Weltwirtschaftsforum in Davos: Lagarde bescheinigt den Sorgenkindern Fortschritte

AFPViel Lob bekamen die kriselnden Euro-Staaten von der IWF-Chefin, einen Seitenhieb auf Cameron und seine EU-Rede konnte sie sich jedoch auch nicht verkneifen. Dem schloss sich Italiens Ministerpräsident an - wenn auch mit härteren Worten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-879335.html
  1. #1

    Die EU und England...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viel Lob bekamen die kriselnden Euro-Staaten von der IWF-Chefin, einen Seitenhieb auf Cameron und seine EU-Rede konnte sie sich jedoch auch nicht verkneifen. Dem schloss sich Italiens Ministerpräsident an - wenn auch mit härteren Worten.

    Weltwirtschaftsforum in Davos: Lagarde lobt Krisenstaaten - SPIEGEL ONLINE
    Einigen Kritikpunkten in Camerons Rede könnte man sich ja anschließen('Bürokratischer Moloch, mangelnde Flexibilität und in Teilen auch Wettbewerbsfähigkeit, große Entfernung Bürger-EU Institutionen und einige andere); aber das meiste halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Der Kontinent und die Lissabon-Vertrag EU27(28) gehen langsam aber unaufhaltsam in Richtung mehr Integration; das finde ich auch richtig so weil nur so lässt sich die Krise lösen. Fliegt der Laden auseinander so wird jedes Land für sich mehr Probleme haben als die Staatengemeinschaft insgesamt. Betrachten wir einmal die Welt; viele Staaten schließen sich zu wirtschaftlich-politischen Blöcken zusammen(Nafta, Mercosur, Asean, Gus); und da will die englische Wirtschaft alleine bleiben und im Zweifelsfall separate Abkommen mit der EU aushandlen; und das zu besseren Konditionen als heute?

    Da wird Mancher auf der Insel kalte Füße bekommen; halte eine Mehrheit für einen Austritt für zutiefst unsicher. Halte das Ganze für ein Manöver bessere Konditionen zu schinden; die Briten hätten es wohl lieber gehabt wenn die EU auf Binnenmarktniveau steckengeblieben wäre. Die EU war aber von Anfang vor allem auch ein politisches Projekt.
    Ich bin für mehr Integration zwischen den Staaten; aber mit Solidarität und so wenigen Extrawürsten wie nur möglich; kein Land soll sich mit 'Konditionen für einen Verbleib' die Rosinen rauspicken können; die Zeiten sind vorbei. Wer nicht mitmachen und nicht mehr dabei sein will ist frei das zu tun; der LissabonVertrag sieht das ausdrücklich vor:
    "(1) Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten."; und fortfolgend.
    Art. 50 EU - dejure.org
    Mir würde es gefallen wenn die Briten dabei sind; ein starkes Land; zwingen tut die EU Niemanden; die Konditionen diktieren lässt sich die EU aber auch nicht; das soll sie auch nicht...

    Schian Gruaß...
  2. #2

    War da was?

    Mal gespannt, ob dieses gemeinsame... Frühstück auch nur einen einzigen nennenswerten Beitrag bringt. Wahrscheinlich bin ich zu optimistisch ... Die Engländer quälen sich ohnehin seit Jahrzehnten, sie haben das Commonwealth im Rücken und brauchen uns nicht. Die Deutschen interessieren nur für ihre Exporte und sind ansonsten taub, Schäuble spielt den Zuchtmeister, den niemand enst nimmt, die Spanier und Portugiesen wenden sich wieder Süd-Amerika zu, Frankreich erinnert sich an seine afrikanische Kolonien, die deutsch-österreichische Kolonie Kroatien wird bald auch mitdurchgefüttert usw. usf.
    Panta rei ... Alles fliesst... sagte jemand vor 2500 Jahren. Stimmt.
  3. #3

    Die Fortschritte der Pleitegeier

    bestehen darin, daß sie immer mehr Schulden zu immer niedrigeren Zinsen machen können. Bei keinem der gelobten Länder haben sich die Schulden verringert. Im Gegenteil sind sie immer weiter gestiegen, denn die EZB kauft alle Staatsanleihen der Pleitiers auf, koste es, was es wolle. Aus diesem Grund können die Schuldenländer auch Anleihen auf den freien Finanzmärkten verkaufen, denn im Hintergrund steht immer Frischgelddrucker Draghi, der zuverlässig dafür sorgt, daß die Finanzmärkte keinen Schaden erleiden - und aus jeder Pleite auch noch Nutzen ziehen.
  4. #4

