Wahlpropheten und Quotenerklärer: Wir Super-Journalisten

dapdLange hat sich der Journalismus nicht mehr so blamiert wie bei der Niedersachsen-Wahl. Nahezu alle Vorhersagen lagen daneben. Aber stört das die Beteiligten? Iwo. Die Verblüffungsresistenz gehört zum Mediengeschäft.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-879426.html
  1. #1

    Den...

    ...ÖR-Sendern kann es doch egal sein was sie berichten, auch wenn es nur Lügen oder der größte Schrott ist...die Gehälter fließen dank Zwangsabgabe ja weiter...also warum sich auch nur im Mindesmaß anstrengen oder gar fähige Mitarbeiter einstellen...lieber weiter Herrn Schönendings labern lassen...
  2. #2

    Wallstadt?

    Lieber Herr Fleischhauer,
    es heißt Walstatt, nicht Wallstadt. Das hat nichts mit der Wall Street zu tun, die Erklärung finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Walstatt
    Deshalb heißt es übrigens auch nicht, wie vielfach gemeint, Wallküre...

    Und das ist der Satz des Tages: "Vermutlich darf man von Leuten, die ihr Gehalt nicht wie andere Menschen als Lohn für eine geleistete Arbeit, sondern vielmehr als "Demokratieabgabe" verstehen, auch nichts anderes erwarten." Sehr schön! :-)
  3. #3

    Hervorragende Analyse

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lange hat sich der Journalismus nicht mehr so blamiert wie bei der Niedersachsen-Wahl. Nahezu alle Vorhersagen lagen daneben. Aber stört das die Beteiligten? Iwo. Die Verblüffungsresistenz gehört zum Mediengeschäft.

    Fleischhauer-Kolumne zu falschen Wahlprognosen: Wir Super-Journalisten - SPIEGEL ONLINE
    Ich würde nur noch dazu fügen, daß den meisten Leuten (Nicht-Journalisten) die Rechthaberei der Journalisten auf den Geist geht. Damit ist gemeint, daß Journalisten glauben, sie wären im Besitz der alleinigen Wahrheit und das ist offensichtlich falsch.

    Und das gilt vor allem für den Spiegel und den SPON. Früher (unter dem alten Augstein) war der Spiegel symptomatisch für kritischen Journalismus, gut recherchiert und normalerweise unanfechtbar. Der Spiegel hat viel geleistet in Sachen Aufklärung über die Nazis, aber auch Katholizismus, DDR und RAF Terrorismus.

    Leider ruht sich der heutige Spiegel auf den Lorbeeren von damals aus und benimmt sich als ob jeden Tag eine Spiegelaffaire im Gange sei, und verwechstelt unrecherchierte Meinung mit kritischem Journalismus.

    Deshalb ist der Spiegel auch gefährlich geworden, denn er operiert mit der Authorität der Spiegelaffaire for 50 Jahren aber mit der Leichtigkeit der Bildzeitung. Und das tut weh.

    Die jüngste Antisemitismusdiskussion war ein gutes Beispiel. Der betreffende Journalist glaubt immer noch, daß seine Artikel bezüglich Israel eine wertfreie Analyse sind und schert sich nicht um die Befindlichkeiten der echt Betroffenen.

    Und das Gleiche gilt für die gegenwärtige Debatte um Islamismus und seine Verwandtschaft mit anderen aber doch sehr gleich gelagerten totalitären Ideologien. Der Spiegel tut sein Bestes diese Gemeinsamkeiten einfach zu ignorieren.

    Wie Hannah Arendt so schön von der Banalität des Bösen sprach, so kommt das Bose heute im Gewand der Religiosität, aber das wird erst offenbar sein, wenn es offensichtlich für alle, aber dann auch zu spat sein wird.
  4. #4

    Altbekannt

    Irre ich mich, Herr Fleischhauer, oder habe ich etwas sehr Ähnliches, nur besser formuliert, in der FAZ gelesen?
  5. #5

    Das "Wunder" von Hannover

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lange hat sich der Journalismus nicht mehr so blamiert wie bei der Niedersachsen-Wahl. Nahezu alle Vorhersagen lagen daneben. Aber stört das die Beteiligten? Iwo. Die Verblüffungsresistenz gehört zum Mediengeschäft.

