Brüderle-Debatte: Stopp!

Getty ImagesHat die FDP ein Problem? Von deren designiertem Spitzenkandidaten Rainer Brüderle heißt es, er habe eine "Stern"-Journalistin bedrängt. Die schlechte Nachricht: Es ist alles noch viel schlimmer. Alltäglicher Sexismus ist nämlich unser aller Problem. Reden wir darüber.

Die Brüderle-Debatte und der alltägliche Sexismus - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Weiblichen Sexismus

    gibt es doch in gleicher Zahl und Ausprägung! Wie naiv und weltfremd kann man/frau denn eigentlich sein zu meinen nur Männer seien sexistisch! Auch Frauen haben einen Sexualtrieb, haben einen Sinn für Ästhetik, schätzen ab, werten und urteilen. Und sie urteilen ebenso hart wie die Männer - wenn nicht noch härter. Nur sind sie klug genug zu schweigen und nicht alles herauszuposaunen...-
    Wie arm wird der Raum zwischen den Geschlechtern, wenn man nur noch sachlich und politisch korrekt kommunizieren darf! Dann wird jedes Lächeln verdächtig, jede Höflichkeit zur Belästigung, jedes Kompliment eine Grenzüberschreitung und alle Liebe und alle Lust ein verbotenes Gefühl! Diese Welt ist alles - nur nicht lebenswert!
  2. #2

    na da bin ich ja froh...

    das Frauen so etwas nie machen würden.....
    Ich arbeite in einem Büro mit 95 % Frauenanteil ( lustige Quote gell ) und habe noch nie so unreflektierten Sexismus von Männern gehört wie es hier alltäglich ist. Wenn das Verhältnis andersherum wäre hätte die Firma schon lange ein Verfahren am Hals. Aber mei es sind halt Frauen die meinen es nicht so, oder die sind stark und trauen sich halt.... Also mein Tipp an die Jammertanten immer erst vor der eigenen Tür kehren bevor man Klischees aufwärmt die schon im vergangen Jahrhundert nicht gestimmt haben.
  3. #3

    komisch...

    mal im ernst:was soll die gespensterdebatte?ich habe,auch und gerade als firmeninhaber,noch NIE erlebt daß eine frau in leitender position sich für ihr können entschuldigen musste...allerdings:nur live...am telefon kann ich mir das was ihnen geschah vorstellen...aber vielleicht sollten sie da auch mal bisserl runterkommen.das verhalten mancher(nicht aller,auch nicht vieler!) männer ist WIRKLICH peinlich,da bin ich bei ihnen...und?beschweren sich hier männer über das teilweise dumm-dreiste verhalten von frauen?DAS gibts nämlich leider auch...von daher....
    schönen abend noch!
  4. #4

    Nicht debattieren, sondern handeln

    Vielen Dank für den engagierten und schön geschriebenen Artikel, Frau Dreyer. Ich teile Ihre Haltung, aber nicht Ihre Schlussfolgerung: Sie fordern eine Debatte über den alltäglichen Sexismus - ich bin für "zero tolerance" ohne alle Aufgeregtheit. Was nicht geht, geht einfach nicht. Punkt. Die Qualität einer Gesellschaft misst sich daran, wie sie im ganz normalen Leben mit den Frauen (dem sog. "schwachen" Geschlecht) und mit den Kindern (dem tatsächlich ungeschützten Teil der Gesellschaft) umgeht. Da haben wir schon manches gelernt - aber wir haben auch noch vieles zu lernen und zu ändern. Da bin ich gerne dabei...
    (Matthias Vering)
  5. #5

    Und andersherum?

    bitte auch die CocaCola-Werbung mit dem Sexy Lieferanten weg. Und auch die Waschbrettbäuche. Und 3Tage-Bärte.

    Un wehe mir hält noch einmal ein Mann die Tür auf. Und bei einem Händedruck, womöglich noch wie geschehen einem Handkuss kommt direkt die Anzeige!! Und meinen Minirock trage ich wegen der Beinfreiheit, wehe, ein paar Bauarbeiter pfeifen mir hinterher! Und das bauchfreie Top habe ich nur, um der Umwelt zu zeigen das ich die Schwangerschaft gut überstanden habe. Wer gafft bekommt DIREKT eine Anzeige wegen Sexueller Belästigung. Was in einer Tanzbar sowieso klar ist. Aufforderung zum Tanzen, was ich nicht lache......ist doch Aufforderung zum einvernehmlichen Sex also quasi eine Vergewaltigung!!!

    Ach.... wir amerikanisieren uns selber immer mehr....
  6. #6

    Habe ich das richtig verstanden?

    - Brüderle stand vor einem Jahr um Mitternacht angetrunken an einer Bar
    - Diese Journalistin wollte dann ein 'professionelles Gespräch' führen
    - Brüderle hat ein paar anzügliche Bemerkungen gemacht

    Da frage ich mich:

    - Was soll das sein, ein 'professionelles Gespräch' um Mitternacht beim feiern? Ich kann mir nichts darunter vorstellen.