    EU verfolgt eine

    Die EU, welche die Nationalstaaten auflösen will, verfolgt eine "idée fausse". Ländervielfalt darf "nicht erstickt werden" (D. Camaron).
    Wir wollen keine "Haushaltsunion" und auch keine "Bankenunion" (wie Lagarde). Niemals wäre Deutschland dem Euro beigetreten, wären seine Bürger zur Zahlung oder Haftung für die Schulden anderer Staaten verdammt worden. "The Eurozone has failed" (Vaclav Klaus), sie bringt nur "weniger Wettbewerbsfähigkeit, weniger Wachstum, weniger Jobs" (David Cameron) und "opfert unsere Jugend auf dem Altar des Euro" (H.-W. Sinn).
    Ordnung kehrt in Europa erst wieder ein nach der Rückkehr zu eigenen Währungen, nicht durch zentralistische "immerwährende Vertiefung".
  5. #5

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen

    ...viele Staaten schließen sich zu wirtschaftlich-politischen Blöcken zusammen(Nafta, Mercosur, Asean, Gus); und da will die englische Wirtschaft alleine bleiben und im Zweifelsfall separate Abkommen mit der EU aushandlen; und das zu besseren Konditionen als heute?
    Ich schätze mal, dass viele Engländer das in Kauf nehmen, wenn sie mit ihrer Trennung von der EU verhindern können, dass ganze Balkan-Dörfer in die eigenen Sozialsysteme einwandern...
  6. #6

    Zitat von spon-4bq-bici Beitrag anzeigen
    bestehen darin, daß sie immer mehr Schulden zu immer niedrigeren Zinsen machen können. Bei keinem der gelobten Länder haben sich die Schulden verringert. Im Gegenteil sind sie immer weiter gestiegen, denn die EZB kauft alle Staatsanleihen der Pleitiers auf, koste es, was es wolle. Aus diesem Grund können die Schuldenländer auch Anleihen auf den freien Finanzmärkten verkaufen, denn im Hintergrund steht immer Frischgelddrucker Draghi, der zuverlässig dafür sorgt, daß die Finanzmärkte keinen Schaden erleiden - und aus jeder Pleite auch noch Nutzen ziehen.
    Allein die Drohung Staatsanleihen der Pleitiers unbegrenzt aufkaufen zu wollen machte doch den „Märkten“ klar, Wetten auf die Zahlungsunfähigkeit eines Mitgliedes der €-Zone werden auf jeden Fall verloren. Nur diese Drohung, nicht tatsächliche Aufkäufe haben für die Entspannung gesorgt.
  7. #7

    Zitat von Collector2 Beitrag anzeigen
    Die EU, welche die Nationalstaaten auflösen will, verfolgt eine "idée fausse". Ländervielfalt darf "nicht erstickt werden" (D. Camaron).
    Wir wollen keine "Haushaltsunion" und auch keine "Bankenunion" (wie Lagarde). Niemals wäre Deutschland dem Euro beigetreten, wären seine Bürger zur Zahlung oder Haftung für die Schulden anderer Staaten verdammt worden. "The Eurozone has failed" (Vaclav Klaus), sie bringt nur "weniger Wettbewerbsfähigkeit, weniger Wachstum, weniger Jobs" (David Cameron) und "opfert unsere Jugend auf dem Altar des Euro" (H.-W. Sinn).
    Ordnung kehrt in Europa erst wieder ein nach der Rückkehr zu eigenen Währungen, nicht durch zentralistische "immerwährende Vertiefung".
    Gerade dem gern zitierte David Cameron hat der „Markt“ in Gestalt eines Georges Soros deutlich verklickert, der „Markt“ kann jede Einzelwährung auch das ach so starke britische Pfund in die Knie zwingen. Die Bank of England hat sich als machtlos erwiesen. Man muss nicht ständig den Unsinn von Sinn zitieren, es gibt auch zahlreiche namhafte deutschsprachige Wirtschaftswissenschaftler mit durchaus vernünftigen Ansichten.