Hochschulabsolventen: Jeder Dritte hat befristete Stelle

TMNDirekt nach dem Studienabschluss eine Festanstellung zu ergattern, wird immer schwieriger. Nur zwei von drei Berufseinsteigern bekommen sofort einen festen Vertrag. Für Mitarbeiter an Hochschulen sieht es besonders düster aus: 81 Prozent haben nach drei Jahren immer noch eine Stelle auf Zeit.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-879491.html
  1. #1

    optional

    Die Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
  2. #2

    Klarsprache

    Zitat von gog-magog Beitrag anzeigen
    Die Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
    Das liest sich doch sehr nach Management-Sprech. Was wollen Sie uns mit diesem Beitrag sagen? Was für ein Qualitätsmanagement meinen Sie? Was bedeutet "Personalentwicklungskonzept" im Zusammenhang mit Universitäten? Personal wird im wesentlichen für Projekte eingestellt, und die laufen halt nicht ewig. Es geht hier um Bedarf, der befriedigt werden soll. Die Lehre läuft (leider) meist nur so nebenher.
  3. #3

    Zitat von gog-magog Beitrag anzeigen
    Die Frage ist doch, wie es sich mit den Ansprüchen des Qualitätsmanagements vereinbaren läßt, wenn es ein Personalentwicklungskonzept an den Universitäten nicht mal für die Lehre gibt. Hier liegt einiges im Argen.
    richtig. Die Lehre wird an deutschen Universitäten in den seltensten Fällen von festangestellten Dozenten durchgeführt, sondern von den wissenschaftlichen Mitarbeitern neben der Forschungsarbeit. Wenn doch mal ein - natürlich befristeter - Lehrauftrag vergeben wird, dann wird dieser mit 50% der regulären Arbeitszeit veranschlagt, d.h. 19,5 Arbeitsstunden für das Abhalten der Vorlesung, des Kurses, des Seminars, des Praktikums,...die Vor- und Nacharbeit, das Erstellen von Vorlesungs- oder Kursskripten, Klausuren, Klausurkorrekturen, etc., ist da nicht mit drin und wird auch nicht zusätzlich vergütet, sondern vorausgesetzt.

    Daher kann man nur jedem Uniabsolventen raten, spätestens nach der Promotion der Universität den Rücken zu kehren und in die freie Wirtschaft zu gehen.
  4. #4

    Doktoranden sind noch in der Ausbildung

    Würden die Unis jedem Doktoranden (das sind die meisten der Hochschulabsolventen) eine Dauerstelle geben, hätten schon in 3-4 Jahren wissenschaftlich interessierte und begabte neue Absolventen keine Chance mehr auf eine wiss. Laufbahn, da die Stellen dann sämtlich besetzt wären (außer man erlaubte den Unis Geld zu drucken). Ein weiterer großer Teil der befristet beschäftigten arbeiten in Projekten, deren Finanzierung befristet ist, nicht selten mit der Möglichkeit zu promovieren. Nahezu alle diese Leute haben nach Abschluss ihrer Promotion sehr gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und verdienen im Mittel nach wie vor besser als diejenigen, die gleich in die Wirtschaft gegangen sind.
  5. #5

    das ist nicht neu

    wird aber immer schlimmer. es gibt kaum noch einen wissenschaftlichen mittelbau. das ist schon lange so. feste stellen an der uni...war schon vor 10 jahren ein witz....bis jemand dort wirklich unbefristet eingestellt wird und wurde muss viel passieren...so wandern denn die guten und gefrusteten in die industrie und ins ausland ab..oder sonst wohin...ob das der lehre gut tut sei dahin gestellt...
  6. #6

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    Daher kann man nur jedem Uniabsolventen raten, spätestens nach der Promotion der Universität den Rücken zu kehren und in die freie Wirtschaft zu gehen.
    Den Zeitpunkt kann man sich (wenn die Konjunktur wieder im Keller ist) nicht aussuchen, sondern nur den Zeitraum.
    Und in der Industrie kann man nicht in dem Maße ungestört forschen wie an der Uni. Angebote, Telefonterror von Kunden, Meetings, kümmer dich mal um dies, mach mal eben das, man wird dauernd unterbrochen und kann seine komplizierte mathematische Herleitung, seinen komplizierten Quellcode nochmal ganz von vorne anfangen, und die Geschäftsleitung hat null Verständnis dafür, dass man langfristig die Wettbewerbsfähigkeit mit Forschung verbessert wenn sich das nicht - dalli, dalli - noch innerhalb des Geschäftsjahres im Jahresabschluss niederschlägt.

    Ich würde die Empfehlung abschwächen: An der Uni bleiben solange man darf geht durchaus, aber man sollte für die sehr harte Zeit danach, für die Langzeiterwerbslosigkeit infolge Uni-Berufsverbot, a) finanzielle Reserven ansparen und b) sich ein bescheidenes Leben (kleine, preiswerte Mietwohnung) angewöhnen.
  7. #7

    mir unerklärlich

    Ja, warum ruft man dann allerorten,bei jeder mainstream-Gelegenheit, dass wir nicht genügend Fachkräfte/Experten haben.Wie behandeln wir sie denn?
  8. #8

    Promovierende vergessen

    Die Statistik mag richtig sein, aber leider vergisst der Artikel zu erwähnen, dass ein Großteil der Universitätsabsolventen auf Zeitverträgen in den Universitäten Doktoranden sind. Diese Stellen sind oftmals Projektstellen der DFG oder anderer Förderorganisationen zur Durchführung eines Forschungsprojektes, auf dem der Stelleninhaber oder die Stelleninhaberin dann promoviert. In den Natur- und Ingenieurwissenschaften sind diese Stellen sehr häufig ohne oder mit nur sehr eingeschränkter Lehrverpflichtung (die Zahl derartiger Stellen in den Geisteswissenschaften ist deutlich geringer). Ziel dieser Stellen ist die Promotion innerhalb eines beschränkten Zeitraums, es handelt sich hier nicht um billige Arbeitskräfte sondern um Qualifikationsstellen und ich denke, dass sowohl Promovierende als auch Hochschullehrer sich einig sind, dass diese Stellen nicht auf Dauer angelegt sein sollten.

    Um wirklich zu messen, wie viele Studienabgänger auf Zeitverträgen sind, sollte die Studie entsprechend korrigiert werden.
  9. #9

    Das Schlimme ist: Ein Sachgrund für die Befristung ist nicht mehr notwendig seit Bulmahn... Also wird alles befristet, ob sinnvoll oder nicht!