    - Hat die Journalistin nicht gemerkt, dass Brüderle angetrunken war? Oder doch? Was wollte sie dann von ihm - vielleicht ihm etwas entlocken, was er nüchtern nicht gesagt hätte, um eine Schlagzeile zu erheischen?

    - Wenn das Verhalten von Brüderle so unmöglich war, warum hat sie dann ein Jahr mit der Veröffentlichung gewartet, und zwar genau bis er Spitzenkandidat wurde?

    Ich will hier nicht dem Sexismus das Wort reden, aber man sollte wirklich nicht jedes Wort, dass zu Fortgeschrittener Stunde an der Bar fällt, auf die Goldwaage legen.

    Da sähe wohl jeder etwas dämlich aus, wenn man das mit ihm/ihr machen würde!

    Oder möchte man Politiker haben, die gar keine Menschen mehr sind? Mir ist jedenfalls einer wie Brüderle lieber als eine verkrampfte Spaßbremse.
  7. #7

    Danke!

    Klar und kurz, und alles Wichtige ist drin!
  8. #8

    Anmache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hat die FDP ein Problem? Von deren designiertem Spitzenkandidaten Rainer Brüderle heißt es, er habe eine "Stern"-Journalistin bedrängt. Die schlechte Nachricht: Es ist alles noch viel schlimmer. Alltäglicher Sexismus ist nämlich unser aller Problem. Reden wir darüber.

    Die Brüderle-Debatte und der alltägliche Sexismus - SPIEGEL ONLINE
    In meiner Sichtweise hat die Dame Brüderle in einer Art und Weise angesproche (angemacht), die ich persönlich als zu persönlich empfinde. Ihn in seinem "privaten" Moment an der Hotelbar anzuquatschen als er seinen Wein trinken wollte, war nicht richtig. Es ist also nicht richtig, daß Brüderle die Dame angemacht hat, sondern sie ist auf ihn zugegangen.

    Sie hat ihn auch nicht gefragt, ob er Zeit und Lust auf ein Interview habe, sondern ihn gleich persönlich angegangen.

    Er hat dann auch persönlich reagiert. Ob man das mag oder nicht, ist Geschmacksache, aber sie hätte ja sofort weg gehen können. Es war eine öffentliche Bar, kein geschlossener Raum, und es waren wohl noch jede Menge andere Leute zugegen, vielleicht nicht in 1 m Distanz, aber doch nah genug.

    Die Dame hätte also jederzeit sich aus der Situation, wenn sie denn unangenehm war, lösen können. Hat sie aber nicht, sondern hat diesen blöden Dialog weiter geführt.

    Aber mal abgesehen, wieso kommt das dann alles ein Jahr nach dem Ereignis hoch. Und wieso hat der Stern nicht gleich einen Skandal daraus gemacht, so wie gestern.

    Hat sie sich plötzlich erinnert, nach einem Jahr, und warum plötlzich, oder hat sie sofort nach dem Ereignis einen Bericht geschrieben, den der Stern jetzt plötzlich rauszieht.

    Ich bin der Meinung, und das ist durchaus verständlich, daß die Dame aus dem Tatbestand ihrer Weiblichkeit einen Vorteil ziehen wollte, um Brüderle in ein Interview zu ziehen das er wohl nicht wollte, und aus dem er sich mit seinen Bemerkungen sehr effektiv entzog.

    Da jetzt ein Gleichberechtigungsproblem zu machen scheint mir sehr überzogen. Aber wenn wir davon sprechen müssen, dann sollte man auch mal diskutieren ob es wahr ist, daß Frauen, insbesondere junge Frauen, nicht nur Nachteile sondern durchaus Vorteile haben durch ihre Attraktivität und Weiblichkeit. Ob das dann immer die Ergebnisse bringt die erwünscht sind, ist dann eine andere Sache.
  9. #9

    Alltäglicher Sexismus

    ist eben leider alltäglich. Nach der Brandmarkung bzw Strafbarstellung von Vergewaltigung auch in der Ehe, der gesellschaftlichen Sensibilisierung sexistischer Sprache, der Verachtung sexueller Nötigung in Hierachien, der Verachtung von Pufforgien als Leistungsprämien usw usw
    kommen wir nun letztlich auch an die Infocusnahme verbaler Baggerei. Die vorangegangenen Skandalstrukturen wogen wohl schwerer. Die Sensibilisierung für derartiges Kotzbrockenverhalten müsste von den Männern ausgehen. Es gibt leider zu wenige, die Scham und Betroffenheit bezüglich ihrer Geschlechtsgenossen äußern. Sie stehen auch in dem Risiko, entweder als schwul oder als impotente Softies eingeordnet zu werden. Und das nicht nur von Männern!