    Fleischhauer-Kolumne zu falschen Wahlprognosen: Wir Super-Journalisten - SPIEGEL ONLINE
    Ach, Fleischhauer, Sie selbst liegen so oft daneben, dass sie eigentlich etas mehr Verständnis für die Demoskopen aufbringen sollten.

    Und außerdem outen Sie sich in Ihrem Beitrag als Laie im Fachgebiet der Demoskopie.

    Der Grund für das Nichterkennen der "Blutzufuhr" der FDP lag darin, dass die Demoskopen bei der Frage nach der bevorzugten Partei, die man am Sonntag wählen wolle, von den allermeisten Befragten die tatsächlich präferierte Partei gennent bekamen.

    Die Frage nach getrenntem Stimmverhalten bei Erst- und Zweitstimme fehlte, und daher trat diese "mildtätige" Leistung der CDU-Wähler erst am Wahlabend ins Bild.

    Daraus eine solche Generalschelte der Branche zu machen, ihnen sogar einen verdienten Lohn abzusprechen und dies hämosch Demokratieabgabe zu nennen, offenbart Ihren journalistischen Stil.

    Das "Wunder" von Hannover wird sich in der Zukunft nicht mehr wiederholen, denn das strategische Erst- und Zweitstimmenverhalten wird von nun an einen festen Platz in der Demoskopie erhalten.

    Und Sie werden weniger Anlass haben, Ihre Häme loszuwerden.
  6. #6

    Die

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lange hat sich der Journalismus nicht mehr so blamiert wie bei der Niedersachsen-Wahl. Nahezu alle Vorhersagen lagen daneben. Aber stört das die Beteiligten? Iwo. Die Verblüffungsresistenz gehört zum Mediengeschäft.

    Fleischhauer-Kolumne zu falschen Wahlprognosen: Wir Super-Journalisten - SPIEGEL ONLINE
    Journalisten hätten einen besseren Ruf, wenn sie nicht in die Zukunft spekulieren sondern in der Gegenwart recherchieren würden - und zwar über Missstände, die für Otto Normalverbraucher wichtig sind. Heute gilt das auch nicht mehr, aber ich erinnere mich an frühere Kampagnen der britischen Presse. Die bleiben so lange am Thema - mit der schärfsten verbalen Munition - bis entweder der Verursacher oder das Problem erledigt war. Von der "Vierten Gewalt" ist in EU nicht viel übrig geblieben, korrumpiert oder erpresst von den wirklich Mächtigen, die mit Wahlen noch nie was am Hut hatten.
  7. #7

    Journalisten brauchen nicht nur ...

    ... Politiker, mit denen sie ein symbiotisches Verhältnis pflegen können. Noch mehr brauchen sie Leser, die ihre Ergüsse für Weisheiten halten und so wiederum Einfluss auf Politiker haben.
  8. #8

    Titel

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ...ÖR-Sendern kann es doch egal sein was sie berichten, auch wenn es nur Lügen oder der größte Schrott ist...die Gehälter fließen dank Zwangsabgabe ja weiter...also warum sich auch nur im Mindesmaß anstrengen oder gar fähige Mitarbeiter einstellen...lieber weiter Herrn Schönendings labern lassen...
    Es ist ein allgemeines Problem der Medien.
    Die ÖR stehen in Abhängigkeit der Parteien und Verbände, die privaten gehören der Großindustrie und den feudalistischen "Investoren".
    Es hat noch kein Journalist die Frage nach Wahlbetrug gestellt, denn dieser Gedanke drängt sich einem als erstes auf.
    Denn die Umfragen lagen selten 1-2 % fern von den Ergebnissen.
  9. #9

    Welche...

    ...Themen den gemeinen SPON-Leser wirklich bewegen, kann man heute wieder an der TOP 5 ablesen. Der Balljunge belegt die ersten beiden Plätze. Das Dschungel Camp schaffte es immerhin auf den 4. Platz.
    So banal ist die Welt, liebe Journalisten!