräumte, riskierte seinen Versicherungsschutz. Das ist nun ein bisschen gelockert worden. Aber Ärzte gehören mit zu den lernunfähigsten Berufsgruppen.
  9. #9

    Ich

    arbeite erfreulicherweise in einer Klinik, wo mit Fehlern offen umgegangen wird-genau so wie ich es auch in meinem letzten Haus kennengelernt habe.
    Es gibt ein CIRS-Management, Fehler werden vorwurfsfrei besprochen und nach Lösungen gesucht, es geht nicht darum einen Sündenbock zu finden, sondern die Ursache des Fehlers zu beheben.
    Fehler werden auch mit dem Patienten/Angehörigen offen besprochen-wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Offenheit und Ehrlichkeit da beiden Seiten hilft.
    Es wird beim mittlerweile üblichen Ärztebashing leider vergessen, dass für den größten Teil meiner Kollegen Beruf wirklich Berufung ist-wir fühlen uns für unsere Patienten verantwortlich. Da einen Fehler zu begehen, zu wissen statt zu helfen hat man geschadet ist etwas was wirklich weh tut.
    Ich kann jedem Kollegen nur raten bei Fehlern nicht zu mauern sondern offen das Gespräch zu suchen.
    Fehler sind nicht zu vermeiden, wir sind nicht unfehlbar, aber der miserable Umgang mit begangenen Fehlern ist zu vermeiden.